Finanzmanagement

Finanzmanagement

In den allermeisten Ländern Afrikas ist Bargeld unerlässlich. Nicht nur bei der Ein- und Ausreise, sondern auch beim Tanken und vielen anderen Gelegenheiten, braucht man immer wieder kleinere oder größere Geldbeträge. Der US Dollar ist hierbei die am besten geeignete Währung. Will man auf einer Afrika Fernreise nicht die Übersicht über alle die verschiedenen Währungen verlieren, die sich im Laufe der Zeit ansammeln, möchte aber gleichwohl ein großes  Geldvolumen mitnehmen. Dann hat sich folgende Handhabung, unter Berücksichtigung verschiedener  Sicherheits- vorkehrungen als sinnvoll gezeigt.

In fast allen Afrikanischen Ländern ist es mittlerweile möglich an Geldautomaten, mit einer Kreditkarte (fast überall) oder EC Maestro Karte (östlich- und südliches Afrika) Bargeld zu erhalten. Zu bedenken ist, dass es sich dabei immer um die Lokalwährung handelt. Es ist nicht einfach, unterwegs,  an Euro oder Dollar zu kommen. Es empfiehlt sich,  größere Beträge, in diesen Währungen mitzunehmen. Wichtig ist dabei auf die richtige Stückelung zu achten. Es macht wenig Sinn große Scheine mitzunehmen, da sie so gut wie nie getauscht werden können. Besser sind 50, 20, 10 und 5 Dollar und Euro Stückelungen mitzunehmen (ein Dollar und Euro Stückelungen sind nicht zu empfehlen). Es ist darauf zu achten, dass sie Geldscheine neu (jünger wie 2001) und nicht verknittert sind. Dabei wird der Euro vor allem in Nord- und Westafrika akzeptiert, der Dollar im restliche Afrika. Es ist sinnvoll  in einem sicheren, aber gut zugänglichen Geheimfach, einen Betrag um die 200 – 400 Dollar / Euro unterzubringen. Mit diesem griffbereiten Betrag können anfallende Trinkgelder beglichen oder auch am Wochenende die Zeit bis zur nächsten geöffneten Bank überbrückt werden. Zur Deklaration an Grenzübergängen sollte die Geldsumme schnell ausgepackt, aber auch schnell wieder verschwunden sein. Bewährt hat sich dafür ein kleine Tresor, der von einigen Ausrüstungsläden angeboten wird. Durch Verwendung einer Halterung angebracht im Fahrerraum, sind die Dokumente und die zu deklarierenden Geldbeträge bei Grenzübergängen schnell griffbereit und trotzdem sicher untergebracht. Die Befestigung der Halterung, sowie die Geldkassette, sollte so angebracht werden, dass kein  direkter Hebel angesetzt werden kann, anson­sten ist es bei Gewaltanwendung möglich, die Kassette schnell herauszubrechen.

Zusätzlich dazu wird eine Stahlkassette, in der Reisepass, große Geld Beträge und Kreditkarten Platz finden, in einer fest angeschraubten Halterung z.B. im Zwischenboden oder sonstigen Geheimversteck am Fahrzeug befestigt. Dies bietet zusätzliche Sicherheit. Darin wird dann das restliche Bargeld aufbewahrt.  Bewährt haben sich Stückelungen von 50 oder 20 Dollar-Noten (100 Dollar- Noten werden nicht gerne gewechselt), welche für eventuell auftretende Notfälle vorgesehen sind.

Wichtig: Bei einem Überfall sollte nicht  versucht werden, den Helden zu spielen. Am besten es wird das Handgeld direkt herausgegeben. Geld ist immer ersetzbar, andere Dinge nicht. Aus diesem Grund sollte man, neben den Dollar, Euro und der jeweiligen Lokalen Währung, weitere nutzlose Währungsscheine in der Kasse aufbewahren. Sieht nach mehr aus und überzeug die Räuber,dass nicht noch mehr Geld im Fahrzeug versteckt ist.

Mit dem verbliebenen Reisebudget werden unterwegs anfallende Kosten für Flüge, Mietwagen und, falls die Speditionen dies akzeptieren, auch Schiffspassagen per Kreditkar­te beglichen.

Tipp: Hinterlegen Sie die Nummer einer zusätzlichen Kreditkarte, welche Sie nicht mitnehmen, an einem sicheren Ort online (sie dazu Online unterwegs). Sollte es passieren, dass alle Zahlungsmittel abhanden kommen, kann an jedem internetfähigen Computer eine Überweisung per MoneyGram oder Western Union an eine Außenstelle überweisen werden. Das Geld kann dann dort abgeholt werden.

Kreditkarten

Es existieren aktuell folgende Kreditkarten:
International ausgegeben werden: American Express, Diners Club, MasterCard (ehemals Eurocard) und die Visa Karte.

Kreditkartenakzeptanz
Am weitesten verbreitet sind die Master- und Visa- Kreditkarte in Afrika. Mit etwa 23 Mio. Akzeptanzstellen und 800.000 Bankautomaten (ATM) welteit. In Afrika sind Kreditkarten der Anbieter American Express und Dinners nicht zu empfehlen, da sie kaum verbreitet sind. Gleichwohl wird oft der Aufschlag den der Verkäufer an das Kreditinstitut abführen muss auf den Verkaufspreis aufgeschlagen. Hat man jedoch eine Kreditkarte z. B. der DKB Bank (Kostenlos) dann kann man mit ihr an jeden Geldautomaten weltweit kostenlos Bargeld beziehen. Wichtig ist nur, dass es sich bei der Kreditkarte um eine weltweit   akzeptierte Karte, wie zum Beispiel VISA oder Mastercard handelt.

Traveller- Cheques

Traveller- Cheques sind heutzutage selbst in Afrika von der Kreditkarte abgelöst worden. Traveller- Cheques sind in Afrika generell nicht zu empfehlen. Die zum teil sehr hohen Gebühren (Kommission), sowie der oftmals schlechtere Kurs rechtfertigen das mehr an Sicherheit kaum.

Schwarzgeld und Devisenschmuggel

Die Kontrollen bei ausländischen Devisen sind in Afrika im allgemeinen nicht sehr streng. Bei lokaler Währung kann dies schon ganz anders aussehen. Ob es sich lohnt für einen Kursgewinn von 10-15% lokale Währung zu schmuggeln muss man mit seinem Gewissen und Nerven vereinbaren können. Solange man bei der Devisen Deklaration einen glaubwürdigen betrag angibt, sollten die Grenzkontrollen ein großes Problem darstellen. Die Grenzbeamten in den einzelnen Ländern wissen, dass es im Fahrzeug unendlich viele Verstecke gibt und eine Suche fast aussichtslos ist. Sollte man trotzdem erwischt werden, dann kann man meist mit einem größeren Trinkgeld die Situation klären. Wenn es ganz schlecht läuft, dann kann der gesamte Geldbetrag beschlagnahmt werden und man wird wegen Devisenschmuggel zur Verantwortung gezogen. Am besten man findet einen Kompromiss, da man viele Dinge, wie Visa, Nationalpark Eintritte und ander gebühren nur in US Dollar bezahlen kann.

Zusammenfassung

- Keine Reiseschecks nach Afrika mitnehmen.
- In Westafrika ist der Euro gefragt, in Zentral- Ost- und dem Südlichen Afrika der  US $.
- Bargeld-Reserven aufteilen und in verschiedenen Verstecken deponieren.
- US Dollar in Noten vor 2001/2002 in den Stückelungen 50, 20, 10 und 5 Dollar mitnehmen.
- Bankautomaten (ATM) gibt es heute in fast allen Hauptstädten.
- Visa und eventuell MasterCard (Nigeria) sind am weitesten verbreitet.
- Maestro Kreditkarten EC werden nur in Marokko, Kenia, Namibia und Südafrika akzeptiert.
- American Express Kreditkarten werden an kaum einem Geldautomaten (ATM) akzeptiert.

5 Kommentare

  1. Hallo Simon. Nationalpark Gebühren kann man fast ausschliesslich in US Dollar bezahlen. Am besten die Noten in einen Wasserdichten Zip Bag und dann z.B in den Trageriemen von Deinem Rucksack einnähen. (Ist aber nur dann gut, wenn Du deinen Rucksack immer dabei hast). Ansonsten ist immer ein kleiner Stoffbeutel gut, welchen Du von innen in Deine Hose nähst/Sicherheitsnadeln). Da kommt keiner so schnell dran. Aber generell kann man sagen, dass man zwar manchmal in Afrika beklaut wird, ja! dass soll sogar in London oder Athen vorkommen. Aber ausgeraubt wird man doch eher selten. Mach Dir darüber nicht zuvielöe Gedanken. Zeige niemals wie viel Geld Du dabei hast und sei immer wachsam was um Dich herum passier.
    So, geniess die Sonne und die vielen aufregenden Dinge, Afrika ist ein wundervoller Kontinent.

    • Guten Abend Mossi,
      ja so ähnlich habe ich es auch vor. Ich habe noch zwei T-shirts, bei denen Taschen innen angenäht sind. Deren Nähte sieht man allerdings nicht von außen. Verrückt machen werde ich mich deswegen jetzt sicher nicht mehr. You always reach what you sow. Auf jeden Fall vielen Dank für deine guten Tipps. Falls ihr wieder in Afrika auf Reisen geht, wünsch ich euch natürlich viel Spaß dabei. Vielen Dank und Respekt, dass ihr diese schöne Homepage aufgezogen habt.
      Liebe Grüße
      Simon

  2. Vielen Dank für die ausführliche Info.
    Eine Frage/Unstimmigkeit hat sich allerdings bei mir aufgetan. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen: “US Dollar in Noten vor 2001/2002″, heißt also z.B. aus dem Jahr 1990? Weiter oben habt ihr von “jünger wie 2001″ geschrieben. Darunter verstehe ich eher das Gegenteil (z.B. also 2005). Eine kurze Antwort wäre super klasse und nett von euch. Mach mich in zwei Wochen auf nach Ostafrika.

    Liebe Grüße
    Simon

    • Hallo Simon. Die US Dollar Noten sollten 2001 oder danach ausgegebn sein. Je neuer umso besser. Nimm eine gute Stückelung mit 1 / 5 / 10 usw. meist bekommst Du das Restgeld dann in lokaler Währung raus. (In Zimbabwe bekommst Du US$ an jedem Geldautomaten. Ansonten Kreditkarte mitnehmen (Nur Visa) und diese nur an Geldautomaten einsetzten. Niemals aus der Hand geben. … und ja, wir wünschen Dir eine gute Reise.

    • Hallo Mossi,
      vielen Dank für die super schnelle Antwort. Dann weiß ich Bescheid. Eintrittspreise in Nationalparks in Kenia, Äthiopien und Tansania sind also nur in Dollar zu bezahlen oder nehmen die auch ihre eigene Währung? Habe einfach ein ungutes Gefühl, mit viel Dollar im Gepäck zu reisen (bin alleine mit dem Rucksack unterwegs).
      Liebe Grüße
      Simon

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