Veröffentlicht am 2 Kommentare

Grenzen Syrien geschlossen

Syrien hat nach jordanischen Angaben seine Grenze zum Nachbarland geschlossen. Damit soll offenbar die Flucht syrischer Regierungsgegner nach Jordanien verhindert werden. Der Grenzübergang liegt in der Nähe der syrischen Stadt Daraa im Süden des Landes, in die syrische Soldaten am Montag mit Panzern eingerückt waren, um die anhaltenden Proteste gegen Präsident Baschar Assad niederzuschlagen. Syrien stritt ab, seine Grenze nach Jordanien geschlossen zu haben. Der Grenzverkehr laufe wie gewohnt, teilte der Leiter der syrischen Zollbehörde, Mustafa al Bukai, der Nachrichtenagentur AP mit. Zuvor war die syrische Armee mit Hunderten von Soldaten in die Stadt Daraa im Süden Syriens einmarschiert. Die Stadt ist nur wenige Kilometer von der jordanischen Grenze entfernt. Wie ein Vertreter der Opposition sagte, wurden die Soldaten von Panzern begleitet. Es seien heftige Schusswechsel zu hören gewesen.

Personen vor Ort berichten:

[quote] Heute wurde am frühen Nachmittag auch der Grenzübergang Jabir (20 km nördlich Al-Mafraq) von den Syrern geschlossen. Im Moment besteht somit mit dem eigenen Fahrzeug kein Durchkommen von Jordanien nach Syrien und weiter in die Türkei.
Wie es an der Grenze Türkei – Syrien oder Libanon – Syrien aussieht ist mir nicht bekannt. [/quote]
(Aus Amman / Jordanien)

[quote] Am Morgen waren Taxi-Fahrer noch von Amman kommend eingereist. Sie berichteten allerdings, dass Demonstranten aus Dera’a die Autobahn blockiert hatten. Vermutlich hängt die Grenzschließung auch damit zusammen.
Die Autobahn von Damaskus nach Beirut und die libanesisch-syrische Grenze waren dagegen nach Berichten von Reisenden heute nachmittag (Ostermontag) ohne Probleme passierbar. [/quote]
(Aus Amman / Jordanien)

[quote] Wollten heute von Jordanien nach Syrien einreisen und waren während der Grenzschliessung gerade beim syrischen Visa Antrag am ausfüllen. Ein Reisender, der kurz vor uns noch durch gekommen ist, kam nach kurzer Zeit völlig verstört zurück und berichtete von Kriegs ähnlichen Zuständen auf der Autobahn nach Damaskus.
Wie weit das stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber manchmal sagen Blicke mehr als tausend Worte. [/quote]
(Aus Amman / Jordanien)

Weiterführend in der Presse

Tote bei Offensive in Syrien USA erwägen Sanktionen gegen Assad
Mit aller Gewalt will der syrische Diktator Assad die Rebellion gegen sein Regime niederschlagen. Nach der Offensive der Armee gegen Oppositionshochburgen mit vielen Toten erwägen die USA jetzt gezielte Sanktionen, auch die UN und Europa machen Druck – der Despot soll mit seiner Brachialstrategie nicht durchkommen. Sueddeutsche

Gewalt in Syrien USA prüfen Sanktionen gegen Diktator Assad
Die USA erwägen Strafen gegen Syriens Regime. Dessen Militär ist in die Oppositions-Hochburg Daraa eingerückt und feuert auf Demonstranten. Die Zahl der Toten ist unklar. Die USA erwägen jetzt „gezielte Sanktionen“ gegen Syrien. Das sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Tommy Vietor, und verurteile die brutale Gewalt gegen Demonstranten aufs Schärfste. Die USA würden eine Reihe von Optionen als Reaktion auf die Gewalt prüfen, sagte Vietor zur Onlinezeitung Politico. Einer dieser Optionen seien Sanktionen. ZEIT ONLINE

Weiterführend in Blogs

Syrien: Baath als Bollwerk gegen Terrorsimus
Während die Stimmen gegen die Assad-Regierung vor allem im Westen immer lauter werden, gibt es mittlerweile auch immer mehr Stimmen, die sich anders äußern.
www.sarsura-syrien.de

Weitere Informationen zu Syrien bei Wikipedia

Veröffentlicht am

Entwicklungshilfe schönrechnen

Die Verpflichtung der G8-Staaten, ihre Entwicklungshilfe bis zum Jahr 2010 um 50 Milliarden Dollar aufzustocken ist klar verfehlt. Die Verpflichtung der reichen Staaten 0,36% ihres Bruttosozialprodukts für die Entwicklungshilfe bereitstellen ist damit nicht erreicht worden. Diese Summe ist zwar nur die Hälfte dessen, was laut UNO nötig wäre um die Millenniumsziele zur Halbierung der Armut zu erreichen.  Aber so selbst die hälfte wollen die Statten der ersten Welt nicht aufbringen.

Obwohl die Industriestaaten ihre Entwicklungshilfe auf über 128.73 Milliarden Dollar im Jahr 2010 erhöht haben – ist dieser Betrag nur auf dem Papier vorhanden.
In der Realität steht heute nicht mehr Geld für die konkrete Hilfe zur Verfügung als vor ein paar Jahren. Der größte Teil der zusätzlichen Entwicklungshilfe resultiert aus Schuldenstreichungen. Anders als auf dem Entwicklungsgipfel 2002 in Monterrey beschlossen, wurde der Erlass nicht zusätzlich gewährt, sondern vollständig als Entwicklungshilfe angerechnet – obwohl viele der Schulden aus Anleihen stammen, die mit Entwicklung nichts zu tun hatten. Diese Gelder wurden damit nachträglich in Entwicklungshilfe umdeklariert.

Geber im Vergleich 2010

Die Entwicklungshilfestatistiken wurden schon in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder aufgehübscht. Seit 1979 werden Verwaltungskosten angerechnet. Dazu gehören zum Beispiel auch die Gehälter und laufenden Kosten des zuständigen Ministeriums. 1984 kamen die Kosten für Studenten aus Entwicklungsländern dazu. Kommen also zehn Prozent der Studenten einer deutschen Universität aus Entwicklungsländern, werden automatisch zehn Prozent aller Kosten für diese Universität als deutsche Entwicklungshilfe angerechnet – auch wenn die  Absolventen später in Deutschland bleiben und hier als Ingeneure oder Ärzte arbeiten. Sogar Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge und Asylbewerber aus Entwicklungsländern offiziell als Entwicklungshilfe. Mittlerweile werden sogar die Kosten für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber als Entwicklungshilfe angerechnet.

Auch Verpflichtungsermächtigungen gegenüber internationalen Organisationen gelten als Entwicklungshilfe – egal ob das Geld je abgerufen wird. Problematisch sind auch gebundene Kredite: Wenn nur ein Viertel der gewährten Summe als Zuschuss vergeben wird, gilt der gesamte Kredit als „Entwicklungshilfe“. Mit dieser sog. Mischfinanzierung werden vor allem Aufträge für die Wirtschaft der Industrieländer gesichert. Für Deutschland heißt das nach Angaben des BMZ: eine Milliarde Euro Entwicklungshilfe ziehen bis zu drei Milliarden Exporte und zwei Milliarden Euro öffentliche Einnahmen nach sich.

Gegenüber der Ausgaben für Entwicklungshilfe von 128.73 Milliarden Dollar pro Jahr stehen 1339 Milliarden Dollar für Rüstungszwecke (2010). Alleine auf die Vereinigten Staaten entfielen mit 547 Milliarden Dollar 45 Prozent aller Rüstungsausgaben was fast viermal soviel ist, wie die gesamte Entwicklungshilfe Etat Weltweit.

Damit sind alleine die Rüstungsausgaben der UN-Mitgliedsländer in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent auf 1,5 Billionen US-Dollar gewachsen. Das entspricht, rein rechnerisch, 217 Dollar pro Kopf der Erdbevölkerung.

Quelle: OECD / DAC / SIPRI / BMZ

Veröffentlicht am

Kinofilm: Ein Mann der schreit

„Un Homme Qui Crie“ erzählt, wie wichtig eine sinnvolle Aufgabe für den Menschen ist und wie die Beziehung zwischen Vater und Sohn davon beeinflusst werden kann. Einfühlsam und ruhig gedreht überzeugte er Publikum und Jurys weltweit.“Un homme qui crie“ lief in diesem Jahr als erster Film aus dem Tschad im offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes und wurde mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er in Paris den Lumieres Award für den besten französischsprachigen Film.

Der 58 Jahre alte Adam ist seit dreissig Jahren Chef-Bademeister in einem Luxushotel in N´djamena, Tschad, weil er früher zentralafrikanischer Schwimmchampion war. Der Job erfüllt ihn mit Stolz und bringt ihm den Respekt seiner Nachbarn ein, die ihn liebevoll Champ nennen. In diesem kleinen Universum konnte Adam bisher schrankenlos regieren und es gelang ihm sogar, seinen Sohn als Assistenten anzustellen. Seine tägliche Routine wird jedoch durch den herannahenden Krieg empfindlich gestört. Unsicherheit regiert und die Bevölkerung wird aufgefordert ihren Beitrag zum Krieg zu leisten. Der District Chief rekrutiert aus den jungen Bewohnern die zukünftigen Soldaten. Es besteht die Möglichkeit sich freizukaufen doch Adam hat kein Geld.

[tabs slidertype=“images“ auto=“yes“ autospeed=“8000″]
[imagetab width=“620″ height=“360″] /wp-content/uploads/Un_Homme_Qui_Crie_01.jpg [/imagetab]
[imagetab width=“620″ height=“360″] /wp-content/uploads/Un_Homme_Qui_Crie_02.jpg [/imagetab]
[imagetab width=“620″ height=“360″] /wp-content/uploads/Un_Homme_Qui_Crie_03.jpg [/imagetab]
[imagetab width=“620″ height=“360″] /wp-content/uploads/Un_Homme_Qui_Crie_04.jpg [/imagetab]
[imagetab width=“620″ height=“360″] /wp-content/uploads/Un_Homme_Qui_Crie_05.jpg [/imagetab]
[imagetab width=“620″ height=“360″] /wp-content/uploads/Un_Homme_Qui_Crie_06.jpg [/imagetab]
[imagetab width=“620″ height=“360″] /wp-content/uploads/Un_Homme_Qui_Crie_07.jpg [/imagetab]

[/tabs]

   

Währenddessen wird das Hotel privatisiert und von Mrs Wang, einer Chinesin übernommen.Bald werden die ersten Angestellten gefeuert, unter ihnen Adam´s bester Freund, der Hotelkoch Madji. Schließlich verliert auch Adam seinen Job, weil er als zu alt gilt. Er bekommt einen Ersatzjob als Schrankenwärter angeboten und sein Sohn Abdel übernimmt seinen alten Job. Adam fühlt sich erniedrigt. Er, der sein Leben für den Pool gegeben hat findet sich selbst am Hoteleingang als Schrankenwärter wieder.Die neue Uniform ist zu eng für ihn und für das heiße Klima ungeeignet.Adam fühlt sich von seinem Sohn verraten, der sich nicht zu der neuen Situation äußert. Postiert am Hoteleingang beobachtet Adam wie sich das Hotel verändert. Es wird renoviert, neue Sonnenstühle werden hereingetragen und Abdel bekommt sogar eine neue Wassergymnastikklasse.Adam muss sein Hotelmoped zurückgeben, was jetzt Abdel erhält. Adam verliert an Respekt in seinem Viertel. Diese Schmach wird dadurch verstärkt dass Abdel noch zu Hause wohnt. Adam versucht Abdel aus dem Weg zu gehen und Trost bei seinem Freund Madji zu finden aber nichts hilft- im Gegenteil er wird immer neidischer auf seinen Sohn und seine Jugend.Währenddessen nehmen die Kriegshandlungen und der Druck auf Adam, einen Beitrag zu liefern zu, bis schließlich eines Tages zwei Männer auf das Grundstück von Adam kommen und Abdel mitnehmen ohne dass der Vater etwas dagegen unternimmt.

Kurz danach kommt Habiba, die Freundin von Abdel zu Adam und Mariam, um bei Ihnen Zuflucht zu suchen. Da versteht Adam erst, warum Abdel den Job angenommen hat – um seine zukünftige Familie ernähren zu können.Adam versucht beim Distriktchief seinen Sohn wieder zurückzuholen aber es ist zu spät. Adam fühlt die schwere Schuld und fängt an zu fasten. Nicht einmal seinem besten Freund Madji wagt er von dem Vorfall zu er zählen. Es wird noch schlimmer, als ihm ein Soldat erzählt, dass Abdel ins Krankenhaus gekommen ist Als die Rebellen sich der Hauptstadt nähern, wird das Hotel geschlossen und Adam entlassen. Während alle versuchen, das Land in Richtung Kamerun zu verlassen will Adam nur zu seinem Sohn und fährt Richtung Front bis er ihn schließlich in einem
Militärkrankenhaus findet und mitnimmt….

Preise:

2010: Cannes: Preis der Jury
2011: Lumiéres: Preis für den besten französischsprachigen Film außerhalb Frankreichs

Website zum Film: www.cineglobal.de