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Urlaub in Afrika – Drei Länder für Einsteiger

Auf der Liste der exotischen Urlaubsziele sind immer wieder afrikanische Länder zu finden. Tatsächlich scheinen immer mehr Menschen in Deutschland daran interessiert zu sein, den großen Kontinent und seine Besonderheiten für sich zu entdecken. In manchen Ländern entwickelten sich dadurch touristische Strukturen, die eine angenehme und komfortable Reise ermöglichen. Wir werfen einen Blick auf Länder, die auch für Einsteiger in die Welt der Afrikareisen gut geeignet sind.

Ägypten

Seit einiger Zeit hat Ägypten politische Unruhen hinter sich gelassen. Die Stabilisation der Lage war gerade für den Tourismus im Land von großer Bedeutung, der für die Menschen ein wichtiges wirtschaftliches Standbein darstellt. In den vergangenen Jahren entschieden sich auch mehr Menschen aus Deutschland, den Weg auf sich zu nehmen. Einerseits sind es dabei die angenehmen klimatischen Bedingungen über weite Teile des Jahres, die ein Argument für die Reise bilden. Auf der anderen Seite überzeugt Ägypten mit einem besonderen historischen Schatz, der auf eine der ältesten Hochkulturen in der Geschichte der Menschheit zurückzuführen ist.

Tatsächlich wurde auch politisch auf ägyptischer Seite bereits viel dafür getan, den Tourismus in die Gänge zu bringen. So lässt sich etwa das für die Einreise notwendige Visum ganz bequem im Internet beordern. Wer das Visum für Ägypten beantragen möchte, kann so binnen weniger Minuten alle wichtigen Grundlage für die eigene Einreise zu schaffen. Der Weg bis zur Botschaft, wie er in anderen Ländern Afrikas noch immer für Touristen notwendig ist, entfällt auf diese Weise. Dies ist nur ein Indiz dafür, wie wichtig es den Verantwortlichen ist, die Weichen für eine gute touristische Entwicklung in ihrem Land zu stellen.

Viele touristische Aktivitäten konzentrieren sich in diesen Tagen auf die Hauptstadt Kairo. Dort sind sogleich die größten Hotels zu finden, wie sie bei gut betuchten Urlaubern meist im Fokus stehen. Ein besonderer Schatz, den es dort zu entdecken gibt, ist das ägyptische Museum. Dort sind wertvolle Funde aus den majestätischen Gräbern der alten Pharaonen ausgestellt, die von den Forschern im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entdeckt werden konnten.

Namibia

Auch Namibia im Süden des Landes blickt auf eine starke Entwicklung des Tourismus. Dabei sind es weniger die kulturellen Besonderheiten des Landes, welche die Menschen anlocken. Vielmehr ist es in der Region gelungen, die natürliche Schönheit bis heute zu bewahren. Damit bietet sich die Gelegenheit, Afrika auf eine sehr authentische Art und Weise zu entdecken. Damit dieses Erbe noch weit in die Zukunft tradiert werden kann, wurde längst für die Entstehung von Nationalparks gesorgt. Da es dort streng untersagt ist, landschaftliche Einflussnahme durchzusetzen oder gar zu wildern, konnten sich Flora und Fauna in den vergangenen Jahren immer mehr erholen.

Wer auf direkten Kontakt mit der Natur Namibias gehen will, bekommt vor Ort passende Touren angeboten. In der Regel helfen große Jeeps mit guter Bereifung und entsprechender Ausrüstung dabei, durch die zum Teil schlecht sanierten Straßen zu fahren. Die bevorzugte Form der Übernachtung stellt derweil der Campingplatz dar. So lässt sich die eigene Route ohne lange Planungen auch auf spontaner Basis fortführen, um die schönsten Stellen Namibias für sich zu entdecken.

Tunesien

Badetourismus auch im europäischen Winter. So könnte man die touristische Ausstrahlung Tunesiens auf den ersten Blick erfassen. Doch dieses Land Nordafrikas hat weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dafür ist bereits die etwa 3.000 Jahre alte Kulturgeschichte verantwortlich, auf die die Menschen vor Ort blicken. Die Hauptstadt Tunis besitzt noch immer eine historische Altstadt, die bis ins 9. Jahrhundert zurückdatiert werden kann. So verwundert es kaum, dass sie längst in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Gleichsam präsentiert sich Tunesien als attraktives Ziel für Aktivurlauber. Dafür sorgen zum Beispiel die großen Resorts, die sich entlang der Küste befinden.

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Grenzübergang Ägypten Sudan

Ab sofort ist es nun möglich, mit dem Auto von Assuan nach Wadi Halfa zu fahren. Damit gehört die lästige Warterei auf das Schiff sowie den dazugehörigen Frachtponton der Vergangenheit an. Da die Straße über Abu Simbel führt und hier eine Nacht übernachtet wird, ergibt sich ein schöner Mehrwert. Nach mehrfachem Email Kontakt mit Mohamed Abouda in Ägypten (Assuan) funktioniert der Grenzübergang auf der Straße von Ägypten in den Sudan folgendermaßen:

Eine Woche vor Ankunft werden folgende Papiere als Kopie per Email benötigt:

  1. Kopie des Carnet (erste Seite)
  2. Kopie des Passes des Fahrers
  3. Kopie des Führerscheins des Fahrers
  4. Details (Nummer) des Ägyptischen Nummernschildes
  5. Kopie der Ägyptischen Lizenz

Sollte mehr als ein Fahrer / Person in dem Fahrzeug Reisen, dann sind von dieser Person auch Kopien des Reisepasses mitzuschicken.

Zu den Preisen hat mir Mohamed Abouda folgende Email geschrieben:

Thank you for your email. The price depends on how many vehicles. To give you an idea the cost for one small vehicle is about US$500 by road. If you need any more information please let me know.

Aber wie alles in Ägypten ist e seine Verhandlungssache.

Die Kontakt Daten sind:

Mohamed Abouda
00 20 1225 111 968 (von außerhalb Ägyptens)
oder 01225 111 968 oder 01011 181 151 (von innerhalb Ägyptens)
Email: nilfeluka@hotmail.com
http://ferryaswanwadihalfa.wordpress.com

Elephantine Island
Aswan – box 94
Egypt

Mohamed Abouda kann auch behilflich sein bei der Buchung der Fähre und/oder des Pontons. Auch für alle weiteren Papierangelegenheiten ist er ein nützlicher Helfer. Er weist noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass man das Sudan Visum unbedingt in Kairo besorgen sollte, da es nicht immer in Assuan erhältlich ist und man ohne Visum keine Fährticket oder die Sondergenehmigung für die Straße in den Sudan bekommt.

Weitere wichtige Adressen in Assuan sind:

Traffic Court GPS: N 24 03.702  E 032 53.167  (Police Clearance für Ägypten)
Traffic Police Station GPS: N 24 05.024′ E 032 54.502 (Rückgabe der Nummerschilder)
The High Dam Port GPS: N. 23 58.223 E. 32 53.755 (Hafen)
Sudanesisches Konsulat in Assuan: N 24 6.324 , E 32 54.168

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Zuhause in Ägypten

Luxor war für uns wie ein Eintauchen in eine andere Welt. Die Stadt mit Umgebung hat atemberaubende Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Highlights waren sicherlich die unglaublich vielen und zum Teil sehr gut erhaltenen Tempelanlagen (z.B. Karnak Tempel) sowie die Gräber im Tal der Könige mit wunderschönen Wandmalereien (z.B. Tutanchamun). Getoppt wurde das Ganze von einem Heißluftballonflug zum Sonnenaufgang über dem Tal der Könige und dem Hatschepsud Tempel für unglaublich günstige 350 LE (ca. 40 Euro).

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Allerdings ist Luxor ein Ort voller Kontraste und Brüche. Die Einheimischen versuchen die wunderschönen Sehenswürdigkeiten mit so viel Lärm und Krach wie möglich zu umgeben. Aus überdimensional großen Lautsprechern trällern nicht nur die Muezzins den ganzen Tag aus allen Richtungen, sondern auch lokale orientalische Musik bietet „Unterhaltungsprogramm“  (ob man möchte oder nicht) über mehrere Stunden hinweg. Unzählige Nilkreuzer liegen am Uferrand von Luxor seitdem der Tourismus eingebrochen ist, und die paar Touristen, die noch da sind, werden überrannt von den Einheimischen.

Glücklicherweise haben wir in unserem Rezeiky Camp den Reiseleiter Toni von den Dragoman Overlanders kennengelernt. Die Overlanders fahren mit Ihrem kleinen Lastwagen und ca. 20 Reisenden die Route Kairo – Kapstadt. Toni war so nett, unsere Pässe und Visa-Anträge zum Sudanesischen Konsulat in Assuan mitzunehmen. Das hat uns einige extra Tage in Luxor ermöglicht und die Sudan-Visumbeschaffung wesentlich erleichtert, da das Visum normalerweise sieben Tage dauert.

Nach vier Tagen Luxor haben wir uns auf den Weg nach Assuan gemacht, um uns um das Fährticket und das Sudanvisum vor Ort zu kümmern. Unterwegs haben wir den Tempel von „Horus“ besichtigt. Dieser ist der best erhaltendste Tempel von ganz Ägypten. In Assuan haben wir uns im Isis Hotel direkt am Nil einquartiert. Wie es der Zufall wollte, haben wir am nächsten Tag bei der Nile Valley Cooperation unsere Motorrad-Freunde Susi, Mark und Tom wiedergetroffen, die wir zuletzt in Little Petra gesehen haben. Es gab ein großes Hallo mit vielen neuen Geschichten und Erlebnissen. Nachdem wir uns das „Clearence-Formular“ beim Traffic Court geholt hatten (dieses besagt, dass wir immer anständig gefahren sind und uns an die Verkehrsregeln (welche Regeln?) gehalten haben) wurde uns mitgeteilt, dass der „Ponton“, auf dem unser Auto in den Sudan schippern soll, immer noch in Wadi Haifa (Sudan) steht. Mr. Salah von der Nile Valley Cooperation versicherte uns, sich für uns einzusetzen und so Gott will „Inschallah“ sollen wir morgen wiederkommen. Vielleicht gibt es dann eine Lösung für dieses Problem.

Mr. Salah konnte leider auch am nächsten Tag an der Tatsache nichts ändern, dass der „Ponton“  immer noch in Wadi Haifa (Sudan) stand. Es gäbe da zwar noch einen zweiten „Ponton“,  der hätte aber gerade ein Loch und könne deswegen nicht benutzt werden. Da der „Ponton“ nur einmal die Woche fährt, mögen wir doch nächste Woche Samstag wiederkommen und dann “Inschallah“ würde es vielleicht eine Möglichkeit geben. Zumindest hatten wir an diesem Tag nach fünf langen Stunden Wartezeit beim sudanesischen Generalkonsul endlich unser Visum für den Sudan in der Hand. Wenigstens ein Sieg!

Von Ägypten in den Sudan kann man bis zum heutigen Tage nur mit der Fähre (bzw. das Auto auf einem Ponton) zu einem unglaublich hohen Preis einreisen. Vorreservierungen oder Online-Buchungen sind nicht möglich. Es gibt zwar mittlerweile eine bis auf 10 m fertiggestellte Straße, jedoch fehlt hierzu ein Abkommen der beiden Länder. Ein Passieren über die Straße würde große Einbußen für das Fährunternehmen bedeuten. Weitere Details zu diesem Thema können aus einem separaten Beitrag,  Grenze „Ägypten – Sudan“ entnommen werden.

Da wir nun eine Woche länger in Ägypten bleiben mussten, haben wir spontan beschlossen, aus unserer Situation das Beste zu machen und die Wartezeit am Roten Meer in Marsa Alam beim Beach Safari Camp (GPS Koordinaten N25 11.767 E34 49.009) mit Tauchen und Schnorcheln zu überbrücken. Wir konnten uns nicht beschweren, es gibt durchaus schlechtere Orte, die Zeit auszusitzen. Am Freitag, den 25.11.2011 sind wir dann wieder nach Assuan zurückgefahren und haben uns dieses Mal im Phiale Hotel einquartiert. (GPS Koordinaten N24 05.357 E32 53.668). Es ist ein sehr nettes, sauberes und gepflegtes Hotel. Bei Ankunft wurden wir von der Hotelbesitzerin zum Grillen auf Ihr Grundstück am See eingeladen. So konnten wir mal eine ganz andere Seite von Ägypten kennenlernen und genießen.

Am nächsten Morgen, den 26.11.2011 ging es dann wieder zu Mr. Salah und wieder das gleiche Spiel. „Inschallah“ der „Ponton“ ist zwar nun in Assuan aber durch einen Unfall ist nun auch dieser defekt. Leider ist heute und morgen Feiertag, so dass der Ponton nicht repariert werden kann. Wir sollen doch morgen wiederkommen. Das stellte uns wirklich auf eine harte Geduldsprobe. Ein Reiseleiter mit LKW von Dragoman saß ebenfalls in Assuan fest (die 20 Reisenden wurden bereits letzte Woche mit der Personenfähre transportiert). Da Dragoman regelmäßig diese Tour fahren, konnte der Reiseleiter großen Druck auf das Fährunternehmen ausüben. Am 27.11.2011 vormittags regte sich dann endlich etwas. Nachdem uns Mr. Salah wieder um einige Stunden vertröstet hatte, gab es plötzlich einen Platz für unser Auto auf einem dritten und kleineren Ponton, der plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht ist! Von der Überfahrt mit der Fähre berichten wir in unserem nächsten Blog “Inschallah“.

Unsere Eindrücke von Ägypten

Nachdem wir ca. vier Wochen einmal durch Ägypten gereist sind, kommt so langsam das Gefühl auf, sich hier Zuhause zu fühlen. Plötzlich begegnet man den Menschen nicht mehr mit europäischen Vorstellungen. Man möchte nicht mehr gleich alles verbessern, weil man ja weiß, wie es geht. Nein, man möchte einfach nur mitfließen, in diesem riesigen Strom von Menschen, Gerüchen und Geräuschen. Sogar das laute Geplärre des Muezzins lässt einen morgens um 4.30 Uhr nicht mehr aus dem Schlaf fahren. Und auch die Gewissheit, dass man immer mindestens doppelt so viel zahlt wie die Einheimischen steckt man mit einem müden Lächeln weg.

Die 80 Millionen Einwohner Ägyptens durchleben im Moment keine einfache Zeit. Seit der Revolution ist der Tourismus, der eine Haupteinnahmequelle der hiesigen Wirtschaft ist, dramatisch eingebrochen. Daneben sind die Lebenshaltungskosten explodiert. Zusätzlich ist das politische und rechtliche Umfeld unübersichtlich und unsicher geworden. So haben wir zum einen das Glück, dieses schöne Land mit wenig anderen Touristen teilen zu müssen, aber zum anderen merken wir auch, wie verzweifelt die Menschen auf der Suche nach Urlaubern sind, denen sie ihre Dienstleistung anbieten können.
Interessant ist die Entwicklung der beiden größeren Gruppierungen hier im Land. Auf der einen Seite stehen die Muslime, die seit dem 11. September im Allgemeinen und jetzt nach der Revolution im Besonderen ihren Machteinfluss stark ausbauen konnten. Auf der anderen Seite gibt es die Christen (Kopten), für die das Leben immer schwieriger wird. Wir haben mit Einzelnen von Ihnen gesprochen und die Zukunftsängste, die sie mit sich tragen, sind überwältigend. Die allermeisten sehen in Ägypten für sich und ihre Familien keine Zukunft mehr. „The future is black, I can feel this in my heart“…
So reisten wir durch ein Land, das Jahrzehnte unter einer eisernen Diktatur gelebt hat und sich nun im Umbruch befindet – und keiner weiß, was die Zukunft bringen wird.

Unsere Highlights:

  • Die Tempelanlagen (Karnak, etc.) von Luxor und das Tal der Könige
  • Die Heißluftballonfahrt über den Sehenswürdigkeiten von Luxor
  • Die schwierige Beschaffung des Sudan-Fährtickets und das lange Warten darauf
  • Schnorcheln in Marsa Alam

Gewinne eine persönliche Postkarte aus dem Sudan!

Wir haben ein lustiges Gewinnspiel für Euch. Und so geht es: Schreibe einen witzigen Kommentar unter diesen Beitrag und wir werden in einer sogenannten Lotterie, die von der ägyptischen Polizei überwacht wird, einen Gewinner ermitteln. Der Gewinner wird von uns dann per email benachrichtigt und erhält eine originelle Postkarte aus dem Sudan. Das geht natürlich nur, wenn er uns seine Postadresse dann per email mitteilt.

 

 

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Zu Besuch beim Pharao

Rückblickend können wir sagen, fünf Tage Autofahren in Ägypten ist wie „Tetris“ auf der Straße. Es gibt eigentlich keine Regeln, man fährt wie es einem gefällt, und wer das größere Fahrzeug und die lautere Hupe hat, der gewinnt.
Aus vier Spuren werden sechs gemacht und man schiebt sich Zentimeter genau aneinander vorbei. Zwischen stehengebliebenen Bussen, Eselwagen und vielen Millionen Autos, Motorrädern und solchen, die man kaum noch so nennen kann. Aber jetzt einmal der Reihe nach.

Nachdem wir das May Fair Hotel (GPS Koordinaten N30 03.565 E31 13.261) in Zamalek (Botschaftsviertel) gefunden haben, sind wir am 06.11.2011 früh morgens voll Elan und Zuversicht zu den Botschaften gefahren um unsere Visa für Sudan und Äthiopien zu beantragen.

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Und nun müssen wir gleich unser Urteil über die Israelis revidieren;  auch Ägypten besteht anscheinend nur aus Feiertagen! Oder ziehen wir vielleicht die Feiertage an? Aufgrund des „Opferfestes“ hatte die sudanesische Botschaft (GPS Koordinaten N30 02.371 E31 14.050) die ganze kommende Woche geschlossen, die äthiopische Botschaft (GPS Koordinaten N30 02.398 E31 12.279) für 4 Tage und die Deutsche Botschaft (für das äthiopische Empfehlungsschreiben) für 2 Tage (GPS Koordinaten N30 03.301 E31 13.134). Was nun? Wir haben uns kurzerhand entschlossen die vier Tage für das Äthiopienvisum in Kairo zu bleiben und Stadt, Museen und Umgebung zu erkunden. Das Sudan-Visum werden wir in Assuan bei der diplomatischen Vertretung holen.

Anstatt dessen sind wir an dem Tag mit dem Auto zu den Gizeh Pyramiden gefahren. Vorher hatten wir uns auf die Straßen von Kairo gewagt, um an dem Opferfest-Spektakel teilzunehmen. Das sogenannte Opferfest ist das höchste islamische Fest und alle gläubigen Muslime haben die Pflicht, ein Tier zu opfern. Deswegen standen überall verstreut mitten in dem Großstadt-Tumult Herden von Schafen, Ziegen und Kühen und wurden nacheinander vor Schaulustigen und Fleischkaufwütigen geschlachtet. Das Blut floss nur so in Strömen auf den nicht gerade sauberen Straßen. Wir ersparen weitere Einzelheiten sowie Fotos, mit Rücksicht auf unsere vegetarischen Freunde (Viktoria hat seitdem kein Fleisch mehr angerührt!).

Die Pyramiden von Gizeh waren ein großartiges Erlebnis. Dieses Erlebnis wurde nur von den berühmt-berüchtigten, sehr aufdringlichen Schleppern, Verkäufern und anderen zwielichtigen Gestallten getrübt. Wir fühlten uns sozusagen auf Schritt und Tritt verfolgt.

Leider waren wir an dem Tag etwas vom Pech verfolgt. Ein uneingeladener Gast ist abends in unser Hotelzimmer eingebrochen, während wir auf der Hotellobby-Terrasse gearbeitet haben, und hat unser Computer-Tablett und Bargeld mitgenommen. Wir waren anfangs sehr niedergeschlagen, haben uns jedoch deswegen nicht allzu lange gegrämt. TIA (This is Africa!). Wir haben von Einheimischen vernommen, dass die Polizei seit der Revolution in Ägypten nicht mehr wirklich ihrer Arbeit nachgeht und somit immer mehr Kriminalität ihren freien Lauf nimmt. Dadurch etwas verspätet als geplant haben wir uns am nächsten Nachmittag auf den Weg nach Sakkara gemacht, um die Stufenpyramiden und die wunderschönen Grabkammern mit sehr gut erhaltenen Reliefs zu besichtigen. Die Straßen waren fast leer und relativ gut zu befahren – einen Vorteil müssen die Feiertage ja auch haben!

Die nächsten Tage in Kairo besuchten wir das Ägyptische Museum und den Bazar Khan El Kalili. Das Ägyptische Museum ist im wahrsten Sinne des Wortes lieblos vollgestopft mit den wunderschönsten altägyptischen Kunstgegenständen aus mehreren Epochen. Trotzdem ist es ein absolutes Highlight.

Am Donnerstag, den 10.11.2011 haben wir das Äthiopien-Visum vor unserer Weiterfahrt in einer Rekordzeit von drei Stunden erhalten (dauert normalerweise einen Tag).

Gegen Mittag haben wir uns auf den Weg nach Al Fayyum zu den Süßwasser-Seen und weiter nach El-Hitan gemacht. Die Weite, Sauberkeit und Ruhe der Wüste, konnten wir nach den Tagen in Kairo so richtig genießen. Wir fanden es sehr beeindruckend, mitten in der Wüste gut erhaltene Dinosaurierknochen sowie Skelette von Wahlfischen vorzufinden. Die Campsite ist direkt beim Eingang Wadi El Hitan (GPS Koordinaten N29 15.842 E30 01.351). Wir haben die Nacht an einem der beiden Seen mitten in der Wüste unter tausenden Sternen und einer unendlichen Ruhe verbracht. Von dort haben wir, teilweise auf Sandpiste, größtenteils off-road die 60 Kilometer zur Oase Bawiti zurückgelegt. Ein Traum für jeden Offroad-Fahrer. In Bawiti sind wir im Eden Garden Camp (GPS Koordinaten N28 18.060 E28 56.393) untergekommen. Ein freundlicher Besitzer und alles relativ sauber. Da die Oase von heißen Quellen gespeist wird, kann man überall seine Füße reinstecken oder sich gleich ganz in dem natürlich warmen Mineralwasser baden. Auf dem Weg zur Weißen Wüste hat sich Julian ein kleines Bad, an einer Oasenpumpstation mit sagenhaftem Wüstenpanorama in dem warmen Quellwasser gegönnt (GPS Koordinaten N28 02.057 E28 42.541). Nach dieser kleinen Körperreinigungs-Aktion ging es weiter in die weiße Wüste. Wie kann man die Weiße Wüste am besten beschreiben? Traumhaft, sagenhaft schön, von einem unglaublich strahlendem Weiß. Unsere Fotos geben einen kleinen Eindruck. Inmitten der weißen Pracht sind wir wieder in unser Lieblingshotel „Unter tausend Sternen“ eingezogen und haben, Pasta, Pesto, Lagerfeuer und Bier genossen. (GPS Koordinaten N27 15.764 E28 11.693). Weiter ging es über die Oasen Al-Farafra, Abu Minqar, Mut, Bala, Kharga und weiter nach Luxor. Dort haben wir uns im Rezeiky Camp einquartiert – ein Overlander Hotspot und eine nette Unterkunft mit Secure Parking, Camping und Hotel (GPS Koordinaten N25 42.683 E32 38.919).

An dieser Stelle etwas zu den GPS Karten. Wir benutzen die Open Street Map Karten für Garmin und die Tracks4Africa. Diese beiden Karten sind eine ideale Kombination und scheitern nur manchmal in Kairo bei dreistöckigen Verkehrsstraßen!

Und Weiteres im nächsten Blog…

Unsere Highlights:

  • Das Opferfest in Kairo
  • Der chaotische Straßenverkehr in Kairo
  • Die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten von Kairo und Umgebung.
  • Die Al Fayyum Süßwasserseen und die Wahlfischknochen im Wadi El Hitan
  • Die traumhaft schöne Weiße Wüste

Folge unserer Route auf Google Maps

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Von Asien nach Afrika

Nachdem wir es endlich geschafft hatten, die Fähre von Aqaba nach Nuweiba um 01:30 Uhr nachts zu boarden, ging es anschließend direkt noch auf dem Schiff durch die ägyptische Passkontrolle. Netterweise hatte uns ein Angestellter der Fährgesellschaft gleich in den VIP Salon der Fähre dirigiert, wo es angenehm leer und sehr ruhig war im Gegensatz zu der überfüllten, lauten und stinkenden Economy-Klasse. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Das Beste waren die dicken gemütlichen Ledersofas, die uns einen herrlichen Schlaf bescherten. Als wir am nächsten Morgen erwachten, lief das Schiff schon in den Hafen von Nuweiba ein. Dass wir noch größeres Glück hatten, haben wir erst die letzten Tage den Medien entnommen.

Auf der Fähre, mit der wir von Aqaba nach Nuweiba gefahren sind, ist nur eine Woche später im Laderaum Feuer ausgebrochen. Es kamen zwar fast keine Menschen zu Schaden (nur eine Person), jedoch wäre unser schöner Toyota mit Sicherheit den Flammen zum Opfer gefallen.

Die vielgefürchtete Einreise nach Ägypten gestaltete sich als relativ angenehm. Ein sogenannter Tourist Police Officer half uns durch den Dschungel der Einreise-, Versicherung-, Zoll- und weiteren mehr oder minder undurchsichtigen Papiere und Formulare. Nach einer Stunde und 1200 LE (ca. 150 Euro) rollten wir auch schon aus dem Hafen. Wieder galt unser erster Stopp einer Tankstelle und uns kamen fast die Freudentränen bei 0,19 Euro pro Liter.  Auf Empfehlung eines Reiseführers, steuerten wir ein Beachresort in Nuweiba an. Und tatsächlich, „Soft Beach“ war ein Glücksgriff (GPS Koordinaten N29.02283 E34.67382). Sauber, schöner Stand und vorzügliches Essen für wenig Geld. Dieser Platz ist jedem, der hier vorbeikommt, zu empfehlen. Sogar Internet gab es und so konnten wir uns wieder in das interstellare Geschehen des weltweiten Netzes einklinken. Nach so vielen Tagen Wüste und Berge, war dies der ideale Platz, um alle wichtigen Dinge für die kommenden Tage/Wochen zu planen.

Nach vier Tagen, Sonne, Strand, leckerem Essen und viel Arbeit am Computer haben wir uns am 02.11.2011 auf den Weg zum Katharinenkloster gemacht. Auf der Strecke haben wir diverse Polizei- und Militärkontrollen problemlos passiert. Wir haben uns die Offroad-Strecken durch das weiße Wadi gespart, da wir in Jordanien schon ausgiebigst durch die Wüste gefegt sind. Das Katharienenkloster (GPS Koordinaten: 28° 33′ 21″ N, 33° 58′ 32″ O) liegt auf 1500 Meter Höhe und wurde zwischen 548 und 565 gegründet. Heute wird das Kloster griechisch-orthodox geführt, doch leider ist nur ein Teil des Klosters zugänglich.

Einquartiert haben wir uns im Farag Fox Camp (GPS Koordinaten 28º33,85689’N, 33º57,50381’E), welches von Beduinen geführt wird und ebenfalls von uns zu empfehlen ist. Am Nachmittag wurden wir dort Zeuge eines tiermedizinischen Spektakels, da ein Kamel krank war.  Wenn keine Medizin wirkt, werden die traditionellen Methoden der Beduinen angewandt. Die Zunge des Kamels wurde mit Lappen und Stein gereinigt und danach der gesamte Mund mit Salz eingerieben. Zum Schluss wurden dem Kamel drei tiefe große Brandmale an Hals und Kopf mit einem glühenden Eisenstock hinzugefügt. Man glaubt es kaum, aber das Kamel hat alles über sich ergehen lassen und ist nun wohlauf.

Am 3.11.2011 früh morgens um 02:00 Uhr machten wir uns mit einem Guide auf den Weg zum Mosesberg, um den Sonnenaufgang in den Wüstenbergen zu erleben. Die Nacht war bitter kalt. Als wir das hellerleuchtete Dorf hinter uns ließen, wurden wir von völliger Dunkelheit, Stille und einem unglaublichen Sternenhimmel umgeben. Der Aufstieg erfolgte zu Beginn auf einem nur von Einheimischen benutzten Pfad. Somit waren wir fernab von den Touristenmassen. Jedoch führten die letzten 750 Stufen mit dem Katharienenkloster-Pfad zusammen. Hier trafen wir dann die Horden von zum Teil hausschuhtragenden Paulschaltouristen. Ab da war ein Vorwärtskommen nur noch im Schneckentempo möglich. Trotzdem hat sich der Aufstieg gelohnt, da es kaum etwas Magischeres gibt, als das erste Licht des sich ankündigenden Tages, welches die Wüste und Berge in all ihren Schattierungen hervorhebt.

Direkt neben unserem Beduinencamp ist uns sofort ein ausgefallenes, wunderschönes Haus aufgefallen. Der Besitzer ist ein Deutscher mit dem Namen Cosmos. Cosmos ist ein ehemaliger Beuys-Schüler, der mit seiner Frau Irma von 1997 bis 2007 zu Fuß mit zwei Eseln von Köln bis nach Jerusalem bzw. dann zum Katharienenkloster gelaufen ist. Neben dem Beduinencamp, ganz in der Nähe des Klosters haben sich die beiden 2007 entschieden, sich dort mit Ihren 2 Eseln niederzulassen und ein Haus zu bauen. Seine spannende Geschichte haben wir auf Video festgehalten.  Weitere Informationen und Reiseberichte sind seiner Webseite zu entnehmen:  cosmos-damian-factory.org

Zusätzlich hatten wir nachmittags Dr. Hilary Gilbert interviewt. Sie hat die South Sinai Foundation ins Leben gerufen, womit sie das Leben und den Stand der Beduinen in Ägypten mit kleinen Hilfsprojekten verbessert. Ihre Arbeit und Ihre täglichen Herausforderungen haben wir ebenfalls auf Video festgehalten. Ihre Projekte umfassen: Bildung, Gesundheit, nachhaltige Entwicklung und Arbeitsbeschaffung für Beduinen, Erhaltung von Kultur und Umwelt. Weitere Informationen sind ihrer Webseite zu entnehmen www.southsinaifoundation.org

Am 04.11.2011 sind wir morgens vom Katharienenkloster abgefahren in Richtung Kairo. Wir hatten die Nacht in der Wüste in unserem Dachzelt verbracht, da der auf der Strecke einzig ausgewiesene Campingplatz eher einer Müllhalde glich.

Am nächsten Vormittag, den 05.11.2011 sind wir in Kairo eingetroffen, nachdem wir wieder durch unzählige Polizei und Militär-Checkpoints mussten. Die Checkpoints sind vor und nach jedem Ort zur Passkontrolle stationiert. Wir durften  jedoch immer gleich weiterfahren, sobald unsere Nationalität identifiziert war. Da wir wegen dem Sudan- und Äthiopienvisum in Kairo waren, haben wir ein Zimmer im „May Fair Hotel“ genommen, das günstig gelegen direkt im Botschaftsviertel von Kairo ist. Das Hotel ist nett und sauber (für ägyptische Verhältnisse) (GPS Koordinaten: N30.05941 E31.22102)

Und Weiteres im nächsten Blog….

Unsere Highlights:

  • Angenehme Fährfahrt in der VIP Lounge und einfache Einreise nach Ägypten
  • Arbeitsreiche Tage am schönen Strand von Sinai
  • Kamelbehandlung nach Beduinen-Methode
  • Besteigung des Mount Sinai
  • Interview mit Cosmos. Der Deutsche der mit 2 Eseln von Köln nach Jerusalem lief
  • Interview mit Hilary. Gründerin der South Sinai Foundation
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Ägypten Offline

Die Ägyptische Regierung hat das Internet Blockiert. Damit reagieren die Machthaber in diesem Land auf die zunehmenden Unruhen. Sowie in weiten teilen des Landes die mobile Telekommunikation blockiert. Auch SMS konnten nicht verschickt werden. Nahezu alle der ägyptischen Internet-Adressen sind jetzt unerreichbar, weltweit. Continue reading “Ägypten Offline” »