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Jambo

Tansania ist das Land der schneebedeckten Berggipfel, schneeweißen Sandstrände, türkisfarbenen Ozeane, wilden Tiere, fruchtbaren Felder, blühenden Sisalfelder und der höchsten Eintrittspreise. Nachdem wir Ruanda hinter uns gelassen haben, ging es bei Rusumo über die Grenze nach Tansania. Und wieder trafen wir auf freundliche Grenzbeamte, die unsere Abfertigung in kürzester Zeit erledigten.  Belustigt stellten wir fest, dass auch hier beim Grenzübergang zwischen den Ländern, wie bereits bei der Einreise, die absolute Straßenseitenverwirrung herrschte, da in Tansania wieder auf der linken Seite gefahren wird.

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Auf dem Weg nach Biharamulo am Victoria See, unserem ersten Ziel, fiel uns auf, dass Tansania wesentlich dünner besiedelt ist als Ruanda. Links und rechts der Straße sahen wir nur vereinzelte Hütten zwischen einer nicht endenden Savanne mit Büschen und kleinen Bäumen. In Biharamulo haben wir im Innenhof eines ehemaligen deutschen Forts, das noch unter Kaiser Wilhelm erbaut wurde, übernachtet (GPS Koordinaten S2 37.907 E31 18.291). Die damals deutschen Kolonialherren haben diesen weit abgelegenen Außenposten wahrscheinlich in berühmt deutscher Qualität erbaut, da es immer noch steht und seit Jahren als Guest House genutzt wird. Von Biharamulo sind wir weiter Richtung Osten entlang des Victoria Sees bis nach Mwanza gefahren. Der Ort Mwanza ist alles andere als sehenswert und die hiesige Campsite liegt zwar direkt am Victoria See, ist aber nicht zu empfehlen (Mwanza Yacht Club GPS Koordinaten S2 31.745 E32 53.652).

Am folgenden Tag ging es weiter bis zum Rande der Serengeti.  Wir haben festgestellt, dass Serengeti mittlerweile viel zu überteuert ist und fast als Touristen-Nap bezeichnet werden kann. Alleine die Campsites im Nationalpark kosten stolze 30 USD pro Person und das ohne Leistung – nur Stellplatz, Toilette und kalte Dusche. Sogar die Campsites an der Straße am Rande des Parks kosteten immer noch 15 USD pro Person. Um an dieser Stelle eine kleine Vorstellung davon zu geben, was man im Serengeti Nationalpark zu bezahlen hat, haben wir eine kleine Aufstellung gemacht:

Das bezahlt man:
Für einen Tag Serengeti und einen Tag Ngorongoro Krater (inkl. Fahrt in den Krater), für zwei Personen mit ausländischem Kennzeichen ganze 820  Amerikanische Dollar.

Das bekommt man:
Wirklich schlechte Straßen, die an manchen Stellen bei Regen kaum passierbar sind. Basic Campsites ohne warme Duschen und eine Vielzahl an exotischen Touristen aus allen Herren Ländern, die sich alle an den Highlights sammeln.

Natürlich wollen wir an dieser Stelle nicht verschweigen, dass wir eine artenreiche Tierwelt gesehen haben und durch wunderschöne Landschaften gefahren sind. Unsere besonderen Höhepunkte waren die  riesigen Gnu- und Büffelherden, die von einer großen Anzahl Zebras und Antilopen begleitet wurden. Sogar unsere ersten Löwen haben wir gesehen. Jedoch waren diese von mindestens zehn mit Touristen vollgepackten Safarifahrzeugen umgeben und wir mussten in einer Warteschlange stehen, um das Honeymoon-Löwenpärchen aus der Nähe beobachten zu können. Im Nachhinein sind wir uns einig, es war gut im Serengeti Nationalpark gewesen zu sein, aber wiederkommen müssen wir bestimmt nicht. Wie gut, dass wir weiter südlich in Afrika noch eine Vielzahl von Parks besuchen werden, die nur einen Bruchteil kosten und wesentlich mehr Tiere mit einer geringeren Anzahl von Touristen bieten.

Vom Ngorongoro Krater ging es weiter nach Arusha. Die viel gepriesene Campsite an einem kleinen idyllischen See hatte schon bessere Zeiten gesehen und ging gerade so für eine Nacht. Nachdem wir nun endgültig genug von Regen und kaltem Wetter hatten, beschlossen wir spontan bis an den indischen Ozean in einem Rutsch durchzufahren. Die Bergwelt um den Kilimanjaro hätten wir sowieso nur in Wolken und bei strömendem Regen besuchen können. Vom Kilimanjaro konnten wir auf dem Weg leider nur kurz einen Blick hinter den Wolken erhaschen. Bestiegen haben wir ihn auch nicht, da dies zwischen 1200 USD und 1800 USD pro Person gekostet hätte. Für uns hat es sich gelohnt bis an die Ostküste durchzufahren, da wir im Peponi, einem kleinen Beach Resort mit einer traumhaft gelegenen Campsite gelandet sind und uns bei strahlendem Sonnenschein wieder aufwärmen konnten (GPS Koordinaten S5 17.230 E39 03.936). Das Peponi ist eine angenehme Location, bietet schattenspendende Bäume, das Meer zu Füßen und kostenlose W-Lan-Nutzung von dem um Klassen teureren aber sehr schönen Nachbar-Resort (Kleiner Tipp: Campsite K bei Peponi hat den besten Wi-Fi Empfang und ist auch am schönsten gelegen). Wir genossen den Aufenthalt sehr, vor allem da wir ein nettes Pärchen aus Österreich kennengelernt haben, mit denen wir viel gelacht und gute Gespräche geführt haben.

Unser nächstes Ziel war Sansibar, die Insel mit den längsten, breitesten und weißesten Stränden zumindest von Tansania. Da wir unseren Toyota leider auf dem Festland stehen lassen mussten, haben wir außerhalb von Dar Eh Salaam auf der Mikadi Campsite (GPS Koordinaten S6 49.142 E39 19.252) eine Nacht verbracht und dort unser Auto für vier Tage stehen gelassen. Früh morgens ging es mit dem Tuck Tuck zum Sansibar-Fährhafen. Zuerst mussten wir wie schon am Vortag wieder mit der Auto- bzw. Personenfähre zurück in den Stadtbezirk von Dar Eh Salaam. Die Stadt Dar Eh Salam ist durch eine Meerbucht mit Flussverlängerung zweigeteilt und es gibt keine Brücke nur eine ständig pendelnde Fähre. Die Fahrt dauert nur 5 Minuten, aber mit Wartezeit muss man immer eine Stunde einkalkulieren.  Vorbei an dem zur Hölle stinkenden Fischmarkt ging es dann gleich zu dem angrenzenden Sansibar Fährhafen. Bei den feucht-warmen Temperaturen von tagsüber 40 Grad natürlich ohne Klimaanlage oder Eiswürfel lässt sich der Gestank von dem angebotenen Fisch wohl nicht verhindern. Die Fahrt auf der Fähre war ausgesprochen angenehm, da das Fährschiff brandneu war. In Sansibar angekommen haben wir sofort das Flair von exotischen arabischen und indischen Kulturen gespürt. Sansibar war früher eines der Haupthandelszentren und die Verbindung zwischen Afrika, Arabien und Indien und das spiegelt sich bei dem Mix der dort lebenden Menschen und in der Architektur wieder. Bis zum heutigen Tage werden die fremdartigsten Gewürze angebaut, die mit einer organisierten Spice Tour zu begutachten sind (allerdings zum Preis von 50 USD pro Person). Einem guten Tipp folgend, haben wir uns bei den Paradise Beach Bungalows an der Paje Beach einquartiert. Das Resort wird schon seit 20 Jahren von einer Japanerin geführt, die gute traditionelle japanische Küche anbietet. Es ist schon verrückt, mitten in Afrika bestes japanisches Essen mit Sushi, Sashimi, Teriyaki, Tempura, etc. genießen zu können.  Die Besitzerin hat als besondere Zutat sogar jeden Morgen frisches Seegras aus dem Meer geholt. Das Seegras wird von den Einheimischen professionell angebaut, da sich die Bucht vor dem Resort hervorragend dafür eignet.  Die Bucht ist sehr flach und das Meer zieht sich bei Ebbe so stark zurück, dass über einige Hundert Meter nur weißer Sandstrand und das angebaute Seegras zu sehen ist. Wir hatten an diesem wundervollen Ort vier erholsame Tage mit Lesen und Computerarbeit verbracht. Eigentlich wollten wir länger bleiben, jedoch kitzelte uns das Abenteuer wieder und wir wollten vor allem zu unserem Auto zurück. Glücklicherweise stand unser Toyota noch genauso da, wie wir ihn verlassen hatten. Wir blieben noch eine Nacht auf der sehr netten Mikadi Campsite und haben den nächsten Tag mit Einkaufen in Dar Eh Salam verbracht. Vor allem mussten wir wieder Vorräte aufstocken, da es bald nach Malawi weitergehen sollte.

Da wir noch eine weitere Campsite am Strand von Dar Eh Salaam ausprobieren wollten, und das Kipepeo (GPS Koordinaten S6 51.102 E39 21.697) von mehreren Leuten empfohlen wurde sind wir ein paar Kilometer weitergefahren. Jedoch hat uns die Mikado Campsite wesentlich besser gefallen. Der einzige Vorteil war, dass wir unsere Österreicher, Vesela und Wolfgang vom Peponi wiedergetroffen haben. Das war eine große Freude. Deshalb blieben wir auch zwei Tage auf der Campsite bevor wir uns Richtung Süd-Westen gemacht haben um so langsam Malawi anzusteuern.

Die Hauptstraße Richtung Westen führte uns durch wunderschöne Landschaften. Besonders hat uns  das Tal der Baobab-Bäume gefallen. Diese beeindruckenden großen Bäume können bis zu 10 Meter Durchmesser bekommen. Ein weiterer Höhepunkt der Strecke war die Durchfahrt durch den Mikumi National Park, denn wir hatten großes Glück. Wofür andere mehrere Stunden bei hohen Eintrittspreisen durch den Park cruisen müssen, wurde uns beim Vorbeifahren präsentiert. Direkt neben der Hauptstraße graste eine große Herde Elefanten, Zebras, einige Giraffen und viele viele Antilopen. Herrlich! Gleich am Rande des Nationalparks steuerten wir die Tan-Swiss Campsite an (GPS Koordinaten S7 23.786 E37 00.111) um die Nacht dort zu verbringen. Die Campsite wird seit über zehn Jahren von einem Schweizer betrieben.  Er hatte sich sehr gefreut, Gäste von seinem ehemaligen Nachbarland zu sehen und erzählte uns von seinen täglichen Herausforderungen in Tansania, die zum Teil nicht einfach sind. Trotzdem möchte er das Land niemals verlassen und in die Schweiz zurückgehen.

Unser nächster Anlaufpunkt war die bekannte Old Farm in Kisolanza ( GPS Koordinaten S8 08.747 E35 24.737).  Es ist ein herrlicher Ort, an dem man es gut länger aushalten kann, jedoch hatte uns der Regen wieder eingeholt, und wir blieben nur eine Nacht. Die „Old Farm“ ist seit mehreren Generationen im Besitz einer englischen Familie. Die Besitzerin hat auf dem Grundstück traumhafte Gästehäuser und eine schöne Campsite aufgebaut.  Auf der Farm wird hauptsächlich Tabak angebaut und vielerlei Gemüse mit dem wir uns gleich eingedeckt haben.

Da die Grenze zu Malawi noch über 300 km entfernt war und wir nicht nachmittags einreisen wollten, haben wir noch eine Nacht kurz vor der Grenze auf einer lokal geführten Community Campsite übernachtet. Gleich am nächsten Morgen fuhren wir über die Grenze nach Malawi.

Obwohl Tansania unglaublich viel zu bieten hat, hat dieses Land bei uns einen schlechten Beigeschmack hinterlassen. Seine artenreiche Tierwelt, schneeweißen Strände, schönen Landschaften und die faszinierende Bergwelt ist einfach viel zu überteuert und manche Tansanier können schon fast als gierig bezeichnet werden. Uns haben aber nicht alleine nur die Eintrittspreise geärgert sondern vor allem der schlechte Standard und Service dafür. Wir hatten aber trotzdem eine gute Zeit und haben uns sehr auf Malawi gefreut.

Jambo heißt so viel wie „hallo“ in Kisuaheli und wir wurden überall so begrüßt. Kisuaheli wird in Kenia, Uganda, Tansania und zum Teil in Ruanda und Malawi gesprochen.

Unsere Highlights:

  • Der Serengeti Nationalpark und Ngorongoro Krater
  • Die schönen Strände von Zanzibar
  • Das Tal der Baobab Bäume
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Land der tausend Hügel

Ein Hallo aus dem saubersten Land Afrikas, das auch Land der tausend Hügel genannt wird. Abgesehen von dem bekannten Film „Hotel Ruanda“, wissen die meisten Menschen nur sehr wenig über Ruanda. Und dabei ist Ruanda ein durchaus sehenswertes und wunderbares Land. Der Grenzübertritt von Uganda nach Ruanda bei Katuna war wieder einmal unkompliziert und schnell. Da in Uganda Linksverkehr, in Ruanda aber Rechtsverkehr herrscht, gab es im Grenzstreifen zwischen den beiden Ländern eine babylonische Verwirrung. Auf ruandischer Seite wurden die Pässe und das Carnet de Passage gestempelt (alles kostenfrei für deutsche Staatsbürger) und schon konnten wir weiterfahren. Keine Schlepper, keine Wartezeiten, nur freundliche und hilfsbereite Menschen.  Die knapp einhundert Kilometer bis Kigali gingen auf gut ausgebauten Straßen sehr zügig voran.

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Nach den ersten paar Kilometern in Ruanda fiel uns zuerst auf, dass der Straßenverkehr fast verebbte. Man sah auch plötzlich ausgesprochen wenige weiße Gesichter. Dies bestätigten uns ebenfalls die strahlenden „Hey Mazungu“ Zurufe der Kinder am Straßenrand, für die zwei weiße Gesichter im Auto kein alltäglicher Anblick sein musste. Die Straßen in Ruanda sind teilweise besser als in Deutschland und das ganze Land glänzt vor Sauberkeit – da kann noch nicht einmal die Schweiz mithalten. Das mag daran liegen,  dass es verboten ist, Plastiktüten in das Land einzuführen, zu verkaufen oder zu benutzen. Des Weiteren gibt es empfindlich hohe Strafen für achtloses Wegwerfen von Müll. An Samstagen sind die eh nicht sehr stark befahrenen Straßen komplett leer, da alle Bürger „Community Work“ beitreiben müssen. Das heißt alle, sogar der Präsident, müssen Straßen und Umfeld reinigen, reparieren oder Ordnung schaffen.

Mittags waren wir schon in Kigali, der Hauptstadt, oder besser gesagt, dem Hauptdorf von Ruanda. Wie alles in diesem Land, liegt auch diese Stadt auf tausend Hügeln. Klein, überschaubar sowie unglaublich sauber und organisiert. Alle Ampeln funktionieren, alle halten sich an die Straßenregeln und alle Motorradfahrer tragen Helm (das ist sehr ungewöhnlich für Afrika).
Wir haben im „One Love Club and Camping“ (GPS Koordinaten S1 56.904 E30 04.501) übernachtet. Laut unseren Informationen, die einzige Campsite in Kigali. Doch leider ist diese nicht für Overlander geeignet, da die Campsite nicht mit dem Fahrzeug zu erreichen ist. Deshalb mussten wir die Nacht auf dem Parkplatz vor der Campsite verbringen, was nicht sehr angenehm war. Dafür gab es nach drei Wochen mal wieder Internet und wir konnten uns im Schnellspurt updaten.

Um die Permit für das Gorilla-Tracking zu bekommen (zu schmerzhaften Preisen von 500 US Dollar pro Person – und ab Juni 2012 sogar 750 US Dollar!), haben wir das ORTPN Office (Gorilla Track Pass) in Kigali aufgesucht. Das ORTPN Office war umgezogen und nicht mehr unter folgenden Koordinaten zu finden (S1 30.089 E29 37.987). Die neue Adresse, die noch nicht auf der Homepage steht, ist: ORTPN Office im Gebäude des Rwanda Development Board (RDB) Kigali, Rwanda (GPS Koordinaten S1 57.148 E30 06.175). Dort bekamen wir leider nur ein Permit für den 22. Februar, da für die nächsten Wochen alles ausgebucht war. Wir dachten uns, das zweite Permit bestimmt vor Ort zu bekommen – dem war dann auch so.

Sobald wir das Permit in der Tasche hatten, fuhren wir Richtung Westen zum Lake Kivu. Belohnt wurden wir, nach der ganzen Sucherei in Kigali, mit einer landschaftlich wunderschönen Strecke auf allerbesten Straßen. Wir haben beim Hotel Holiday (GPS Koordinaten S2 03.260 E29 20.835) in Kibuye einen brillanten Platz direkt am See bekommen. Zwar ist es nicht wirklich billig (wie alles in Ruanda), aber die schöne Atmosphäre, die sauberen Duschen und der Platz ganz alleine unten im Hotelgarten am See, haben den Preis gerechtfertigt. Leider überraschte uns hier der erste Regen seit Italien. Nach zwei Nächten ging es bei strömendem Regen Richtung Gisenyi, das ganz im Norden des Kivu Sees direkt an der Grenze zur demokratischen Republik Kongo liegt. Immer entlang des Sees auf einer abenteuerlichen Off-Road Strecke ging es durch wolkenverhangene Berge, über Flussläufe und durch tiefe Täler. Wir haben die knapp einhundert Kilometer in ganzen vier Stunden geschafft und südlich von Gisenyi im Paradise Malahide Cottages and Campsite (GPS Koordinaten S1 44.028 E29 16.391) einen netten Platz für die Nacht gefunden. Camping war hier leider wieder nur auf dem Parkplatz vor der Lodge möglich, jedoch war dieser etwas netter gelegen. Das Hotel lag direkt am See und bot abends eine nette Atmosphäre mit Lagerfeuer beim Abendessen. Von Ginseny ging es am nächsten Tag über Ruhengeri und Kinigi zum Volcanoes National Park. Dort fanden wir einen Standplatz beim Kinigi Guest House (GPS Koordinaten S1 25.956 E29 35.906) nur 300 Meter vom Volcanoes Park Headquarters (GPS Koordinaten S1 25.941 E29 35.687). Beim Volcanoes Park Headquarter gehen jeden Morgen die Touren zum Gorilla Tracking los.
Da wir in Kigali nur ein Ticket für das Gorilla Tracking bekommen konnten, sind wir an zwei aufeinanderfolgenden Tagen losgezogen – und wir hatten Glück ein zweites Ticket wurde frei. Die Bergtour an sich war bereits atemberaubend. Aber Angesicht zu Angesicht mit einem Silverback (Gorilla-Familienoberhaupt) zu stehen und inmitten der spielenden Berggorilla-Familie zu verweilen ist ein unvergessliches Erlebnis.

Am kommenden Tag haben wir uns wieder auf den Weg von  Kinigi nach Kigali gemacht. Da die Entfernung sehr nah gewesen wäre beschlossen wir, einen kleinen Umweg über die nördlichen Seen Bulera und Ruhondo und weiter nach Bururea zu machen. Anfangs sah alles genial aus: eine traumhafte Strecke, die relativ gut zu befahren war. Jedoch wurden die Straßen immer enger bis diese letztendlich in einspurige Wege mündeten. Inmitten einer wunderschönen Landschaft, zwischen Bananenstauden und grandiosen Bergen und Tälern, begann es dann auch noch zu regnen. In Strömen kam das Nass von oben und verwandelte die schmalen Erdwege zu reinsten Rutschbahnen. In diesem Moment zahlten sich unsere MT-Reifen von BF Goodrich voll aus. Wir konnten es fast nicht glauben, aber unser GPS bestätigte immer noch  den richtigen Weg. Weiter ging es über immer enger werdende Brücken, die meist nur aus ein paar Baumstämmen bestanden. Leider verpassten wir irgendwann unwissentlich eine Abzweigung und standen auf einmal vor einer nicht sehr vertrauensvoll aussehenden Brücke, die der Belastung unseres Autos niemals standgehalten hätte. Kurzerhand beschlossen wir mutig direkt durch den kleinen Bach zu fahren. Leider kamen wir nicht weit – unser Toyota steckte plötzlich einen guten Meter tief im Schlamm fest. Nichts ging mehr, keinen Millimeter, weder vor noch zurück. Und da standen wir nun mitten im Bach, keine Menschenseele weit und breit, nur von Natur umgeben. Aber wie das in Afrika immer so ist, man steht nicht lange alleine. Aus dem Nirgendwo erschienen plötzlich Menschen – einer nach dem anderen. In unserem Fall waren es zuerst etwa 50 Personen, die sofort mit anpackten und zu graben begannen, sowie Steine anschleppten. Doch leider steckte der Toyota wirklich unglücklich fest, da sich nach drei Stunden intensivem Ausbuddeln und Hochliften immer noch kein Erfolg einstellte. Wir sahen nur noch eine Lösung – wir benötigen ein anderes Fahrzeug, das uns aus dem Schlamm ziehen konnte. Da der nächste Ort mit motorisierten Fahrzeugen ca. 15 km entfernt war, zog Viktoria auf dem Rücksitz eines Fahrrads los um Hilfe zu holen. Über Berg und Tal erreichte sie den Ort erst gegen 16:30 h und musste wegen der bald einbrechenden Dunkelheit schnell reagieren. Jedoch nichts geht schnell in Afrika. Keiner wollte die unwegsame Strecke fahren. Eine hinzugekommene Nonne hatte die Idee zu den chinesischen Straßenarbeitern zu fahren, da diese die nötigen Fahrzeuge bzw. Geräte hatten. Die Chinesen lächelten auch ganz nett und versprachen sogleich ein Fahrzeug mit einer Seilwinde zu organisieren. Jedoch über eine Stunde verging, es wurde immer später und später und es bewegte sich gar nichts. Als es bereits stockdunkel war, fand Viktoria doch noch einen Ruander, der bereit war zu helfen und die unwegsame Strecke zu fahren um den Toyota aus dem Schlamm zu ziehen.

Währenddessen hatte Julian mit den freiwilligen Helfern weitergebuddelt. Wie sich nach und nach herausstellte saß der Toyota vor allem in der Mitte auf, deshalb drehten die Räder durch aufgrund des fehlenden Gewichtes. Nach über drei Stunden Graben und Steine unterlegen, war die „Hilfsmanschaft“ nach und nach auf etwa 200 Menschen angewachsen. Mit High-Lift, Seilen und Schaufeln wurde die weiteren zwei Stunden im Flussbett geschuftet. Und dann war es nach fünf Stunden intensivem Vorbereiten endlich soweit – einmal kräftig Gas gegeben und der Toyota war wieder frei.  Es begann schon zu dämmern, deshalb ging es so schnell es die Wege zuließen Viktoria hinterher. Aber schon nach einigen hundert Metern war wieder Schluss. Der Weg wurde so eng, dass der Landcruiser nicht durchkam. Links ging es steil den Berg hinauf und rechts war eine senkrechte Böschung von über 1,5 Metern, bei der der Landcruiser drohte komplett hinunterzurutschen.
Als Europäer würde man umdrehen und etwas Anderes versuchen, nicht so bei unserer ruandischer „Hilfsmannschaft“. Ohne lange zu fackeln begannen die Einheimischen Eukalyptusbäume zu fällen und eine provisorische Brücke zu bauen. Kaum zu glauben, dass bereits nach einer halben Stunde die Konstruktion fertig war. Und noch weniger nachzuvollziehen, dass diese beim Darüberfahren hielt. Danach ging es runter über die Böschung, durch ein Maisfeld, über einen kleinen Bach und wieder steil den Berg hinauf auf die andere Seite des Tals. Mit Vierradantrieb und Diff-Lock ging es wie Butter querfeldein und weiter nach Bururea, wo in der Dunkelheit Viktoria wieder an Board genommen wurde. Sie hatte den Landcruiser zufällig jedoch sehr erleichtert stehen sehen, da sie ja eigentlich auf dem Weg zur Rettung war.

Nach dem Schrecken ging es trotzdem an demselben Abend weiter nach Kigali, obwohl wir es uns aus Sicherheitsgründen zum Grundsatz gemacht haben, in Afrika nachts nicht zu fahren. Allerdings in Ruanda machten wir eine Ausnahme, da das Land sehr sicher ist und die Straßen zur Hauptstadt gut ausgebaut sind. Sehr erleichtert und komplett erledigt kamen wir gegen 21:00 Uhr im Discover Rwanda Youth Hostel (GPS Koordinaten: S 1° 57.044 | E 30° 05.592) an. Mittlerweile hatten wir herausgefunden, dass es doch noch eine zweite Campsite gibt in Kigali. Am nächsten Morgen befreiten wir zuerst unseren Toyota von den Schlammresten. Diese klebten überall in dicken Schichten – nicht nur außen sondern auch innen. Nachmittags besuchten wir das Genozide Memorial Center. Es waren grausame Bilder und Berichte und obwohl wir die Geschichte von Ruanda kannten, hat uns der Besuch sehr bedrückt. Da wir die Menschen jetzt kennengelernt haben ist es umso unfassbarer für uns, dass so ein Gemetzel in einem Land möglich ist. Wir verstanden aber nun besser, warum die Menschen jetzt so sehr zusammenhalten und alles verhindern damit solche Gräueltaten in Ruanda nie wieder passieren können.

Am nächsten Morgen ging es zur Grenze von Tansania, die wir wieder sehr unkompliziert passierten.

Uns hat Ruanda als Reiseland sehr gut gefallen. Die sattgrüne, blühende Natur inmitten von 1000 Hügeln ist eine reine Augenweide. Die Menschen arbeiten wirklich hart, wirkten auf uns jedoch sehr zufrieden und fröhlich. Uns gegenüber waren sie sehr freundlich, respektvoll und vor allem sehr hilfsbereit. Wir haben uns überall sicher gefühlt, deshalb können wir Ruanda als Reiseland wirklich nur empfehlen.

Unsere Highlights:

  • Der schöne Lake Kivu bei den Ortschaften Kibuye und Gisenyi
  • Ganz nah zu sein bei den Berggorillas
  • Die schöne Bergtour im Park des Volcanoes
  • Die beeindruckende Sauberkeit des Landes
  • Die wunderschöne sattgrüne blühende Natur
  • Die fröhlichen, sehr freundlichen und ausgesprochen hilfsbereiten Menschen
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Hey Mazungu

Nach den letzten wirklich heißen Tagen am Lake Bogoria in Kenia, ging es am 23. Januar bei Malaba über die Grenze nach Uganda. Dort wurden wir von einer satten Vegetation, angenehmen Temperaturen und überaus freundlichen Menschen begrüßt. Wenn man an Afrika denkt, stellt man sich vermutlich ein Land wie Uganda vor: Eine grandiose Natur mit einer üppigen Pflanzenwelt und einer Vielzahl bunter tropischer Gewächse, sowie lächelnde Menschen am Straßenrand. Dies waren die ersten Eindrücke, die wir in uns aufgesogen haben.

Unser erster Stop war Jinja. Jinja liegt an der Stelle, wo der Nil aus dem Victoria See abfließt. Und direkt am Fluss einige Kilometer stromabwärts, liegt eine der schönsten Campingsites Afrika’s, „The Haven“ (GPS Koordinaten N0 32.564 E33 05.387). The Haven überblickt die Stromschnellen des Nils, wird von Solar-Energie betrieben und ist so sauber und aufgeräumt, dass man denken könnte, man wäre in der Schweiz. Hier haben wir die nächsten Tage damit verbracht die Gegend zu erkunden, zu schreiben und uns zu erholen von der anstrengenden Fahrt. Die friedlichen Tage wurden nur vom Raften unterbrochen. Wir sind mit dem Schlauchboot die Nil-Stromschnellen runtergejagt und haben uns natürlich zuletzt überschlagen. Das war ein herrlicher Spaß.

Die Zeit haben wir ebenfalls genutzt, um den komplett zerstörten Lenkungsdämpfer von unserem Toyota auszubauen und Ersatz dafür zu besorgen. Am dritten Tag kamen überraschenderweise Dee und James zusammen mit ihrem langjährigen australischen Freund Collin, der in Jinja lebt, zum Abendessen bei unserer Campsite vorbei. Die Freude war groß uns wiederzusehen. Zufälligerweise betreibt Collin einen Workshop für Landcruiser und Julian konnte mit Collin zusammen am folgenden Tag die Aufhängung für den Lenkungsdämpfer ausbauen, gerade biegen und schweißen. Das hat einen Werkstattbesuch in Kampala erspart und so mussten wir am Nachmittag in Kampala nur den Heavy Duty Lenkungsdämpfer kaufen und selbst einbauen. An dieser Stelle möchten wir einmal anmerken, dass unser Toyota bisher noch gar kein Problem hatte. Egal ob Tiefsand, Lavageröll, 4000 Meter hohe Pässe oder 44 C in der Wüste. Er muckt nicht und läuft und läuft und läuft. Toll, wir sind wirklich begeistert von unserem Auto.

In Kampala haben wir uns im Red Chili Hideway Camp (GPS Koordinaten N0 19.208 E32 37.800) einquartiert. Red Chili ist ein Overlander Hotspot mit vielen Overlander-Trucks, lauter Musik und sehr guter Pizza. Hier haben wir Ali wiedergetroffen, den wir bereits in Nairobi kennengelernt haben. Er kam zusammen mit seiner Freundin Mariska, die für die NGO Foodstep arbeitet. Mariska erzählte uns von den vielen ungelösten Problemen in Uganda, sowie von ihrer Arbeit in dem Kindergefängnis Kampiringisa. Das hat unser Interesse für unseren nächsten Projektbesuch geweckt. Da wir das Gefängnis erst am Donnerstag besuchen durften, blieben wir die nächsten Tage in Kampala und haben die Stadt erkundet. Obwohl Kampala eine stinkende, mit Menschen überquellende und im Verkehrschaos erstickende Stadt ist, sind wir im Nachhinein sehr froh, noch länger geblieben zu sein, da wir eine ganz andere, sehr unschöne Seite von Uganda kennengelernt haben, die man als normaler Tourist niemals sehen würde.

In dem Kindergefängnis Kampiringisa sind ca. 300 Kinder im Alter zwischen drei und siebzehn Jahren meist unschuldig und ohne gerichtlichen Beschluss untergebracht. Die Zustände in den Räumlichkeiten sind katastrophal und zum Teil menschenunwürdig. Die Kinder erhalten weder Schulbildung, noch Erziehung und keine medizinische Versorgung. Weitere Details und die Hintergründe über das Projekt werden wir in Kürze unter FOCUS AFRICA online stellen.

Von Kampala ging es weiter, durch das Hochland von Uganda nach Fort Portal, wo wir auf Kluge`s Guest Farm untergekommen sind (GPS Koordinaten N00.594857 E30.247947). Wir wurden dort gleich zu Stefans nachträglichem 60. Geburtstag eingeladen und haben bis tief in die Nacht, am großen Lagerfeuer, eine tolle Party gefeiert. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön für die Einladung! Leider ging es Viktoria in den nächsten Tagen wirklich mies. Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen und Durchfall. Da wir dachten, dass es eine Magenverstimmung war, gingen wir erst am dritten Tag zu einem Krankenhaus. Jedoch das Fieber, das mittlerweile auf über 40 C angestiegen war, war eindeutig und der Bluttest bestätigte es – Malaria!  Nun hieß es Unmengen an Tabletten schlucken und zwei Tage Bettruhe. Glücklicherweise ging es Viktoria nach zwei Tagen schon wieder ganz gut und das Fieber war verschwunden. Was lernen wir daraus: Beim nächsten Mal also sofort zur Klinik und gar nicht erst lange warten!

Zur Erholung sind wir zur Nkuruba Nature Reserve community campsite (GPS Koordinaten direkt N0 31.119 E30 18.133)am Nkuruba Kraterseen gezogen. Die Campsite ist sehr schön gelegen mit Blick auf den See. Anscheinend ist der See Bilharziose frei und deshalb ist Julian mehrmals darin geschwommen. Die Gegend ist übersäht mit diesen Kraterseen, die ein wunderschönes Naturspektakel bieten. Da Viktoria wieder kräftig genug war, ging es nach vier Tagen weiter in Richtung Lake Bunyonyi.  Dazwischen hatten wir noch einmal bei der Nyanzeebiri Community Campsite (GPS Koordinaten S0 15.653 E30 07.365) auch wieder direkt an einem Kratersee übernachtet.

Wie schon auf der Fahrt von Kampala nach Fort Portal sind wir auch auf dieser Fahrt zum Lake Bunyonyi wieder durch zahlreiche Waldbrände gefahren. Die Einheimischen brennen nicht nur ihre Resternten ab, sondern auch sämtliche Waldbestände. Überall qualmt und raucht es. Sogar der Elisabeth Nationalpark war halb abgebrannt und verkohlt.

Nicht nur die Reiseführer schreiben, dass der Lake Bunyonyi der schönste See Uganda’s ist, auch wir können das bestätigen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass unsere Unterkunft bei der Lake Buyonyi Overland Campsite (GPS Koordinaten S1 16.341 E29 56.243)  einfach genial war. Unser Toyota stand direkt am Wasser und wir überblickten den See auf beiden Seiten.

Nichtsdestotrotz sind wir nach zwei Tagen zur ruandischen Grenze aufgebrochen. Der Grenzübergang war sehr unspektakulär, da wir als Deutsche im Gegensatz zu allen anderen europäischen Statten kein Visum benötigen. Wir waren bereits nach 45 Minuten auf der ruandischen Seite und das ohne Schlepper.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns Uganda sehr gut gefallen hat. Uganda hat nicht nur eine wunderschöne Landschaft zu bieten, auch die Menschen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit und wir fühlten uns immer sicher. Die Kinder winkten uns auf allen Strecken freudestrahlend und ganz aufgeregt zu und schrien hey Mazungu (was so viel heißt wie „Hey Weißer“).

Unsere Highlights:

  • Die wunderschöne Campsite „the Haven“ in Jinja
  • Das aufregende Raften auf dem Nil
  • Die traumhaften Kraterseen um Fort Portal
  • Der schönste See Uganda‘s – Lake Bunyonyi
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Hakuna Matata

Willkommen im wilden Ostafrika. Mit atemberaubenden Landschaften, Bilderbuch-Sonnenuntergängen und unseren ersten Elefanten. Über den rauen Norden entlang des Lake Turkana, dem Samburu National Park sowie Mount Kenya durch Nairobi und weiter zum Lake Naivasha, Lake Bogoria National Reserve nach Uganda.

Zu Beginn des neuen Jahres sind wir über Tumi und das Omo Valley auf der Ostseite des Turkana Sees nach Kenia eingereist. Über kleine sandige Wege, tief ausgewaschene Flussläufe vorbei an kleinen Dörfern, überquerten wir am Mittag die Grenze zwischen Äthiopien und Kenia. Kein Grenzbaum, keine Polizei, nichts. Nur eine traumhaft schöne Landschaft wurde uns präsentiert.

Vor Ileret haben wir dann direkt neben dem Weg unser Nachtlager aufgeschlagen.  Die Einheimischen wanderten friedlich auf dem Weg entlang und grüßten uns freundlich. Wir wurden weder angestarrt noch angebettelt. Herrlich! Kurz vor dem Schlafengehen kamen noch ein paar Jungs vorbei, um ein paar nette Worte mit uns zu wechseln. Was für ein Unterschied zu Äthiopien!

Am nächsten Morgen holten uns James und Dee sowie Igor und Johannes wieder ein. Sie hatten nur 500 Meter vor unserem Camp ihr Nachtlager aufgeschlagen ohne uns zu bemerken. Für die Biker Jungs war die Strecke sehr anstrengend, da sich tiefer Sand mit grobem Lava-Geröll abwechselte. Die beiden gaben wirklich alles und purzelten des öfteren von den Motorrädern. In Ileret haben wir uns bei der Police Post registrieren lassen und sind nach einer kleinen Pause weiter Richtung Sibiloi National Park gefahren. Da wir keine Gebühren für den National Park bezahlen wollten, sind wir auf dem Weg außerhalb des Parks entlanggefahren. Kurz vor Derate schlugen wir wieder ein Buschcamp auf. Dieses Mal waren wir ganz für uns alleine. Es war kein Mensch weit und breit zu sehen. In Derate füllten wir unsere Wasservorräte am Brunnen wieder auf (GPS Koordinaten N3 51.118 E36 31.147).  Da keine Hinweisschilder zu sehen waren, fuhren wir danach dummerweise Richtung Main Gate des Sibiloi National Parks. Dort angekommen wollten die Ranger 45 USD von uns haben, obwohl wir nur die letzten sechs Kilometer durch den Park gefahren sind. Nach langer Diskussion kehrten wir kurzerhand um (ohne zu bezahlen) und fuhren eine 10 km wilde Offroad-Strecke über einen bergigen versteinerten Wald, quer durchs Gebüsch und ein ausgetrocknetes sehr sandiges/steiniges Flussbett aus dem Park. Das war bis dahin unsere heftigste Off-Road Strecke, aber unser Toyota Landcruiser hat die Extremstbelastung bestens bestanden. An diesem Abend belohnten wir uns mit einer herrlichen Buschdusche unter einer Bilderbuch-Akazie (Bilder aus Jugendschutzgründen zensiert :-) sowie einem köstlichen Abendessen. Von hier ging es weiter entlang des Turkana Sees bis nach Liyongalani. Noch einmal übernachteten wir unterwegs direkt am See. Dieses Mal kamen wieder ein paar einheimische Stammesangehörige vorbei, um sich kurz und sehr nett mit uns zu unterhalten. Die Turkanasee-Route war landschaftlich wunderschön, allerdings waren die Straßen (wenn man überhaupt von Straßen sprechen kann) sehr schwierig und nur im Schritttempo mit einem Allrad zu befahren. Sandige Pisten wechselten sich mit tiefen Schlaglöchern, Gestein und Geröll ab. Zusätzlich war es tagsüber unglaublich heiß. Bei Höchsttemperaturen von bis zu 44,7 C war es am besten in den frühen Morgenstunden zu fahren. Da unser Toyota keine Klimaanlage hat, sind wir morgens bereits um 06:30 Uhr gestartet und waren spätestens um 20:00 Uhr total erledigt im Dachzelt. Nachts wurde es deutlich kühler und bei 28 C fanden wir eine angenehme Temperatur zum Schlafen.

In Liyongalani angekommen haben wir uns auf der Palm Shade Campsite einquartiert (schöner Rasen, saubere Toiletten und kaltes Bier!) (GPS Koordinaten N2 45.385 E36 43.258). Wie schön, nach vier Tagen Wildnis wieder etwas Zivilisation genießen zu können. Im Palm Shade trafen wir den kenianischen Fotografen Neil Thomas (www.neilthomas.com) mit seiner Freundin. Er arbeitet gerade an einem Fotoband über die Stämme und Eingeborenen vom Turkana See und war ständig auf Photoshooting-Tour.  Netterweise nahm er uns am zweiten Tag mit. Was für ein Spaß, ein richtiges Photoshooting direkt am Turkaner See (siehe Fotos).

Hier in Liyongalani wurde der Film „The Constant Gardener“ gedreht. Da mussten wir doch gleich an unsere Freunde in Stuttgart denken…. Und ja, manchmal vermissen wir die Montagabende, mit leckerer Pizza, endlosen Diskussionen über die Filmauswahl, das Air Hockeyspiel sowie das Gefühl, einen super Abend bei tollen Freunden zu haben…. und natürlich die Caipirinhas nicht zu vergessen. An dieser Stelle, werfen wir den Film „The Constant Gardener“  in die Runde, Abstimmung dann über Facebook!

Nach zwei Tagen Fahrpause ging es weiter nach Maralal. Dort besuchten wir am folgenden Tag, das Waisenhaus Spring`s of Hope. Einen ausführlichen Bericht findet ihr hier. Anhand dieses Projektes ist uns klar geworden, dass effektive und nachhaltige Hilfe am besten von einer Eigeninitiative vor Ort ausgehen sollte. Oder anders gesagt, dass dies die Chancen auf einen Erfolg enorm erhöht. Wir haben auf „betterplace.org“ ein Spendenprojekt für diese Kinder eingestellt. Es geht hauptsächlich darum, dass noch weitere Kinder aufgenommen werden können, da bereits zehn Kinder auf Warteliste stehen und viele mehr ein Zuhause benötigen. An dieser Stelle eine Bitte an Euch. Wenn es Euch möglich ist, dann schaut mal bei „betterplace.org“ vorbei. Werdet Führsprecher für das Projekt (das kostet nichts) oder besser noch, spendet ein paar Euros. Wenn jeder ein ganz klein wenig gibt, können wir diesen Kindern, ein tolles Geschenk machen. www.betterplace.org/de/projects/8641

Von Maralal ging es am folgenden Tag durch eine grandiose Bergwelt zum Samburu Nationalpark, den wir am darauffolgenden Tag besuchten. Die Eintrittspreise (70 USD pro Tag und Person + 15 USD fürs Auto) haben uns zuerst einmal die Sprache verschlagen. Dafür konnten wir viele Giraffen, Antilopen, Zebras und Wildschweine sehen sowie den ganzen Mittag hindurch mehrere große Elefantenherden beobachten, wie sie ausgiebig im Fluss badeten und sich die Zeit im kühlenden Nass vertrieben. Die Löwen hingegen, die gerade Junge hatten, haben sich erfolgreich den ganzen lieben langen Tag vor uns versteckt.

Die folgenden zwei Tage haben wir uns am Mount Kenia bei angenehmen kühlen Temperaturen, mit gutem Essen und viel Zeit zum Schreiben und Lesen verwöhnt. Der schneebedeckte Mount Kenia grüßte jeden Morgen, bevor er sich gegen Nachmittag in Wolken hüllte. Bestiegen haben wir den Mount Kenia nicht, da uns die 250 USD pro Person und Tag, davon abhielten. Die kommenden Tage verbrachten wir in Nairobi. Einquartiert haben wir uns bei der Jungle Junction (GPS Koordinaten: S1 17.327 E36 45.636) wo wir Susi, Mark und Tom, sowie Igor und Johannes wiedergetroffen haben.  Die Nairobi-Tage waren gefüllt mit Blog updaten, Einkaufen (Oh was für schöne Shopping Mall`s es da gab, mit allen gewohnten europäischen Spezialitäten!), Reisepass einstempeln und gutem Essen. So schön Nairobi auch war, nach vier Tagen ging es wieder auf die Piste. In dem Nairobi-Stadtteil Karen mussten wir noch kurz ein Mobiltelefon in einem Shoppingcenter kaufen, da unseres kaputt ging.

Nach Nairobi ging es ostwärts zum Lake Naiwasha direkt zum Fisherman’s Camp (GPS Koordinaten: S0 49.548 E36 20.095). Dort empfing uns eine sagenhaft schöne Campsite unter hohen Bäumen, direkt am See. Am Nachmittag schlossen wir uns mit drei Südafrikanern zusammen (die kannten wir bereits von der Jungle Junction) und erkundeten den See per Boot. Nur ein paar Meter von unserer Campsite entfernt sahen wir schon die ersten Flusspferde und gleich daneben grasten einige Wasserbüffel auf einem kleinen Inselvorsprung. Am nächsten Morgen ging es bereits um 06:30 Uhr mit den Mountainbikes zusammen mit den Südafrikanern zum Hells Gate National Park. Es war eine ganz besondere Erfahrung, wilde Tiere (es gab nur Zebras, Giraffen, Büffel, Wildschweine und Antilopen) vom Fahrrad aus ganz nah zu beobachten und mit ihnen um die Wette zu fahren. Außerdem tat es gut, nach den vielen Kilometern im  Auto uns mal wieder sportlich zu betätigen. Als wir am nächsten Morgen erwachten, war unser Zelt von unzähligen stolzierenden Marabus umgeben, die nach Essbarem suchten. Die großen Vögel haben eine Spannweite von ca. zwei Metern.

Nach dem Lake Naiwasha fuhren wir zum Lake Bogoria National Reserve und mussten schon wieder 50 USD Eintritt bezahlen. Kenia ist die letzten Jahre unglaublich teuer geworden. Jeder noch so kleine See oder Berg wurde zum National Park oder National Reserve ernannt, damit hohe Eintrittsgebühren von ausländischen Touristen verlangt werden können. Einheimische bezahlen nur einen Bruchteil davon.  Da wir auf unserer Reise noch viele Gelegenheiten haben werden, wilde Tiere zu beobachten, haben wir uns in Kenia etwas eingeschränkt.

Nichtsdestotrotz war der Lake Bogoria ein tolles Naturspektakel. Wir übernachteten in der Fig Campsite (GPS Koordinaten N0 11.545 E36 07.371), die nur aus großen hohen Feigenbäumen (direkt am See), sehr vielen Affen und einer Feuerstelle bestand. Wir waren ganz für uns alleine. Am nächsten Morgen liefen wir den einsamen See entlang durchs hohe Gebüsch zu den heißen Quellen. Es brodelte und dampfte überall und roch stark nach Schwefel. Westlich des Sees haben sich einige tausend bunte Flamingos niedergelassen und fühlten sich durch unser Näherkommen gestört. Das hatte den Vorteil, dass wir fantastische Fotos von bunten fliegenden Flamingos machen konnten.

Außerhalb des Lake Bogoria National Reserves haben wir auf der Lake Bogoria Spa Campsite mit Swimmingpool (GPS Koordinaten N0 21.268 E36 03.114) niedergelasen. Auch auf dieser Campsite waren wieder viele Marabus, Strauße und Affen, die wir beim Frühstück vor unserem Auto beobachteten. Jedoch hatten uns die Affen wirklich zu schaffen gemacht. Zuerst klaute ein Affe eine Banane aus unserem Auto, (war nicht weiter schlimm, da leicht zu ersetzen) und danach nahm die versammelte Mannschaft unseren Müll auseinander und verteilte diesen auf bzw. um unser Auto. Zur abschließenden Krönung aber wurden wir morgens um 05:00 Uhr  von lautem Geplätscher auf unserem Dachzelt geweckt. Wir dachten erst, dass uns ein Regenschauer gestreift hat. Doch nein, weit gefehlt, ein Affe saß gemütlich auf einem Baum und hat auf unser Auto gepinkelt und anschließend ein größeres Geschäft erledigt. Was für ein Glück, dass wir zufällig einen Tag zuvor den Regenschutz angebracht hatten. Nicht auszudenken was ansonsten passiert wäre.  Seitdem haben wir ein gestörtes Verhältnis zu Affen.

Nachdem wir das Schlimmste beseitigt haben ging es am nächsten Morgen belustigt weiter durch eine wunderschöne Bergwelt Richtung Uganda Grenze. Wir übernachteten noch einmal bei einem Guest House im Hinterhof, da auf dieser Strecke keine Campsites waren. Buschcampen war leider nicht möglich, da die Gegend sehr stark bewohnt war.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns Kenia nicht nur landschaftlich sehr gut gefallen hat, sondern wir waren auch von den Kenianern sehr begeistert. Natürlich hat der ein oder andere gebettelt, vor allem in den Touristenzentren, jedoch hielt sich das alles in Grenzen.  Die Menschen zeigten sich uns gegenüber freundlich, nett und respektvoll und alle sprachen alle sehr gutes Englisch. Das Schulsystem in Kenia ist gut. Es ist für alle kostenlos und jeder kann zur Schule gehen. Nur die Üblichen Bücher, Schuluniform und Excersice Books müssen selbst finanziert werden. Wir sahen auffallend viele Schulhinweisschilder und das hat uns sehr beeindruckt.

Unsere Highlights:

  • Die raue und traumhafte Lake Turkana Strecke
  • Das Photoshooting am Lake Turkana
  • Flora und Fauna des Samburu Nationalparks
  • Das Einkaufsparadies Nairobi
  • Die wilde Schönheit des Lake Naivasha
  • Mountainbikefahren im Hells Gate Nationalpark
  • Das Naturspektakel des Lake Bogoria National Reserves
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Hello Money

Quer durch Äthiopien. Durch den wunderschönen bergigen Norden, über Addis Abeba bis zur kenianischen Grenze. Über hohes Gebirge, bezaubernde Klöster sowie grandiose Landschaften. Und die Frage: Warum ist Betteln in Äthiopien ein Volkssport?

Nach unserer letzten Nacht auf sudanesischem Boden, traf uns die äthiopische Grenze wie ein Schlag ins Gesicht. Jeder, ausnahmslos jeder hielt die Hand auf. Die Zollbeamten waren nur gegen Geld zum Arbeiten zu bewegen. Die Schlepper, die Kinder und alle anderen fragten nach Geld, Kugelschreiber, Essen, Kleidung, Schreibhefte, etc. Es dauerte nur einige Kilometer, bis die ersten Kinder Steine auf unser fahrendes Auto warfen. Zur allgemeinen Erklärung, gehört das Steinewerfen anscheinend in manchen Gegenden zur Kultur der Äthiopier und ist nicht nur gegen spendenunfreundliche Touristen gerichtet. Wir hatten gesehen, wie die Äthiopier sich gegenseitig mit Steinen bewarfen, wenn sie ihren Unmut kundtun wollten. Vor allem bekamen ihre Tiere Steine zu spüren, wenn diese nicht parierten.  Uns begleiteten die Steine auf fast allen Strecken bis zum Rande des Omo Valleys. Dabei waren wir als Autofahrer wenigstens geschützt. Den Motorradfahrern und vor allem den Fahrradfahrern, die wir unterwegs trafen, erging es weitaus schlimmer.

Ursprünglich hatten wir geplant, direkt bis zum Lake Tana durchzufahren. Nach unserem längeren Aufenthalt an der Grenze beschlossen wir jedoch, zusammen mit Igor und Johannes ein Buschcamp auf halber Strecke mitten in einer wunderschönen bergigen Landschaft aufzuschlagen. Schon als wir unseren Toyota bzw. die Motorräder geparkt hatten wurden wir von immer mehr Kinderaugen stumm und interessiert angestarrt. Sogar die einbrechende Nacht konnte die ca. 20 Kinder und Jugendliche nicht bewegen, endlich ihren Nachhauseweg anzutreten. Je später es wurde, umso eindringlicher wurde gebettelt. Aus reiner Verzweiflung haben wir uns dann doch hinreißen lassen den Kindern Brot, Früchte und Kugelschreiber zu geben. Wir wussten, dass das der größte Fehler war, den Touristen in einem Entwicklungsland machen können. So werden Kinder nur zum Betteln erzogen und werden immer pedantischer, wenn dies zum Erfolg führt. In unserem Fall hatte uns dies nur den Abend gerettet, da  wir die Kinder/Jugendliche dann nach und nach los wurden. Bei Sonnenaufgang um 5:00 Uhr  waren die Kinder schon wieder da und forderten mehr von den Gaben. Uns blieb nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich unsere Sachen zu packen und ohne Kaffee loszufahren, da diesmal die Kinderhände unerlaubterweise überall waren. Zum Abschied flogen dann auch leider wieder Steine. Wir müssen hinzufügen, dass die Menschen in der Gegend nicht hungern. Es gibt überall gut funktionierende Landwirtschaft und genug zu essen. Gebettelt wird anscheinend nur aus Gewohnheit.

Über Gonder ging es an diesem Tag weiter zu den Simien Mountains. Nach einer wilden Off-Road Strecke erreichten wir unser Camp auf 2800 m Höhe. Beim Ticket Office mussten wir uns einen Scout nehmen, da dies die Nationalparkregel vorschreibt. Als der Scout bei der Begrüßung auf unsere Frage „what‘s your name“ nicht reagierte, stellten wir enttäuscht fest, dass er kein einziges Wort Englisch sprach. Zusätzlich hatte er seit langer, langer Zeit keine Dusche mehr gesehen und ein Weiterfahren war trotz eisigen Temperaturen nur noch mit offenen Fenstern möglich. Dafür hatte er ein vollautomatisches Gewehr um eventuelle Angreifer oder wilde Tiere (wir haben weder das Eine noch das Andere gesehen) von uns fern zu halten und ließ sich nicht davon abhalten auch bei nächtlichen Minustemperaturen und Raureif vor unserem Auto zu sitzen. Die Siemen Mountains sind ein Traum von Bergen und Naturspektakel. Wir verbrachten die nächsten drei Tage umgeben von einer wilden, exotischen, naturbelassenen Schönheit der Berge. Zwischen Steinböcken, Affen, Farnwäldern und Palmen sind wir bis auf 4430 m gestiegen.

Über Debark am Rande der Simien Mountains, ging es weiter nach Axum über abenteuerliche aber atemberaubend schöne Pässe jedoch sehr schlechte Pisten. Überall auf den Straßen Äthiopiens gingen die Menschen zu Fuß (alles scheint ständig und immer auf den Beinen zu sein). Zusätzlich spielten Kinder abenteuerlich nah am Straßenrand und winkten ganz wild und aufgeregt mit den Zurufen „youyouyouyou“ „birr birr birr“ (lokale Währung), „hello money“, etc. etc. Noch nicht einmal ein kurzes Stehenbleiben war möglich, ohne gleich belagert zu werden.  Nach und nach werden die Straßen (überwiegend von Chinesen) im bergigen Norden gebaut. Wir sahen sehr viele Frauen und Kinder die am Straßenbau arbeiteten.

Axum erreichten wir trotz Anstrengung an einem Tag. Axum war die Hauptstadt des Aksumetischen Königreiches (1. Jahrhundert nach Christi). Hier wird auch, so glauben die Orthodoxen Christen die israelitische Bundeslade behütet. Ob dem so ist, ist schwer nachzuprüfen, da diese von einem Mönch bewacht wird. Der bewachende Mönch muss seine Lebensaufgabe vor seinem Tode an einen anderen Mönch übergeben.  So bleibt die ganze Geschichte geheimnisumwittert und überaus mythisch. Axum ist auch heute noch einer der wichtigsten heiligen Orte der Orthodoxen Christen in Äthiopien. Wir fanden die Stadt und die Sehenswürdigkeiten allerdings nicht sonderlich spannend. Nach einem Tag Besichtigung der bis zu 33 Meter hohen Stelen (die über 500 Tonnen wiegen), des Museums, ein paar Kirchen und des Bades der Königin von Saba ging es weiter nach Debre Damo. Dieses Kloster liegt auf einem Felsplateau und kann nur über eine senkrechte Felswand von 30 Metern mit einem Lederseil erklommen werden. Gemeinerweise ist der Zutritt nur für Männer gestattet und Viktoria musste unten warten. Hier oben scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es scheint, dass sich seit dem sechsten Jahrhundert hier nicht viel verändert hat. Die kleinen Hütten und das Kloster sind nicht sehr spektakulär. Vielmehr ist es die Sicht, die einen grandiosen Rundumblick über die Berge bis nach Eritrea bietet.

Am übernächsten Tag erreichten wir Lalibela. Die holprige Fahrt ging wieder über schlechte Straßen, wunderschöne Pässe und traumhafte  Landschaften (für 200 km hatten wir ca. 8 Stunden gebraucht). Lalibela (auch Neu-Jerusalem genannt) ist bekannt für seine Felsenkirchen und ist eine der heiligsten Städte Äthiopiens sowie „das“ Wallfahrtszentrum des Landes. Die sehr beeindruckenden und massiven mehrgeschossigen Kirchen wurden im zwölften und dreizehnten Jahrhundert aus den Felsen gehauen. Heute zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Lalibela war der erste Ort, an dem wir etwas aufatmen konnten, da ein Tourist-Development und Education Programm anscheinend die Einheimischen gelehrt hat, die Touristen in Ruhe zu lassen und nicht ständig anzubetteln.  Das war die reinste Wohltat.

Von Lalibela fuhren wir nach zwei Tagen an den Lake Tana nach Bahir Dar. Bahir Dar ist ein netter, sehr grüner exotischer Ort im Süden des Sees. Der Lake Tana ist bekannt für die Insel-Klöster aus dem vierzehnten Jahrhundert der Christlich-Orthodoxen Kirche. Wir hatten drei der Klöster besichtigt, die sehr bunt waren mit bildhaften Darstellungen der Glaubensgeschichte. Nach Aussage des Tourguids war es einfacher im vierzehnten Jahrhundert den Christlich Orthodoxen Glauben mit Bildern unter Analphabeten zu verbreiten. Die Inselklöster waren schön, jedoch besonders genossen hatten wir, mal einen Tag nicht im Auto durchgerüttelt zu werden, sondern sanft auf dem Wasser zu schaukeln. Auf dem Weg haben wir sogar ein Nilpferd gesehen.

Von Bahir Dar sind wir an einem Tag die relativ gut ausgebaute Strecke nach Addis Abeba gefahren. Wir haben uns sehr gefreut, in Addis Abeba unsere Freunde Dee und James aus England und unsere Biker Freunde Igor und Johannes im Wims New Holland House (GPS Koordinaten N9 00.589 E38 45.318) wiederzutreffen und hatten mit ihnen Weihnachten zusammen gefeiert. Wims, der Besitzer, ist Holländer, der für alle Probleme und Fragen eine Lösung hat.  Zusätzlich ist Wims New Holland House ein Overlandercamp, bei dem sich alle treffen, die entweder Richtung Süden oder Norden unterwegs sind. So hatten auch wir weitere interessante Leute kennengelernt, die ebenfalls auf dem Weg nach Südafrika sind. Addis Abeba war gefüllt mit Erledigungen, wie Visabesorgung bei der Kenianischen Botschaft (GPS Koordinaten: N9 01.945 E38 46.994), Besorgung der Comessa Versicherung für unser Auto (GPS Koordinaten N15 35.851 E32 31.624) und das Ausstempeln des Carnet de Passage bei der Customs and Road Athority (GPS Koordinaten N9 00.874 E38 47.969). Da wir die Turkana See Strecke gefahren sind, hätte es keine Möglichkeit mehr gegeben. Die Grenzposten sind nur minimal besetzt und es gibt keinen Zoll. Zusätzlich hatten wir unsere Lebensmittel aufgestockt und konnten es nicht fassen, dass wir in den Supermärkten italienische Spezialitäten, wie Panetone, Pasta, Mortadella, Parmesan etc. fanden. Gut für uns, dass die Italiener ihre kolonialistischen Spuren so gründlich und nachhaltig hinterlassen haben. Wir fanden es sowieso sehr erstaunlich, dass wir auf unserer Strecke von Norden nach Süden Äthiopiens (auch manchmal in den entlegensten Orten) frische Lebensmittel wie Avocados, Zwiebel, Tomaten, Mangos, etc. kaufen konnten. Wahrscheinlich waren wir  zu einer günstigen Jahreszeit dort. Uns wurden sogar regelrecht die Karotten durch unser Autofenster mitten in den Bergen auf ca. 3000 Metern Höhe gereicht. Das waren die köstlichsten und frischesten Karotten, die wir jemals gegessen hatten.

Einen Tag vor unserer Abreise aus Addis haben wir ein kurzes Interview mit zwei Mitarbeitern von dem Institute for Stustainable Development geführt. Das Entwicklungsprojekt beinhaltet die Verbreitung von „Best Practice“ Techniken unter den Landwirten. Aufgrund des Klimawandels müssen die Landwirte ihre Methoden umstellen um effizienter produzieren zu können und nicht hungern zu müssen. Dies ist besonders wichtig, da mehr als 85% aller Äthiopier in der Landwirtschaft tätig sind und diese einer der wichtigsten Exportgüter darstellt.

Nach Drei Nächten Addis Abeba haben wir uns auf den Weg Richtung Omo Valley gemacht. Wir sind die Strecke über Butajira und Sodo gefahren, die zur Abwechslung mal sehr gut ausgebaut war. In Konso hatten wir besonderes Glück mit unserer Übernachtung. Wir übernachteten etwas außerhalb des Ortes auf einer fantastischen Lodge (GPS Koordinaten N5 20.002 E37 25.794). Der Besitzer der Lodge ist zur Hälfte Schweizer und hat die Lodge sehr geschmackvoll mit einem Design aus dem Jemen und lokalen Materialien ausgestattet. Abends schlemmten wir in seinem Restaurant die lokalen Spezialitäten.

Weiter ging es am nächsten Tag nach Tumi, wo wir mit allen Overlandern, die wir im Wims getroffen hatten, Neujahr gefeiert haben. Die bis dahin angewachsene Gruppe bestand aus zwölf Leuten und es war sehr lustig und feucht-fröhlich. Leider konnte das Pärchen aus Holland Michael & Jeldau nur mit etwas Verspätung dazu stoßen, da sie ca. 40 km vor Tumi zwei platte Reifen hatten. Als wir um 20:00 Uhr davon erfuhren, hatten zwei von unserer Gruppe sofort ein Auto und zwei Ersatzreifen organisiert und die beiden noch an dem Abend „gerettet“.

Das Omo Valley ist nicht nur landschaftlich bezaubernd schön, sondern es gibt mit die faszinierendsten und buntesten ethnischen Gruppen Afrikas. Doch leider sind diese touristisch schon sehr erschlossen und eine Besichtigung fühlt sich eher an wie ein Zoobesuch. Außerdem ist ein Besuch eines Dorfes nur mit Scout und Guide möglich und kostet Unsummen von Personal-, Eintritts- und Fotogebühren. Da wir uns auf dem Weg Richtung Süden befinden und noch sehr viele Stämme sehen werden, haben wir uns entschieden nur bei einem Dorf des „Hammer-Stammes“  spontan auf unserem Weg nach Kenia vorbeizufahren. Auf unserem Weg Richtung Süden haben wir dann auch den einen oder anderen Stammangehörigen gesehen.

Die Ausreise nach Kenia war sehr unspektakulär und war in 10 Minuten erledigt, da wir die Formalitäten schon in Addis Abeba erledigt hatten.

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir die Landschaft Äthiopiens trotz zum Teil sehr schlechten Straßen sehr genossen haben und außergewöhnlich faszinierend fanden. Jedoch fühlten wir uns von den Menschen egal wo wir waren bedrängt. Wie anfangs schon erwähnt, wurden wir sogar mit „Hello Money“ begrüßt oder mit den Worten „You have to give me money!“.  Die Menschen scheinen sich so sehr an Hilfe von außen gewöhnt zu haben, dass alles was nicht äthiopisch aussieht angebettelt wird. Ohne Zweifel, das Land ist sehr arm. Viele Menschen leben und betreiben ihre Landwirtschaft wie vor 3000 Jahren. Wir haben auf dem Weg vom Norden in den Süden keinen einzigen Traktor gesehen sondern nur Menschen, die mit Holzgabeln und Tieren arbeiteten. Irgendetwas scheint mit der Entwicklungshilfe in Äthiopien nicht zu stimmen. Es scheint so, dass in keinem Land Afrika’s mehr Entwicklungshilfe geleistet wird als dort. Wir hatten in jedem auch noch so kleinen  Dort mindestens ein Schild von internationalen Entwicklungsprojekten gesehen. Jede erdenkliche Entwicklungsorganisation ist bestimmt einmal in Äthiopien vertreten. In Addis Abeba gibt es das teuerste und beste Hotel Afrika’s und wie wir gehört haben, übernachten dort viele Mitarbeiter von Entwicklungsgesellschaften. Zusätzlich fahren diese Mitarbeiter mit den neuesten und teuersten Geländewagen durch die Gegend. Es ist für uns schwer nachvollziehbar, dass im Osten des Landes zur Zeit eine der schlimmsten Hungerkatastrophen herrscht trotz guter Ernte und langer Regenzeit. Wir haben den Osten Äthiopiens nicht bereits, da wir aus Sicherheitsgründen und sehr schlechten Straßen nicht zu nahe an die somalische Grenze fahren wollten.

Unsere Highlights:

  • Die faszienierenden Landschaften Äthiopiens
  • Die wunderschöne Bergwelt der Simien Mountains
  • Die Felsenkirchen von Lalibela
  • Der schöne und exotische Ort Bahir Dar
  • Die Klöster auf dem Lake Tana
  • Die unterschiedlichen ethnischen Stämme des Omo Valley‘s
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Die Geduldsprobe

Die Überfahrt mit der Fähre über den Nasser Stausee von Ägypten in den Sudan, war eines jener Erlebnisse, die man schnell verdrängen möchte, jedoch niemals mehr vergisst. Nachdem wir eine Woche auf die Abreise gewartet hatten, war das Durcheinander vor der Abfahrt perfekt: Der durchlöcherte Ponton auf dem unser Auto transportiert werden sollte, wurde doch noch kurz vor Abfahrt  notdürftig mit Zement geflickt. Jedoch hatte der Steuermann, der den Ponton fahren sollte, plötzlich eine Woche frei, es sei denn, die Höhe des „Bakschisch‘s“ (Trinkgeld) könnte ihn davon überzeugen, doch zu arbeiten. Wir sammelten unter den Mitreisenden aus England, Deutschland, Italien und Australien einen entsprechenden Betrag mit dem wir den Steuermann überredeten, seinen Urlaub zu verschieben.

Endlich war es dann soweit, am Montag, den 29.11.11 fuhren wir unsere Fahrzeuge auf den Ponton und hofften, dass der frische Zement halten wird.

Danach ging es bei uns auf die Personenfähre, die nicht gerade einer Luxuskarosse entsprach, sondern eher einem verrosteten Kahn kurz vor seinem Untergang. Die nächsten zwanzig Stunden auf der Fahrt von Assuan (Ägypten) nach Wadi Halfa (Sudan) verbrachten wir gedrängt mit unzähligen Ägyptern, Sudanesen und Libyern, sowie Hunderten von Taschen, Koffern, Fernsehern, Waschmaschinen und allerlei undefinierbaren Gegenständen.

Die Entschädigung dafür bekamen wir in dem Augenblick als wir sudanesischen Boden betraten. Wir wurden mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen. Unser anfängliches Misstrauen gegenüber freundlichem Grüßen war absolut unbegründet, da im Gegensatz zu den ägyptischen Nachbarn uns die Sudanesen nichts andrehen und uns nicht über den Tisch ziehen wollten. Sogar die Preise im Laden stimmten auf Pfund und Piaster. Nach vier Wochen Ägypten war das die reinste Wohltat.

Wir wurden jedoch von Tag zu Tag betrübter, da der Ponton weder an dem versprochenen zweiten, noch am dritten oder vierten Tag eintraf. Es konnte kein Kontakt zu dem Steuermann des Pontons aufgenommen werden und wir sahen unseren Toyota schon auf dem Nasser Stausee-Grund liegen. Umso erleichterter waren wir, als unser Buschtaxi heil und unversehrt nach fünf Tagen im Hafen von Wadi Halfa einfuhr. Schuld an der Verzögerung waren das notdürftig reparierte Loch im Ponton, sowie die Tatsache, dass dieser heillos überladen war. Dadurch lag der Ponton zu tief im Wasser und konnte nur im Schneckentempo fahren. Zusätzlich lief ziemlich viel Wasser hinten hinein. Uns blieb nichts anderes übrig, als die Wartezeit mit leckeren Falafeln und Unmengen Tee und Kaffee, sowie bester Unterhaltung mit unseren Leidensgenossen zu vertreiben. Mike von Dragoman Overlanders aus Australien, Dee und James aus England, sowie Igor und Johannes aus Deutschland www.zweidurchafrika.de. Unterwegs mit Lastwagen, Landcruiser und Motorrädern. Eine bunte Truppe, mit der wir viele Informationen ausgetauscht, herzlich gelacht und „geduldig“ gewartet haben.

In der Zeit haben wir auch Barbara und Franz kennengelernt (www.stoerch-besel.de.tl). Die beiden sind mit dem Fahrrad von Kapstadt nach Kairo unterwegs und hatten schon ca. 9000 km auf dem Mountainbike geschafft. Die beiden sahen unglaublich durchtrainiert aus und hatten interessante Erlebnisse zu berichten.  Netterweise haben sie uns Ihre sudanesische SIM-Karte geschenkt. Im Sudan kann man über Mobilfunkempfang für unglaubliche 0,18 Euro den ganzen Tag im Internet surfen.

Leider konnten wir unser Auto erst am nächsten Tag aus dem Hafen fahren, da plötzlich die Computer zur Zollabfertigung nicht funktionsfähig waren. Also wieder geduldig warten. Am Sonntag, den 5.12.11, dem sechsten Tag nach unserer Ankunft war es endlich soweit: Auto aus dem Hafen auslösen, zur Fischfabrik fahren und Wasser bunkern, leckere Dinge auf dem Markt kaufen (ja, es gibt auch Erdbeeren mitten in der Wüste) und dann ab in den Tiefsand. Knapp 300 Kilometer Richtung Süden, entlang der Bahnstrecke durch die Nubische Wüste. Traumhafte Offroad-Strecken, Duschen mit 360 Grad Panorama sowie Lagerfeuer und Schlafen unter tausenden Sternen haben die Tage im Nu vorbeifliegen lassen.

Am dritten Tag haben wir Abu Hamed erreicht, die erste Stadt am Nil, wo wir durstig über die erstbeste Tankstelle hergefallen sind. Weiter ging es Richtung Süden, entlang des Nils zwischen Atbara und den Pyramiden von Meroe. In einem kleinen Tal, abseits der Straße haben wir mit einem gemütlichen Lagefeuer unser Camp für die Nacht aufgeschlagen. Am nächsten Morgen bei der Besichtigung der Pyramiden von Meroe haben wir James und Dee aus England wiedergetroffen und spontan beschlossen den Tempel-Trail rund um Musawwarat gemeinsam zu fahren. Abends wieder gemütliches Lagerfeuer, diesmal mit interkulturellem Austausch in Form von „Excellent British Earl Grey Tee“. Entlang des Tempel-Trails (wunderschöne, gut erhaltene Tempel), Off-Road über Stock und Stein, mitten durch traumhaft schöne Landschaften, vorbei an kleinen Siedlungen, Wasserbrunnen sowie wilden Kamelen, ging es am Nachmittag dann nach Khartum.

In Khartum sind wir zuerst zur Deutschen Botschaft gefahren um ein Schreiben, für die Einreise mit dem Fahrzeug nach Äthiopien zu besorgen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass dieses nicht mehr benötigt wird und dem war dann auch so. Danach sind wir direkt zum National Camp Ground gefahren. Empfangen wurden wir vom Manager, der gleich mit Hand anlegte, die Zentimeter dicken Staubschichten von unserem Auto mit Hilfe eines Wasserschlauchs, direkt vor der Mosche, zu entfernen. Wir haben uns sehr gefreut, hier unsere beiden Biker-Jungs Johannes und Igor wiederzutreffen. Die folgenden beiden Tage verbrachten wir mit einer Aneinanderreihung von Erledigungen: Vorräte aufstocken, Waschen, Putzen, Tanken, Mailen sowie einer routinemäßigen Wartung des Toyotas (Filter wechseln, Abschmieren, etc.). Ein Highlight dieser Tage waren die tanzenden Derwische. Jeden Freitagnachmittag, treffen sich die Derwische vor einer großen Mosche direkt auf dem Friedhof Hamid El-Nile Tomb (GPS Koordinaten N15 37.588 E32 27.773) zum Singen, Trommeln, Tanzen, Lachen und Reden. Es dauerte nicht lange, bis wir von ihnen in den Bann gezogen wurden. Hier haben wir ein Stück authentisches Afrika miterleben dürfen.

Am nächsten Mittag hatten wir uns zusammen mit den Motorrad-Jungs Igor und Johannes und den Engländern Dee und James auf den Weg in Richtung äthiopische Grenze gemacht. Das erste Nachtlager hatten wir an einem Fluss auf einem abgegrasten Feld mit unzählig vielen getrockneten Kuhfladen aufgeschlagen. Wie wir festgestellt haben, eignen sich getrockneten Kuhfladen hervorragend für ein Lagerfeuer, wenn kein Holz zur Verfügung steht. Not macht erfinderisch. Am nächsten Morgen ging es weiter jedoch mussten wir ca. 30 km vor der Grenze noch einmal übernachten, da es für einen Grenzübertritt zu spät war. Unsere Übernachtung war diesmal Mitten im Gebüsch in der Nähe einer Wasserstelle. Wie wir am nächsten Morgen feststellten, dient die Wasserstelle der Bevölkerung und deren Tieren als Wasserspeicher. Als wir erwachten waren wir umringt von Herden von Ziegen, Schafen und Kamelen, die alle den Durst für den Tag stillten. Die Hirten beäugten uns in respektvollem Abstand und grüßten mit einem schüchternen Winken.

Wir haben den Nordsudan nur mit liebenswerten, hilfsbereiten und ehrlichen Menschen kennengelernt und es ist für uns schwer vorstellbar, dass ein paar Kilometer weiter immer noch kriegerische Auseinandersetzungen sowie Mord und Totschlag stattfinden. Aus Sicherheitsgründen ist es für Touristen nicht möglich, vom Nordsudan in den Süd Sudan zu reisen. Wir werden eventuell versuchen, zu einem späteren Zeitpunkt entweder von Uganda oder Kenia den Süd Sudan zu bereisen.

Highlights

  • Die Schönheit der Nubischen Wüste
  • Der beeindruckende Tempel Trail
  • Die schoenen Pyramieden von Meroe
  • Die Übernachtung an der Wasserstelle vor der Äthiopischen Grenze
  • Die ehrlichen und freundlichen Sudanesen
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Zuhause in Ägypten

Luxor war für uns wie ein Eintauchen in eine andere Welt. Die Stadt mit Umgebung hat atemberaubende Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Highlights waren sicherlich die unglaublich vielen und zum Teil sehr gut erhaltenen Tempelanlagen (z.B. Karnak Tempel) sowie die Gräber im Tal der Könige mit wunderschönen Wandmalereien (z.B. Tutanchamun). Getoppt wurde das Ganze von einem Heißluftballonflug zum Sonnenaufgang über dem Tal der Könige und dem Hatschepsud Tempel für unglaublich günstige 350 LE (ca. 40 Euro).

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Allerdings ist Luxor ein Ort voller Kontraste und Brüche. Die Einheimischen versuchen die wunderschönen Sehenswürdigkeiten mit so viel Lärm und Krach wie möglich zu umgeben. Aus überdimensional großen Lautsprechern trällern nicht nur die Muezzins den ganzen Tag aus allen Richtungen, sondern auch lokale orientalische Musik bietet „Unterhaltungsprogramm“  (ob man möchte oder nicht) über mehrere Stunden hinweg. Unzählige Nilkreuzer liegen am Uferrand von Luxor seitdem der Tourismus eingebrochen ist, und die paar Touristen, die noch da sind, werden überrannt von den Einheimischen.

Glücklicherweise haben wir in unserem Rezeiky Camp den Reiseleiter Toni von den Dragoman Overlanders kennengelernt. Die Overlanders fahren mit Ihrem kleinen Lastwagen und ca. 20 Reisenden die Route Kairo – Kapstadt. Toni war so nett, unsere Pässe und Visa-Anträge zum Sudanesischen Konsulat in Assuan mitzunehmen. Das hat uns einige extra Tage in Luxor ermöglicht und die Sudan-Visumbeschaffung wesentlich erleichtert, da das Visum normalerweise sieben Tage dauert.

Nach vier Tagen Luxor haben wir uns auf den Weg nach Assuan gemacht, um uns um das Fährticket und das Sudanvisum vor Ort zu kümmern. Unterwegs haben wir den Tempel von „Horus“ besichtigt. Dieser ist der best erhaltendste Tempel von ganz Ägypten. In Assuan haben wir uns im Isis Hotel direkt am Nil einquartiert. Wie es der Zufall wollte, haben wir am nächsten Tag bei der Nile Valley Cooperation unsere Motorrad-Freunde Susi, Mark und Tom wiedergetroffen, die wir zuletzt in Little Petra gesehen haben. Es gab ein großes Hallo mit vielen neuen Geschichten und Erlebnissen. Nachdem wir uns das „Clearence-Formular“ beim Traffic Court geholt hatten (dieses besagt, dass wir immer anständig gefahren sind und uns an die Verkehrsregeln (welche Regeln?) gehalten haben) wurde uns mitgeteilt, dass der „Ponton“, auf dem unser Auto in den Sudan schippern soll, immer noch in Wadi Haifa (Sudan) steht. Mr. Salah von der Nile Valley Cooperation versicherte uns, sich für uns einzusetzen und so Gott will „Inschallah“ sollen wir morgen wiederkommen. Vielleicht gibt es dann eine Lösung für dieses Problem.

Mr. Salah konnte leider auch am nächsten Tag an der Tatsache nichts ändern, dass der „Ponton“  immer noch in Wadi Haifa (Sudan) stand. Es gäbe da zwar noch einen zweiten „Ponton“,  der hätte aber gerade ein Loch und könne deswegen nicht benutzt werden. Da der „Ponton“ nur einmal die Woche fährt, mögen wir doch nächste Woche Samstag wiederkommen und dann “Inschallah“ würde es vielleicht eine Möglichkeit geben. Zumindest hatten wir an diesem Tag nach fünf langen Stunden Wartezeit beim sudanesischen Generalkonsul endlich unser Visum für den Sudan in der Hand. Wenigstens ein Sieg!

Von Ägypten in den Sudan kann man bis zum heutigen Tage nur mit der Fähre (bzw. das Auto auf einem Ponton) zu einem unglaublich hohen Preis einreisen. Vorreservierungen oder Online-Buchungen sind nicht möglich. Es gibt zwar mittlerweile eine bis auf 10 m fertiggestellte Straße, jedoch fehlt hierzu ein Abkommen der beiden Länder. Ein Passieren über die Straße würde große Einbußen für das Fährunternehmen bedeuten. Weitere Details zu diesem Thema können aus einem separaten Beitrag,  Grenze „Ägypten – Sudan“ entnommen werden.

Da wir nun eine Woche länger in Ägypten bleiben mussten, haben wir spontan beschlossen, aus unserer Situation das Beste zu machen und die Wartezeit am Roten Meer in Marsa Alam beim Beach Safari Camp (GPS Koordinaten N25 11.767 E34 49.009) mit Tauchen und Schnorcheln zu überbrücken. Wir konnten uns nicht beschweren, es gibt durchaus schlechtere Orte, die Zeit auszusitzen. Am Freitag, den 25.11.2011 sind wir dann wieder nach Assuan zurückgefahren und haben uns dieses Mal im Phiale Hotel einquartiert. (GPS Koordinaten N24 05.357 E32 53.668). Es ist ein sehr nettes, sauberes und gepflegtes Hotel. Bei Ankunft wurden wir von der Hotelbesitzerin zum Grillen auf Ihr Grundstück am See eingeladen. So konnten wir mal eine ganz andere Seite von Ägypten kennenlernen und genießen.

Am nächsten Morgen, den 26.11.2011 ging es dann wieder zu Mr. Salah und wieder das gleiche Spiel. „Inschallah“ der „Ponton“ ist zwar nun in Assuan aber durch einen Unfall ist nun auch dieser defekt. Leider ist heute und morgen Feiertag, so dass der Ponton nicht repariert werden kann. Wir sollen doch morgen wiederkommen. Das stellte uns wirklich auf eine harte Geduldsprobe. Ein Reiseleiter mit LKW von Dragoman saß ebenfalls in Assuan fest (die 20 Reisenden wurden bereits letzte Woche mit der Personenfähre transportiert). Da Dragoman regelmäßig diese Tour fahren, konnte der Reiseleiter großen Druck auf das Fährunternehmen ausüben. Am 27.11.2011 vormittags regte sich dann endlich etwas. Nachdem uns Mr. Salah wieder um einige Stunden vertröstet hatte, gab es plötzlich einen Platz für unser Auto auf einem dritten und kleineren Ponton, der plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht ist! Von der Überfahrt mit der Fähre berichten wir in unserem nächsten Blog “Inschallah“.

Unsere Eindrücke von Ägypten

Nachdem wir ca. vier Wochen einmal durch Ägypten gereist sind, kommt so langsam das Gefühl auf, sich hier Zuhause zu fühlen. Plötzlich begegnet man den Menschen nicht mehr mit europäischen Vorstellungen. Man möchte nicht mehr gleich alles verbessern, weil man ja weiß, wie es geht. Nein, man möchte einfach nur mitfließen, in diesem riesigen Strom von Menschen, Gerüchen und Geräuschen. Sogar das laute Geplärre des Muezzins lässt einen morgens um 4.30 Uhr nicht mehr aus dem Schlaf fahren. Und auch die Gewissheit, dass man immer mindestens doppelt so viel zahlt wie die Einheimischen steckt man mit einem müden Lächeln weg.

Die 80 Millionen Einwohner Ägyptens durchleben im Moment keine einfache Zeit. Seit der Revolution ist der Tourismus, der eine Haupteinnahmequelle der hiesigen Wirtschaft ist, dramatisch eingebrochen. Daneben sind die Lebenshaltungskosten explodiert. Zusätzlich ist das politische und rechtliche Umfeld unübersichtlich und unsicher geworden. So haben wir zum einen das Glück, dieses schöne Land mit wenig anderen Touristen teilen zu müssen, aber zum anderen merken wir auch, wie verzweifelt die Menschen auf der Suche nach Urlaubern sind, denen sie ihre Dienstleistung anbieten können.
Interessant ist die Entwicklung der beiden größeren Gruppierungen hier im Land. Auf der einen Seite stehen die Muslime, die seit dem 11. September im Allgemeinen und jetzt nach der Revolution im Besonderen ihren Machteinfluss stark ausbauen konnten. Auf der anderen Seite gibt es die Christen (Kopten), für die das Leben immer schwieriger wird. Wir haben mit Einzelnen von Ihnen gesprochen und die Zukunftsängste, die sie mit sich tragen, sind überwältigend. Die allermeisten sehen in Ägypten für sich und ihre Familien keine Zukunft mehr. „The future is black, I can feel this in my heart“…
So reisten wir durch ein Land, das Jahrzehnte unter einer eisernen Diktatur gelebt hat und sich nun im Umbruch befindet – und keiner weiß, was die Zukunft bringen wird.

Unsere Highlights:

  • Die Tempelanlagen (Karnak, etc.) von Luxor und das Tal der Könige
  • Die Heißluftballonfahrt über den Sehenswürdigkeiten von Luxor
  • Die schwierige Beschaffung des Sudan-Fährtickets und das lange Warten darauf
  • Schnorcheln in Marsa Alam

Gewinne eine persönliche Postkarte aus dem Sudan!

Wir haben ein lustiges Gewinnspiel für Euch. Und so geht es: Schreibe einen witzigen Kommentar unter diesen Beitrag und wir werden in einer sogenannten Lotterie, die von der ägyptischen Polizei überwacht wird, einen Gewinner ermitteln. Der Gewinner wird von uns dann per email benachrichtigt und erhält eine originelle Postkarte aus dem Sudan. Das geht natürlich nur, wenn er uns seine Postadresse dann per email mitteilt.

 

 

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Zu Besuch beim Pharao

Rückblickend können wir sagen, fünf Tage Autofahren in Ägypten ist wie „Tetris“ auf der Straße. Es gibt eigentlich keine Regeln, man fährt wie es einem gefällt, und wer das größere Fahrzeug und die lautere Hupe hat, der gewinnt.
Aus vier Spuren werden sechs gemacht und man schiebt sich Zentimeter genau aneinander vorbei. Zwischen stehengebliebenen Bussen, Eselwagen und vielen Millionen Autos, Motorrädern und solchen, die man kaum noch so nennen kann. Aber jetzt einmal der Reihe nach.

Nachdem wir das May Fair Hotel (GPS Koordinaten N30 03.565 E31 13.261) in Zamalek (Botschaftsviertel) gefunden haben, sind wir am 06.11.2011 früh morgens voll Elan und Zuversicht zu den Botschaften gefahren um unsere Visa für Sudan und Äthiopien zu beantragen.

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Und nun müssen wir gleich unser Urteil über die Israelis revidieren;  auch Ägypten besteht anscheinend nur aus Feiertagen! Oder ziehen wir vielleicht die Feiertage an? Aufgrund des „Opferfestes“ hatte die sudanesische Botschaft (GPS Koordinaten N30 02.371 E31 14.050) die ganze kommende Woche geschlossen, die äthiopische Botschaft (GPS Koordinaten N30 02.398 E31 12.279) für 4 Tage und die Deutsche Botschaft (für das äthiopische Empfehlungsschreiben) für 2 Tage (GPS Koordinaten N30 03.301 E31 13.134). Was nun? Wir haben uns kurzerhand entschlossen die vier Tage für das Äthiopienvisum in Kairo zu bleiben und Stadt, Museen und Umgebung zu erkunden. Das Sudan-Visum werden wir in Assuan bei der diplomatischen Vertretung holen.

Anstatt dessen sind wir an dem Tag mit dem Auto zu den Gizeh Pyramiden gefahren. Vorher hatten wir uns auf die Straßen von Kairo gewagt, um an dem Opferfest-Spektakel teilzunehmen. Das sogenannte Opferfest ist das höchste islamische Fest und alle gläubigen Muslime haben die Pflicht, ein Tier zu opfern. Deswegen standen überall verstreut mitten in dem Großstadt-Tumult Herden von Schafen, Ziegen und Kühen und wurden nacheinander vor Schaulustigen und Fleischkaufwütigen geschlachtet. Das Blut floss nur so in Strömen auf den nicht gerade sauberen Straßen. Wir ersparen weitere Einzelheiten sowie Fotos, mit Rücksicht auf unsere vegetarischen Freunde (Viktoria hat seitdem kein Fleisch mehr angerührt!).

Die Pyramiden von Gizeh waren ein großartiges Erlebnis. Dieses Erlebnis wurde nur von den berühmt-berüchtigten, sehr aufdringlichen Schleppern, Verkäufern und anderen zwielichtigen Gestallten getrübt. Wir fühlten uns sozusagen auf Schritt und Tritt verfolgt.

Leider waren wir an dem Tag etwas vom Pech verfolgt. Ein uneingeladener Gast ist abends in unser Hotelzimmer eingebrochen, während wir auf der Hotellobby-Terrasse gearbeitet haben, und hat unser Computer-Tablett und Bargeld mitgenommen. Wir waren anfangs sehr niedergeschlagen, haben uns jedoch deswegen nicht allzu lange gegrämt. TIA (This is Africa!). Wir haben von Einheimischen vernommen, dass die Polizei seit der Revolution in Ägypten nicht mehr wirklich ihrer Arbeit nachgeht und somit immer mehr Kriminalität ihren freien Lauf nimmt. Dadurch etwas verspätet als geplant haben wir uns am nächsten Nachmittag auf den Weg nach Sakkara gemacht, um die Stufenpyramiden und die wunderschönen Grabkammern mit sehr gut erhaltenen Reliefs zu besichtigen. Die Straßen waren fast leer und relativ gut zu befahren – einen Vorteil müssen die Feiertage ja auch haben!

Die nächsten Tage in Kairo besuchten wir das Ägyptische Museum und den Bazar Khan El Kalili. Das Ägyptische Museum ist im wahrsten Sinne des Wortes lieblos vollgestopft mit den wunderschönsten altägyptischen Kunstgegenständen aus mehreren Epochen. Trotzdem ist es ein absolutes Highlight.

Am Donnerstag, den 10.11.2011 haben wir das Äthiopien-Visum vor unserer Weiterfahrt in einer Rekordzeit von drei Stunden erhalten (dauert normalerweise einen Tag).

Gegen Mittag haben wir uns auf den Weg nach Al Fayyum zu den Süßwasser-Seen und weiter nach El-Hitan gemacht. Die Weite, Sauberkeit und Ruhe der Wüste, konnten wir nach den Tagen in Kairo so richtig genießen. Wir fanden es sehr beeindruckend, mitten in der Wüste gut erhaltene Dinosaurierknochen sowie Skelette von Wahlfischen vorzufinden. Die Campsite ist direkt beim Eingang Wadi El Hitan (GPS Koordinaten N29 15.842 E30 01.351). Wir haben die Nacht an einem der beiden Seen mitten in der Wüste unter tausenden Sternen und einer unendlichen Ruhe verbracht. Von dort haben wir, teilweise auf Sandpiste, größtenteils off-road die 60 Kilometer zur Oase Bawiti zurückgelegt. Ein Traum für jeden Offroad-Fahrer. In Bawiti sind wir im Eden Garden Camp (GPS Koordinaten N28 18.060 E28 56.393) untergekommen. Ein freundlicher Besitzer und alles relativ sauber. Da die Oase von heißen Quellen gespeist wird, kann man überall seine Füße reinstecken oder sich gleich ganz in dem natürlich warmen Mineralwasser baden. Auf dem Weg zur Weißen Wüste hat sich Julian ein kleines Bad, an einer Oasenpumpstation mit sagenhaftem Wüstenpanorama in dem warmen Quellwasser gegönnt (GPS Koordinaten N28 02.057 E28 42.541). Nach dieser kleinen Körperreinigungs-Aktion ging es weiter in die weiße Wüste. Wie kann man die Weiße Wüste am besten beschreiben? Traumhaft, sagenhaft schön, von einem unglaublich strahlendem Weiß. Unsere Fotos geben einen kleinen Eindruck. Inmitten der weißen Pracht sind wir wieder in unser Lieblingshotel „Unter tausend Sternen“ eingezogen und haben, Pasta, Pesto, Lagerfeuer und Bier genossen. (GPS Koordinaten N27 15.764 E28 11.693). Weiter ging es über die Oasen Al-Farafra, Abu Minqar, Mut, Bala, Kharga und weiter nach Luxor. Dort haben wir uns im Rezeiky Camp einquartiert – ein Overlander Hotspot und eine nette Unterkunft mit Secure Parking, Camping und Hotel (GPS Koordinaten N25 42.683 E32 38.919).

An dieser Stelle etwas zu den GPS Karten. Wir benutzen die Open Street Map Karten für Garmin und die Tracks4Africa. Diese beiden Karten sind eine ideale Kombination und scheitern nur manchmal in Kairo bei dreistöckigen Verkehrsstraßen!

Und Weiteres im nächsten Blog…

Unsere Highlights:

  • Das Opferfest in Kairo
  • Der chaotische Straßenverkehr in Kairo
  • Die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten von Kairo und Umgebung.
  • Die Al Fayyum Süßwasserseen und die Wahlfischknochen im Wadi El Hitan
  • Die traumhaft schöne Weiße Wüste

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Von Asien nach Afrika

Nachdem wir es endlich geschafft hatten, die Fähre von Aqaba nach Nuweiba um 01:30 Uhr nachts zu boarden, ging es anschließend direkt noch auf dem Schiff durch die ägyptische Passkontrolle. Netterweise hatte uns ein Angestellter der Fährgesellschaft gleich in den VIP Salon der Fähre dirigiert, wo es angenehm leer und sehr ruhig war im Gegensatz zu der überfüllten, lauten und stinkenden Economy-Klasse. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Das Beste waren die dicken gemütlichen Ledersofas, die uns einen herrlichen Schlaf bescherten. Als wir am nächsten Morgen erwachten, lief das Schiff schon in den Hafen von Nuweiba ein. Dass wir noch größeres Glück hatten, haben wir erst die letzten Tage den Medien entnommen.

Auf der Fähre, mit der wir von Aqaba nach Nuweiba gefahren sind, ist nur eine Woche später im Laderaum Feuer ausgebrochen. Es kamen zwar fast keine Menschen zu Schaden (nur eine Person), jedoch wäre unser schöner Toyota mit Sicherheit den Flammen zum Opfer gefallen.

Die vielgefürchtete Einreise nach Ägypten gestaltete sich als relativ angenehm. Ein sogenannter Tourist Police Officer half uns durch den Dschungel der Einreise-, Versicherung-, Zoll- und weiteren mehr oder minder undurchsichtigen Papiere und Formulare. Nach einer Stunde und 1200 LE (ca. 150 Euro) rollten wir auch schon aus dem Hafen. Wieder galt unser erster Stopp einer Tankstelle und uns kamen fast die Freudentränen bei 0,19 Euro pro Liter.  Auf Empfehlung eines Reiseführers, steuerten wir ein Beachresort in Nuweiba an. Und tatsächlich, „Soft Beach“ war ein Glücksgriff (GPS Koordinaten N29.02283 E34.67382). Sauber, schöner Stand und vorzügliches Essen für wenig Geld. Dieser Platz ist jedem, der hier vorbeikommt, zu empfehlen. Sogar Internet gab es und so konnten wir uns wieder in das interstellare Geschehen des weltweiten Netzes einklinken. Nach so vielen Tagen Wüste und Berge, war dies der ideale Platz, um alle wichtigen Dinge für die kommenden Tage/Wochen zu planen.

Nach vier Tagen, Sonne, Strand, leckerem Essen und viel Arbeit am Computer haben wir uns am 02.11.2011 auf den Weg zum Katharinenkloster gemacht. Auf der Strecke haben wir diverse Polizei- und Militärkontrollen problemlos passiert. Wir haben uns die Offroad-Strecken durch das weiße Wadi gespart, da wir in Jordanien schon ausgiebigst durch die Wüste gefegt sind. Das Katharienenkloster (GPS Koordinaten: 28° 33′ 21″ N, 33° 58′ 32″ O) liegt auf 1500 Meter Höhe und wurde zwischen 548 und 565 gegründet. Heute wird das Kloster griechisch-orthodox geführt, doch leider ist nur ein Teil des Klosters zugänglich.

Einquartiert haben wir uns im Farag Fox Camp (GPS Koordinaten 28º33,85689’N, 33º57,50381’E), welches von Beduinen geführt wird und ebenfalls von uns zu empfehlen ist. Am Nachmittag wurden wir dort Zeuge eines tiermedizinischen Spektakels, da ein Kamel krank war.  Wenn keine Medizin wirkt, werden die traditionellen Methoden der Beduinen angewandt. Die Zunge des Kamels wurde mit Lappen und Stein gereinigt und danach der gesamte Mund mit Salz eingerieben. Zum Schluss wurden dem Kamel drei tiefe große Brandmale an Hals und Kopf mit einem glühenden Eisenstock hinzugefügt. Man glaubt es kaum, aber das Kamel hat alles über sich ergehen lassen und ist nun wohlauf.

Am 3.11.2011 früh morgens um 02:00 Uhr machten wir uns mit einem Guide auf den Weg zum Mosesberg, um den Sonnenaufgang in den Wüstenbergen zu erleben. Die Nacht war bitter kalt. Als wir das hellerleuchtete Dorf hinter uns ließen, wurden wir von völliger Dunkelheit, Stille und einem unglaublichen Sternenhimmel umgeben. Der Aufstieg erfolgte zu Beginn auf einem nur von Einheimischen benutzten Pfad. Somit waren wir fernab von den Touristenmassen. Jedoch führten die letzten 750 Stufen mit dem Katharienenkloster-Pfad zusammen. Hier trafen wir dann die Horden von zum Teil hausschuhtragenden Paulschaltouristen. Ab da war ein Vorwärtskommen nur noch im Schneckentempo möglich. Trotzdem hat sich der Aufstieg gelohnt, da es kaum etwas Magischeres gibt, als das erste Licht des sich ankündigenden Tages, welches die Wüste und Berge in all ihren Schattierungen hervorhebt.

Direkt neben unserem Beduinencamp ist uns sofort ein ausgefallenes, wunderschönes Haus aufgefallen. Der Besitzer ist ein Deutscher mit dem Namen Cosmos. Cosmos ist ein ehemaliger Beuys-Schüler, der mit seiner Frau Irma von 1997 bis 2007 zu Fuß mit zwei Eseln von Köln bis nach Jerusalem bzw. dann zum Katharienenkloster gelaufen ist. Neben dem Beduinencamp, ganz in der Nähe des Klosters haben sich die beiden 2007 entschieden, sich dort mit Ihren 2 Eseln niederzulassen und ein Haus zu bauen. Seine spannende Geschichte haben wir auf Video festgehalten.  Weitere Informationen und Reiseberichte sind seiner Webseite zu entnehmen:  cosmos-damian-factory.org

Zusätzlich hatten wir nachmittags Dr. Hilary Gilbert interviewt. Sie hat die South Sinai Foundation ins Leben gerufen, womit sie das Leben und den Stand der Beduinen in Ägypten mit kleinen Hilfsprojekten verbessert. Ihre Arbeit und Ihre täglichen Herausforderungen haben wir ebenfalls auf Video festgehalten. Ihre Projekte umfassen: Bildung, Gesundheit, nachhaltige Entwicklung und Arbeitsbeschaffung für Beduinen, Erhaltung von Kultur und Umwelt. Weitere Informationen sind ihrer Webseite zu entnehmen www.southsinaifoundation.org

Am 04.11.2011 sind wir morgens vom Katharienenkloster abgefahren in Richtung Kairo. Wir hatten die Nacht in der Wüste in unserem Dachzelt verbracht, da der auf der Strecke einzig ausgewiesene Campingplatz eher einer Müllhalde glich.

Am nächsten Vormittag, den 05.11.2011 sind wir in Kairo eingetroffen, nachdem wir wieder durch unzählige Polizei und Militär-Checkpoints mussten. Die Checkpoints sind vor und nach jedem Ort zur Passkontrolle stationiert. Wir durften  jedoch immer gleich weiterfahren, sobald unsere Nationalität identifiziert war. Da wir wegen dem Sudan- und Äthiopienvisum in Kairo waren, haben wir ein Zimmer im „May Fair Hotel“ genommen, das günstig gelegen direkt im Botschaftsviertel von Kairo ist. Das Hotel ist nett und sauber (für ägyptische Verhältnisse) (GPS Koordinaten: N30.05941 E31.22102)

Und Weiteres im nächsten Blog….

Unsere Highlights:

  • Angenehme Fährfahrt in der VIP Lounge und einfache Einreise nach Ägypten
  • Arbeitsreiche Tage am schönen Strand von Sinai
  • Kamelbehandlung nach Beduinen-Methode
  • Besteigung des Mount Sinai
  • Interview mit Cosmos. Der Deutsche der mit 2 Eseln von Köln nach Jerusalem lief
  • Interview mit Hilary. Gründerin der South Sinai Foundation
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Willkommen im Mittleren Osten

Raus aus der strengen Organisation, aus den vielen Sicherheitskontrollen und rein in den Orient. Handeln, fliegende Händler an der Autobahn, Männer in langen Gewändern, kopftuchtragende Frauen, Luxus-Limousinen die zwischen Ziegenherden parken, Menschen die neben Ziegen, Eseln oder Kamelen leben und gleichzeitig  viele Luxushotels und Resorts. Gastfreundliche, ehrliche Bewohner. Eintauchen in ein faszinierendes Land mit vielen Kontrasten.

Am 23.10.2011 sind wir früh  morgens in Eilat aufgebrochen und haben die Grenze nach Jordanien überquert. Die Ausreise war völlig problemlos:  Zollpapiere abgegeben, 100 Schekel (ca. 20 €) bezahlt und nach 15 Minuten waren wir schon auf der jordanischen Seite. Dort durch die Passkontrolle, für eine Woche Autoversicherung abgeschlossen (Kostenpunkt 24 JHD, ca. 25 €) und nach 20 Minuten waren wir in Jordanien. Das war richtig erholsam nach der herausfordernden Israel-Einreise 10 Tage vorher. GPS Geräte dürfen nach Jordanien nicht eingeführt werden, wenn sie nicht fest in das Fahrzeug eingebaut sind. So hatten wir natürlich keines dabei und haben uns  erst einmal bis Aqaba durchgefragt, da wir auch keine Karten besitzen. Zuallererst hatten wir eine Tankstelle aufgesucht. Der Liter Diesel liegt momentan bei 0,51 JHD (ca. 0,55 €). Da macht es richtig Spaß, die Tanks zu befüllen (wir haben schließlich zwei Tanks mit insgesamt 220 Litern).

Von Aqaba fuhren wir direkt nach Petra, und sind am späten Nachmittag in dem Beduinen-Camp Ammarin eingetroffen. Mitten in der Wüste gelegen, einen Steinwurf entfernt von Klein Petra, liegt es eingebettet in hohe, von Erosion bizarr geformten Felsen, die eine traumhaft schöne Landschaft bilden (GPS Koordinaten N30°22.912′ E35°27.032′). Nette Beduinen, saubere Toiletten und eine unglaubliche Stille, so ganz ohne Generatoren-Lärm  (Camping in Israel), Fluglärm (Camping in der Einflugschneise Eilat, Israel) oder dem netten Muezzin von nebenan, der einen häufig in muslimischen Ländern vor Sonnenaufgang aus den Federn hochfahren lässt. Keine stinkenden Mülltonnen direkt neben dem Zelt und vor allem niemanden der das Auto und uns begutachtet als seien wir von einem anderen Planeten. Kurzum, ein fabelhafter Ort, der nur weiterzuempfehlen ist. Deshalb haben wir dort insgesamt drei Nächte verbracht.

Nachdem wir die vergangenen Tage ein straffes Programm abgespult haben, war es an der Zeit, einen gemütlichen Tag einzulegen. Ausschlafen (bis 07:30 Uhr, da man immer mir der Sonne lebt), Bankgeschäfte und Erledigungen machen, etc. Nachmittags haben wir uns Klein Petra angeschaut und haben dort zufällig Tom und Susi getroffen. Tom hatten wir auf dem Campingplatz in Venedig vor zwei Wochen kennengelernt. In der Gruppe ist auch noch Marc, den wir zuvor in Wadi Musa getroffen haben (klein ist die Welt). Die drei sind mit ihren Motorrädern  auch auf ihrem Weg nach Südafrika. Susi, Mark und Tom sind nicht das erste Mal unterwegs. Ihren Blog findet man unter 321offroad.com. Es gab viel auszutauschen (Routen, Erfahrungen, etc.) deshalb hatten wir uns bei den Beduinen zwischen den Felsen in Klein Petra bei einem Glas Tee festgequatscht. Zurück im Ammarin Beduinen-Camp, gemütlich am Feuer, erzählten uns die Guides, dass die Unruhen in Syrien, Ägypten und Libyen den Tourismus in Jordanien sehr negativ beeinflussen. Scheinbar ist der Tourismus dramatisch eingebrochen – zumindest war das Beduinen-Camp fast leer, als wir dort waren. Schlecht für die Leute von Petra, aber gut für uns. Zumindest sind wir nicht allzu vielen Touristen außerhalb der Hauptattraktionen begegnet.

Am 25. 10. 2011, nach einer weiteren eisigkalten Nacht, haben wir Petra besichtigt. Die Eintrittspreise von 55 Euro sind zu Beginn abschreckend, aber am Ende des Tages kann man sagen, dass sich jeder Euro gelohnt hat. Wir haben noch nichts Vergleichbares gesehen (und wir sind beide schon viel gereist). Selbst die Akropolis wirkt eher unscheinbar neben Petra. Es ist unvorstellbar, dass hier einmal fast 100.000 Menschen gewohnt haben. Lässt man die Massen von Touristen und die Einheimischen die einem etwas verkaufen wollen außer Acht, dann ist Petra ein magischer Platzt auf diesem Planeten. Die Kontraste zwischen der zerklüfteten Landschaft und den zum Teil sehr gut erhaltenen Bauwerken, die zumeist aus den Felsen gehauen wurden, sind wie ein Eintauchen in eine andere Zeit und Welt. Die einheimischen Beduinen leben immer noch in den Felsenhöhlen von Petra und versuchen tagsüber mit allen Tricks, die Touristen  auf Ihre Transportmittel zu locken (Pferde, Kutschen, Esel, Kamele). Einer hatte seinen super speed Esel Ferrari genannt  und war damit unglaublich erfolgreich.

Zurück  im Ammarin Beduinen Camp haben wir zwei Tour-Guides aus Amman getroffen, die in Jordanien Offroad-Touren anbieten. Die beiden sind eine gute Anlaufstelle für Ausrüstung, Tipps und Informationen rund ums Fahrzeug. No1 4×4 8, Salim  Bin Al-Harath Al Bayader Industrial Area. Arman. Tel. 06-581-6174. E-mail no14x4@gmail.com.

Am 26. 10. 2011 ging es nach Wadi Rum zum Offroadfahren in die Wüste. Endlich Tiefsand, endlich wild Campen mit Lagerfeuer. Von Petra haben wir uns am Vormittag gemütlich  auf den Weg, Richtung Wadi Rum gemacht. Dort wurden wir sehr nett im Visitor Center begrüßet. Einmalige kosten pro Person 5 JHD und 20 JHD für das Fahrzeug (insg. ca. 33 Euro). Der Preis beinhaltet ein Abendessen im Beduinen-Camp und Frühstück. Uns hat es aber unter den Nägeln gejuckt, deshalb wir sind gleich in den Tiefsand, Richtung Osten aufgebrochen um dort wild zu campen. Wadi Rum ist eine Mischung aus hohen, zerklüfteten Bergen, tiefen Schluchten, mit immer mal wieder dazwischenliegenden großen Sanddünen. Alle paar Minuten ändert sich die Landschaft und eröffnet  neue, spektakuläre Naturszenen. Lawrence von Arabien, der hier lange gelebt hat, hat folgendes Zitat hinterlassen, welches die Stimmung dieser Landschaft sehr treffend wiedergibt:

„Die Geschichte auf diesen Seiten ist nicht die Geschichte der arabischen Bewegung, sondern die meiner Beteiligung daran. Es ist die Erzählung des täglichen Lebens, unbedeutender Geschehnisse kleiner Menschen. Hier gibt es keine Lektionen für die Welt, keine Enthüllungen, um die Menschen zu schockieren. Sie ist voll von trivialen Dingen, zum Teil deshalb, dass niemand die Überreste, aus denen ein Mann eines Tages Geschichte machen könnte, fälschlich für Geschichte hält, und zum Teil wegen des Vergnügens, das ich bei der Erinnerung an meine Beteiligung an dieser Revolte hatte. Wir alle waren überwältigt, wegen der Weite des Landes, des Geschmacks des Windes, des Sonnenlichts und der Hoffnungen, für die wir arbeiteten. Die Morgenluft einer zukünftigen Welt berauschte uns. Wir waren aufgewühlt von Ideen, die nicht auszudrücken und die nebulös waren, aber für die gekämpft werden sollte. Wir durchlebten viele Leben während dieser verwirrenden Feldzüge und haben uns selbst dabei nie geschont; doch als wir siegten und die neue Welt dämmerte, da kamen wieder die alten Männer und nahmen unseren Sieg, um ihn der früheren Welt anzupassen, die sie kannten. Die Jugend konnte siegen, aber sie hatte nicht gelernt, den Sieg zu bewahren; und sie war erbärmlich schwach gegenüber dem Alter. Wir dachten, wir hätten für einen neuen Himmel und für eine neue Welt gearbeitet, und sie dankten uns freundlich und machten ihren Frieden.“

(T.E. Lawrence: Die sieben Säulen der Weisheit, Seite 850).

Das bestimmende Merkmal der Wüste ist nicht etwa die große Weite, das grelle Sonnenlicht und die tausend funkelnden Sterne. Das Bestimmende in der Wüste ist die absolute Stille. Nichts, kein Vogel, kein Knacken, kein Geräusch. So haben wir unsere erste Nacht mit Lagerfeuer in einem Siq (Schlucht) verbracht. Nachts fiel die Temperatur von fast 30°C auf 7°C.

27. 10. 2011. Heute hat Viktoria ihre erste Unterrichtsstunde in Tiefsandfahren bekommen und super bestanden. Düne rauf und Dünne runter fast ohne Probleme. Der Toyota machte alles anstandslos mit. Wir haben nur ein kleines Problem mit dem Batterie-Management von Sterling, das sich immer wieder aufhängt und dadurch die Zweitbatterie nicht mehr auflädt. Mal schauen wie sich das auf unserer weiteren Reise entwickelt.

Nach fast fünf Stunden und über sechzig Kilometer kreuz und quer durch faszinierende Landschaften, haben wir heute unser Lager auf einer Sanddüne neben einem großen Bergmassiv aufgeschlagen. Der Platz war etwas belebter, deshalb hatten wir an diesem Abend viel Besuch von einheimischen Beduinen. Mit Kamel, ohne Kamel, mit Geländewagen oder mit Jagdhunden. Alle waren sehr zuvorkommend und überaus freundlich. Wir haben die Flasche Champagner, die wir aus Deutschland mitgebracht haben, zum Sundowner bei einer grandiosen Kulisse degustiert. Was für ein wundervoller Tag.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal betonen, dass wir selten so gastfreundlich aufgenommen wurden wie in Jordanien. Wir fühlten uns vom ersten Moment an bis zur Ausreise sehr willkommen.

Am 28.10.2011 früh morgens mussten wir uns von der faszinierenden Kulisse von Wadi Rum verabschieden, um uns auf den Weg nach Aqaba zu machen. Wir kamen gegen mittags in Aqaba an und besorgten uns sogleich das Ferry-Ticket nach Ägypten am AB Schalter im Zentrum von Aqaba (GPS Koordinaten N 29`31,7951 E 35`0,393975) Abfahrt der Fähre 18:00 Uhr und 16:00 Uhr einfinden am Hafen. Grandiose Zeit dachten wir! Also machten wir uns erst einmal auf die Suche nach Internet um uns wieder auf dem Laufenden zu halten. Das Mövenpick Hotel gab uns netterweise kostenlosen Internet-Empfang in ihrer Hotellobby. Als wir dort saßen, fühlten wir uns wie in einer anderen Welt, fernab von der Backpacker- und Offroad- Szene.  Tiefgefroren bis auf die Knochen von der eisigkalten Klimaanlage gingen wir dann nach 3 Stunden intensiver Computerarbeit wieder zurück in das Getümmel und Gewühle von Aqaba. Pünktlich um 16 Uhr waren wir am Hafen (GPS Koordinaten N 29`27,6032 N 34`58,6530). Jedoch nichts bewegte sich. Die 18:00 Uhr Abfahrtszeit wurde auf 23:00 Uhr bzw. 01:00 Uhr morgens verschoben. Letztendlich sind wir dann um 01:30 h mit unserem Toyota auf die Fähre gefahren und diese legte fast pünktlich mit 9 Stunden Verspätung um 03:00 Uhr morgens ab. Somit wussten wir, dass wir uns Afrika nähern. Auf dem Aqaba- Fährhafen war ein unglaubliches Treiben, Durcheinander und Gezanke von vollbepackten Menschen. Die ganze Stadt Aqaba (wie auch Eilat in Israel) ist eine Duty-Free Zone. Deshalb scheint (so hatten zumindest wir den Eindruck) der ganze Mittlere Osten dort einzukaufen und die Fähre zu benutzen. Die unglaublich großen Gepäckstücke konnten niemals von einer Person alleine auf die Fähre getragen werden. Deshalb gab es dafür bereitgestellte Lastwagen, wofür sich die Leute vor Ort einen Platz für Ihr Gepäck erkämpfen mussten.  Daher das laute Geschrei und Gezeter…

Von der Fahrt mit der Fähre werden wir in unserem nächsten Blog berichten.

Zusammenfassend können wir sagen, dass Jordanien ein absolut faszinierendes Land ist, das jeder einmal bereist haben sollte.

Unsere Highlights waren:

  • Unspektakuläre Einreise nach Jordanien
  • Wunderschöne, faszinierende Landschaften und Sehenswürdigkeiten in Petra und Wadi Rum
  • Offroadfahren im Tiefsand von Wadi Rum
  • Wild Campen unter den Sternen von Wadi Rum
  • Sehr freundliche, hilfsbereite und offene Menschen
  • Chaotische Zustände am Fährhafen in Aqaba