Zu Besuch beim Pharao

Rückblickend können wir sagen, fünf Tage Autofahren in Ägypten ist wie „Tetris“ auf der Straße. Es gibt eigentlich keine Regeln, man fährt wie es einem gefällt, und wer das größere Fahrzeug und die lautere Hupe hat, der gewinnt.
Aus vier Spuren werden sechs gemacht und man schiebt sich Zentimeter genau aneinander vorbei. Zwischen stehengebliebenen Bussen, Eselwagen und vielen Millionen Autos, Motorrädern und solchen, die man kaum noch so nennen kann. Aber jetzt einmal der Reihe nach.

Nachdem wir das May Fair Hotel (GPS Koordinaten N30 03.565 E31 13.261) in Zamalek (Botschaftsviertel) gefunden haben, sind wir am 06.11.2011 früh morgens voll Elan und Zuversicht zu den Botschaften gefahren um unsere Visa für Sudan und Äthiopien zu beantragen.

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Und nun müssen wir gleich unser Urteil über die Israelis revidieren;  auch Ägypten besteht anscheinend nur aus Feiertagen! Oder ziehen wir vielleicht die Feiertage an? Aufgrund des „Opferfestes“ hatte die sudanesische Botschaft (GPS Koordinaten N30 02.371 E31 14.050) die ganze kommende Woche geschlossen, die äthiopische Botschaft (GPS Koordinaten N30 02.398 E31 12.279) für 4 Tage und die Deutsche Botschaft (für das äthiopische Empfehlungsschreiben) für 2 Tage (GPS Koordinaten N30 03.301 E31 13.134). Was nun? Wir haben uns kurzerhand entschlossen die vier Tage für das Äthiopienvisum in Kairo zu bleiben und Stadt, Museen und Umgebung zu erkunden. Das Sudan-Visum werden wir in Assuan bei der diplomatischen Vertretung holen.

Anstatt dessen sind wir an dem Tag mit dem Auto zu den Gizeh Pyramiden gefahren. Vorher hatten wir uns auf die Straßen von Kairo gewagt, um an dem Opferfest-Spektakel teilzunehmen. Das sogenannte Opferfest ist das höchste islamische Fest und alle gläubigen Muslime haben die Pflicht, ein Tier zu opfern. Deswegen standen überall verstreut mitten in dem Großstadt-Tumult Herden von Schafen, Ziegen und Kühen und wurden nacheinander vor Schaulustigen und Fleischkaufwütigen geschlachtet. Das Blut floss nur so in Strömen auf den nicht gerade sauberen Straßen. Wir ersparen weitere Einzelheiten sowie Fotos, mit Rücksicht auf unsere vegetarischen Freunde (Viktoria hat seitdem kein Fleisch mehr angerührt!).

Die Pyramiden von Gizeh waren ein großartiges Erlebnis. Dieses Erlebnis wurde nur von den berühmt-berüchtigten, sehr aufdringlichen Schleppern, Verkäufern und anderen zwielichtigen Gestallten getrübt. Wir fühlten uns sozusagen auf Schritt und Tritt verfolgt.

Leider waren wir an dem Tag etwas vom Pech verfolgt. Ein uneingeladener Gast ist abends in unser Hotelzimmer eingebrochen, während wir auf der Hotellobby-Terrasse gearbeitet haben, und hat unser Computer-Tablett und Bargeld mitgenommen. Wir waren anfangs sehr niedergeschlagen, haben uns jedoch deswegen nicht allzu lange gegrämt. TIA (This is Africa!). Wir haben von Einheimischen vernommen, dass die Polizei seit der Revolution in Ägypten nicht mehr wirklich ihrer Arbeit nachgeht und somit immer mehr Kriminalität ihren freien Lauf nimmt. Dadurch etwas verspätet als geplant haben wir uns am nächsten Nachmittag auf den Weg nach Sakkara gemacht, um die Stufenpyramiden und die wunderschönen Grabkammern mit sehr gut erhaltenen Reliefs zu besichtigen. Die Straßen waren fast leer und relativ gut zu befahren – einen Vorteil müssen die Feiertage ja auch haben!

Die nächsten Tage in Kairo besuchten wir das Ägyptische Museum und den Bazar Khan El Kalili. Das Ägyptische Museum ist im wahrsten Sinne des Wortes lieblos vollgestopft mit den wunderschönsten altägyptischen Kunstgegenständen aus mehreren Epochen. Trotzdem ist es ein absolutes Highlight.

Am Donnerstag, den 10.11.2011 haben wir das Äthiopien-Visum vor unserer Weiterfahrt in einer Rekordzeit von drei Stunden erhalten (dauert normalerweise einen Tag).

Gegen Mittag haben wir uns auf den Weg nach Al Fayyum zu den Süßwasser-Seen und weiter nach El-Hitan gemacht. Die Weite, Sauberkeit und Ruhe der Wüste, konnten wir nach den Tagen in Kairo so richtig genießen. Wir fanden es sehr beeindruckend, mitten in der Wüste gut erhaltene Dinosaurierknochen sowie Skelette von Wahlfischen vorzufinden. Die Campsite ist direkt beim Eingang Wadi El Hitan (GPS Koordinaten N29 15.842 E30 01.351). Wir haben die Nacht an einem der beiden Seen mitten in der Wüste unter tausenden Sternen und einer unendlichen Ruhe verbracht. Von dort haben wir, teilweise auf Sandpiste, größtenteils off-road die 60 Kilometer zur Oase Bawiti zurückgelegt. Ein Traum für jeden Offroad-Fahrer. In Bawiti sind wir im Eden Garden Camp (GPS Koordinaten N28 18.060 E28 56.393) untergekommen. Ein freundlicher Besitzer und alles relativ sauber. Da die Oase von heißen Quellen gespeist wird, kann man überall seine Füße reinstecken oder sich gleich ganz in dem natürlich warmen Mineralwasser baden. Auf dem Weg zur Weißen Wüste hat sich Julian ein kleines Bad, an einer Oasenpumpstation mit sagenhaftem Wüstenpanorama in dem warmen Quellwasser gegönnt (GPS Koordinaten N28 02.057 E28 42.541). Nach dieser kleinen Körperreinigungs-Aktion ging es weiter in die weiße Wüste. Wie kann man die Weiße Wüste am besten beschreiben? Traumhaft, sagenhaft schön, von einem unglaublich strahlendem Weiß. Unsere Fotos geben einen kleinen Eindruck. Inmitten der weißen Pracht sind wir wieder in unser Lieblingshotel „Unter tausend Sternen“ eingezogen und haben, Pasta, Pesto, Lagerfeuer und Bier genossen. (GPS Koordinaten N27 15.764 E28 11.693). Weiter ging es über die Oasen Al-Farafra, Abu Minqar, Mut, Bala, Kharga und weiter nach Luxor. Dort haben wir uns im Rezeiky Camp einquartiert – ein Overlander Hotspot und eine nette Unterkunft mit Secure Parking, Camping und Hotel (GPS Koordinaten N25 42.683 E32 38.919).

An dieser Stelle etwas zu den GPS Karten. Wir benutzen die Open Street Map Karten für Garmin und die Tracks4Africa. Diese beiden Karten sind eine ideale Kombination und scheitern nur manchmal in Kairo bei dreistöckigen Verkehrsstraßen!

Und Weiteres im nächsten Blog…

Unsere Highlights:

  • Das Opferfest in Kairo
  • Der chaotische Straßenverkehr in Kairo
  • Die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten von Kairo und Umgebung.
  • Die Al Fayyum Süßwasserseen und die Wahlfischknochen im Wadi El Hitan
  • Die traumhaft schöne Weiße Wüste

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1 Kommentar

  1. Wieder ein schöner Reisebericht… Mir gefallen die Bilder sehr! Aber: das wechselnde Hintergrundbild nervt. Das irritiert die Augen und es fällt einem schwer den Bericht zu lesen. Das solltest du mal überdenken. Versuche einfach mal selbst deinen Bericht zu lesen, dann wirst du es merken!!!

    Bine

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