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KAZA Visum südliche Afrika

KAZA-Visum-AfrikaAb dem 1. Dezember 2014 benötigen Reisende aus Deutschland keine seperaten Visa für Sambia und Simbabwe. Das neue „KAZA Visum“ (KAZA = Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area) gilt dann in beiden Ländern sowie für Tages-Ausflüge nach Botswana im Kazungula-Grenzgebiet.

Das Visum erlaubt Aufenthalte bis zu 30 Tagen und ist für 50 US-Dollar unter anderem an den Flughäfen in Lusaka, Harare, Livingston und Victoria Falls sowie an den Grenzübergängen bei den Victoria-Fällen erhältlich. Die neue Regelung ist ein Pilotprojekt und gilt für Reisende aus über 40 Nationen, darunter auch Österreich, Frankreich, Großbritannien, Polen und die Schweiz. Als nächstes soll das gemeinsame Visum auch in Botswana, Angola und Namibia eingeführt werden. Nach Informationen des Zambia Tourism Board ist damit im Sommer nächsten Jahres zu rechnen.

KAZA_Visum

Kosten

KAZA Visum (KAZA = Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area) für Sambia und Simbabwe: 50 US$ (für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen).

Erhältlich ist das Visum an folgenden Grenzen in Sambia: Flughafen Lusaka, Flughafen Livingstone, Livingstone/Victoria Falls Grenzposten, Kazungula. Und in Simbabwe ist es an diesen Grenzen erhältlich: Flughafen Harare, Flughafen Victoria Falls, Livingstone/Victoria Falls Grenzposten, Kazungula.

Normale Visagebüren im Vergleich

Sambia

Die Gebühren für die Ausstellung eines für eine Einreise gültigen Touristenvisums (Single Entry) betragen für deutsche Staatsangehörige USD 50. Für eine zweifache Einreise (Double Entry) fallen Visagebühren in Höhe von USD 80 an. Mehrfacheinreisen (Multiple Entry) werden am Flughafen nicht ausgestellt, können aber nach Einreise bei den örtlichen Büros der Einwanderungsbehörde beantragt werden. Seit November 2008 wieder erhältlich ist das insbesondere bei Tagesausflügen von Victoria Falls (Simbabwe) nach Livingstone (Sambia) ausgestellte Tagesvisum („Day Tripper Visa“), das eine Gültigkeit von 24 Stunden hat. Die Gebühren hierfür betragen USD 20.

Simbabwe

Deutsche Staatsangehörige benötigen zur Einreise nach Simbabwe ein Visum. Dieses wird bei der Einreise an den Flughäfen in Harare, Bulawayo oder Victoria Falls sowie an den Grenzübergängen erteilt. Hierbei ist eine Gebühr von USD 30,– (eine Einreise) bzw. USD 45,– (zwei Einreisen) in Devisen bar zu entrichten. Ein 6 Monate gültiges Visum mit mehreren Einreisen kostet USD 55,–.

Quelle: Auswaertiges Amt

Über die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area

Das grenzüberschreitende Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA)  Natur- und Landschaftsschutzgebiet liegt im südlichen Teil Afrikas. Der Park umfasst eine Fläche von 444.000 km² und ist nach dem Nordost-Grönland-Nationalpark das zweitgrößte Schutzgebiet der Erde. Der Park umfasst Gebiete der Länder Angola, Botswana, Namibia, Sambia sowie Simbabwe. Er grenzt an eine Reihe bereits bestehender Nationalparks und Wildreservate in diesen Ländern. Der Park umfasst den Caprivizipfel in Namibia, den Chobe-Nationalpark und das Okavangodelta in Botswana, den Hwange-Nationalpark in Simbabwe sowie die Victoriafälle im Grenzgebiet zwischen Sambia und Simbabwe.

Weblinks

www.kazavisa.info

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Regenzeit

Sambia, ein riesiges Land mit herzlichen Menschen. Ein Fleck unberührtes Afrika, das sich aufmacht, den Anschluss an den internationalen Markt zu finden. Ein Land, das zwischen Tradition und marktwirtschaftlichen Interessen hin- und hergerissen ist.

Schon beim Überqueren der Grenze fiel uns auf, wie freundlich auch hier die Menschen sind. Keine Schlepper, kein ewiges „Money Change“ Geschrei, nur effiziente Abwicklung. Nach dem Erstellen der Visa und Stempeln der Papiere, sowie dem Abschluss einer Carbon Emission Tax für das Fahrzeug ging es gleich weiter. Erst zum Geldautomaten und dann direkt zur nächsten Tankstelle. Wie viel entspannter das Leben doch auf einmal wird, wenn an jeder Tankstelle wieder Treibstoff zu bekommen ist.

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Von Chipata ging es nun in nord-westlicher Richtung zum South Luangwa Nationalpark. Im National Park gibt es keine Campsites, deshalb haben wir direkt am National Park im Croc Valley Camp (GPS Koordinaten S13 06.010 E31 47.644) am Rande des Luangwa Rivers übernachtet. Da der Park nicht eingezäunt ist, wurden wir schon bei der Ankunft gewarnt, keine Früchte wie Mangos, Orangen etc. offen im Fahrzeug liegen zu lassen. Es spazieren häufiger Elefanten durch die Campsite und schlagen alles kurz und klein, um an die Leckereien zu kommen. Gut, dass wir alles geruchsdicht verstaut hatten, denn prompt konnten wir kurz vor Sonnenuntergang einen Elefanten beobachten, wie er den Fluss schwimmend überquerte und auf unsere Campsite kam.

Am nächsten Morgen machten wir uns gleich auf den Weg zum National Park. Doch leider fing es schon bei den ersten hundert Metern an zu regnen. Auch während der Regenzeit soll der Park eine großartige Tierwelt bieten, doch wir stellten fest, dass sich bei strömendem Regen die meisten Tiere verstecken. Trotzdem wollten wir nicht aufgeben und fuhren weiter. Die Hauptstraße Richtung Norden war relativ gut zu befahren, da diese mit rotem Kiesel bedeckt war. Sämtliche Nebenstraßen waren jedoch unzugänglich, da diese aus dunkler Erde (black cotton soil)  bestanden, die sich schon bei ein paar Tropfen in eine rutschige Matschmasse verwandelte. Unglücklicherweise ist den Straßenarbeitern wohl plötzlich der rote Kiesel auch auf der Hauptstraße ausgegangen, denn ohne Vorwarnung verwandelte sich die gut zu befahrende Straße schlagartig in die gefürchtete schwarze Matschmasse. Es fühlte sich an wie Eisregen zu Hause. Wir schleuderten und landeten in einem überschwemmten Graben. Da standen wir nun wieder, bei strömendem Regen ganz alleine. Doch dieses Mal waren die Bedingungen etwas erschwerter als in Ruanda: keine ruandische Hilfsmannschaft und die Gefahr, dass plötzlich ein wildes Tier um die Ecke kam. Es ist ja eigentlich verboten, im Nationalpark auszusteigen, doch von alleine bewegte sich das Fahrzeug ja nun auch nicht und mit Hilfe war die nächsten Tage nicht zu rechnen. So krempelten wir wieder unsere Hosen hoch und fingen an unseren Toyota auszugraben. Trotzdem beißende Ameisen und ekelige Würmer unsere Beine hochkrabbelten, machten wir weiter. Und es hatte sich gelohnt, nach fast zwei Stunden harter Schaufelarbeit schafften wir es mit viel Gas geben, unseren Toyota wieder zu befreien. Erleichtert fuhren wir dann Richtung Süden, da wir immer noch nicht aufgeben wollten. Jedoch die Straßenverhältnisse waren katastrophal, Matschmasse wechselte sich ab mit Überschwemmungen. Wir sind nur mit viel Glück und Geschick durchgekommen, ohne noch einmal steckenzubleiben. Vereinzelt hatten wir dann doch noch das ein oder andere Tier gesehen.

Nach einem Tag Ruhepause und Wagenwäsche sind wir am nächsten Tag weitergefahren. Wir wollten eigentlich die Straße direkt am South Luangwa Park entlangfahren, jedoch wurden wir nach ca. 15 km von einem entgegenkommenden Engländer gestoppt. Er meinte die Strecke sei zwar wunderschön, jedoch nur im Juli und August während der Trockenzeit und idealerweise mit zwei Autos zu befahren. Ganz wenige Autos schaffen es, alleine durchzukommen, aber um diese Jahreszeit sei es aussichtlos, da viele Flüsse überschwemmt seien. Der Engländer lebt mitten im Wald am Rande des National Parks und gründete vor  einigen Jahren zusammen mit seiner Frau eine kleine NGO.  Bei seinem Projekt geht es um die Erhaltung von Natur und Tierwelt. Es wird im National Park viel gewildert und außerhalb des Parks großflächig Waldrodung betrieben. Die beiden schaffen Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung und erziehen die Kinder bereits in der Schule. Das Projekt ist sehr nachhaltig und hat den World Prize for Sustainable Energy des European Parliament Science and Technology Options Assessment (STOA) Panel gewonnen. Mehr Informationen sind unter http://chipembele.org/ zu finden.

Da wir das Risiko nicht eingehen wollten bis Juli auf der Strecke festzustecken (auch wenn die Landschaft noch so schön war), drehten wir nach einer längeren Unterhaltung mit dem Engländer um und fuhren auf der gut zu befahrenden Hauptstraße nach Lusaka. Dort machten wir einige Besorgungen und stellen fest, dass wir weiter Richtung Südafrika kamen, denn das Angebot  an Waren war schon fast wie zu Hause, jedoch zu stolzen Preise. Wie sich die Einheimischen das Warensortiment leisten können, konnten wir bisher noch nicht rausfinden. Wir blieben noch eine Nacht im Pioneer Camp (GPS Koordinaten S15 23.732 E28 27.045) welches 15 km außerhalb von Lusaka liegt. Das Camp liegt idyllisch und ruhig mitten im Wald und es hat sich gelohnt aus der Stadt rauszufahren.

Unser nächstes Ziel war die Farm Moorings Campsite (GPS Koordinaten S16 11.624 E27 32.600), die günstig zwischen Lusaka und Livingstone bei den Victoriafällen liegt. Auf der Farm wird hauptsächlich Mais angebaut und es gibt Schweine und Kühe. Hier hatten wir die zwei Schweizer, Tatjana und Michael kennengelernt, die sich vor sechs Jahren in Richtung Afrika aufgemacht und seit drei Jahren auf der Farm niedergelassen haben. Die beiden hatten spannende und interessante Geschichten und Erfahrungen zu erzählen. Die Campsite ist ein Teil von der Farm und ist eigentlich sehr ruhig gelegen. Doch schon bei unserer Ankunft am Karfreitag hörten wir fröhlichen Gesang und Getrommel von allen Seiten. Die einheimischen Farmarbeiter mit Familien und Verwandten feierten und sangen fast unentwegt durch bis Ostermontag. Wir machten mehrere Spaziergänge auf der Farm und da wir neugierig waren, nahmen wir am Ostersonntag an einem lokalen traditionellen Gottesdienst teil. Auch dieser bestand hauptsächlich aus Gesang, den wir auf Video festgehalten haben. Die Einheimischen waren sehr begeistert uns zu sehen und integrierten uns sofort in ihre Gemeinschaft. Nur gut, dass wir nicht singen mussten.

Nach Ostern fuhren wir nach Livingstone zu den Victoriafällen. Da gerade Regenzeit war, war der  Sambesi Fluss zu einem unglaublich breiten reißenden Strom angewachsen. Es war sehr beeindruckend, am Rande des Wasserfalls zu stehen und die Wassermassen über eine Breite von 1708 Meter von einer 110 Meter abfallenden Felswand in die Tiefe stürzen zu sehen. Allerdings konnten wir nicht bis in die Tiefe blicken da ein etwa vierhundert Meter hoher Sprühnebel entstand, der noch aus großer Entfernung zu sehen war. Der Sprühnebel durchnässte uns in kürzester Zeit bis auf die Haut, was aber nicht weiter schlimm war bei den tropischen Temperaturen. Das war vielleicht ein Spaß am oberen Rande entlang zu spazieren. Eine verbindende Brücke von zwei Felsspalten bot den besten Blick auf die Fälle. Nachdem wir wieder getrocknet und umgezogen waren, machten wir uns gleich auf den Weg Richtung simbabwische Grenze, die gleich hinter den Fällen liegt. Die Victoria Fälle sind von  beiden Ländern aus zu besuchen. Da die ganze Gegend um die Victoria Falls in Sambia sehr touristisch sind, wollten wir nicht länger als eine Nacht auf der Campsite bleiben. Außerdem waren wir von den unaufhörlich umherkreisenden Hubschraubern, die den Touristen für 15 Minuten einen Blick von oben boten sehr genervt.

Uns hat Sambia trotz Regenzeit sehr gut gefallen. Das Land hätte alles, um mit dem internationalen Markt gut mithalten zu können. Es bietet Bodenschätze, viele Nationalparks mit einer artenreichen Tierwelt, wunderschöne Landschaften und freundliche Menschen. Und gleichwohl hat man in Sambia noch das Gefühl ein Stück unberührtes Afrika vorzufinden. Als Reiseland können wir Sambia sehr empfehlen.

Unsere Highlights:

  • Der South Luangwa Nationalpark
  • Das Osterfest auf der Farm Moorings
  • Die atemberaubenden Victoriafälle