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Hello Money

Quer durch Äthiopien. Durch den wunderschönen bergigen Norden, über Addis Abeba bis zur kenianischen Grenze. Über hohes Gebirge, bezaubernde Klöster sowie grandiose Landschaften. Und die Frage: Warum ist Betteln in Äthiopien ein Volkssport?

Nach unserer letzten Nacht auf sudanesischem Boden, traf uns die äthiopische Grenze wie ein Schlag ins Gesicht. Jeder, ausnahmslos jeder hielt die Hand auf. Die Zollbeamten waren nur gegen Geld zum Arbeiten zu bewegen. Die Schlepper, die Kinder und alle anderen fragten nach Geld, Kugelschreiber, Essen, Kleidung, Schreibhefte, etc. Es dauerte nur einige Kilometer, bis die ersten Kinder Steine auf unser fahrendes Auto warfen. Zur allgemeinen Erklärung, gehört das Steinewerfen anscheinend in manchen Gegenden zur Kultur der Äthiopier und ist nicht nur gegen spendenunfreundliche Touristen gerichtet. Wir hatten gesehen, wie die Äthiopier sich gegenseitig mit Steinen bewarfen, wenn sie ihren Unmut kundtun wollten. Vor allem bekamen ihre Tiere Steine zu spüren, wenn diese nicht parierten.  Uns begleiteten die Steine auf fast allen Strecken bis zum Rande des Omo Valleys. Dabei waren wir als Autofahrer wenigstens geschützt. Den Motorradfahrern und vor allem den Fahrradfahrern, die wir unterwegs trafen, erging es weitaus schlimmer.

Ursprünglich hatten wir geplant, direkt bis zum Lake Tana durchzufahren. Nach unserem längeren Aufenthalt an der Grenze beschlossen wir jedoch, zusammen mit Igor und Johannes ein Buschcamp auf halber Strecke mitten in einer wunderschönen bergigen Landschaft aufzuschlagen. Schon als wir unseren Toyota bzw. die Motorräder geparkt hatten wurden wir von immer mehr Kinderaugen stumm und interessiert angestarrt. Sogar die einbrechende Nacht konnte die ca. 20 Kinder und Jugendliche nicht bewegen, endlich ihren Nachhauseweg anzutreten. Je später es wurde, umso eindringlicher wurde gebettelt. Aus reiner Verzweiflung haben wir uns dann doch hinreißen lassen den Kindern Brot, Früchte und Kugelschreiber zu geben. Wir wussten, dass das der größte Fehler war, den Touristen in einem Entwicklungsland machen können. So werden Kinder nur zum Betteln erzogen und werden immer pedantischer, wenn dies zum Erfolg führt. In unserem Fall hatte uns dies nur den Abend gerettet, da  wir die Kinder/Jugendliche dann nach und nach los wurden. Bei Sonnenaufgang um 5:00 Uhr  waren die Kinder schon wieder da und forderten mehr von den Gaben. Uns blieb nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich unsere Sachen zu packen und ohne Kaffee loszufahren, da diesmal die Kinderhände unerlaubterweise überall waren. Zum Abschied flogen dann auch leider wieder Steine. Wir müssen hinzufügen, dass die Menschen in der Gegend nicht hungern. Es gibt überall gut funktionierende Landwirtschaft und genug zu essen. Gebettelt wird anscheinend nur aus Gewohnheit.

Über Gonder ging es an diesem Tag weiter zu den Simien Mountains. Nach einer wilden Off-Road Strecke erreichten wir unser Camp auf 2800 m Höhe. Beim Ticket Office mussten wir uns einen Scout nehmen, da dies die Nationalparkregel vorschreibt. Als der Scout bei der Begrüßung auf unsere Frage „what‘s your name“ nicht reagierte, stellten wir enttäuscht fest, dass er kein einziges Wort Englisch sprach. Zusätzlich hatte er seit langer, langer Zeit keine Dusche mehr gesehen und ein Weiterfahren war trotz eisigen Temperaturen nur noch mit offenen Fenstern möglich. Dafür hatte er ein vollautomatisches Gewehr um eventuelle Angreifer oder wilde Tiere (wir haben weder das Eine noch das Andere gesehen) von uns fern zu halten und ließ sich nicht davon abhalten auch bei nächtlichen Minustemperaturen und Raureif vor unserem Auto zu sitzen. Die Siemen Mountains sind ein Traum von Bergen und Naturspektakel. Wir verbrachten die nächsten drei Tage umgeben von einer wilden, exotischen, naturbelassenen Schönheit der Berge. Zwischen Steinböcken, Affen, Farnwäldern und Palmen sind wir bis auf 4430 m gestiegen.

Über Debark am Rande der Simien Mountains, ging es weiter nach Axum über abenteuerliche aber atemberaubend schöne Pässe jedoch sehr schlechte Pisten. Überall auf den Straßen Äthiopiens gingen die Menschen zu Fuß (alles scheint ständig und immer auf den Beinen zu sein). Zusätzlich spielten Kinder abenteuerlich nah am Straßenrand und winkten ganz wild und aufgeregt mit den Zurufen „youyouyouyou“ „birr birr birr“ (lokale Währung), „hello money“, etc. etc. Noch nicht einmal ein kurzes Stehenbleiben war möglich, ohne gleich belagert zu werden.  Nach und nach werden die Straßen (überwiegend von Chinesen) im bergigen Norden gebaut. Wir sahen sehr viele Frauen und Kinder die am Straßenbau arbeiteten.

Axum erreichten wir trotz Anstrengung an einem Tag. Axum war die Hauptstadt des Aksumetischen Königreiches (1. Jahrhundert nach Christi). Hier wird auch, so glauben die Orthodoxen Christen die israelitische Bundeslade behütet. Ob dem so ist, ist schwer nachzuprüfen, da diese von einem Mönch bewacht wird. Der bewachende Mönch muss seine Lebensaufgabe vor seinem Tode an einen anderen Mönch übergeben.  So bleibt die ganze Geschichte geheimnisumwittert und überaus mythisch. Axum ist auch heute noch einer der wichtigsten heiligen Orte der Orthodoxen Christen in Äthiopien. Wir fanden die Stadt und die Sehenswürdigkeiten allerdings nicht sonderlich spannend. Nach einem Tag Besichtigung der bis zu 33 Meter hohen Stelen (die über 500 Tonnen wiegen), des Museums, ein paar Kirchen und des Bades der Königin von Saba ging es weiter nach Debre Damo. Dieses Kloster liegt auf einem Felsplateau und kann nur über eine senkrechte Felswand von 30 Metern mit einem Lederseil erklommen werden. Gemeinerweise ist der Zutritt nur für Männer gestattet und Viktoria musste unten warten. Hier oben scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es scheint, dass sich seit dem sechsten Jahrhundert hier nicht viel verändert hat. Die kleinen Hütten und das Kloster sind nicht sehr spektakulär. Vielmehr ist es die Sicht, die einen grandiosen Rundumblick über die Berge bis nach Eritrea bietet.

Am übernächsten Tag erreichten wir Lalibela. Die holprige Fahrt ging wieder über schlechte Straßen, wunderschöne Pässe und traumhafte  Landschaften (für 200 km hatten wir ca. 8 Stunden gebraucht). Lalibela (auch Neu-Jerusalem genannt) ist bekannt für seine Felsenkirchen und ist eine der heiligsten Städte Äthiopiens sowie „das“ Wallfahrtszentrum des Landes. Die sehr beeindruckenden und massiven mehrgeschossigen Kirchen wurden im zwölften und dreizehnten Jahrhundert aus den Felsen gehauen. Heute zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Lalibela war der erste Ort, an dem wir etwas aufatmen konnten, da ein Tourist-Development und Education Programm anscheinend die Einheimischen gelehrt hat, die Touristen in Ruhe zu lassen und nicht ständig anzubetteln.  Das war die reinste Wohltat.

Von Lalibela fuhren wir nach zwei Tagen an den Lake Tana nach Bahir Dar. Bahir Dar ist ein netter, sehr grüner exotischer Ort im Süden des Sees. Der Lake Tana ist bekannt für die Insel-Klöster aus dem vierzehnten Jahrhundert der Christlich-Orthodoxen Kirche. Wir hatten drei der Klöster besichtigt, die sehr bunt waren mit bildhaften Darstellungen der Glaubensgeschichte. Nach Aussage des Tourguids war es einfacher im vierzehnten Jahrhundert den Christlich Orthodoxen Glauben mit Bildern unter Analphabeten zu verbreiten. Die Inselklöster waren schön, jedoch besonders genossen hatten wir, mal einen Tag nicht im Auto durchgerüttelt zu werden, sondern sanft auf dem Wasser zu schaukeln. Auf dem Weg haben wir sogar ein Nilpferd gesehen.

Von Bahir Dar sind wir an einem Tag die relativ gut ausgebaute Strecke nach Addis Abeba gefahren. Wir haben uns sehr gefreut, in Addis Abeba unsere Freunde Dee und James aus England und unsere Biker Freunde Igor und Johannes im Wims New Holland House (GPS Koordinaten N9 00.589 E38 45.318) wiederzutreffen und hatten mit ihnen Weihnachten zusammen gefeiert. Wims, der Besitzer, ist Holländer, der für alle Probleme und Fragen eine Lösung hat.  Zusätzlich ist Wims New Holland House ein Overlandercamp, bei dem sich alle treffen, die entweder Richtung Süden oder Norden unterwegs sind. So hatten auch wir weitere interessante Leute kennengelernt, die ebenfalls auf dem Weg nach Südafrika sind. Addis Abeba war gefüllt mit Erledigungen, wie Visabesorgung bei der Kenianischen Botschaft (GPS Koordinaten: N9 01.945 E38 46.994), Besorgung der Comessa Versicherung für unser Auto (GPS Koordinaten N15 35.851 E32 31.624) und das Ausstempeln des Carnet de Passage bei der Customs and Road Athority (GPS Koordinaten N9 00.874 E38 47.969). Da wir die Turkana See Strecke gefahren sind, hätte es keine Möglichkeit mehr gegeben. Die Grenzposten sind nur minimal besetzt und es gibt keinen Zoll. Zusätzlich hatten wir unsere Lebensmittel aufgestockt und konnten es nicht fassen, dass wir in den Supermärkten italienische Spezialitäten, wie Panetone, Pasta, Mortadella, Parmesan etc. fanden. Gut für uns, dass die Italiener ihre kolonialistischen Spuren so gründlich und nachhaltig hinterlassen haben. Wir fanden es sowieso sehr erstaunlich, dass wir auf unserer Strecke von Norden nach Süden Äthiopiens (auch manchmal in den entlegensten Orten) frische Lebensmittel wie Avocados, Zwiebel, Tomaten, Mangos, etc. kaufen konnten. Wahrscheinlich waren wir  zu einer günstigen Jahreszeit dort. Uns wurden sogar regelrecht die Karotten durch unser Autofenster mitten in den Bergen auf ca. 3000 Metern Höhe gereicht. Das waren die köstlichsten und frischesten Karotten, die wir jemals gegessen hatten.

Einen Tag vor unserer Abreise aus Addis haben wir ein kurzes Interview mit zwei Mitarbeitern von dem Institute for Stustainable Development geführt. Das Entwicklungsprojekt beinhaltet die Verbreitung von „Best Practice“ Techniken unter den Landwirten. Aufgrund des Klimawandels müssen die Landwirte ihre Methoden umstellen um effizienter produzieren zu können und nicht hungern zu müssen. Dies ist besonders wichtig, da mehr als 85% aller Äthiopier in der Landwirtschaft tätig sind und diese einer der wichtigsten Exportgüter darstellt.

Nach Drei Nächten Addis Abeba haben wir uns auf den Weg Richtung Omo Valley gemacht. Wir sind die Strecke über Butajira und Sodo gefahren, die zur Abwechslung mal sehr gut ausgebaut war. In Konso hatten wir besonderes Glück mit unserer Übernachtung. Wir übernachteten etwas außerhalb des Ortes auf einer fantastischen Lodge (GPS Koordinaten N5 20.002 E37 25.794). Der Besitzer der Lodge ist zur Hälfte Schweizer und hat die Lodge sehr geschmackvoll mit einem Design aus dem Jemen und lokalen Materialien ausgestattet. Abends schlemmten wir in seinem Restaurant die lokalen Spezialitäten.

Weiter ging es am nächsten Tag nach Tumi, wo wir mit allen Overlandern, die wir im Wims getroffen hatten, Neujahr gefeiert haben. Die bis dahin angewachsene Gruppe bestand aus zwölf Leuten und es war sehr lustig und feucht-fröhlich. Leider konnte das Pärchen aus Holland Michael & Jeldau nur mit etwas Verspätung dazu stoßen, da sie ca. 40 km vor Tumi zwei platte Reifen hatten. Als wir um 20:00 Uhr davon erfuhren, hatten zwei von unserer Gruppe sofort ein Auto und zwei Ersatzreifen organisiert und die beiden noch an dem Abend „gerettet“.

Das Omo Valley ist nicht nur landschaftlich bezaubernd schön, sondern es gibt mit die faszinierendsten und buntesten ethnischen Gruppen Afrikas. Doch leider sind diese touristisch schon sehr erschlossen und eine Besichtigung fühlt sich eher an wie ein Zoobesuch. Außerdem ist ein Besuch eines Dorfes nur mit Scout und Guide möglich und kostet Unsummen von Personal-, Eintritts- und Fotogebühren. Da wir uns auf dem Weg Richtung Süden befinden und noch sehr viele Stämme sehen werden, haben wir uns entschieden nur bei einem Dorf des „Hammer-Stammes“  spontan auf unserem Weg nach Kenia vorbeizufahren. Auf unserem Weg Richtung Süden haben wir dann auch den einen oder anderen Stammangehörigen gesehen.

Die Ausreise nach Kenia war sehr unspektakulär und war in 10 Minuten erledigt, da wir die Formalitäten schon in Addis Abeba erledigt hatten.

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir die Landschaft Äthiopiens trotz zum Teil sehr schlechten Straßen sehr genossen haben und außergewöhnlich faszinierend fanden. Jedoch fühlten wir uns von den Menschen egal wo wir waren bedrängt. Wie anfangs schon erwähnt, wurden wir sogar mit „Hello Money“ begrüßt oder mit den Worten „You have to give me money!“.  Die Menschen scheinen sich so sehr an Hilfe von außen gewöhnt zu haben, dass alles was nicht äthiopisch aussieht angebettelt wird. Ohne Zweifel, das Land ist sehr arm. Viele Menschen leben und betreiben ihre Landwirtschaft wie vor 3000 Jahren. Wir haben auf dem Weg vom Norden in den Süden keinen einzigen Traktor gesehen sondern nur Menschen, die mit Holzgabeln und Tieren arbeiteten. Irgendetwas scheint mit der Entwicklungshilfe in Äthiopien nicht zu stimmen. Es scheint so, dass in keinem Land Afrika’s mehr Entwicklungshilfe geleistet wird als dort. Wir hatten in jedem auch noch so kleinen  Dort mindestens ein Schild von internationalen Entwicklungsprojekten gesehen. Jede erdenkliche Entwicklungsorganisation ist bestimmt einmal in Äthiopien vertreten. In Addis Abeba gibt es das teuerste und beste Hotel Afrika’s und wie wir gehört haben, übernachten dort viele Mitarbeiter von Entwicklungsgesellschaften. Zusätzlich fahren diese Mitarbeiter mit den neuesten und teuersten Geländewagen durch die Gegend. Es ist für uns schwer nachvollziehbar, dass im Osten des Landes zur Zeit eine der schlimmsten Hungerkatastrophen herrscht trotz guter Ernte und langer Regenzeit. Wir haben den Osten Äthiopiens nicht bereits, da wir aus Sicherheitsgründen und sehr schlechten Straßen nicht zu nahe an die somalische Grenze fahren wollten.

Unsere Highlights:

  • Die faszienierenden Landschaften Äthiopiens
  • Die wunderschöne Bergwelt der Simien Mountains
  • Die Felsenkirchen von Lalibela
  • Der schöne und exotische Ort Bahir Dar
  • Die Klöster auf dem Lake Tana
  • Die unterschiedlichen ethnischen Stämme des Omo Valley‘s
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Omo Valley & Lake Turkana

The Hamer are tribal people who live in South West Ethiopia. That belongs to the Omo River valley, in the Debub Omo Zone of the Southern Nations.
The other tribal people live along Lake Turkana in the far North of Kenya.

 

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Turkanasee Route

Wer bei der Grenzüberquerung von Äthiopien nach Kenia nicht über die Hauptgrenze bei Moyale einreisen möchte, dem bleibt nur die Route über Arba Minch, Konso, Woyto, Turmi, Dassanech, Illeret und dann weiter in den Süden bis nach Loiyangalani. Diese Strecke ist jedoch nicht einfach zu bewältigen. Sandige Flussbetten und unwegsame, steinige, steile Pisten wollen geschafft werden. Wer diese Mühe auf sich nimmt, wird mit einer grandiosen Landschaft, freundlichen Einheimischen und einer der letzten, unberührten afrikanischen Landschaften belohnt.

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Es sollte bedacht werden, dass diese Strecke sehr einsam ist und es nur an einigen Punkten Frischwasser gibt. Die Treibstoffversorgung ist nur in Form von Schwarzmarkt-Einkäufen gesichert. Deshalb sollte diese Strecke nicht alleine gefahren werden. Zumindest sollte man jemanden darüber informieren, wann man sich in etwa wo aufhält.

Von Addis Abeba kommend, sollte man sich auf jeden Fall schon vorab das Visum bei der Kenianischen Botschaft (GPS Koordinaten: N9 01.945 E38 46.994) in Addis Abeba holen. Gegen 50 US Dollar wir dieses meist innerhalb von zwei Tagen ausgestellt. Da es auf Äthiopischer Seite in Dassanech zwar einen Grenzposten, aber immer noch keinen Zoll gibt, kann man das Carnet De Passage in Addis Abeba ausstempeln lassen. Dies wird bei der Customs and Road Authority erledigt. Die Koordinaten in Tracks4Africa (GPS Koordinaten N8 59.703 E38 45.596) sind falsch. Die richtigen Koordinaten sind: N9 00.874 E38 47.969. Das Personal ist sehr hilfsbereit und das ganze Prozedere dauert nur 15 Minute und kostet nicht einen Birr. Da die Comessa Yellow Card im Sudan nur für maximal drei Monate zu einem sagenhaft teuren Preis ausgestellt wird, lohnt es sich, die Comessa Yellow Card in Addis Abeba zu besorgen. Diese ist hier zu bekommen: (GPS Koordinaten N15 35.851 E32 31.624). Wer sein Zelt bei Wims aufgeschlagen hat, erreicht das Comessa Gebäude in fünf Minuten zu Fuß. Apropos Wims (GPS Koordinaten N9 00.589 E38 45.318), das ist ein idealer und angenehmer Platz, um einige Tage in Addis auszuspannen: Treffpunkt aller Overlander, günstiges Campen, gutes Essen und eine heiße Dusche sind nur der Anfang. Mit Reparaturgrube für einen Ölwechsel, kaltem frisch gezapftem Bier und allen möglichen und unmöglichen Informationen steht das freundliche Personal jederzeit zur Seite. Oftmals trifft man hier andere Overlander, mit denen man die Turkana See Route zusammen in Angriff nehmen kann.

Ausgeschlafen, eingekauft und mit frischem Geld aus dem Automaten (weiter südlich gibt es keine Möglichkeit mehr Geld via ATM zu bekommen) geht es dann weiter Richtung Süden. Die sehr gute Teerstraße zuerst Richtung Westen auf der Nummer 7 bis Alemgena und dann weiter auf der Nummer 9 Richtung Süden. Über Soda geht weiter nach Arab Minch wo es die letzten einigermaßen zuverlässigen Tankstellen vor dem Omo Valley gibt. Diesel ist meist verfügbar, Benzin hingegen größtenteils nicht. Hier auf jeden Fall auffüllen, da es auf den nächsten 900 Kilometern keine sichere Treibstoffversorgung gibt und ein Großteil der Strecke Off- Road und Tiefsand ist. Zwar gibt es in Konso eine Tankstelle, doch nicht immer ist hier Treibstoff zu bekommen. In Konso gibt es eine sehr schicke Lodge, die auch Camping anbietet (GPS Koordinaten N5 20.002 E37 25.794). Von Konso geht es via Woyto, Turmi, weiter nach Dassanech. In Turmi gibt es eine sehr schöne Campsite direkt am Fluss (GPS Koordinaten N4 58.554 E36 30.941). Hier gibt es auch eine Wasserpumpe, mit der alle Kanister noch einmal aufgefüllt werden können. In Turmi kann man auch den „Hammer“, den lokal ansässigen Menschen begegnen, der sehr sehenswert ist. Weiter geht es von Turmi nach Dassanech ( liegt direkt am Omo River). Dort wird das Äthiopische Visa ausgestempelt. Von hier geht es 20 Kilometer zurück und dann rechts ab Richtung Kenia. Man wird dann noch zweimal von Polizeiposten kontrolliert ( GPS Koordinaten N4 41.377 E36 10.617  und N4 39.080 E36 11.832) und ist, ohne dass man es gemerkt hat in Kenia. In Banyafort (GPS Koordinaten N4 26.069 E36 13.872) meldet man sich bei der Police Post in Ileret (GPS Koordinaten N4 18.740 E36 13.645). Hier wird man nur registriert und bekommt keinen Stempel in den Pass. Der Stempel muss in Nairobi abgeholt werden. Weiter geht es einmal rund um den Sibiloi National Park. Wer durchfahren möchte, zahlt am Ende 20 USD pro Person und noch einmal 300 KSH für das Fahrzeug. Wer außen herum fahren möchte, fährt bis Derate (GPS Koordinaten N3 51.035 E36 31.189) Hier gib es auch einen Brunnen mit Trinkwasser. Dann sollte jedoch nicht weiter Richtung Süden gefahren werden, sondern die Straße über El Bes, North Horr (GPS Koordinaten N3 19.258 E37 04.361) und weiter über die C77 über Gusi/Gas Village nach Loiyangalani. Wir sind die Straße weiter einmal rund um den Nationalpark gefahren. Kurz vor dem Gate sind wir über den versteinerten Wald, über die Berge und durch ein Flusstal aus dem Park herausgefahren. Das war aber extremes Offroad-Fahren!

Danach sind wir direkt am See entlanggefahren. Freundliche Menschen eine atemberaubende Landschaft, Lagerfeuer, Buschdusche und tagsüber angenehme 43 Grad im Schatten (Januar), lassen ein richtiges Afrika-Feeling aufkommen. Die erste vernünftige Campsite ist in Loiyangalani. Palm Shade Camp (GPS Koordinaten N2 45.385 E36 43.258). Saubere Duschen, kaltes Bier und relaxen unter hohen Bäumen und Palmen, schaffen einen kleinen Ausgleich für die Anstrengungen der letzten Tage. In Loiyangalani gibt es ein paar kleinere Läden, wo das nötigste eingekauft werden kann. Je nachdem ob der Versorgungslastwagen es gerade bis dahin geschafft hat. Von Loiyangalani geht es weiter auf der C77 Richtung Süden bis man bei (GPS Koordinaten N2 17.050 E36 53.036) ostwärts Richtung Marsabit abbiegt. Oder man fährt weiter Richtung Süden bis Maralal. In beiden Ortschaften gibt es Treibstoff sowie eine Bank mit ATM. Von hier bietet es sich an, den Samburu Nationalpark (70 US Dollar pro Tag und Person!) sowie den Mount Kenia (250 USD pro Person) zu besuchen. In Nairobi angekommen geht man zum Ministry of Home Affairs (GPS Koordinaten S1 17.294 E36 49.466) für den Stempel im Pass.

Turkanasee Route (Unsere Empfehlung)

Von Turmi über Omorate, Dashnech, Hado, Banyafort, Ileret, Derate Post (Wasser aus Brunnen), Komote, Loiyangalani nach Maralal. Diese Route geht einmal rund um den Sibiloi National Park. am Ende muss man allerdings trotzdem die Parkgebühren bezahlen. Südlich des Parks geht die Strecke größtenteils direkt am See entlang. sehr einsam aber wunderschön. Wer sich die Parkgebühren sparen möchte, fährt beim Derate Post weiter Richtung North Horr, Gusi/Gas village nach Loiyangalani.

Turmi to Maralal – GPX daten für Garmin

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Kinderheirat in Äthopien

Äthiopien hat eine der höchsten Raten von Kinderheirat in der Welt. 43% der Mädchen in Äthiopien, vorwiegend in der Amhara Region, werden vor ihrem 15 Lebensjahren verheiratet. Als Reaktion darauf hat die United Nations Foundation (UNF) ein Bildungsprogramme in Äthiopien aufgelegt, welches Mädchen und Frauen ermöglicht die Schulezu besuchen.  Mit der Investitionen in Bildung, hofft die UNF  eine Veränderung in  dieser sensiblen Frage zu erreichen. Die meisten Länder sehen ein Mindestalter für Eheschließungen vor, doch werden in einigen traditionellen Gesellschaften die gesetzlichen Bestimmungen oft nicht eingehalten. Verheiratungen im Kindesalter, d.h. vor Erreichen der offiziellen Ehemündigkeit und in Extremfällen sogar vor Beginn der Pubertät, sind bei Mädchen stärker verbreitet als bei Jungen. Gründe für eine Kinderheirat können sein, dass Eltern ihre Tochter als Jungfrau verheiraten wollen oder die Familie die Lebenshaltungskosten der Tochter möglichst früh einsparen will, da diese dann vom Ehemann getragen werden, sobald die Ehefrau in seinen Haushalt zieht.

Zwangsheirat

Zwangsheirat verstösst gegen die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, bei Kinderheirat wird zusätzlich gegen die UN-Kinderrechtskonvention und gegen sexuellen Kindesmissbrauch verstoßen. Doch es gibt viele Gründe, warum die Zwangsheirat, darunter unter großem Anteil die Kinderheirat, immer noch fortbesteht. Dies sind hauptsächlich traditionelle Gründe und Bräuche, aber auch Armut und AIDS sowie der wohlmeinende Schutz der Mädchen durch deren Eltern. Mehr Informationen

Artikel

Kinderbräute: „Diene und gehorche!“
Bericht des UNO-Weltbevölkerungsfonds UNFPA 2008

Äthiopien: Gewalt und Kinderehen tabu

Wenn Kinder heiraten müssen
Kinderheirat Wikipedia