Ägypten Offline

Die Ägyptische Regierung hat das Internet Blockiert. Damit reagieren die Machthaber in diesem Land auf die zunehmenden Unruhen. Sowie in weiten teilen des Landes die mobile Telekommunikation blockiert. Auch SMS konnten nicht verschickt werden. Nahezu alle der ägyptischen Internet-Adressen sind jetzt unerreichbar, weltweit.
Dies wird durch ein Statement von Vodafone Ägypten belegt.

Statement – Vodafone Egypt

All mobile operators in Egypt have been instructed to suspend services in selected areas. Under Egyptian legislation the authorities have the right to issue such an order and we are obliged to comply with it. The Egyptian authorities will be clarifying the situation in due course.

So wie es aussieht hat die Regierung nicht nur einzelne Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter blockiert, sondern das gesamte Internet lahmgelegt. Damit soll verhindert werden, dass sich Oppositionsgruppen über das Internet verabreden. Welche Auswirkungen dies Auf die Wirtschaft des Land haben wird, sind noch nicht absehbar.


(Bild: Arbor Networks)

Eine beispiellose Aktion in der Geschichte des Internet.

Vor allem junge Menschen und Oppositionsgegner haben diese Online-Netzwerke und Video-Handys genutzt, um ihre Demonstrationen zu organisieren und zu dokumentieren. Ab sofort ist Ägypten offline, aber der Widerstand verbreitet sich weiter im Netz.

Damit ist jeder ägyptischen Anbieter, jedes Unternehmen jede Bank, Internet Kaffee, Webseite, Schule, Botschaft, und Regierungsamt betroffen. Sie alle sind ab sofort vom Rest der Welt abgeschnitten. Link Egypt, Vodafone/Raya, Telecom Egypt, Etisalat Misr und alle ihre Kunden und Partner sind für den Augenblick vom rest der Welt abgeschnitten.

Dies ist eine völlig andere Situation als die Internet Manipulation, die aus Ländern wie China, Iran oder Tunesien bekannt sind. Dort wird mittels Filtern einzelne Webseiten gesperrt. Die ägyptische Regierung hat mit ihrer Aktionen,  ihr Land von der globalen Landkarte getilgt.

 

Ägypten: Reise- und Sicherheitshinweise

Nach den massiven und gewaltsamen Protesten in den letzten Tagen, hat das Auswärtige Amt folgende Sicherheitswarnung für Ägypten herausgegeben:
In den letzten Tagen haben sich in ganz Ägypten, insbesondere im Zentrum der Hauptstadt Kairo sowie größeren Städten wie Suez und Alexandria Demonstrationen ereignet. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitsbehörden kam es zu Toten und Verletzten.
Die am 28. Januar verhängte nächtliche Ausgangssperre für die Städte Kairo, Alexandria und Suez ist verlängert worden. Für Details ihrer zeitlichen und örtlichen Ausdehnung wird dringend empfohlen, die aktuelle Medienberichterstattung zu verfolgen.
Die Demonstrationen richten sich nicht gegen Touristen. Von Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez sowie in die urbanen Zentren im Landesinnern mit Ausnahme der Tourismusgebiete am Roten Meer wird derzeit abgeraten. Reisenden in Ägypten wird dringend empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden und die örtliche Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen. Stand 29.01.2011 Auswärtige Amt

Lesenswerte Artikel

Der TV-Sender Al Jazeera überträgt per Livestream aus Ägypten.

Dass ein Land alle Kommunikationskanäle sperrt, ist einzigartig in der neueren Geschichte. Die ägyptische Regierung hat das nun getan – mit einfachen Mitteln. taz

Kein Kontakt: Die Regierung Ägyptens hat alle Verbindungen zum Internet kappen lassen. Der Fall ist beispiellos, das Vorgehen raffiniert. Mit einem einfachen Eingriff wurde das Land am Nil von der Internet-Landkarte gefegt – bis auf eine Ausnahme. Spiegel Online

Ägyptens Regierung ordnet die Abschaltung der Mobilfunknetze an. Das gab Vodafones Landestochter bekannt. Zuvor waren bereits die Provider angewiesen worden, das Land vom Internet abzuschneiden. golem

Die Regierung stemmt sich mit Macht gegen die zunehmenden Massenproteste. Die Polizei geht mit Gewalt gegen die Demonstranten vor. Internet und Mobilfunk wurden gekappt, Friedensnobelpreisträger El Baradei festgesetzt. Deutsche Welle

Der Kampf im virtuellen Raum: Kairo – Der Kampf um die Macht in Ägypten findet nicht nur auf der Straße statt. Nach dem Zusammenbruch des Regimes in Tunesien hat das Regime in Kairo schnell erkannt, dass man es bei den Demonstrationen im eigenen Land nicht mit einem Gegner zu tun hat, der mit schierer Polizeipräsenz in die Knie gezwungen werden kann. Der Protest verbreitet sich inzwischen im Internet, die Wege sind internationale Dienste wie Twitter, Facebook  oder die Videoplattformen YouTube  und UStream . Stuttgarter Zeitung

Quellen:
www.huffingtonpost.com
http://renesys.com
www.vodafone.com

4 Kommentare

  1. Ägyptens Generalstaatsanwaltschaft hat ein Reiseverbot gegen den gestürzten Präsidenten Husni Mubarak und dessen Angehörige verhängt.

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  2. Der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman ist als Vize-Präsident des Landes vereidigt worden. Damit hat Staatschef Hosni Mubarak erstmals seit seinem Amtsantritt im Jahr 1981 einen Stellvertreter, berichteten staatliche Medien. Das dies im Interesse der Westlichen Mächte ist, ist unschwer zu erkennen. Das die Ägyptische Bevölkerung daran kein Interesse hat, auch. Das Israels Vize-Ministerpräsident Mosche Jaalon Angst davor hat, das die Islamisten an die Macht kommen könnten ist nicht unberechtigt. So wie sich die Israel im nahen Osten aufführen ist dies wiederum kein Wunder. Schade ist nur, dass die westlichen Mächte, jetzt wo sie keine Stabilität mehr erkaufen können, das Interesse an freier Demokratie, verloren haben. Zu bewundern ist nur das Ägyptische Volk, welches unter Einsatz des persönlichen Lebens, für Freiheit und Demokratie, kämpfen.

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  3. Amnesty International kritisiert den Mobilfunkanbieter Vodafone und wirft ihm Zensur in Ägypten vor. „Vodafones Bereitwilligkeit, das eigene Netz abzuschalten, ist einfach unglaublich“, sagte Salil Shetty, der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation. Die Abschaltung sei „nicht nur ein Betrug an den Kunden, sondern entlarvt auch eine schockierende Geringschätzung der Meinungsfreiheit von einem der weltweit führenden Telekommunikations-Unternehmen“, sagte Shetty.

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  4. Jetzt geht es los. Die Unruhen greifen auch auf Ägypten und den Jemen über. In der Hauptstadt Sanaa haben Tausende Menschen gegen die Regierung und soziale Ungerechtigkeit demonstriert. Bislang verlaufen die Kundgebungen friedlich. In Ägypten gbit es allerdings Gewaltausbrüche. Erst Tunesien, dann Ägypten und jetzt der Jemen. Die Ursachen sind hier wohl auch haptsächlich in der Armut der Menschen zu suchen. Die Hälfte der Menschen im Jemen muss mit 2 Dollar am Tag auskommen. Ein Drittel der Menschen hat Hunger. Wenn die Menschheit erkennt, dass die Armut ein großer Motivatior für die Terroristen ist und dann etwas dagegen macht, dann wird auch der Terror zurückgehen.

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