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Camping in Khaudum NP

Sicherlich gehört der Khaudum Nationalpark zu den wildesten Parks in Namibia. Tiefer Sand und einsame Offraod-Strecken, machen den Reiz dieses Parks aus. Im Khaudum  gibt es an den meisten Wasserstellen Plattformen, auf welchen man herrlich die Zeit bei der Tierbeobachtung verbringen kann.

Die Campsites im Khaudum wurden 2013 privatisiert. Im Süden des Parks hat sich noch nicht viel getan, eine neue Aussichtsplattform wurde gebaut aber das Camp Sikereti ist noch unverändert baufällig. Dafür ist es im Moment noch kostenlos.

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Im Norden wurde das Camp Khaudum völlig neu aufgebaut. 6 Campsites mit Grill, Feuerplatz, überdachten Sitzgelegenheiten und Wasser WC und Dusche für jeden Campsites sehen sehr hübsch aus. Allerdings sind 300 N$ pro Person und Nacht, sowie 100 N$ pro Fahrzeug selbst für Ausländische Touristen ein stolzer Preis. Für Einheimische Reisende mit Familie sind diese Preise leider viel zu hoch.
Trotzdem ist der Khaudum Nationalpark eine Reise wert. So sieht man in der Trockenzeit Löwen, Hunderte von Elefanten, Giraffen und viele anderer Tiere und das meist auch exklusiv, da es sehr wenig Touristen in diesem Park gibt.

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Colored Footprint

Neues Projekt

Wir machen uns bald wieder auf den Weg nach Afrika. Diesmal mit einem neuen Projekt.

Der kleine Käfer Kribbel und seine traurige Mama

Ein interkulturelles Kinderbuch-Projekt zur Aufklärung von Kindern psychisch kranker Eltern

Wir wollen in jedem Land, das wir im kommenden Jahr bereisen, eine Schule besuchen und dort die Geschichte vom kleinen Käfer Kribbel erzählen. Während die Kinder der Geschichte lauschen, haben sie die Möglichkeit mit den gespendeten Buntstiften ihre Gedanken zu der Geschichte zu visualisieren. Da in den Regionen die wir besuchen werden der Zugang zu Buntstiften stark begrenzt bis nicht vorhanden ist, bekommen die Kinder die verwendeten Buntstifte geschenkt. So leistet das Projekt einerseits einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung von Kindern über das Thema der Depression. Andererseits fördert das Projekt durch das Spenden von Buntstiften einen nachhaltig kreativen Schulunterricht. Wir erhoffen uns durch das Projekt in jedem Land einen pädagogisch wertvollen „Colored Footprint“ zu hinterlassen.

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Mehr Informationen zum Projekt auf www.coloredfootprint.com

 

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Wüstenkönige – Die Löwen der Namib

TV Tipp. Universum: Wüstenkönige – Die Löwen der Namib

Das Koakoveld ist eines der unzugänglichsten Gebiete des südlichen Afrika Ein Trockengebiet, das zwischen den orangefarbenen Dünen der Namib, den einsamen Stränden der Skelettküste und den felsigen Schluchten des Kunene-Flusses liegt. Diese atemberaubende Landschaft ist die Heimat der letzten Wüstenlöwen, einer ganz besonderen Löwenart. 2000 Kilometer legen diese Könige in den Wüsten zurück – bei ihrer Jagd nach Beute. Denn auch Antilopen und Gazellen sind ständig unterwegs auf der Suche nach dem spärlichen Grün in dieser harschen Landschaft. Die lebensfeindlichen Bedingungen, aber auch der Vormarsch von landwirtschaftlichen Industrien, haben den Bestand dieser einzigartigen Löwen gefährdet. Ein Mann hat sich ihrer Erforschung und ihrem Schutz gewidmet: Philip Stander. Mit ihm ist das Kamerateam jahrelang unterwegs, um das Leben der scheuen Könige der Wüste zu erforschen. Die Hoffnung, ihren Fortbestand zu sichern, liegt am Leben fünf junger Löwen, für die es nun Zeit ist, sich von der Obhut ihrer Mütter zu lösen. Der Film begleitet die „Fünf Musketiere“ beim Erwachsenwerden und erzählt die fesselnde Geschichte ihrer Fortschritte, Erfolge, aber auch Rückschläge.

Ein Film von Will und Lianne Steenkamp – Wüstenkönige – Die Löwen der Namib

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Buch und Regie: Will & Lianne Steenkamp
Kamera: Lianne Steenkamp
Schnitt: Alan Miller
Produktionsleitung: Veronika Hraby
Produzent Interspot Film: Heinrich Mayer-Moroni
Produzent BoksDocs: Marjolein Duermeijer
Redaktion ORF: Franz Fuchs
Sendungsverantwortung: Andrew Solomon

Erstausstrahlung: ORF 2 20:15, 06.10.2015

 

ORF2 Mediathek Film ansehen

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Aktuelle Reisewarnungen 29.8.2015

Aktuelle Reisewarnungen für Afrika des Auswärtige Amtes vom 29.8.2015

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Niger: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in entlegene oder nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara, ihrer Randbereiche und der Sahelzone eindringlich ab. Das Straßennetz ist 10.000 km lang. Lediglich 800 km davon sind befestigt. Nahezu alle befestigen Straßen sind mautpflichtig. Insbesondere in der Wüste sind die in den Karten eingezeichnet Straßen meist nur Pisten, d.h. mit leeren Fässern und alten Autoreifen markierten Streifen.

 

Nigeria: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Das Risiko von Entführungen ist in ganz Nigeria gegeben. In den nördlichen Landesteilen Nigerias besteht ein erhöhtes Risiko gezielter Entführungen und krimineller Übergriffe. Gewarnt wird daher vor Reisen in die nördlichen Bundesstaaten Borno, Yobe, Adamawa, Bauchi, in den nördlichen Teil von Plateau State (Jos und Umgebung) sowie nach Kano, Kaduna, Katsina, Gombe, Jigawa, Zamfara, Kebbi und Sokoto. Auch vor Reisen in den Bundesstaat Kogi wird gewarnt.

 

Mali: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Von Reisen nach Mali sowie Aufenthalten jeder Art im Land wird abgeraten. Im ganzen Land bestehen hohe Sicherheitsrisiken und die Gefahr von Entführungen.

 

Ägypten: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird generell gewarnt. Dies gilt auch für den Badeort Taba. Über den Nordsinai wurde der Ausnahmezustand verhängt. Von Reisen in das Nildelta außerhalb der Ballungszentren Kairo und Alexandria sowie von Reisen in das Niltal südlich von Kairo bis nördlich von Luxor wird abgeraten. Von individuell organisierten und nicht von staatlichen Sicherheitskräften begleiteten Überlandfahrten im Südsinai wird abgeraten. Das Auswärtige Amt rät außerdem von Reisen in entlegene Gebiete der Sahara eindringlich ab. Dies gilt insbesondere für die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan. Es gilt nicht für Schiffstouren zu den historischen Städten und für den Nasser-See bis Abu Simbel. Ägypten kann über die Grenzübergänge in Taba von Israel, Sallūm von Libyen und Qusṭul-Aschkeit vom Sudan aus erreicht werden. Die Anreise über Libyen ist aber aufgrund der gegenwärtigen politischen Bedingungen nicht empfehlenswert.

 

Kamerun: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

 

Tschad: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Vor Reisen außerhalb der Hauptstadt N´Djamena wird aufgrund der weiterhin bestehenden erheblichen Anschlags- und Entführungsrisiken gewarnt. Die Mobilität ist gering, da das Straßennetz sehr schlecht ist.

 

Zentralafrikanische Republik: Reisewarnung

Wegen der aktuellen schlechten Sicherheitslage und wieder aufgeflammter Rebellenkämpfe wird vor Reisen in die Zentralafrikanische Republik ausdrücklich gewarnt. Auch in Bangui ist die Lage derzeit unübersichtlich, weshalb größte Vorsicht geboten ist.

 

Südsudan: Reisewarnung

Vor Reisen nach Südsudan wird gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen vor Ort wird geraten, das Land zu verlassen. Die Überlandstrassen sind überwiegend ausgebaut, weisen jedoch oftmals Straßenschäden auf. Viele Straßen, auch in der Hauptstadt Juba, sind „Dirt-Roads“, die oftmals von Felsen, Löchern und Wasser durchsetzt sind.

Burkina Faso: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

 

Somalia: Reisewarnung

Vor Reisen nach Somalia und in die Gewässer vor Somalia wird eindringlich gewarnt. Theoretisch ist die Anreise mit dem Auto aus Äthiopien oder Kenia möglich, praktisch wegen fehlender Sicherheit jedoch nicht.

 

Demokratische Republik Kongo (Teilreisewarnung)

Vor Reisen in die östlichen und nordöstlichen Landesteile der Demokratischen Republik Kongo wird gewarnt. Dies gilt in besonderem Maße für die Provinzen Orientale, Nord- und Süd-Kivu, Maniema und das nördliche Katanga (Tanganyika, Haut-Lomani, nördliches Haut-Katanga), wo immer wieder Kämpfe zwischen den kongolesischen Streitkräften und bewaffneten Gruppen stattfinden.

 

Mauretanien: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mauretanien wird abgeraten. Vor Reisen in das Grenzgebiet zu Algerien und Mali wird ausdrücklich gewarnt. Mit weiteren terroristischen Anschlägen – auch gegen Ausländer – muss in Nouakchott und im ganzen Land gerechnet werden. Zwischen der marokkanischen Grenze und der Mauretanischen Grenze existiert noch ein Teilstück, das nicht asphaltiert ist. Die Konvoipflicht für die Westsahara ist aufgehoben, im Grenzgebiet liegen jedoch noch viele Minen, so dass die Piste nicht verlassen werden sollte.

 

Algerien: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Reisen in entlegene oder nicht hinreichend durch wirksame Polizei- oder Militärpräsenz gesicherte Gebiete der Sahara, ihrer Randbereiche und der Sahelzone eindringlich ab sowie den Grenzgebieten zu den Nachbarländern ab. Eine Reise über die anderen Nachbarstaaten Mauretanien, Niger oder Libyen ist zeitaufwendig, kann aber ein echtes Abenteuer sein.

 

Libyen: Reisewarnung

Vor Reisen nach Libyen wird gewarnt. Das Straßennetz des Landes umfasst etwa 85.000 km. Straßen führen von Tunesien, Algerien, Niger, aus dem Tschad und aus Ägypten nach Libyen.

 

Eritrea: Reise- und Sicherheitshinweise (Teilreisewarnung)

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das Grenzgebiet zu Äthiopien und Dschibuti, dem Anlaufen eritreischer Häfen durch Individualreisende, dem Anlaufen der Inseln des Dahlak Archipels, Einreisen auf dem Landweg. Generell wird von nicht erforderlichen Reisen nach Eritrea abgeraten. Die Grenze zwischen Eritrea und Äthiopien ist seit dem Krieg geschlossen. Die Grenzen mit den Sudan und Dschibuti sind grundsätzlich geöffnet, werden bei Problemen aber immer wieder für Wochen oder Monate geschlossen.

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden.

Quellen WikiVoyage Auswärtiges Amt ua.

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KAZA Visum südliche Afrika

KAZA-Visum-AfrikaAb dem 1. Dezember 2014 benötigen Reisende aus Deutschland keine seperaten Visa für Sambia und Simbabwe. Das neue „KAZA Visum“ (KAZA = Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area) gilt dann in beiden Ländern sowie für Tages-Ausflüge nach Botswana im Kazungula-Grenzgebiet.

Das Visum erlaubt Aufenthalte bis zu 30 Tagen und ist für 50 US-Dollar unter anderem an den Flughäfen in Lusaka, Harare, Livingston und Victoria Falls sowie an den Grenzübergängen bei den Victoria-Fällen erhältlich. Die neue Regelung ist ein Pilotprojekt und gilt für Reisende aus über 40 Nationen, darunter auch Österreich, Frankreich, Großbritannien, Polen und die Schweiz. Als nächstes soll das gemeinsame Visum auch in Botswana, Angola und Namibia eingeführt werden. Nach Informationen des Zambia Tourism Board ist damit im Sommer nächsten Jahres zu rechnen.

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Kosten

KAZA Visum (KAZA = Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area) für Sambia und Simbabwe: 50 US$ (für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen).

Erhältlich ist das Visum an folgenden Grenzen in Sambia: Flughafen Lusaka, Flughafen Livingstone, Livingstone/Victoria Falls Grenzposten, Kazungula. Und in Simbabwe ist es an diesen Grenzen erhältlich: Flughafen Harare, Flughafen Victoria Falls, Livingstone/Victoria Falls Grenzposten, Kazungula.

Normale Visagebüren im Vergleich

Sambia

Die Gebühren für die Ausstellung eines für eine Einreise gültigen Touristenvisums (Single Entry) betragen für deutsche Staatsangehörige USD 50. Für eine zweifache Einreise (Double Entry) fallen Visagebühren in Höhe von USD 80 an. Mehrfacheinreisen (Multiple Entry) werden am Flughafen nicht ausgestellt, können aber nach Einreise bei den örtlichen Büros der Einwanderungsbehörde beantragt werden. Seit November 2008 wieder erhältlich ist das insbesondere bei Tagesausflügen von Victoria Falls (Simbabwe) nach Livingstone (Sambia) ausgestellte Tagesvisum („Day Tripper Visa“), das eine Gültigkeit von 24 Stunden hat. Die Gebühren hierfür betragen USD 20.

Simbabwe

Deutsche Staatsangehörige benötigen zur Einreise nach Simbabwe ein Visum. Dieses wird bei der Einreise an den Flughäfen in Harare, Bulawayo oder Victoria Falls sowie an den Grenzübergängen erteilt. Hierbei ist eine Gebühr von USD 30,– (eine Einreise) bzw. USD 45,– (zwei Einreisen) in Devisen bar zu entrichten. Ein 6 Monate gültiges Visum mit mehreren Einreisen kostet USD 55,–.

Quelle: Auswaertiges Amt

Über die Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area

Das grenzüberschreitende Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA)  Natur- und Landschaftsschutzgebiet liegt im südlichen Teil Afrikas. Der Park umfasst eine Fläche von 444.000 km² und ist nach dem Nordost-Grönland-Nationalpark das zweitgrößte Schutzgebiet der Erde. Der Park umfasst Gebiete der Länder Angola, Botswana, Namibia, Sambia sowie Simbabwe. Er grenzt an eine Reihe bereits bestehender Nationalparks und Wildreservate in diesen Ländern. Der Park umfasst den Caprivizipfel in Namibia, den Chobe-Nationalpark und das Okavangodelta in Botswana, den Hwange-Nationalpark in Simbabwe sowie die Victoriafälle im Grenzgebiet zwischen Sambia und Simbabwe.

Weblinks

www.kazavisa.info

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Etosha West Namibia

Der Etosha-Nationalpark im Norden von Namibia ist ein 22.275 Quadratkilometer großer Nationalpark. Der Park liegt am Nordwestrand des Kalahari-Beckens nur 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Windhoek. Etosha war bis Anfang 2014 für Touristen zweigeteilt. Der östliche Teil ist für Touristen mit Pkw frei zugänglich. Der westliche Teil dagegen durfte bis Mitte 2011 nur in Begleitung registrierter Reiseführer besucht werden, seitdem auch von allen Übernachtungsgästen des Camp ‚Dolomite. Seit Frühjahr 2014 ist der Westteil am Galton Gate für alle Besucher geöffnet. Der National Park ist ganzjährig geöffnet, täglich von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

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Der westliche Teil des Parks , ist grüner und hügeliger als der östlichen Abschnitten rund um die Etosha-Pfanne. Es gibt im Westlichen-Teil deutlich weniger Tiere zu sehen,  die Landschaft ist aber umso spektakulärer.

Weitere Informationen:

Etosha bei Wikipedia Etoshanationalpark.org

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Handeln statt Spenden

Unter dem Titel „Trade statt Aid“ hat das Betterplace Lab folgenden Artikel Veröffentlicht.

Jenseits der Strukturen und Institutionen des sozialen Sektors und der Hilfsindustrie bergen digitale Medien ein enormes wirtschaftliches Potential für arme Bevölkerungsgruppen weltweit. Dank Internet und Mobilfunk können viele derer, die wir bislang die „Begünstigten“ genannt haben, ihre Interessen selbst in die Hand nehmen und sich von Hilfsstrukturen emanzipieren. Aufgrund einer Reihe von Entwicklungen der letzten Jahre werden Menschen, die bislang aus Wirtschaftskreisläufen ausgeschlossen waren, in diese einbezogen und können ihre Lebensverhältnisse maßgeblich verbessern.

Dies geschieht unter anderem durch Ansätze, die in der so genannten Base-of-Pyramid (BoP) verortet sind. BoP bezieht sich auf die vier Milliarden Menschen, die weniger als zwei US-Dollar am Tag zur Verfügung haben und bislang in unternehmerischen Wertschöpfungsketten vernachlässigt wurden. Im Zuge des BoP-Ansatzes entstehen neue Geschäftsmodelle, die es sich zu Nutze machen, dass diese Zielgruppe zwar eine geringe individuelle Kaufkraft hat, aber aggregiert einen Massenmarkt darstellt, für den es sich lohnt, Produkte und Dienstleistungen zu entwerfen. Viele BoP-Konzepte richten sich an arme Menschen als Kunden, z.B. in dem man ihnen kleine Packungen Haarshampoo oder Waschpulver verkauft oder sie mit einem Mikrokredit ausstattet, der ihnen erlaubt eine Bewässerungsmaschine zu erwerben.

Schon Jack Welch, ehemaliger Chef von General Electric, sagte: „Control your own destiny. Or someone else will.“ Eben diese Selbstbestimmung ermöglichen BoP-Ideen, die arme Bevölkerungsgruppen als Wiederverkäufer zu integrieren und ihnen so ein Einkommen zu verschaffen. Beispielsweise bietet das Sozialunternehmen Solar Sisters Afrikanerinnen ein Solar Start Kit, welches diese nach einer Schulung und mit Marketing-Unterstützung in ihren Netzwerken an Nachbarn, Familie und Freunde vertreiben. Modell: Tupperparty für Solarenergie.

Ansätze wie diese werden auch von Entwicklungsökonomen unterstützt. Es besteht ein Konsens darüber, dass Jobs ein besseres Instrument zur Armutsbekämpfung sind als Hilfeleistungen. Bezahlte Arbeit führt zu einer Reihe positiver Folgen: sie macht Menschen unabhängig, gibt ihnen Würde, spornt sie an, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und stärkt die Kaufkraft im Land. Untersuchungen bestätigen (s. Buch Poor Economics), dass Arbeit der wichtigste Hebel ist, um Familien aus der Armut zu holen, das heißt, wenn ein Familienmitglied einer festen Lohntätigkeit nachgeht, vorzugsweise im öffentlichen Sektor. Auch die etablierte EZ sucht immer mehr nach marktwirtschaftlichen Ansätzen Armut zu beseitigen. So startete jüngst Devex (die größte Online- Community im Entwicklungsbereich) und USAID eine gemeinsame Plattform, auf der sich Entwicklungsexperten und Unternehmer austauschen sollen. Digitale Medien verschaffen diesem Trend in vielerlei Hinsicht einen Turbo.

Online Zugang zu Mikrokrediten und Vorfinanzierung

Internetplattformen wie Kiva, MyC4 oder Zafén vermitteln Mikrokredite an Kleinunternehmer, die damit wichtige Investitionen tätigen können. Von dem Billiardtisch für eine Kneipe in Baku, der den Umsatz steigern soll, bis zur Nähmaschine für eine Township-Bewohnerin im südlichen Afrika, unterstützen mittlerweile schon Millionen von sozialen Investoren über solche Online-Plattformen Menschen dabei, ein eigenes Geschäft aufzubauen. Auch Crowdfunding- und Spendenplattformen wie Kickstarter, Indiegogo oder betterplace.org werden in Einzelfällen von Kleinunternehmern genutzt, um Startkapital zusammen zu bekommen oder Produkte vorfinanzieren zu lassen.

Insbesondere Handys haben in den letzten Jahren großes Potential bewiesen, Menschen aus der Armut herauszuholen. Mehrere Studien zeigen, dass mit der Zahl der genutzten Mobiltelefonen in einem Land auch dessen Bruttoinlandsprodukt wächst (das Tempo ist besonders in Entwicklungsländern hoch). Viele Entwicklungsexperten sehen in Mobiltelefonen das wohl wichtigste Entwicklungswerkzeug; eine Technologie, die wir nicht den Milliarden Dollars der Entwicklungshilfe verdanken, sondern das ein Produkt des privatwirtschaftlichen Sektors ist und das nun vielseitig und innovativ genutzt wird. Alleine in Afrika gibt es heute (Stand Okt. 2012) 735 Millionen Handys, das entspricht einer einer Abdeckung von 70% auf dem Kontinent. Dabei ist es für die meisten der hier genannten Fälle unerheblich, ob es sich um (die noch wenigen) Smartphones, oder ältere Modelle handelt, da viele digital-sozialen Innovationen auch per SMS funktionieren.

Mobilfunk revolutioniert unternehmerisches Handeln

Im Zuge des Trends Trade statt Aid werden Mobiltelefone fürs Banking, die Vergabe von Krediten, den Abschluss einer Versicherung oder die Verbreitung von aktuellen Marktinformation genutzt. Das Vorzeigeland für mobile Banking ist Kenia mit MPesa (hier eine lablog-Reihe dazu). Mittlerweile können mehr als 15 Millionen Kenianer über ihr mobiles MPesa-Konto Geld transferieren und erhalten. So haben Menschen, die bislang als „unbanked“ galten, da herkömmliche Banken zu hohe Gebühren und Sicherheiten für die Eröffnung eines Kontos verlangen, erstmals Zugang zum Finanzsystem. Und das führt zu weiteren Innovationen auf dem Mikrofinanzmarkt, wie der Acumen-Blog zeigt.

Auch in Asien gibt es immer mehr Mobile Banking Angebote, etwa in Bangladesch mit der Dutch Bangla Bank, die ähnlich wie M-Pesa funktioniert und keine Kontoführungsgebühr verlangt. Denn bislang haben in dem Land nur 13 Prozent der Menschen ein Bankkonto – aber 45 Prozent haben ein Handy.

Mobile Konten stellen sich zudem als perfekte Basis für andere Dienstleistungen heraus, die ärmeren Bevölkerungsschichten aus Kostengründen bislang verwehrt waren. Über M-Pepea können kenianische Unternehmer und Angestellte über ihr Handy schnell Kredite beantragen und sind auf diese Weise nicht mehr auf die horrenden Zinssätze (bis zu 50%) herkömmlicher Geldverleiher angewiesen. Einmal bei M-Pepea registriert können Angestellte bis zu 20% ihres Monatsgehalts als Kredit beantragen und bekommen das Geld mit einem Pin-Code an Bankautomaten ausgezahlt.

Versicherungen per SMS abschließen

Auch Versicherungsleistungen stehen dank digitaler Technologien armen Zielgruppen vermehrt zur Verfügung. So können kenianische Kleinbauern bei Kilimo Salama eine kostengünstige Versicherung gegen Ernteausfall abschließen. Eine Dürreperiode oder eine Flut zum falschen Zeitpunkt sind für Subsistenzbauern oft existenzbedrohend, da sie keine Vorräte oder Geld haben. Die Versicherung wird zusammen mit dem Saatgut erworben und per M-Pesa abgeschlossen. Einmal als Kunde registriert, scannen eine Reihe von solarbetriebenen Wetterstationen die Klimaverhältnisse in der Region des Bauern. Wenn es zu wenig oder zu viel Regen gibt, erhält der Bauer automatisch über M-Pesa eine Zahlung, die sie für die Kosten der Samen entschädigt. Nur dank digitaler, kostengünstiger Technologien und automatisierter Prozesse können Versicherungskonzerne dieser Zielgruppe einen Schutz anbieten, da eine individuelle Betreuung bei Abschluss, Schadensprüfung und Auszahlung sich bei den geringen Summen nicht rechnen würde.

Der Service hat noch andere Vorteile: Die Wetter-Information, die die Sensoren sammeln, werden ausgewertet und in einer positiven Feedbackschlaufe den Bauern per SMS zugeschickt, die sich besser auf die Witterung einstellen können. Das bedeutet mehr Ernte: Der Zugang zu verlässlichen Daten kann die landwirtschaftliche Produktion um bis zu 20 Prozent steigern und stabile Erträge sichern. Derart abgesichert können Bauern auch risikofreudiger sein: so investierte ein Kunde in teure, aber hochwertige Samen und konnte seinen Ertrag um 150% steigern.

Kühe per SMS managen

Informationstransfer per App oder SMS wird immer populärer. So bietet die App iCow, entwickelt von einem ostafrikanischen Bauern, relevante Zuchtinformationen für Kühe. Der Nutzer registriert seinen Viehbestand bei dem Dienst und erhält dann Textmitteilungen, die ihn an Impftermine und Melkzeiten erinnern, sowie wertvolle Information zu Futter und Zucht beinhalten. iCow wurde explizit als Alternative zu Hilfsleistungen, die die Bauern sonst erhalten hätten, von einer englischen Stiftung entwickelt. Dessen Geschäftsführer schreibt: „Farmers have been empowered to improve their own lives through accessing critical agricultural information as opposed to depending on aid“. Dass der Service sich als Sozialunternehmen mittelfristig selbst refinanzieren soll, ist ein zusätzlicher Anreiz für die Stiftung, das Projekt zu unterstützen.

Immer mehr digitale Dienste bieten Informationen für Bauern und Händler an. Reuter’s Market Light versorgt Millionen indischer Bauern für 90 Cent im Monat mit Informationen zu Wettervorhersagen, Saat- und Ernteanleitungen und aktuellen Marktpreisen. Jeder Bauer erhält die Information in seiner Sprache, angepasst an seinen Arbeitsablauf und lokale Gegebenheiten. Ein indischer Bauer, der auf Mittelsmänner angewiesen ist, die seine Ware zum nächstgelegenen Markt bringen, kennt so den Durchschnittspreis für das Kilo Getreide, das er gerade geerntet hat und kann vom Zwischenhändler nicht mehr so leicht übers Ohr gehauen werden. In Kenntnis der Marktpreise können Bauern auch ihre Ernte ausrichten und in der nächsten Saison die Getreide oder Gemüse anbauen, nach denen die Nachfrage besonders groß ist. Einen vergleichsweise Service bietet e-Choupal, allerdings über kommunale Internetkioske, die in indischen Dörfern aufgestellt werden. Bauern die den e-Choupal Martkinfoservice kostenlos nutzen, sind verpflichtet ihre eigenen Verkaufspreise einzugeben. So bleibt die Plattform aktuell. Auch eine Erwähnung wert: Die SMS-Handelsplattform Google Trader.

Das Internet als Jobhighway

Digitale Medien bieten auch immer mehr Menschen die Möglichkeit, über das Internet oder Mobiltelefone Geld zu verdienen. Dazu zählen natürlich besonders die Millionen Jobs, die in der IT-Industrie im letzten Jahrzehnt in Ländern wie Indien oder China geschaffen wurden. Allein in Indien wurden 2007 vier Millionen neue IT-Jobs geschaffen. Diese Entwicklung wird mit Cloud-Computing noch zunehmen. Prognosen gehen davon aus, dass in China, Indien und der Pazifikzone bis 2015 durch die Cloud 10 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. (Wie besonders Jugendliche Entrepreneurship in südlichen Ländern treiben, zeigt das Southern Innovator Magazine.)

Auch abseits von der Mainstream-IT-Industrie bieten digitale Medien neue Arbeitsmöglichkeiten. Eine der frühen mobilen Plattformen war txteagle. Der Dienst ermöglichte es Handybesitzern, gemeinsam mit vielen anderen große Arbeitsaufträge zu erledigen: Ein großer Konzern hat einen Auftrag zu vergeben, etwa die Übersetzung einer Bedienungsanleitung in Swahili. Doch da professionelle Übersetzer teuer sind, stellt er den Auftrag bei txteagle ein. Hier wurde der Großauftrag in viele einzelne Miniaufträge zerlegt, die die Länge einer SMS nicht überschritten. Die Mikroaufträge wurden via SMS an Mitglieder von txteagle geschickt, die dem Aufgabenprofil entsprachen; in unserem exemplarischen Fall Menschen, die Englisch und Kishuaheli sprechen. Diese übersetzten die englischen Textbausteine und schickten sie wieder an txteagle zurück. Die Kontrolle erfolgte ebenfalls digital: Jede Aufgabe wurde an mehrere Übersetzer geschickt und die am häufigsten genannten Übersetzungen wurden von der Software als korrekt eingestuft und zusammengesetzt wieder an den Auftraggeber zurückgeschickt. Dieser bezahlte für die Übersetzung des Handbuches und txteagle überwies den korrekten Übersetzern ihre Mikrobeträge als Handyguthaben. In 2011 wurde txteagle zu Jana umgebaut: die neue Plattform nutzt die Millionen gelisteten Mobilfunkkunden in Entwicklungs- und Schwellenländern als „Marktbarometer“. Per SMS beantworten sie Umfragen zu verschiedenen Marktforschungsthemen und erhalten im Gegenzug kostenlose Mobilfunkminuten. Das Unternehmen finanziert sich über große Unternehmen wie Danone oder Unilever, die für die Marktanalysen zahlen.

Auch in Industrienationen verbreiten sich Mini-Job-Börsen

Auch über Samasource können Menschen weltweit und unabhängig von ihrem Wohnort digitale Aufgaben für Firmen gegen Bezahlung erfüllen. Auf der Plattform veröffentlichen IT-Unternehmen wie eBay oder LinkedIn Mikrojobs wie das Taggen von Bildern, die u. a. von Bewohnern des größten Flüchtlingslagers Dadaab in Nordkenia erledigt werden.

Das diese Angebote nicht auf Entwicklungsländer beschränkt sind, zeigt der Erfolg von Mechanical Turk. Auf dieser von amazon entwickelten Plattform werden IT-Aufträge eingestellt und von Entwicklern erledigt. Dabei wird die Hälfte der Aufträge von US-Amerikanern erledig. Seitdem die Plattform jedoch auch in Rupien bezahlt, stammen schon 34% der Mikroarbeiter aus Indien (wobei Männer und Frauen in Indien gleich stark vertreten sind).

Auch in Industriestaaten gibt es mittlerweile Plattformen für Mikro-Jobs Auf Taskrabbit werden in den USA meist lokal ausgerichtete Alltagsjobs – vom Einkaufen über den Zusammenbau eines Ikearegals bis zum Gassigehen mit dem Hund – ausgeschrieben und gegen geringe Bezahlung von Interessierten erledigt. Und cashmobbers.net nutzt digitale Kommunikation, um spontane Aktionen zu koordinieren, die die lokale Wirtschaft unterstützen.

Chancen:

  • Arbeitsplätze und Handel sind wohl die wirksamsten Mittel gegen Armut. Digitale Medien, mit deren Hilfe Jobs geschaffen und Infrastrukturen für Handel effizienter gestaltet werden können, sind für Geldgeber und NGOs besonders förderungswürdig.
  • Eine rudimentäre technologische Infrastruktur für Trade statt Aid ist gibt es in den meisten Ländern der Welt schon, sei es über weit verbreitete Mobiltelefone oder kommunale Internet-Kioske.
  • Ständig sinkende Kosten für digitale Medien und der weltweite Ausbau von Kommunikationsinfrastruktur lassen Investitionen in den Trend jetzt als besonders wirksam erscheinen.
  • In vielen Fällen bieten sich Kooperationen mit Akteuren aus der Telekommunikationsindustrie an, die die erforderlichen Budgets bereitstellen können und mittelfristig selbst von den geknüpften Netzwerken und dem Imagegewinn profitieren. Die Tatsache, dass die technologische Infrastruktur nicht aus Mitteln der EZ oder mit Spendengeldern finanziert werden muss, sondern Hilfsprojekte darauf aufsetzen können, ist eine große Chance.
  • Geldgeber aus dem sozialen Sektor und der EZ können die Anschubfinanzierung für Trade-statt-Aid Projekte bereitstellen.
  • Oft werden die spannendsten Trade-statt-Aid-Projekte in Entwicklungsländern selbst entwickelt. Technologieexperten und Unternehmer vor Ort wissen am besten, welche digitale Infrastruktur benötigt wird. Über direkte Feedbackschlaufen zwischen Tech-Unternehmern und Nutzern können die Angebote paßgenau weiterentwickelt werden.

Risiken:

  • Nicht jeder Mensch ist ein Unternehmer und bereit, Risiken einzugehen und flexibel seine Dienstleistungen an die Nachfrage anzupassen.
  • Die gemischte Bilanz der Mikrokredite zeigt, dass Trade statt Aid kein Allheilmittel ist. Studien haben gezeigt, dass viele Mikrokredite nicht in den Unternehmensaufbau, sondern in das Stopfen von Löchern (Medizin in ärtzlichen Notfällen, Schulgeld etc.) fließt.
  • Um einen effizienten und gerechten Handel zu ermöglichen, muss das Welthandelssystem umgebaut, d.h. protektionistische Maßnahmen vor allem der USA und Europa, abgebaut werden. Dies ist in Industriestaaten ein solch massives Politikum, dass ein schneller Umbau unrealistisch erscheint.

Fazit:

Der soziale Sektor tut viel Gutes, besonders nach Katastrophen sind NGOs und Nothilfe unverzichtbar. Doch bei der Bekämpfung „allgemeiner Armut“ führen Spenden und Sach“geschenke“ auch zu Abhängigkeitsverhältnissen. Genau das Gegenteil, nämlich Selbstständigkeit, kann erreicht werden, wenn Menschen Möglichkeiten bekommen, ihr eigenes Geld zu verdienen. Es gibt zwar keine zwei Milliarden offene Stellen, die die Ärmsten nur per SMS annehmen müssen. Aber über Mobilfunk und Internet entstehen Infrastrukturen, die so günstig nutzbar sind, dass sie auch im Mikrobereich und bei kleinen Beträgen den Austausch von Angebot und Nachfrage ermöglichen. So kann an der Basis der Pyramide (Base of Pyramid) ein gewisser Wohlstand entstehen. Diese selbst erarbeitete Lebensverbesserung wirkt beim einzelnen auch psychologisch besser (Stolz) als bei „Almosen“. Besonders der weit verbreitete und auch in armen Ländern viel genutzte Mobilfunk treibt den Trend Trade statt Aid weiter voran. Noch wird viel experimentiert, aber mehr und mehr Dienste überleben, da sie wirtschaftliche Probleme der „kleinen Leute“ lösen und sich dann groß verbreiten.

Dieser Artikel ist vom betterplace lab  http://trendreport.betterplace-lab.org/trend/trade-statt-aid
Dieser Artikel unterliegt der Creative Commons, Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland

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Das Buch zur Reise

Nach fast einem Jahr sind wir wieder in Deutschland. All die Geschichten von unserer Reise. Von Abenteuern und Anderen Katastrophen. Von tollen Momenten, spannenden Landschaften und bezaubernden Menschen….

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zu den Büchern

 

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Homeland Teil 2

In Windhoek angekommen haben wir zuerst Julians Freunde Jimmy und Heidi in ihrem Workshop der „Southern Cross Safaris“ aufgesucht. Den beiden gehört seit fünfzehn Jahren das renommierte Safariunternehmen mit abenteuerlichen off-road sowie „Wildcamping“  Touren innerhalb Namibias, Botswana und Sambia. Da nun auch Zimbabwe in ihrem Angebot hinzugefügt werden soll, wollten die beiden für die nächsten drei Wochen auf Exkursionstour nach Zimbabwe gehen um die perfekte Tour zusammenzustellen. Während der Zeit mussten wir auf ihr Privathaus und die Hunde in Windhoek „aufpassen“, damit sie alles wieder so vorfinden wie sie es zurückgelassen haben. Ähnlich wie in Johannesburg sind auch in Windhoek fast alle Häuser hinter Elektrozäunen versteckt. Trotzdem passieren viele Einbrüche, wenn ein Haus unbewohnt aussieht. Gerne haben wir den beiden den Gefallen getan, denn die kleine Reisepause gab uns Gelegenheit, einige Servicearbeiten am Auto zu erledigen, das Internet wieder auf Vordermann zu bringen sowie weitere Vorkehrungen und Einkäufe für unsere Weiterreise zu tätigen. Außerdem war es ganz angenehm, bei den winterlichen Temperaturen  in Windhoek (nachts häufig Minusgrade und tagsüber sonnig bei 25 Grad) in einem Haus zu schlafen. Windhoek ist eine sehr beschauliche und ruhige Stadt, in der nicht wirklich viel passiert. Wir waren während der Zeit häufiger auf den umliegenden Farmem „Krumhuk“, Ondunu und Klaratal.  Julian hatte vor neun Jahren für ein Jahr auf der Farm Krumhuk gearbeitet und es war schön zu sehen, dass sich nichts verändert hatte. Es ist eine herrliche Farm mitten in einer bergigen Landschaft mit 8500 ha, einem Wildbestand von ca. 1000 Stück (Oryxe, Kudus, Springböcke, Wildschweine, etc.) und ca. 650 Rinder sowie vielen Pferden. Das sind ganz andere Dimensionen als bei uns in Deutschland jedoch gibt es nur ganz selten Regen. Aufgrund der Wasserknappheit wird viel Wild gehalten, da dieses keine Versorgung  und wenig Wasser benötigt und dabei das beste (absolut fettfreies) Fleisch hervorbringt.

Mit einem komplett überholten Fahrzeug  und Verpflegung für vier Wochen machten wir uns anschließend auch schon wieder auf zu neuen Herausforderungen. Wir wollten das einsam gelegene Kaokoveld im Nordwesten Namibias erkunden und fuhren Richtung Norden über Okahandja zum Camp Eileen (eine nette Campsite mit schönen Wandermöglichkeiten. Am nächsten Tag besuchten wir die sehr gut erhaltenen Buschmannzeichnungen in Twevelfontain, da diese günstig auf der Strecke lagen und zu den Sehenswürdigkeiten Namibia’s zählen. Am nächsten Tag gleich weiter nach Palmwag.

Die Palmwag Conservancy ist der Eintritt zum Kaokoveld, welches raue unberührte abgeschiedene Natur mit vielen Wildtieren wie Nashörnern, Elefanten, Löwen…etc. bietet. Außerhalb der Palmwag Conservancy hatten wir gleich ein erstes Zusammentreffen mit einem verärgerten Nashorn. Das Nashorn war überhaupt nicht begeistert von unserem leuchtend gelben Toyota (oder vielleicht gerade begeistert?) und jagte uns wild stürmend mit ganzen 40 km/h hinterher. Wir hatten wirklich Glück, dass dieser Teil der ansonsten grobsteinigen Offroad-Strecke gut zu befahren war und wir noch etwas mehr Gas geben konnten. Nicht auszudenken, wenn uns die beiden beeindruckenden spitzen Hörner aufgespießt hätten. Leider konnten wir noch nicht mal ein Foto von dem wild schnaubenden Tier machen, das glücklicherweise irgendwann das „Rennen“ aufgab und abbog. Nach diesem Schreck fuhren wir noch ein bisschen durch die einsame Berglandschaft und suchten einen Campingplatz unter den Sternen. Außer friedlich grasenden Springböcken haben wir an diesem Tag keine weiteren Tiere mehr gesehen. Der Platz hatte einen schönen Blick aber nach Sonnenuntergang war es trotz Lagerfeuer so kalt und windig, dass wir uns lieber ins Dachzelt zurückzogen.

Die nächsten Tage standen wir mit der Sonne auf und fuhren im Schritttempo immer weiter Richtung Nordwesten. Es fühlte sich an als wären wir neben den Wildtieren die einzigen Lebewesen weit und breit und es war ein befreiendes Gefühl, mitten in der bergigen Wüsten-Landschaft unsere 360 Grad Buschdusche aufzubauen. Entlang eines Trockenflusses waren auch viele Elefanten und Giraffen zu sehen. Die Wüstenelefanten in der Gegend sind nicht zu unterschätzen. Wir wurden von einigen Reisenden gewarnt, dass die Elefanten sehr aggressiv sein sollen und schon das ein oder andere Auto zertrümmert haben. Vor allem nachts in den Flussbeten und auf der Campsite in Puros. Wir übernachteten deshalb immer entfernt von den Flussbetten und hatten keine Probleme.

Nach ein paar Tagen wildem Off-Road-Fahren erreichten wir die Hartmannsberge im nördlichen Teil des Kaokofeldes und fanden eine Traumlandschaft vor. Hier waren wieder die herrlich roten Sanddünen vor den hohen Bergen und den gelblich schimmernden Graswüstenfeldern. Das war ein tolles Farbenspiel, an dem wir uns nicht sattsehen konnten. Deshalb blieben wir drei Nächte, an einem wunderschönen Platz versteckt hinter den Bergen und teilten dieses Vergnügen nur mit grasenden Straußen, Oryxen und Springböcken. Im Ugabtal fühlten wir uns schon weitgehend alleine auf der Welt, jedoch im Kaokofeld waren wir komplett abgeschnitten von der Außenwelt. Gut, dass unser Wasservorrat (ca. 100 ltr.) ausreichend war, denn wir hatten seit einer Woche keine Menschenseele mehr gesehen und die nächste Wasserstelle war weit entfernt.

Von den Hartmannsbergen fuhren wir durch das Mariental zum Kunene River. Das Mariental bietet ebenfalls ein spektakuläres Natur- und Farbenschauspiel. Hinzu kommt, dass dort die traditionellen Himbastämme in ihren Krals mit ihren Kühen und Ziegen leben. Die Himbas in dieser Gegend haben deswegen nichts von ihrer Ursprünglichkeit verloren, da sie gänzlich abgeschnitten sind. Die Straßen sind so schlecht, dass dieses Gebiet nur mit anspruchsvollem Off-Road-Fahren zu erreichen ist. Dadurch reduziert sich der Tourismus automatisch auf ein Minimum und es gibt keine Versorgung von außen (somit leider auch kaum Schulbildung). Die Himbas ernähren sich von selbst angebautem Gemüse und Fleisch von Kühen und Ziegen. Auf uns wirkten die Himbas sehr stolz, ästhetisch und unglaublich freundlich. Die Frauen tragen viel Schmuck, sind nur mit Lederröcken bekleidet und von Kopf bis Fuß mit einem Gemisch aus roter Erde und Öl bemalt, das als Sonnenschutz dient und einen herrlichen Duft verbreitet (obwohl sie sich erstaunlicherweise nie waschen!).

Am nördlichen Rand des Marientals erreichten wir den Kunene River und freuten uns sehr, nach tagelanger trockener Wüstenlandschaft auf einen großen breiten Strom mit erfrischendem türkisfarbenem Wasser und auf das schön gelegene Synchro Camp zu stoßen. Das Camp Synchro liegt inmitten einer steinigen Bergwelt direkt am Kunene River. Das Flussbett vor unseren Augen war der Mittelpunkt der lokalen Waschzeremonien. Die Einheimischen badeten sich, wuschen ihre Wäsche und tränkten das Vieh. Dabei hatten sie immer die zahlreichen Krokodile im Auge.  Wir kletterten einige Male auf die einsamen zerklüfteten Berge und hüpften bei den ca. 5 km entfernten Kunene Pools ins kalte Wasser, da diese Pools für Krokodile nicht zu erreichen sind. Neben dem perfekten Ambiente und einer Woche absoluter Isolation, war es eine willkommene  Abwechslung wieder Mitreisende zu treffen. Die ersten zwei Tage teilten Lez und Sally aus London unsere Campsite und wir hatten uns viel zu erzählen. Wir bedauerten sehr, dass die beiden nicht länger bleiben konnten. Aber anschließend kamen Dori aus Israel und Tally aus New York zu uns auf die Campsite und wir hatten ebenfalls viel Spass und lustige Unterhaltungen mit den beiden. Dori reist seit 15 Jahren ins Kaokofeld und hat vor ein paar Jahren den mit Auszeichnungen gekrönten Film „The Cry of the Owl“ gedreht. Er handelt über die Tradition und das Leben der Himbastämme.

Da uns der Kunene River am Mariental so gut gefallen hat, blieben wir 6 Tage und fuhren anschließend über das Marble Camp und Opuvo zu den Epupa Falls. Opuvo ist alles andere als sehenswert, jedoch bietet es weit und breit die einzige Möglichkeit zu tanken und Lebensmittel einzukaufen. Dafür waren wir umso mehr begeistert von den Epupa Falls. Die Wassermassen stürzten von massiven Felswänden in kleine Pools zu dem breiten Kunenfluss inmitten einer wunderschönen kargen Bergwelt, die mit riesigen Baobabbäumen bewachsen war. Wir campten im Epupa Falls Camp direkt bei den Fällen und hatten einen herrlichen Blick auf die Stromschnellen.

Von den Epupa Falls führt eigentlich eine gut ausgebaute Teerstraße zu der Kunene Lodge, wir wollten jedoch direkt am Kunene River entlangfahren und nahmen die sehr schlechte steinige Off-Road Strecke in Kauf. Nach kürzester Zeit brach dann leider auch eine Feder und wir kamen nur noch im Schritttempo voran. Als Entschädigung fuhren wir durch faszinierende Landschaften und einsam gelegene Himbadörfer. Die Nacht verbrachten wir im idyllisch gelegenen Endjani Camp direkt am Fluss unter einer großen Akazie. Die Campsite gehört einem Himba Stammesangehörigen und wir wurden von seiner Familie mehrmals neugierig und interessiert besucht, da nur selten Reisende vorbeikommen. Wieder waren wir begeistert von der Freundlichkeit und der Ästhetik der Himbas.

Nach zwei Tagen Schritttempofahren kamen wir endlich in der hochgepriesenen Kunene Lodge an, jedoch fanden wir die Campsite um diese Jahreszeit viel zu touristisch und zu laut und fuhren am nächsten Tag weiter zum Etosha Nationalpark. Wenn man in Namibia viele Tiere und unzählige Touristen auf einem Platz sehen möchte, sollte man den Etosha Nationalpark nicht missen. Jetzt während der Trockenzeit sind alle Tiere zusammen mit den Unmengen an exotischen Touristen bequem an den Wasserstellen zu beobachten. Die Campsites müssen während der Hauptreisezeit schon Monate vorher reserviert werden, da diese bis auf den letzten Platz ausgebucht sind. Wir blieben nur eine Nacht im Namotomi Camp und fuhren anschließend zurück nach Windhoek, da es bei uns in vier Tagen weitergehen sollte nach Botswana.

Botswana war unser letztes Reiseziel von unserer Transafrika Tour. Julians Familie war dafür angereist um unsere letzten vier Wochen gemeinsam verbringen zu können. Unser Toyota blieb in Windhoek stehen und wir fuhren bequem in einem Unimog mit Jimmy‘s und Heidi’s Southern Cross Safari Unternehmen. Es war für uns ein ganz anderes Erlebnis, Tiere mit erfahrenen Tour Guides zu  suchen. Jimmy und sein Botswana Guide Tabo spürten die sonst sehr selten zu sehenden Löwen und Leoparden auf und wir konnten sogar Geparden bei der Jagd nach Warzenschweinen beobachten. Da Southern Cross Safaris eine sogenannte Hatab Lizens hat, übernachteten wir mitten im Busch in unberührter Natur und hatten in unserem Camp des Öfteren Besuch von Elefanten, Giraffen, Nilpferden und vielen Anderen Bewohnern des Busches.

Unsere letzten zwei Wochen in Afrika verbrachten wir auf der Farm Krumhuk und nahmen uns die Zeit, die ganze Reise in Erzählungen noch einmal Revue passieren zu lassen. Wir hatten so viele wunderschöne, interessante und bereichernde Eindrücke und Erlebnisse von denen wir mit Sicherheit noch Jahre davon zehren können.

Wir haben die Tour von Palmwag vis CampSyncro als GPX Track mit Tourbeschreibung hinterlegt.

Unsere Highlights

  • Die herrliche Weite der Namibiafarmen, Krumhuk, Ondunu und Claratal
  • Die Felsmalereinen in Twelelfontain
  • Die schöne Palmwag Conservancy
  • Das einsame Kaokofeld mit den herrlichen Harmannsbergen und Mariental
  • Entlang des traumhaften Kunenerivers
  • Die Tierwelt von Etosha
  • Die unberührte Natur der Botswana-Nationalparks
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Homeland Teil 1

Namibia bietet unbeschreibliche Weite, da es flächenmäßig so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen bei nur knapp über zwei Millionen Einwohnern. Fast überall wird in der ehemals Deutschen Kolonie perfektes Deutsch gesprochen und man findet vorwiegend deutsche Namen sowie Straßen- und Ortsbezeichnungen. Es ist ein Land mit einem der größten Unterschiede zwischen Arm und Reich.

Vom Kalahari-Gemsbock Park am Rande der Kalahari, ganz im Süden Namibias ging es Richtung Westen. Wir fuhren über Khetmanshop (muss man nicht gesehen haben) vorbei am Naute Damm zum Fish River Canyon, der ein absolutes Muss ist für Namibiareisende. Auf unserem GPS hatten wir eine herrliche Campsite direkt am oberen Rand des Fish River Canyons aufgespürt. Bereits der Weg dorthin führte uns durch abgeschiedene schöne Landschaften und als wir dort ankamen, fanden wir nur einen einsamen Platz vor, auf dem weit und breit kein Mensch zu sehen war. So haben wir diesen sensationellen Spot ganz für uns alleine genossen, bis die Sonne im weichen gelben Licht hinter dem Canyon verschwand. Leider können wir nicht verraten, wo wir genau waren, da wir im Nachhinein feststellen mussten, dass dies ein privater Platz war.

Vom Fish River Canyon  ging es weiter Richtung Norden, vorbei an Helmeringhausen, bis zur Namib Rand Conservancy . Auf der Campsite, welche zum Family Hideout gehört, hatten wir nicht nur die Campsite mit eigenen Facilities für uns ganz alleine, sondern ein ganzes Areal. Das war ein weiterer genialer Spot mit Blick auf trockene grasbewachsene Felder vor buschgrünen roten Sanddünen. Die anmutigen roten Sanddünen, verliehen der Wüstenlandschaft einen fast blumigen Anblick. Das war ein Ort mit unendlicher Weite wo man die Seele herrlich baumeln lassen konnte. Auch beim Wandern und Fahren durch die Sanddünen haben wir keinen Menschen gesehen nur Springböcke und Oryxe, die friedlich auf den Feldern grasten. Kein Wunder, dass sich Berühmtheiten wie Angelina Jolie, Brad Pitt und George Clooney dort regelmäßig niederlassen – allerdings in den viel teureren Wolwedans Lodges.

Nach ein paar Tagen völliger Abgeschiedenheit von der Außenwelt  besuchten wir die roten Dünen am Sossusfley und trafen auf Horden von Touristen. Die Dünen von Sossusvlei sind ein weiteres Highlight Namibias. Mit einer relativen Höhe von ca. 375 Metern über dem Tsauchab Trockenfluss und einem Höhenunterschied von ca. 225 Metern zu den benachbarten Tälern zählen diese Sanddünen zu den höchsten der Welt. Obwohl sehr touristisch, haben wir es uns nicht nehmen lassen, zum Sonnenaufgang auf die „Düne 45“ zu steigen um das spektakuläre Lichtspiel in den Dünenwindungen zu bewundern. Anschließend fuhren wir die Tiefsand Off-Road Strecke bis zum Ende des Fleys (Pfanne) um vor dem Ansturm der Touristen am noch nicht ausgetrockneten See alleine zu frühstücken. Von oben boten die Dünen einen noch besseren Blick auf das Wasser inmitten der trockenen Dünenlandschaft. Auf der Sossusvlei Campsite haben wir überraschenderweise Chris und Rhoudan aus England wiedergetroffen, mit denen wir am Malawisee bereits viel Spaß zusammen hatten. Wir hatten uns viel zu erzählen und verbrachten zwei weitere sehr lustige feucht-fröhliche Abende am Lagerfeuer.

Nach Sossusflei machten wir einen kurzen Zwischenstopp in Hauchabfontain (GPS Koordinaten S24 31.628 E16 04.070), da Julian den Besitzer kannte und wir den „reißenden Wüstenfluss“  begutachten  wollten. Die Quelle war tatsächlich beeindruckend, da diese mitten in der Wüste tiefe Pools bildete und sich zu einem Fluss durch die steinige Trockenlandschaft schlängelte. Wir konnten der Einladung nicht wiederstehen in der glühend heißen Sonne  in die eiskalten Tiefen des Wassers zu springen. Natürlich war das nur ein sehr kurzes Vergnügen, da wir sofort durchgefroren waren.

Swakopmund, direkt am Atlantischen Ozean war unser nächstes Ziel. In Swakopmund fühlt man sich ganz und gar nicht wie im Ausland, denn es ist fest in „Deutscher Hand“. Die Deutsche Sprache wird vorrangig in allen Geschäften, Restaurants und Hotels gesprochen. Da wir zur kühleren Jahreszeit dort waren, haben wir uns ein nettes Hotelzimmer im „Grünen Kranz“ genommen, um die kalten Nächte und den feuchten Nebel zu umgehen. Über Weihnachten steppt der Bär in Swakopmund, da viele Südafrikaner und die Einwohner aus Windhoek ihre Ferien dort verbringen. Zu allen anderen Jahreszeiten ist diese Stadt sehr ruhig und beschaulich und man muss es nicht unbedingt gesehen haben. Ein kleines Highlight war für uns der Sundowner mit herrlichem Sonnenuntergang im Restaurant am Jetty.

Viel besser hat uns das nur 30 km entfernte Wlotskasbaken gefallen. Wlotzkasbaken ist eine reine Ferienhaussiedlung ebenfalls direkt am Atlantischen Ozean. Es gibt keine Infrastruktur – weder fließendes Wasser noch Strom, und jedes Haus ist in den schrillsten Farben gestrichen. Ganz zu schweigen von der ausgefallenen Architektur jedes einzelnen Anwesens.  Wir übernachteten in dem kleinsten aber süßesten Haus im ganzen Ort. Der Vater von Julian’s Freunden hatte seine ehemaligen Pferdeboxen zu einem gemütlichen 4 x 8 Meter großen Feriendomizil umfunktioniert und im Vergleich zu unserem Toyota war das ein wahrer Luxusschuppen.

Da es uns wieder nach Abgeschiedenheit und Abenteuer sehnte, fuhren wir  über Cape Cross in das abgelegene Ugab Tal. Dort fühlten wir uns weitgehend alleine auf der Welt, da wir fernab von jeglicher Zivilisation waren. Die erste Nacht campten wir in dem „Save the Rhino“ Camp (GPS Koordinaten S20 57.782 E14 07.942) und wurden zuerst in der offenen Erlebnisdusche  von einer Schlange begrüßt, die sich ein paar Tropfen von dem undichten Wasserhahn genehmigte.  Glücklicherweise fühlte sie sich durch uns gestört und suchte gleich das Weite. Am nächsten Morgen starteten wir eine wilde Off-Road Tour über die Doros Creater nördlich vom Ugab  Tal. Die Strecke war nicht einfach zu befahren, jedoch erzeugte sie ein grandioses Abenteuergefühl und bot herrliche Landschaften. Vor allem der im GPS als nicht empfohlene  „Landcruiser Hill“ führte über schroffe Felsen und war eine besondere Herausforderung. Unsere Zelte haben wir an einem einsamen schattenspendenden Baum aufgeschlagen und genossen die unberührte Einsamkeit. Umgeben von skurril geformten mehrfarbigen Felswänden sahen wir  Bergzebras, Oryxe und Springböcke. Leider haben sich die ebenfalls in der Gegend existierenden Löwen, Nashörner  und Elefanten vor uns versteckt. Das letzte Stück der Strecke führte durch atemberaubende Sümpfe und Schilfwälder des Ugab Flusstales. Es ist immer wieder beeindruckend, in dem ansonsten absolut trockenen Namibia auf Wasser und auf grünbewachsene Flusstäler zu stoßen. Am Ende dieser aufregenden Tour kamen wir bei dem Camp „White Lady“ mit Blick auf den leuchtenden Brandberg an. Die Aussicht auf den in Rot gehüllten Brandberg war herrlich, die Campsite  jedoch wünschenswert.

Von der White Lady fuhren wir über Uis zur Spitzkoppe. An der Tankstelle in Uis sahen wir sofort, dass wir einen platten Reifen hatten. Es ist schon manchmal komisch, das war die erste Reifenpanne auf unserer Tour quer durch Afrika und wir fragten uns, warum es gerade auf einer guten Straße passiert ist. Dabei sind wir zwischendurch die wildesten Off-Strecken gefahren. Da wir auf diese Frage niemals eine Antwort finden werden, behoben wir das kleine Problem schnell und fuhren zur Spitzkoppe. Die aus Granit bestehenden rund geformten Berge haben uns sehr gut gefallen und boten hervorragende Klettermöglichkeiten auch ohne Seil. Wir genossen es, auf den abrutschsicheren schroffen Steinen herum zu klettern und besuchten das „Buschmancamp“ mit den gut erhaltenen Wandmalereinen. Leider war die Spitzkoppe nachts und vor allem morgens um diese Jahreszeit viel zu kalt und unglaublich windig. Wir wagten uns morgens erst lange nach Sonnenaufgang aus dem Zelt, da die Sonne sich bis dahin hinter den Bergen versteckte. Ansonsten ist die Spitzkoppe ebenfalls ein absolutes Muss für Namibiabesucher.

Weiter ging es nach Windhoek, doch darüber schreiben wir in unserem nächsten Blog…

 

Unsere Highlights

  • Der grandiose Fish River Canyon
  • Die wunderschöne Campsite Wolwedans am Namibrand
  • Die herrlichen roten Dünen am Sossusfley
  • Die kühlen Quellen in Houchabfontain
  • Die schrillen Häuser von Flozka Barken
  • Das pure Abenteuer im Ugab Tal
  • Die herrlichen Kletterberge der Spitzkoppe