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Und noch ein Zaun…

Der Grenzübergang von Mozambique nach Südafrika war nicht nur zügig und problemlos, sondern auch noch sehr angenehm, da wir die Grenze in dem Länderverbindungspark Limpopo/Krüger Nationalpark überquerten und nur zwei einsame Abfertigungshütten vorfanden. Was der Limpopo Nationalpark an wilden Tieren zu wenig geboten hatte, konnte der Krüger Nationalpark in ein paar Stunden wieder ausgleichen. Uns wurde die ganze Tierweltpalette präsentiert und fast alle Tiere waren von nahester Entfernung zu beobachten. Allerdings mussten wir dieses Vergnügen mit vielen anderen teilen, da der Krüger Nationalpark sehr gut besucht war. Etwas schockiert waren wir über die Campsites, die die Infrastruktur einer Kleinstadt boten, da diese für die Massen konstruiert wurden. Es gab Tankstellen, Geldautomaten, einen gut sortierten Laden, medizinische Versorgung, etc. Kein Wunder, dass jeder Platz vergeben war und wir uns irgendwo in die Mitte stellen mussten. Jedoch hatten wir von dort den besten Blick, die anderen Camper belustigt beobachten zu können. Zuerst wurde ihr Fahrzeug mit einem Wasserschlauch vom Straub befreit und danach der Platz mit einem Besen gefegt, damit anschließend ihre vollausgerüstete Küche über Stunden hinweg aufgebaut werden konnte. Das erinnerte uns sehr an die Stuttgarter Kehrwoche und hatte mit Natur nichts zu tun. Ganz zu schweigen davon, dass die Campsites einem Hochsicherheitstrakt glichen. Ein hoher Elektrozaun mit einem gut ausgebildeten Security-Service beschützte die Camper rund um die Uhr vor den „wilden Tieren“.

Nach zwei Tagen Krüger Nationalpark ging es nach Johannesburg zu unseren Freunden Sabine und Joe mit ihren beiden Kindern. Auch in Johannesburg leben die Menschen hinter Elektrozäunen mit höchsten Securitystandards. Die „weißen“ Johannesburger bewegen sich nur in eingezäunten Bereichen und halten nachts niemals an roten Ampeln an. Wir sind nachts erst gar nicht gefahren. Auf der Hauptverkehrsstraße vor Johannesburg wies uns ein Straßenschild darauf hin, dass in dem Bereich auch tagsüber besonders viele Überfälle stattfinden und man auf keinen Fall stoppen soll. Wir konnten aber nichts Auffälliges feststellen. Die eingezäunten „Gated Communities“ bieten alles was das Herz begehrt, wie sicheres luxuriöses Wohnen mit Seen, Hügeln, Tennisplätzen, Spazier- und Joggingstrecken sowie Einkaufsmöglichkeiten gleich um die Ecke. Was für ein Unterschied zu den Blechhütten in den Townships, die keinen Zentimeter zum Atmen lassen. Für uns war es eine angenehme Abwechslung, mal wieder in einem Haus zu wohnen, obwohl wir das Reisen mit unserem Auto sehr genießen. Vor allem wurden wir fürstlichst bekocht und verwöhnt. Vielen Dank noch einmal an die beiden.

Nach dieser schönen Abwechslung fuhren wir zum Kalahari Gemsbockpark. Das ist ein Transfrontierpark der sich über die Länder Südafrika, Botswana und Namibia erstreckt. Wir durchquerten wunderschöne Wüstenlandschaften auf der südafrikanischen Seite und fuhren zu einer der abenteuerlichsten Campsites auf der Botswana Seite. Matopi Camp 2 (GPS Koordinaten S25 14.985 E21 30.691). Nur ein Schild wies darauf hin, dass wir an unserem Campingplatz waren, der exklusiv für uns reserviert war. Es gab weder Zäune, noch Toiletten oder Duschen und schon gar kein Wasser. Da unser Toyota voll ausgestattet ist (sogar mit Buschdusche) genossen wir es sehr, mitten in der Natur ganz für uns alleine zu sein. Wir mussten nur gut die Augen aufhalten, da es unter anderem Löwen und Leoparden in dem Park gibt. Wir verbrachten zwei herrliche Tage im Mabuasehube Camp (GPS Koordinaten S24 58.415 E21 59.346) am Rand der Kalahari.
Die Rückfahrt über die nördliche Botswanaseite hätte ausschließlich nur mit zwei Fahrzeugen durchgeführt werden dürfen, da die einsame Tiefsandstrecke alle paar Wochen mal von jemandem befahren wird. Nach langem Hin und Her, ließ uns der zuständigen Herr auf der Botswana Seite aber doch alleine fahren. Schließlich fuhren wir ohne Probleme quer durch Afrika und die 100 km Offroadstrecke war dann auch ein Kinderspiel.  Wir übernachteten noch einmal mitten in der Wildnis mit Blick auf eine Pan, (Mosimane Camp S25 07.813 E21 24.663) auf der Herden von Gnus, Büffel und Oryxe friedlich grasten. Das nennen wir Natur.

Weniger Natur bot dann wieder die Nossob (GPS Koordinaten S25 25.320 E20 35.770) auf der südafrikanischen Nationalparkseite. Die Nossob Campsite war ähnlich wie die Campsite im Krüger Nationalpark ausgestattet. Was für ein unterschied in ein und demselben Park in unterschiedlichen Ländern. Natürlich fehlte auch hier der beliebte Elektrozaun nicht, da sich die Südafrikaner anscheinend nur hinter Elektrozäunen wohlfühlen.

Am nächsten Morgen ging es nach Mata Mata um nach Namibia einzureisen und den Park zu verlassen. Unser Carnet de Passage wurde schon beim Kalahari Gemsbockpark Entrance Gate auf der Südafrikanische Seite ausgestempelt.

Highlights:

  • Die artenreiche Tierwelt im Krüger Nationalpark
  • Der abenteuerliche Kalahari Gemsbock Park auf der Botswana Seite
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Sonne, Strand und „mehr“

Mozambique, ein beliebtes Reiseziel mit kilometerlangen schneeweißen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser. Im Gegensatz dazu eine arme Bevölkerung, die mit hohen Preisen zu kämpfen hat.

Der Grenzübergang von Zimbabwe nach Mozambique war mal wieder zügig und problemlos, jedoch mussten wir stolze 80 USD pro Person für das Visum bezahlen. Von Mutare fuhren wir ohne Zwischenstopp durch bis nach Inhassaro ans Meer. Zum einen wollten wir uns von den herbstlichen Temperaturen in Zimbabwe wieder aufwärmen und zum anderen haben wir von anderen Reisenden gehört, dass der dazwischen gelegenen Gorongoza  Park aufgrund von Wilderei nicht viele Tiere zu bieten hat. Wilderei scheint nicht nur in Zimbabwe ein großes Problem zu sein, sondern auch Mozambique leidet sehr stark darunter. Zum Teil kann man es der armen Bevölkerung nicht verübeln, allerdings wird nicht wegen Hunger sondern überwiegend aus Profitgier gejagt. Der Schaden, der damit angerichtet wird, ist über Jahrzehnte oder niemals mehr gutzumachen.

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Nach Inhassaro muss man nicht reisen. Uns hat weder der Ort noch der Strand gefallen. Deshalb ging es gleich am nächsten Tag weiter nach Pomene und dort fanden wir ein kleines Paradies vor. Alleine die Anfahrt durch das Pomene National Reserve war herrlich. Allerdings kann die herausfordernde Tiefsandstrecke ohne Allrad nicht bewältigt werden. Das letzte Stück bis zur Campsite ging an einem kilometerlangen abgeschiedenen Strand entlang. Unsere Campsite Pomene (GPS Koordinaten S22.92276 E35.58506) war einsam am Ende einer Landzunge gelegen und da keine Hauptreisezeit war, waren wir fast alleine. Wie überall an den Sandstränden von Mozambique kamen jeden Morgen einheimische Frauen bei uns vorbei und verkauften Brot, Obst und Gemüse und abends wurde uns frisch gefischter Fisch gereicht, den wir sofort auf den Grill legen konnten. Im Nachhinein gesehen, hätten wir uns die restlichen Strände sparen können, da uns Pomene mit Abstand am besten gefallen hat. Auch wenn es noch so schön war, juckte uns die Abenteuerlust wieder nach fünf Tagen und wir fuhren weiter. Vor unserer Abfahrt machten wir noch einen Zwischenstopp an einer Hotelruine mit einer grandiosen Lage am anderen Ende der Bucht. Das Hotel wurde 1975 geschlossen und steht, was für uns vollkommen unverständlich war, trotz besten Voraussetzungen immer noch zum Verkauf.  (Siehe Fotos.)

Auf Empfehlung fuhren wir für einen Tag nach Morrungulo, jedoch, wie schon erwähnt, konnte der Strand und die Campsite (GPS Koordinaten S23 13.941 E35 29.506) lange nicht mit Pomene mithalten. Und so fuhren wir weiter nach Tofu und Barra. Wir hatten wieder eine wilde Tiefsandstrecke ausgesucht, die an einsamen Dörfern vorbeiführte. Jedoch schien die Strecke zur Hauptreisezeit von sehr vielen Touristen befahren zu sein, denn es erinnerte uns ein bisschen an Äthiopien. Die Kinder standen bettelnd am Straßenrand und es flog sogar wieder ein Stein (wir nahmen mal an, dass das unbeabsichtigt war).  Als unser Auto sich durch den Tiefsand kämpfte, versuchten die Kinder sich an unser Auto zu hängen, um ein Stück mitgezogen zu werden. Das gefährliche Intermezzo schien für die Kinder eine kleine Mutprobe zu sein, jedoch war das für uns weniger ein Spaß. Tofu ist bekannt für sein türkisfarbenes Wasser und die hervorragenden Tauch- bzw. Schnorchel-Möglichkeiten. Für uns war der Ort viel zu touristisch und wir konnten keine schön gelegene Campsite finden. Deshalb sind wir nach langem Suchen nach Barra weitergefahren zu der Bayview Lodge  (GPS Koordinaten S23 47.092 E35 29.915).

Weiter ging es nach Bilene um Anton, den Bruder von einer Freundin von Viktoria, zu besuchen. Anton hat mit seiner Frau Lee vor zehn Jahren die Bilene Lodge (GPS Koordinaten S25 15.258 E33 20.578) an einer Lagune aufgebaut. Wir blieben dort drei Tage und erkundeten die Gegend zu Fuß und mit dem Kajak. Da wir nach zwei Wochen genug Strand gesehen hatten, sind wir nicht mehr weiter südlich gefahren. Von Anton und Lee haben wir den super Tipp bekommen, über den Länderverbindungspark Limpopo/Krüger National Park von Mozambique nach Südafrika einzureisen und das hat wunderbar geklappt. Im Limpopo Park konnten wir nur Kühe entdecken und  wunderten uns, warum dieser Nationalpark genannt wird, denn für Kühe ist eigentlich kein Platz im Park. Wir konnten nur vermuteten, dass die Impalas, die normalerweise immer zu sehen sind, bereits von der hungernden Bevölkerung aufgegessen wurden. Wir übernachteten noch einmal auf einer Campsite im Limpopo Park  mit schönem Blick auf einen See, da wir zu spät am Limpoto Entrance Gate ankamen. Campismo Aguia Pesqueira  GPS Koordinaten S23 51.544 E32 00.532). Ein Grenzübergang ist nur möglich, wenn man vor 12:00 Uhr mittags dort ankommt.

Überall in Mozambique stellten wir fest, dass die Menschen nicht so herzlich und aufgeschlossen uns gegenüber waren wie in anderen afrikanischen Ländern. Es dauerte immer ein bisschen, bis wir ein Lächeln aus den Menschen herauslocken konnten. Jedoch waren die Einheimischen sehr diskret und überhaupt nicht aufdringlich. Wir nahmen an, dass dies entweder noch auf die Nachwehen des Bürgerkrieges zurückzuführen ist oder auf die Massen an Touristen, die zum Teil nicht gerade freundlich mit den Einheimischen umgehen. Unfassbar waren für uns die unglaublich hohen Preise für Lebensmittel auf den Straßen und Supermärkten sowie den Campsites. Es ist uns immer noch ein Rätsel, wie die Einheimischen die Lebensmittel bezahlen können. Von vielen anderen Reisenden haben wir gehört, dass sie in Mozambique beklaut oder ausgeraubt wurden. Wir hatten vielleicht Glück, jedoch waren wir übervorsichtig und ließen unser Auto keinen Moment ungeschützt aus den Augen. Die zwei Wochen Mozambique haben wir sehr genossen, jedoch gab es außer Strand nicht viel mehr zu erleben.

Unsere Highlights:

  • Der grandiose Strand von Pomene
  • Das türkisfarbene Wasser von Tofu mit dem Tauch- und Schnorchelparadies
  • Die schöne Natur von Bilene…..
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Herbststimmung

Simbabwe, einst das wirtschaftlich erfolgreichste Land Afrikas, wovon fast nichts mehr übrig geblieben ist. Das eigentliche Traumland der Bodenschätze, des fruchtbaren Farmlands, der wunderschönen vielseitigen Nationalparks sowie der serviceorientierten und kreativen Menschen. Ein politisches Desaster ohne Zukunftsperspektiven für die Bevölkerung.

Wie nicht anders erwartet, war der Grenzübergang bei den Victoriafällen auch hier wieder im Nu erledigt und wir fuhren bereits nach fünzehn Minuten in den Ort Victoria Falls. Da wir den um diese Jahreszeit angewachsenen vierhundert Meter hohen Sprühregen von der Entfernung betrachten wollten, blieben wir noch eine Nacht in dem Ort und machten uns zu Fuß auf den Weg zu dem Victoria Falls Hotel. Von dort hatten wir einen grandiosen Blick auf die Länderverbindungsbrücke und den in Regenbogenfarben schimmernden Sprühregen. Eine Nacht in dem traditionellen Kolonialhotel war uns etwas zu teuer, deshalb begnügten wir uns mit einem „High Tea“ am Spätnachmittag mit herrlicher Aussicht. In dem Ort Victoria Falls sahen wir an jeder Ecke einen Kraft Shop oder Market, die mit den  Kunstwerken des ganzen Landes ausgestattet waren. Die Simbabwer sind große Meister der afrikanischen Stein- und Holzskulpturen und irgendwie produzieren sie aus allen Materialien etwas Kreatives.

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Am nächsten Tag fuhren wir zum Hwange Nationalpark und blieben zwei Nächte in dem Sinamatella (GPS Koordinaten S18 35.139 E26 19.101) Camp auf einem Berg mit herrlichem Blick in die unberührte Weite des Parks. Da das Camp nicht eingezäunt war, mussten wir auch hier mit nächtlichen Besuchern rechnen und verpackten wieder alles geruchsdicht. Allerdings hörten wir nachts die Löwen und Elefanten nur von der Entfernung brüllen bzw. tröten. Der Hwange National Park ist bekannt für seine großen Elefantenherden und wir hatten Glück, schon beim Aufwachen graste eine Herde unten am Berg. An dem Tag muss der Elfantenwandertag gewesen sein, denn alle paar Meter lief oder graste eine Herde vor unserem Auto. Am zweiten Tag nahmen wir einen „Sundowner“ auf unserem Toyotadach direkt an einem Damm  ein und beobachteten eine große Anzahl von Krokodilen und Nilpferden. Was uns völlig verblüffte war, dass am nächsten Morgen Einheimische bis zur Hüfte in diesem Damm standen und fischten. Die Gefahr eines Verlustes wird wohl aus Verzweiflung einkalkuliert. Wir blieben noch eine Nacht im Jambili Private Campsite (GPS Koordinaten S18 55.382 E26 53.221), wo wir einen sehr netten Abend mit einem Dortmunder Pärchen verbrachten und viele Tipps und Erfahrungen ausgetauscht haben. Die beiden haben ihr Auto in Namibia stehen und sind ca. drei Monate im Jahr in Afrika unterwegs.

Nach vier Tagen ständigem Cruisen durch den herbstlichen National Park  gönnten wir uns zwei Autoerholungstage auf der Worlds View Campsite (GPS Koordinaten S20 30.146 E28 25.575) in der Nähe von Bulawanyo. Der Blick auf den Matobo  Nationalpark war tatsächlich spektakulär.  Wir waren sehr erstaunt, einen weißen Besitzer vorzufinden und fragten ihn sogleich, ob er seine Farm noch nicht abgeben musste. Er ist einer der wenigen übriggebliebenen weißen Farmer in Simbabwe. Sein großer Vorteil ist die Nähe zu dem Matabo Nationalpark, und dass er keinen Farmbetrieb hat. Jedoch sprach er mit hervorgehobener Hand und hofft, dass er keine Aufmerksamkeit erregt. Es ist wirklich traurig zu sehen, dass die vor wenigen Jahren enteigneten Farmen mittlerweile alle brach liegen. Die Felder der ungefähr 200 abgegebenen Großgrundfarmen sind ausgetrocknet und es wächst fast nichts mehr. Präsident Mugabe muss die enteigneten Farmen an Freunde, Bekannte oder Verwandte weitergegeben haben, die entweder gar keine oder wenig Erfahrung mit Agrarwirtschaft hatten. Da nur noch wenige Grundnahrungsmittel im eigenen Land produziert werden, muss alles zu enorm hohen Preisen von Südafrika importiert werden. Die Preise sind astronomisch und das können sich nur die wenigsten leisten. Viele Menschen sind arbeitslos und vielleicht ist das ein Grund weswegen die Wilderei in den Nationalparks immer mehr zunimmt und die Tierbestände erschreckend zurückgehen.

Nach zwei kühlen Nächten auf der Farm besuchten wir den Matabo Nationalpark. Matabo ist bekannt für seine sehr alten Höhlenmalereien und die balancierenden Felsformationen. Es ist ein sehr spiritueller Ort, den schon die alten Buschmänner früher regelmäßig aufgesucht haben. Der Park bietet viele Wanderwege (allerdings auch viele Schlangen) und war besonders jetzt zur kühleren Jahreszeit wunderschön durch das herrliche Farbenspiel der Laubbäume (fast wie bei uns im Herbst). Nur wenige Touristen besuchen den kleinen Park und so waren wir umso mehr erfreut, auf ein Freiburger Pärchen zu stoßen. Die beiden haben ebenfalls ihren Landcruiser in  Südafrika stehen und sind mehrere Male im Jahr in Afrika. Da wir uns gar nicht mehr losreißen konnten von dem spannenden Erfahrungs- und Geschichtenaustauch hatten wir eine gemeinsame Campsite direkt an einem See mit Blick auf die balancierenden Felsen gesucht.

Unser nächstes Ziel waren die gut erhaltenen Ruinen des Great Simbabwe aus dem 13ten  Jahrhundert, da diese günstig auf unserer Strecke nach Mozambique lagen. Besonders beeindruckend war der Blick von den oberen Bergruinen. Auf der dazugehörigen Campsite  (GPS Koordinaten S20 16.290 E30 55.843) trafen wir auf die Schweizer Familie, mit der wir vor unsere Afrika-Abreise mehrere emails ausgetauscht hatten. Die Schweizer sind seit Juli mit ihren vier und sechs Jahre alten Kindern unterwegs und sind ungefähr die gleiche Tour gefahren wie wir (sie sind sogar durch Syrien gefahren). Die ganze Family hat, wie wir auch, jeden Tag genossen. Das bestätigt wieder, man kann so eine Reise wunderbar auch mit Kindern machen.  Natürlich ist ihr kleiner umgebauter LKW viel komfortabler ausgebaut als unser Toyota aber trotzdem, es geht alles.

Von den Bergruinen ging es in die um die Jahreszeit sehr kühle Bergwelt von Zimbabwe, zu der Ndundu Lodge und Camping (GPS Koordinaten S19 07.089 E32 46.548) im Vumba Botanical Reserve. Wir fuhren durch eine herrliche dschungelartige Landschaft und konnten uns nicht sattsehen an den riesigen afrikanischen Bäumen und den satten, blühenden Farben der Pflanzen. Die Gegend muss zu Glanzzeiten Simbabwe’s ein feudaler Erholungs- bzw. Rückzugsort  gewesen sein, da die luxuriösen Villen und Hotels den ehemaligen Reichtum des Landes nur erahnen lassen. Da uns die Temperauren zu kühl waren (tagsüber, sonnig 25 Grad, nachts 5 Grad) blieben wir nur eine Nacht und machten uns auf den Weg zur Mozambiqueanischen Grenze.

Überall im Land sahen die Unterkünfte und Campsites die sehr renovierungsbedürftig aussahen, da aufgrund der politischen Lage der Tourismus über Jahre hinweg komplett eingebrochen ist. Mittlerweile sind die Urlauberzahlen zwar wieder ansteigend jedoch immer noch sehr niedrig aufgrund der in manchen Ländern eingeschränkten Reisewarnungen. Hinzu kommt, dass profitbringende Institutionen einfach enteignet werden und so hält jeder sein Anwesen auf „Low-Standard“. Des Weiteren wird es einigen Nationen wie zum Beispiel den Südafrikanern nicht einfach gemacht in Simbabwe zu reisen. Wir haben von vielen gehört, dass sie bei den Straßenpolizei-Checkpoints Unmengen an Schmiergeldern bezahlen mussten und ihr ganzes Auto auseinandergenommen wurde. Wir wurden einfach nur durchgewunken und mussten noch nicht einmal anhalten. Was uns ebenfalls im ganzen Land von Anfang an besonders aufgefallen ist war, wie gut trainiert, clever und schnell das Servicepersonal ist. Zimbabwe war nicht nur das wirtschaftlich erfolgreichste Land sondern hatte auch mit das beste Bildungssystem des Kontinents. Bei zahlreichen Unterhaltungen mit Einheimischen konnten wir die Verzweiflung und Machtlosigkeit der Menschen heraushören. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich an der politischen Lage in Simbabwe bald etwas ändert.

Unsere Highlights:

  • Der sagenhafte Blick auf den Sprühregen vom Vic Falls Hotel
  • Die „Elefantenjagt“ im Hwenge Nationalpark
  • Der schöne Blick von der World View campsite
  • Der erholsame Matabo Nationalpark
  • Die alten Bergruinen von Great Simbabwe
  • Die traumlandschafte Bergwelt…..
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Regenzeit

Sambia, ein riesiges Land mit herzlichen Menschen. Ein Fleck unberührtes Afrika, das sich aufmacht, den Anschluss an den internationalen Markt zu finden. Ein Land, das zwischen Tradition und marktwirtschaftlichen Interessen hin- und hergerissen ist.

Schon beim Überqueren der Grenze fiel uns auf, wie freundlich auch hier die Menschen sind. Keine Schlepper, kein ewiges „Money Change“ Geschrei, nur effiziente Abwicklung. Nach dem Erstellen der Visa und Stempeln der Papiere, sowie dem Abschluss einer Carbon Emission Tax für das Fahrzeug ging es gleich weiter. Erst zum Geldautomaten und dann direkt zur nächsten Tankstelle. Wie viel entspannter das Leben doch auf einmal wird, wenn an jeder Tankstelle wieder Treibstoff zu bekommen ist.

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Von Chipata ging es nun in nord-westlicher Richtung zum South Luangwa Nationalpark. Im National Park gibt es keine Campsites, deshalb haben wir direkt am National Park im Croc Valley Camp (GPS Koordinaten S13 06.010 E31 47.644) am Rande des Luangwa Rivers übernachtet. Da der Park nicht eingezäunt ist, wurden wir schon bei der Ankunft gewarnt, keine Früchte wie Mangos, Orangen etc. offen im Fahrzeug liegen zu lassen. Es spazieren häufiger Elefanten durch die Campsite und schlagen alles kurz und klein, um an die Leckereien zu kommen. Gut, dass wir alles geruchsdicht verstaut hatten, denn prompt konnten wir kurz vor Sonnenuntergang einen Elefanten beobachten, wie er den Fluss schwimmend überquerte und auf unsere Campsite kam.

Am nächsten Morgen machten wir uns gleich auf den Weg zum National Park. Doch leider fing es schon bei den ersten hundert Metern an zu regnen. Auch während der Regenzeit soll der Park eine großartige Tierwelt bieten, doch wir stellten fest, dass sich bei strömendem Regen die meisten Tiere verstecken. Trotzdem wollten wir nicht aufgeben und fuhren weiter. Die Hauptstraße Richtung Norden war relativ gut zu befahren, da diese mit rotem Kiesel bedeckt war. Sämtliche Nebenstraßen waren jedoch unzugänglich, da diese aus dunkler Erde (black cotton soil)  bestanden, die sich schon bei ein paar Tropfen in eine rutschige Matschmasse verwandelte. Unglücklicherweise ist den Straßenarbeitern wohl plötzlich der rote Kiesel auch auf der Hauptstraße ausgegangen, denn ohne Vorwarnung verwandelte sich die gut zu befahrende Straße schlagartig in die gefürchtete schwarze Matschmasse. Es fühlte sich an wie Eisregen zu Hause. Wir schleuderten und landeten in einem überschwemmten Graben. Da standen wir nun wieder, bei strömendem Regen ganz alleine. Doch dieses Mal waren die Bedingungen etwas erschwerter als in Ruanda: keine ruandische Hilfsmannschaft und die Gefahr, dass plötzlich ein wildes Tier um die Ecke kam. Es ist ja eigentlich verboten, im Nationalpark auszusteigen, doch von alleine bewegte sich das Fahrzeug ja nun auch nicht und mit Hilfe war die nächsten Tage nicht zu rechnen. So krempelten wir wieder unsere Hosen hoch und fingen an unseren Toyota auszugraben. Trotzdem beißende Ameisen und ekelige Würmer unsere Beine hochkrabbelten, machten wir weiter. Und es hatte sich gelohnt, nach fast zwei Stunden harter Schaufelarbeit schafften wir es mit viel Gas geben, unseren Toyota wieder zu befreien. Erleichtert fuhren wir dann Richtung Süden, da wir immer noch nicht aufgeben wollten. Jedoch die Straßenverhältnisse waren katastrophal, Matschmasse wechselte sich ab mit Überschwemmungen. Wir sind nur mit viel Glück und Geschick durchgekommen, ohne noch einmal steckenzubleiben. Vereinzelt hatten wir dann doch noch das ein oder andere Tier gesehen.

Nach einem Tag Ruhepause und Wagenwäsche sind wir am nächsten Tag weitergefahren. Wir wollten eigentlich die Straße direkt am South Luangwa Park entlangfahren, jedoch wurden wir nach ca. 15 km von einem entgegenkommenden Engländer gestoppt. Er meinte die Strecke sei zwar wunderschön, jedoch nur im Juli und August während der Trockenzeit und idealerweise mit zwei Autos zu befahren. Ganz wenige Autos schaffen es, alleine durchzukommen, aber um diese Jahreszeit sei es aussichtlos, da viele Flüsse überschwemmt seien. Der Engländer lebt mitten im Wald am Rande des National Parks und gründete vor  einigen Jahren zusammen mit seiner Frau eine kleine NGO.  Bei seinem Projekt geht es um die Erhaltung von Natur und Tierwelt. Es wird im National Park viel gewildert und außerhalb des Parks großflächig Waldrodung betrieben. Die beiden schaffen Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung und erziehen die Kinder bereits in der Schule. Das Projekt ist sehr nachhaltig und hat den World Prize for Sustainable Energy des European Parliament Science and Technology Options Assessment (STOA) Panel gewonnen. Mehr Informationen sind unter http://chipembele.org/ zu finden.

Da wir das Risiko nicht eingehen wollten bis Juli auf der Strecke festzustecken (auch wenn die Landschaft noch so schön war), drehten wir nach einer längeren Unterhaltung mit dem Engländer um und fuhren auf der gut zu befahrenden Hauptstraße nach Lusaka. Dort machten wir einige Besorgungen und stellen fest, dass wir weiter Richtung Südafrika kamen, denn das Angebot  an Waren war schon fast wie zu Hause, jedoch zu stolzen Preise. Wie sich die Einheimischen das Warensortiment leisten können, konnten wir bisher noch nicht rausfinden. Wir blieben noch eine Nacht im Pioneer Camp (GPS Koordinaten S15 23.732 E28 27.045) welches 15 km außerhalb von Lusaka liegt. Das Camp liegt idyllisch und ruhig mitten im Wald und es hat sich gelohnt aus der Stadt rauszufahren.

Unser nächstes Ziel war die Farm Moorings Campsite (GPS Koordinaten S16 11.624 E27 32.600), die günstig zwischen Lusaka und Livingstone bei den Victoriafällen liegt. Auf der Farm wird hauptsächlich Mais angebaut und es gibt Schweine und Kühe. Hier hatten wir die zwei Schweizer, Tatjana und Michael kennengelernt, die sich vor sechs Jahren in Richtung Afrika aufgemacht und seit drei Jahren auf der Farm niedergelassen haben. Die beiden hatten spannende und interessante Geschichten und Erfahrungen zu erzählen. Die Campsite ist ein Teil von der Farm und ist eigentlich sehr ruhig gelegen. Doch schon bei unserer Ankunft am Karfreitag hörten wir fröhlichen Gesang und Getrommel von allen Seiten. Die einheimischen Farmarbeiter mit Familien und Verwandten feierten und sangen fast unentwegt durch bis Ostermontag. Wir machten mehrere Spaziergänge auf der Farm und da wir neugierig waren, nahmen wir am Ostersonntag an einem lokalen traditionellen Gottesdienst teil. Auch dieser bestand hauptsächlich aus Gesang, den wir auf Video festgehalten haben. Die Einheimischen waren sehr begeistert uns zu sehen und integrierten uns sofort in ihre Gemeinschaft. Nur gut, dass wir nicht singen mussten.

Nach Ostern fuhren wir nach Livingstone zu den Victoriafällen. Da gerade Regenzeit war, war der  Sambesi Fluss zu einem unglaublich breiten reißenden Strom angewachsen. Es war sehr beeindruckend, am Rande des Wasserfalls zu stehen und die Wassermassen über eine Breite von 1708 Meter von einer 110 Meter abfallenden Felswand in die Tiefe stürzen zu sehen. Allerdings konnten wir nicht bis in die Tiefe blicken da ein etwa vierhundert Meter hoher Sprühnebel entstand, der noch aus großer Entfernung zu sehen war. Der Sprühnebel durchnässte uns in kürzester Zeit bis auf die Haut, was aber nicht weiter schlimm war bei den tropischen Temperaturen. Das war vielleicht ein Spaß am oberen Rande entlang zu spazieren. Eine verbindende Brücke von zwei Felsspalten bot den besten Blick auf die Fälle. Nachdem wir wieder getrocknet und umgezogen waren, machten wir uns gleich auf den Weg Richtung simbabwische Grenze, die gleich hinter den Fällen liegt. Die Victoria Fälle sind von  beiden Ländern aus zu besuchen. Da die ganze Gegend um die Victoria Falls in Sambia sehr touristisch sind, wollten wir nicht länger als eine Nacht auf der Campsite bleiben. Außerdem waren wir von den unaufhörlich umherkreisenden Hubschraubern, die den Touristen für 15 Minuten einen Blick von oben boten sehr genervt.

Uns hat Sambia trotz Regenzeit sehr gut gefallen. Das Land hätte alles, um mit dem internationalen Markt gut mithalten zu können. Es bietet Bodenschätze, viele Nationalparks mit einer artenreichen Tierwelt, wunderschöne Landschaften und freundliche Menschen. Und gleichwohl hat man in Sambia noch das Gefühl ein Stück unberührtes Afrika vorzufinden. Als Reiseland können wir Sambia sehr empfehlen.

Unsere Highlights:

  • Der South Luangwa Nationalpark
  • Das Osterfest auf der Farm Moorings
  • Die atemberaubenden Victoriafälle
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Jambo

Tansania ist das Land der schneebedeckten Berggipfel, schneeweißen Sandstrände, türkisfarbenen Ozeane, wilden Tiere, fruchtbaren Felder, blühenden Sisalfelder und der höchsten Eintrittspreise. Nachdem wir Ruanda hinter uns gelassen haben, ging es bei Rusumo über die Grenze nach Tansania. Und wieder trafen wir auf freundliche Grenzbeamte, die unsere Abfertigung in kürzester Zeit erledigten.  Belustigt stellten wir fest, dass auch hier beim Grenzübergang zwischen den Ländern, wie bereits bei der Einreise, die absolute Straßenseitenverwirrung herrschte, da in Tansania wieder auf der linken Seite gefahren wird.

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Auf dem Weg nach Biharamulo am Victoria See, unserem ersten Ziel, fiel uns auf, dass Tansania wesentlich dünner besiedelt ist als Ruanda. Links und rechts der Straße sahen wir nur vereinzelte Hütten zwischen einer nicht endenden Savanne mit Büschen und kleinen Bäumen. In Biharamulo haben wir im Innenhof eines ehemaligen deutschen Forts, das noch unter Kaiser Wilhelm erbaut wurde, übernachtet (GPS Koordinaten S2 37.907 E31 18.291). Die damals deutschen Kolonialherren haben diesen weit abgelegenen Außenposten wahrscheinlich in berühmt deutscher Qualität erbaut, da es immer noch steht und seit Jahren als Guest House genutzt wird. Von Biharamulo sind wir weiter Richtung Osten entlang des Victoria Sees bis nach Mwanza gefahren. Der Ort Mwanza ist alles andere als sehenswert und die hiesige Campsite liegt zwar direkt am Victoria See, ist aber nicht zu empfehlen (Mwanza Yacht Club GPS Koordinaten S2 31.745 E32 53.652).

Am folgenden Tag ging es weiter bis zum Rande der Serengeti.  Wir haben festgestellt, dass Serengeti mittlerweile viel zu überteuert ist und fast als Touristen-Nap bezeichnet werden kann. Alleine die Campsites im Nationalpark kosten stolze 30 USD pro Person und das ohne Leistung – nur Stellplatz, Toilette und kalte Dusche. Sogar die Campsites an der Straße am Rande des Parks kosteten immer noch 15 USD pro Person. Um an dieser Stelle eine kleine Vorstellung davon zu geben, was man im Serengeti Nationalpark zu bezahlen hat, haben wir eine kleine Aufstellung gemacht:

Das bezahlt man:
Für einen Tag Serengeti und einen Tag Ngorongoro Krater (inkl. Fahrt in den Krater), für zwei Personen mit ausländischem Kennzeichen ganze 820  Amerikanische Dollar.

Das bekommt man:
Wirklich schlechte Straßen, die an manchen Stellen bei Regen kaum passierbar sind. Basic Campsites ohne warme Duschen und eine Vielzahl an exotischen Touristen aus allen Herren Ländern, die sich alle an den Highlights sammeln.

Natürlich wollen wir an dieser Stelle nicht verschweigen, dass wir eine artenreiche Tierwelt gesehen haben und durch wunderschöne Landschaften gefahren sind. Unsere besonderen Höhepunkte waren die  riesigen Gnu- und Büffelherden, die von einer großen Anzahl Zebras und Antilopen begleitet wurden. Sogar unsere ersten Löwen haben wir gesehen. Jedoch waren diese von mindestens zehn mit Touristen vollgepackten Safarifahrzeugen umgeben und wir mussten in einer Warteschlange stehen, um das Honeymoon-Löwenpärchen aus der Nähe beobachten zu können. Im Nachhinein sind wir uns einig, es war gut im Serengeti Nationalpark gewesen zu sein, aber wiederkommen müssen wir bestimmt nicht. Wie gut, dass wir weiter südlich in Afrika noch eine Vielzahl von Parks besuchen werden, die nur einen Bruchteil kosten und wesentlich mehr Tiere mit einer geringeren Anzahl von Touristen bieten.

Vom Ngorongoro Krater ging es weiter nach Arusha. Die viel gepriesene Campsite an einem kleinen idyllischen See hatte schon bessere Zeiten gesehen und ging gerade so für eine Nacht. Nachdem wir nun endgültig genug von Regen und kaltem Wetter hatten, beschlossen wir spontan bis an den indischen Ozean in einem Rutsch durchzufahren. Die Bergwelt um den Kilimanjaro hätten wir sowieso nur in Wolken und bei strömendem Regen besuchen können. Vom Kilimanjaro konnten wir auf dem Weg leider nur kurz einen Blick hinter den Wolken erhaschen. Bestiegen haben wir ihn auch nicht, da dies zwischen 1200 USD und 1800 USD pro Person gekostet hätte. Für uns hat es sich gelohnt bis an die Ostküste durchzufahren, da wir im Peponi, einem kleinen Beach Resort mit einer traumhaft gelegenen Campsite gelandet sind und uns bei strahlendem Sonnenschein wieder aufwärmen konnten (GPS Koordinaten S5 17.230 E39 03.936). Das Peponi ist eine angenehme Location, bietet schattenspendende Bäume, das Meer zu Füßen und kostenlose W-Lan-Nutzung von dem um Klassen teureren aber sehr schönen Nachbar-Resort (Kleiner Tipp: Campsite K bei Peponi hat den besten Wi-Fi Empfang und ist auch am schönsten gelegen). Wir genossen den Aufenthalt sehr, vor allem da wir ein nettes Pärchen aus Österreich kennengelernt haben, mit denen wir viel gelacht und gute Gespräche geführt haben.

Unser nächstes Ziel war Sansibar, die Insel mit den längsten, breitesten und weißesten Stränden zumindest von Tansania. Da wir unseren Toyota leider auf dem Festland stehen lassen mussten, haben wir außerhalb von Dar Eh Salaam auf der Mikadi Campsite (GPS Koordinaten S6 49.142 E39 19.252) eine Nacht verbracht und dort unser Auto für vier Tage stehen gelassen. Früh morgens ging es mit dem Tuck Tuck zum Sansibar-Fährhafen. Zuerst mussten wir wie schon am Vortag wieder mit der Auto- bzw. Personenfähre zurück in den Stadtbezirk von Dar Eh Salaam. Die Stadt Dar Eh Salam ist durch eine Meerbucht mit Flussverlängerung zweigeteilt und es gibt keine Brücke nur eine ständig pendelnde Fähre. Die Fahrt dauert nur 5 Minuten, aber mit Wartezeit muss man immer eine Stunde einkalkulieren.  Vorbei an dem zur Hölle stinkenden Fischmarkt ging es dann gleich zu dem angrenzenden Sansibar Fährhafen. Bei den feucht-warmen Temperaturen von tagsüber 40 Grad natürlich ohne Klimaanlage oder Eiswürfel lässt sich der Gestank von dem angebotenen Fisch wohl nicht verhindern. Die Fahrt auf der Fähre war ausgesprochen angenehm, da das Fährschiff brandneu war. In Sansibar angekommen haben wir sofort das Flair von exotischen arabischen und indischen Kulturen gespürt. Sansibar war früher eines der Haupthandelszentren und die Verbindung zwischen Afrika, Arabien und Indien und das spiegelt sich bei dem Mix der dort lebenden Menschen und in der Architektur wieder. Bis zum heutigen Tage werden die fremdartigsten Gewürze angebaut, die mit einer organisierten Spice Tour zu begutachten sind (allerdings zum Preis von 50 USD pro Person). Einem guten Tipp folgend, haben wir uns bei den Paradise Beach Bungalows an der Paje Beach einquartiert. Das Resort wird schon seit 20 Jahren von einer Japanerin geführt, die gute traditionelle japanische Küche anbietet. Es ist schon verrückt, mitten in Afrika bestes japanisches Essen mit Sushi, Sashimi, Teriyaki, Tempura, etc. genießen zu können.  Die Besitzerin hat als besondere Zutat sogar jeden Morgen frisches Seegras aus dem Meer geholt. Das Seegras wird von den Einheimischen professionell angebaut, da sich die Bucht vor dem Resort hervorragend dafür eignet.  Die Bucht ist sehr flach und das Meer zieht sich bei Ebbe so stark zurück, dass über einige Hundert Meter nur weißer Sandstrand und das angebaute Seegras zu sehen ist. Wir hatten an diesem wundervollen Ort vier erholsame Tage mit Lesen und Computerarbeit verbracht. Eigentlich wollten wir länger bleiben, jedoch kitzelte uns das Abenteuer wieder und wir wollten vor allem zu unserem Auto zurück. Glücklicherweise stand unser Toyota noch genauso da, wie wir ihn verlassen hatten. Wir blieben noch eine Nacht auf der sehr netten Mikadi Campsite und haben den nächsten Tag mit Einkaufen in Dar Eh Salam verbracht. Vor allem mussten wir wieder Vorräte aufstocken, da es bald nach Malawi weitergehen sollte.

Da wir noch eine weitere Campsite am Strand von Dar Eh Salaam ausprobieren wollten, und das Kipepeo (GPS Koordinaten S6 51.102 E39 21.697) von mehreren Leuten empfohlen wurde sind wir ein paar Kilometer weitergefahren. Jedoch hat uns die Mikado Campsite wesentlich besser gefallen. Der einzige Vorteil war, dass wir unsere Österreicher, Vesela und Wolfgang vom Peponi wiedergetroffen haben. Das war eine große Freude. Deshalb blieben wir auch zwei Tage auf der Campsite bevor wir uns Richtung Süd-Westen gemacht haben um so langsam Malawi anzusteuern.

Die Hauptstraße Richtung Westen führte uns durch wunderschöne Landschaften. Besonders hat uns  das Tal der Baobab-Bäume gefallen. Diese beeindruckenden großen Bäume können bis zu 10 Meter Durchmesser bekommen. Ein weiterer Höhepunkt der Strecke war die Durchfahrt durch den Mikumi National Park, denn wir hatten großes Glück. Wofür andere mehrere Stunden bei hohen Eintrittspreisen durch den Park cruisen müssen, wurde uns beim Vorbeifahren präsentiert. Direkt neben der Hauptstraße graste eine große Herde Elefanten, Zebras, einige Giraffen und viele viele Antilopen. Herrlich! Gleich am Rande des Nationalparks steuerten wir die Tan-Swiss Campsite an (GPS Koordinaten S7 23.786 E37 00.111) um die Nacht dort zu verbringen. Die Campsite wird seit über zehn Jahren von einem Schweizer betrieben.  Er hatte sich sehr gefreut, Gäste von seinem ehemaligen Nachbarland zu sehen und erzählte uns von seinen täglichen Herausforderungen in Tansania, die zum Teil nicht einfach sind. Trotzdem möchte er das Land niemals verlassen und in die Schweiz zurückgehen.

Unser nächster Anlaufpunkt war die bekannte Old Farm in Kisolanza ( GPS Koordinaten S8 08.747 E35 24.737).  Es ist ein herrlicher Ort, an dem man es gut länger aushalten kann, jedoch hatte uns der Regen wieder eingeholt, und wir blieben nur eine Nacht. Die „Old Farm“ ist seit mehreren Generationen im Besitz einer englischen Familie. Die Besitzerin hat auf dem Grundstück traumhafte Gästehäuser und eine schöne Campsite aufgebaut.  Auf der Farm wird hauptsächlich Tabak angebaut und vielerlei Gemüse mit dem wir uns gleich eingedeckt haben.

Da die Grenze zu Malawi noch über 300 km entfernt war und wir nicht nachmittags einreisen wollten, haben wir noch eine Nacht kurz vor der Grenze auf einer lokal geführten Community Campsite übernachtet. Gleich am nächsten Morgen fuhren wir über die Grenze nach Malawi.

Obwohl Tansania unglaublich viel zu bieten hat, hat dieses Land bei uns einen schlechten Beigeschmack hinterlassen. Seine artenreiche Tierwelt, schneeweißen Strände, schönen Landschaften und die faszinierende Bergwelt ist einfach viel zu überteuert und manche Tansanier können schon fast als gierig bezeichnet werden. Uns haben aber nicht alleine nur die Eintrittspreise geärgert sondern vor allem der schlechte Standard und Service dafür. Wir hatten aber trotzdem eine gute Zeit und haben uns sehr auf Malawi gefreut.

Jambo heißt so viel wie „hallo“ in Kisuaheli und wir wurden überall so begrüßt. Kisuaheli wird in Kenia, Uganda, Tansania und zum Teil in Ruanda und Malawi gesprochen.

Unsere Highlights:

  • Der Serengeti Nationalpark und Ngorongoro Krater
  • Die schönen Strände von Zanzibar
  • Das Tal der Baobab Bäume
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Land der tausend Hügel

Ein Hallo aus dem saubersten Land Afrikas, das auch Land der tausend Hügel genannt wird. Abgesehen von dem bekannten Film „Hotel Ruanda“, wissen die meisten Menschen nur sehr wenig über Ruanda. Und dabei ist Ruanda ein durchaus sehenswertes und wunderbares Land. Der Grenzübertritt von Uganda nach Ruanda bei Katuna war wieder einmal unkompliziert und schnell. Da in Uganda Linksverkehr, in Ruanda aber Rechtsverkehr herrscht, gab es im Grenzstreifen zwischen den beiden Ländern eine babylonische Verwirrung. Auf ruandischer Seite wurden die Pässe und das Carnet de Passage gestempelt (alles kostenfrei für deutsche Staatsbürger) und schon konnten wir weiterfahren. Keine Schlepper, keine Wartezeiten, nur freundliche und hilfsbereite Menschen.  Die knapp einhundert Kilometer bis Kigali gingen auf gut ausgebauten Straßen sehr zügig voran.

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Nach den ersten paar Kilometern in Ruanda fiel uns zuerst auf, dass der Straßenverkehr fast verebbte. Man sah auch plötzlich ausgesprochen wenige weiße Gesichter. Dies bestätigten uns ebenfalls die strahlenden „Hey Mazungu“ Zurufe der Kinder am Straßenrand, für die zwei weiße Gesichter im Auto kein alltäglicher Anblick sein musste. Die Straßen in Ruanda sind teilweise besser als in Deutschland und das ganze Land glänzt vor Sauberkeit – da kann noch nicht einmal die Schweiz mithalten. Das mag daran liegen,  dass es verboten ist, Plastiktüten in das Land einzuführen, zu verkaufen oder zu benutzen. Des Weiteren gibt es empfindlich hohe Strafen für achtloses Wegwerfen von Müll. An Samstagen sind die eh nicht sehr stark befahrenen Straßen komplett leer, da alle Bürger „Community Work“ beitreiben müssen. Das heißt alle, sogar der Präsident, müssen Straßen und Umfeld reinigen, reparieren oder Ordnung schaffen.

Mittags waren wir schon in Kigali, der Hauptstadt, oder besser gesagt, dem Hauptdorf von Ruanda. Wie alles in diesem Land, liegt auch diese Stadt auf tausend Hügeln. Klein, überschaubar sowie unglaublich sauber und organisiert. Alle Ampeln funktionieren, alle halten sich an die Straßenregeln und alle Motorradfahrer tragen Helm (das ist sehr ungewöhnlich für Afrika).
Wir haben im „One Love Club and Camping“ (GPS Koordinaten S1 56.904 E30 04.501) übernachtet. Laut unseren Informationen, die einzige Campsite in Kigali. Doch leider ist diese nicht für Overlander geeignet, da die Campsite nicht mit dem Fahrzeug zu erreichen ist. Deshalb mussten wir die Nacht auf dem Parkplatz vor der Campsite verbringen, was nicht sehr angenehm war. Dafür gab es nach drei Wochen mal wieder Internet und wir konnten uns im Schnellspurt updaten.

Um die Permit für das Gorilla-Tracking zu bekommen (zu schmerzhaften Preisen von 500 US Dollar pro Person – und ab Juni 2012 sogar 750 US Dollar!), haben wir das ORTPN Office (Gorilla Track Pass) in Kigali aufgesucht. Das ORTPN Office war umgezogen und nicht mehr unter folgenden Koordinaten zu finden (S1 30.089 E29 37.987). Die neue Adresse, die noch nicht auf der Homepage steht, ist: ORTPN Office im Gebäude des Rwanda Development Board (RDB) Kigali, Rwanda (GPS Koordinaten S1 57.148 E30 06.175). Dort bekamen wir leider nur ein Permit für den 22. Februar, da für die nächsten Wochen alles ausgebucht war. Wir dachten uns, das zweite Permit bestimmt vor Ort zu bekommen – dem war dann auch so.

Sobald wir das Permit in der Tasche hatten, fuhren wir Richtung Westen zum Lake Kivu. Belohnt wurden wir, nach der ganzen Sucherei in Kigali, mit einer landschaftlich wunderschönen Strecke auf allerbesten Straßen. Wir haben beim Hotel Holiday (GPS Koordinaten S2 03.260 E29 20.835) in Kibuye einen brillanten Platz direkt am See bekommen. Zwar ist es nicht wirklich billig (wie alles in Ruanda), aber die schöne Atmosphäre, die sauberen Duschen und der Platz ganz alleine unten im Hotelgarten am See, haben den Preis gerechtfertigt. Leider überraschte uns hier der erste Regen seit Italien. Nach zwei Nächten ging es bei strömendem Regen Richtung Gisenyi, das ganz im Norden des Kivu Sees direkt an der Grenze zur demokratischen Republik Kongo liegt. Immer entlang des Sees auf einer abenteuerlichen Off-Road Strecke ging es durch wolkenverhangene Berge, über Flussläufe und durch tiefe Täler. Wir haben die knapp einhundert Kilometer in ganzen vier Stunden geschafft und südlich von Gisenyi im Paradise Malahide Cottages and Campsite (GPS Koordinaten S1 44.028 E29 16.391) einen netten Platz für die Nacht gefunden. Camping war hier leider wieder nur auf dem Parkplatz vor der Lodge möglich, jedoch war dieser etwas netter gelegen. Das Hotel lag direkt am See und bot abends eine nette Atmosphäre mit Lagerfeuer beim Abendessen. Von Ginseny ging es am nächsten Tag über Ruhengeri und Kinigi zum Volcanoes National Park. Dort fanden wir einen Standplatz beim Kinigi Guest House (GPS Koordinaten S1 25.956 E29 35.906) nur 300 Meter vom Volcanoes Park Headquarters (GPS Koordinaten S1 25.941 E29 35.687). Beim Volcanoes Park Headquarter gehen jeden Morgen die Touren zum Gorilla Tracking los.
Da wir in Kigali nur ein Ticket für das Gorilla Tracking bekommen konnten, sind wir an zwei aufeinanderfolgenden Tagen losgezogen – und wir hatten Glück ein zweites Ticket wurde frei. Die Bergtour an sich war bereits atemberaubend. Aber Angesicht zu Angesicht mit einem Silverback (Gorilla-Familienoberhaupt) zu stehen und inmitten der spielenden Berggorilla-Familie zu verweilen ist ein unvergessliches Erlebnis.

Am kommenden Tag haben wir uns wieder auf den Weg von  Kinigi nach Kigali gemacht. Da die Entfernung sehr nah gewesen wäre beschlossen wir, einen kleinen Umweg über die nördlichen Seen Bulera und Ruhondo und weiter nach Bururea zu machen. Anfangs sah alles genial aus: eine traumhafte Strecke, die relativ gut zu befahren war. Jedoch wurden die Straßen immer enger bis diese letztendlich in einspurige Wege mündeten. Inmitten einer wunderschönen Landschaft, zwischen Bananenstauden und grandiosen Bergen und Tälern, begann es dann auch noch zu regnen. In Strömen kam das Nass von oben und verwandelte die schmalen Erdwege zu reinsten Rutschbahnen. In diesem Moment zahlten sich unsere MT-Reifen von BF Goodrich voll aus. Wir konnten es fast nicht glauben, aber unser GPS bestätigte immer noch  den richtigen Weg. Weiter ging es über immer enger werdende Brücken, die meist nur aus ein paar Baumstämmen bestanden. Leider verpassten wir irgendwann unwissentlich eine Abzweigung und standen auf einmal vor einer nicht sehr vertrauensvoll aussehenden Brücke, die der Belastung unseres Autos niemals standgehalten hätte. Kurzerhand beschlossen wir mutig direkt durch den kleinen Bach zu fahren. Leider kamen wir nicht weit – unser Toyota steckte plötzlich einen guten Meter tief im Schlamm fest. Nichts ging mehr, keinen Millimeter, weder vor noch zurück. Und da standen wir nun mitten im Bach, keine Menschenseele weit und breit, nur von Natur umgeben. Aber wie das in Afrika immer so ist, man steht nicht lange alleine. Aus dem Nirgendwo erschienen plötzlich Menschen – einer nach dem anderen. In unserem Fall waren es zuerst etwa 50 Personen, die sofort mit anpackten und zu graben begannen, sowie Steine anschleppten. Doch leider steckte der Toyota wirklich unglücklich fest, da sich nach drei Stunden intensivem Ausbuddeln und Hochliften immer noch kein Erfolg einstellte. Wir sahen nur noch eine Lösung – wir benötigen ein anderes Fahrzeug, das uns aus dem Schlamm ziehen konnte. Da der nächste Ort mit motorisierten Fahrzeugen ca. 15 km entfernt war, zog Viktoria auf dem Rücksitz eines Fahrrads los um Hilfe zu holen. Über Berg und Tal erreichte sie den Ort erst gegen 16:30 h und musste wegen der bald einbrechenden Dunkelheit schnell reagieren. Jedoch nichts geht schnell in Afrika. Keiner wollte die unwegsame Strecke fahren. Eine hinzugekommene Nonne hatte die Idee zu den chinesischen Straßenarbeitern zu fahren, da diese die nötigen Fahrzeuge bzw. Geräte hatten. Die Chinesen lächelten auch ganz nett und versprachen sogleich ein Fahrzeug mit einer Seilwinde zu organisieren. Jedoch über eine Stunde verging, es wurde immer später und später und es bewegte sich gar nichts. Als es bereits stockdunkel war, fand Viktoria doch noch einen Ruander, der bereit war zu helfen und die unwegsame Strecke zu fahren um den Toyota aus dem Schlamm zu ziehen.

Währenddessen hatte Julian mit den freiwilligen Helfern weitergebuddelt. Wie sich nach und nach herausstellte saß der Toyota vor allem in der Mitte auf, deshalb drehten die Räder durch aufgrund des fehlenden Gewichtes. Nach über drei Stunden Graben und Steine unterlegen, war die „Hilfsmanschaft“ nach und nach auf etwa 200 Menschen angewachsen. Mit High-Lift, Seilen und Schaufeln wurde die weiteren zwei Stunden im Flussbett geschuftet. Und dann war es nach fünf Stunden intensivem Vorbereiten endlich soweit – einmal kräftig Gas gegeben und der Toyota war wieder frei.  Es begann schon zu dämmern, deshalb ging es so schnell es die Wege zuließen Viktoria hinterher. Aber schon nach einigen hundert Metern war wieder Schluss. Der Weg wurde so eng, dass der Landcruiser nicht durchkam. Links ging es steil den Berg hinauf und rechts war eine senkrechte Böschung von über 1,5 Metern, bei der der Landcruiser drohte komplett hinunterzurutschen.
Als Europäer würde man umdrehen und etwas Anderes versuchen, nicht so bei unserer ruandischer „Hilfsmannschaft“. Ohne lange zu fackeln begannen die Einheimischen Eukalyptusbäume zu fällen und eine provisorische Brücke zu bauen. Kaum zu glauben, dass bereits nach einer halben Stunde die Konstruktion fertig war. Und noch weniger nachzuvollziehen, dass diese beim Darüberfahren hielt. Danach ging es runter über die Böschung, durch ein Maisfeld, über einen kleinen Bach und wieder steil den Berg hinauf auf die andere Seite des Tals. Mit Vierradantrieb und Diff-Lock ging es wie Butter querfeldein und weiter nach Bururea, wo in der Dunkelheit Viktoria wieder an Board genommen wurde. Sie hatte den Landcruiser zufällig jedoch sehr erleichtert stehen sehen, da sie ja eigentlich auf dem Weg zur Rettung war.

Nach dem Schrecken ging es trotzdem an demselben Abend weiter nach Kigali, obwohl wir es uns aus Sicherheitsgründen zum Grundsatz gemacht haben, in Afrika nachts nicht zu fahren. Allerdings in Ruanda machten wir eine Ausnahme, da das Land sehr sicher ist und die Straßen zur Hauptstadt gut ausgebaut sind. Sehr erleichtert und komplett erledigt kamen wir gegen 21:00 Uhr im Discover Rwanda Youth Hostel (GPS Koordinaten: S 1° 57.044 | E 30° 05.592) an. Mittlerweile hatten wir herausgefunden, dass es doch noch eine zweite Campsite gibt in Kigali. Am nächsten Morgen befreiten wir zuerst unseren Toyota von den Schlammresten. Diese klebten überall in dicken Schichten – nicht nur außen sondern auch innen. Nachmittags besuchten wir das Genozide Memorial Center. Es waren grausame Bilder und Berichte und obwohl wir die Geschichte von Ruanda kannten, hat uns der Besuch sehr bedrückt. Da wir die Menschen jetzt kennengelernt haben ist es umso unfassbarer für uns, dass so ein Gemetzel in einem Land möglich ist. Wir verstanden aber nun besser, warum die Menschen jetzt so sehr zusammenhalten und alles verhindern damit solche Gräueltaten in Ruanda nie wieder passieren können.

Am nächsten Morgen ging es zur Grenze von Tansania, die wir wieder sehr unkompliziert passierten.

Uns hat Ruanda als Reiseland sehr gut gefallen. Die sattgrüne, blühende Natur inmitten von 1000 Hügeln ist eine reine Augenweide. Die Menschen arbeiten wirklich hart, wirkten auf uns jedoch sehr zufrieden und fröhlich. Uns gegenüber waren sie sehr freundlich, respektvoll und vor allem sehr hilfsbereit. Wir haben uns überall sicher gefühlt, deshalb können wir Ruanda als Reiseland wirklich nur empfehlen.

Unsere Highlights:

  • Der schöne Lake Kivu bei den Ortschaften Kibuye und Gisenyi
  • Ganz nah zu sein bei den Berggorillas
  • Die schöne Bergtour im Park des Volcanoes
  • Die beeindruckende Sauberkeit des Landes
  • Die wunderschöne sattgrüne blühende Natur
  • Die fröhlichen, sehr freundlichen und ausgesprochen hilfsbereiten Menschen
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Hey Mazungu

Nach den letzten wirklich heißen Tagen am Lake Bogoria in Kenia, ging es am 23. Januar bei Malaba über die Grenze nach Uganda. Dort wurden wir von einer satten Vegetation, angenehmen Temperaturen und überaus freundlichen Menschen begrüßt. Wenn man an Afrika denkt, stellt man sich vermutlich ein Land wie Uganda vor: Eine grandiose Natur mit einer üppigen Pflanzenwelt und einer Vielzahl bunter tropischer Gewächse, sowie lächelnde Menschen am Straßenrand. Dies waren die ersten Eindrücke, die wir in uns aufgesogen haben.

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Unser erster Stop war Jinja. Jinja liegt an der Stelle, wo der Nil aus dem Victoria See abfließt. Und direkt am Fluss einige Kilometer stromabwärts, liegt eine der schönsten Campingsites Afrika’s, „The Haven“ (GPS Koordinaten N0 32.564 E33 05.387). The Haven überblickt die Stromschnellen des Nils, wird von Solar-Energie betrieben und ist so sauber und aufgeräumt, dass man denken könnte, man wäre in der Schweiz. Hier haben wir die nächsten Tage damit verbracht die Gegend zu erkunden, zu schreiben und uns zu erholen von der anstrengenden Fahrt. Die friedlichen Tage wurden nur vom Raften unterbrochen. Wir sind mit dem Schlauchboot die Nil-Stromschnellen runtergejagt und haben uns natürlich zuletzt überschlagen. Das war ein herrlicher Spaß.

Die Zeit haben wir ebenfalls genutzt, um den komplett zerstörten Lenkungsdämpfer von unserem Toyota auszubauen und Ersatz dafür zu besorgen. Am dritten Tag kamen überraschenderweise Dee und James zusammen mit ihrem langjährigen australischen Freund Collin, der in Jinja lebt, zum Abendessen bei unserer Campsite vorbei. Die Freude war groß uns wiederzusehen. Zufälligerweise betreibt Collin einen Workshop für Landcruiser und Julian konnte mit Collin zusammen am folgenden Tag die Aufhängung für den Lenkungsdämpfer ausbauen, gerade biegen und schweißen. Das hat einen Werkstattbesuch in Kampala erspart und so mussten wir am Nachmittag in Kampala nur den Heavy Duty Lenkungsdämpfer kaufen und selbst einbauen. An dieser Stelle möchten wir einmal anmerken, dass unser Toyota bisher noch gar kein Problem hatte. Egal ob Tiefsand, Lavageröll, 4000 Meter hohe Pässe oder 44 C in der Wüste. Er muckt nicht und läuft und läuft und läuft. Toll, wir sind wirklich begeistert von unserem Auto.

In Kampala haben wir uns im Red Chili Hideway Camp (GPS Koordinaten N0 19.208 E32 37.800) einquartiert. Red Chili ist ein Overlander Hotspot mit vielen Overlander-Trucks, lauter Musik und sehr guter Pizza. Hier haben wir Ali wiedergetroffen, den wir bereits in Nairobi kennengelernt haben. Er kam zusammen mit seiner Freundin Mariska, die für die NGO Foodstep arbeitet. Mariska erzählte uns von den vielen ungelösten Problemen in Uganda, sowie von ihrer Arbeit in dem Kindergefängnis Kampiringisa. Das hat unser Interesse für unseren nächsten Projektbesuch geweckt. Da wir das Gefängnis erst am Donnerstag besuchen durften, blieben wir die nächsten Tage in Kampala und haben die Stadt erkundet. Obwohl Kampala eine stinkende, mit Menschen überquellende und im Verkehrschaos erstickende Stadt ist, sind wir im Nachhinein sehr froh, noch länger geblieben zu sein, da wir eine ganz andere, sehr unschöne Seite von Uganda kennengelernt haben, die man als normaler Tourist niemals sehen würde.

In dem Kindergefängnis Kampiringisa sind ca. 300 Kinder im Alter zwischen drei und siebzehn Jahren meist unschuldig und ohne gerichtlichen Beschluss untergebracht. Die Zustände in den Räumlichkeiten sind katastrophal und zum Teil menschenunwürdig. Die Kinder erhalten weder Schulbildung, noch Erziehung und keine medizinische Versorgung. Weitere Details und die Hintergründe über das Projekt werden wir in Kürze unter FOCUS AFRICA online stellen.

Von Kampala ging es weiter, durch das Hochland von Uganda nach Fort Portal, wo wir auf Kluge`s Guest Farm untergekommen sind (GPS Koordinaten N00.594857 E30.247947). Wir wurden dort gleich zu Stefans nachträglichem 60. Geburtstag eingeladen und haben bis tief in die Nacht, am großen Lagerfeuer, eine tolle Party gefeiert. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön für die Einladung! Leider ging es Viktoria in den nächsten Tagen wirklich mies. Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen und Durchfall. Da wir dachten, dass es eine Magenverstimmung war, gingen wir erst am dritten Tag zu einem Krankenhaus. Jedoch das Fieber, das mittlerweile auf über 40 C angestiegen war, war eindeutig und der Bluttest bestätigte es – Malaria!  Nun hieß es Unmengen an Tabletten schlucken und zwei Tage Bettruhe. Glücklicherweise ging es Viktoria nach zwei Tagen schon wieder ganz gut und das Fieber war verschwunden. Was lernen wir daraus: Beim nächsten Mal also sofort zur Klinik und gar nicht erst lange warten!

Zur Erholung sind wir zur Nkuruba Nature Reserve community campsite (GPS Koordinaten direkt N0 31.119 E30 18.133)am Nkuruba Kraterseen gezogen. Die Campsite ist sehr schön gelegen mit Blick auf den See. Anscheinend ist der See Bilharziose frei und deshalb ist Julian mehrmals darin geschwommen. Die Gegend ist übersäht mit diesen Kraterseen, die ein wunderschönes Naturspektakel bieten. Da Viktoria wieder kräftig genug war, ging es nach vier Tagen weiter in Richtung Lake Bunyonyi.  Dazwischen hatten wir noch einmal bei der Nyanzeebiri Community Campsite (GPS Koordinaten S0 15.653 E30 07.365) auch wieder direkt an einem Kratersee übernachtet.

Wie schon auf der Fahrt von Kampala nach Fort Portal sind wir auch auf dieser Fahrt zum Lake Bunyonyi wieder durch zahlreiche Waldbrände gefahren. Die Einheimischen brennen nicht nur ihre Resternten ab, sondern auch sämtliche Waldbestände. Überall qualmt und raucht es. Sogar der Elisabeth Nationalpark war halb abgebrannt und verkohlt.

Nicht nur die Reiseführer schreiben, dass der Lake Bunyonyi der schönste See Uganda’s ist, auch wir können das bestätigen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass unsere Unterkunft bei der Lake Buyonyi Overland Campsite (GPS Koordinaten S1 16.341 E29 56.243)  einfach genial war. Unser Toyota stand direkt am Wasser und wir überblickten den See auf beiden Seiten.

Nichtsdestotrotz sind wir nach zwei Tagen zur ruandischen Grenze aufgebrochen. Der Grenzübergang war sehr unspektakulär, da wir als Deutsche im Gegensatz zu allen anderen europäischen Statten kein Visum benötigen. Wir waren bereits nach 45 Minuten auf der ruandischen Seite und das ohne Schlepper.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns Uganda sehr gut gefallen hat. Uganda hat nicht nur eine wunderschöne Landschaft zu bieten, auch die Menschen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit und wir fühlten uns immer sicher. Die Kinder winkten uns auf allen Strecken freudestrahlend und ganz aufgeregt zu und schrien hey Mazungu (was so viel heißt wie „Hey Weißer“).

Unsere Highlights:

  • Die wunderschöne Campsite „the Haven“ in Jinja
  • Das aufregende Raften auf dem Nil
  • Die traumhaften Kraterseen um Fort Portal
  • Der schönste See Uganda‘s – Lake Bunyonyi
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Hakuna Matata

Willkommen im wilden Ostafrika. Mit atemberaubenden Landschaften, Bilderbuch-Sonnenuntergängen und unseren ersten Elefanten. Über den rauen Norden entlang des Lake Turkana, dem Samburu National Park sowie Mount Kenya durch Nairobi und weiter zum Lake Naivasha, Lake Bogoria National Reserve nach Uganda.

Zu Beginn des neuen Jahres sind wir über Tumi und das Omo Valley auf der Ostseite des Turkana Sees nach Kenia eingereist. Über kleine sandige Wege, tief ausgewaschene Flussläufe vorbei an kleinen Dörfern, überquerten wir am Mittag die Grenze zwischen Äthiopien und Kenia. Kein Grenzbaum, keine Polizei, nichts. Nur eine traumhaft schöne Landschaft wurde uns präsentiert.

Vor Ileret haben wir dann direkt neben dem Weg unser Nachtlager aufgeschlagen.  Die Einheimischen wanderten friedlich auf dem Weg entlang und grüßten uns freundlich. Wir wurden weder angestarrt noch angebettelt. Herrlich! Kurz vor dem Schlafengehen kamen noch ein paar Jungs vorbei, um ein paar nette Worte mit uns zu wechseln. Was für ein Unterschied zu Äthiopien!

Am nächsten Morgen holten uns James und Dee sowie Igor und Johannes wieder ein. Sie hatten nur 500 Meter vor unserem Camp ihr Nachtlager aufgeschlagen ohne uns zu bemerken. Für die Biker Jungs war die Strecke sehr anstrengend, da sich tiefer Sand mit grobem Lava-Geröll abwechselte. Die beiden gaben wirklich alles und purzelten des öfteren von den Motorrädern. In Ileret haben wir uns bei der Police Post registrieren lassen und sind nach einer kleinen Pause weiter Richtung Sibiloi National Park gefahren. Da wir keine Gebühren für den National Park bezahlen wollten, sind wir auf dem Weg außerhalb des Parks entlanggefahren. Kurz vor Derate schlugen wir wieder ein Buschcamp auf. Dieses Mal waren wir ganz für uns alleine. Es war kein Mensch weit und breit zu sehen. In Derate füllten wir unsere Wasservorräte am Brunnen wieder auf (GPS Koordinaten N3 51.118 E36 31.147).  Da keine Hinweisschilder zu sehen waren, fuhren wir danach dummerweise Richtung Main Gate des Sibiloi National Parks. Dort angekommen wollten die Ranger 45 USD von uns haben, obwohl wir nur die letzten sechs Kilometer durch den Park gefahren sind. Nach langer Diskussion kehrten wir kurzerhand um (ohne zu bezahlen) und fuhren eine 10 km wilde Offroad-Strecke über einen bergigen versteinerten Wald, quer durchs Gebüsch und ein ausgetrocknetes sehr sandiges/steiniges Flussbett aus dem Park. Das war bis dahin unsere heftigste Off-Road Strecke, aber unser Toyota Landcruiser hat die Extremstbelastung bestens bestanden. An diesem Abend belohnten wir uns mit einer herrlichen Buschdusche unter einer Bilderbuch-Akazie (Bilder aus Jugendschutzgründen zensiert :-) sowie einem köstlichen Abendessen. Von hier ging es weiter entlang des Turkana Sees bis nach Liyongalani. Noch einmal übernachteten wir unterwegs direkt am See. Dieses Mal kamen wieder ein paar einheimische Stammesangehörige vorbei, um sich kurz und sehr nett mit uns zu unterhalten. Die Turkanasee-Route war landschaftlich wunderschön, allerdings waren die Straßen (wenn man überhaupt von Straßen sprechen kann) sehr schwierig und nur im Schritttempo mit einem Allrad zu befahren. Sandige Pisten wechselten sich mit tiefen Schlaglöchern, Gestein und Geröll ab. Zusätzlich war es tagsüber unglaublich heiß. Bei Höchsttemperaturen von bis zu 44,7 C war es am besten in den frühen Morgenstunden zu fahren. Da unser Toyota keine Klimaanlage hat, sind wir morgens bereits um 06:30 Uhr gestartet und waren spätestens um 20:00 Uhr total erledigt im Dachzelt. Nachts wurde es deutlich kühler und bei 28 C fanden wir eine angenehme Temperatur zum Schlafen.

In Liyongalani angekommen haben wir uns auf der Palm Shade Campsite einquartiert (schöner Rasen, saubere Toiletten und kaltes Bier!) (GPS Koordinaten N2 45.385 E36 43.258). Wie schön, nach vier Tagen Wildnis wieder etwas Zivilisation genießen zu können. Im Palm Shade trafen wir den kenianischen Fotografen Neil Thomas (www.neilthomas.com) mit seiner Freundin. Er arbeitet gerade an einem Fotoband über die Stämme und Eingeborenen vom Turkana See und war ständig auf Photoshooting-Tour.  Netterweise nahm er uns am zweiten Tag mit. Was für ein Spaß, ein richtiges Photoshooting direkt am Turkaner See (siehe Fotos).

Hier in Liyongalani wurde der Film „The Constant Gardener“ gedreht. Da mussten wir doch gleich an unsere Freunde in Stuttgart denken…. Und ja, manchmal vermissen wir die Montagabende, mit leckerer Pizza, endlosen Diskussionen über die Filmauswahl, das Air Hockeyspiel sowie das Gefühl, einen super Abend bei tollen Freunden zu haben…. und natürlich die Caipirinhas nicht zu vergessen. An dieser Stelle, werfen wir den Film „The Constant Gardener“  in die Runde, Abstimmung dann über Facebook!

Nach zwei Tagen Fahrpause ging es weiter nach Maralal. Dort besuchten wir am folgenden Tag, das Waisenhaus Spring`s of Hope. Einen ausführlichen Bericht findet ihr hier. Anhand dieses Projektes ist uns klar geworden, dass effektive und nachhaltige Hilfe am besten von einer Eigeninitiative vor Ort ausgehen sollte. Oder anders gesagt, dass dies die Chancen auf einen Erfolg enorm erhöht. Wir haben auf „betterplace.org“ ein Spendenprojekt für diese Kinder eingestellt. Es geht hauptsächlich darum, dass noch weitere Kinder aufgenommen werden können, da bereits zehn Kinder auf Warteliste stehen und viele mehr ein Zuhause benötigen. An dieser Stelle eine Bitte an Euch. Wenn es Euch möglich ist, dann schaut mal bei „betterplace.org“ vorbei. Werdet Führsprecher für das Projekt (das kostet nichts) oder besser noch, spendet ein paar Euros. Wenn jeder ein ganz klein wenig gibt, können wir diesen Kindern, ein tolles Geschenk machen. www.betterplace.org/de/projects/8641

Von Maralal ging es am folgenden Tag durch eine grandiose Bergwelt zum Samburu Nationalpark, den wir am darauffolgenden Tag besuchten. Die Eintrittspreise (70 USD pro Tag und Person + 15 USD fürs Auto) haben uns zuerst einmal die Sprache verschlagen. Dafür konnten wir viele Giraffen, Antilopen, Zebras und Wildschweine sehen sowie den ganzen Mittag hindurch mehrere große Elefantenherden beobachten, wie sie ausgiebig im Fluss badeten und sich die Zeit im kühlenden Nass vertrieben. Die Löwen hingegen, die gerade Junge hatten, haben sich erfolgreich den ganzen lieben langen Tag vor uns versteckt.

Die folgenden zwei Tage haben wir uns am Mount Kenia bei angenehmen kühlen Temperaturen, mit gutem Essen und viel Zeit zum Schreiben und Lesen verwöhnt. Der schneebedeckte Mount Kenia grüßte jeden Morgen, bevor er sich gegen Nachmittag in Wolken hüllte. Bestiegen haben wir den Mount Kenia nicht, da uns die 250 USD pro Person und Tag, davon abhielten. Die kommenden Tage verbrachten wir in Nairobi. Einquartiert haben wir uns bei der Jungle Junction (GPS Koordinaten: S1 17.327 E36 45.636) wo wir Susi, Mark und Tom, sowie Igor und Johannes wiedergetroffen haben.  Die Nairobi-Tage waren gefüllt mit Blog updaten, Einkaufen (Oh was für schöne Shopping Mall`s es da gab, mit allen gewohnten europäischen Spezialitäten!), Reisepass einstempeln und gutem Essen. So schön Nairobi auch war, nach vier Tagen ging es wieder auf die Piste. In dem Nairobi-Stadtteil Karen mussten wir noch kurz ein Mobiltelefon in einem Shoppingcenter kaufen, da unseres kaputt ging.

Nach Nairobi ging es ostwärts zum Lake Naiwasha direkt zum Fisherman’s Camp (GPS Koordinaten: S0 49.548 E36 20.095). Dort empfing uns eine sagenhaft schöne Campsite unter hohen Bäumen, direkt am See. Am Nachmittag schlossen wir uns mit drei Südafrikanern zusammen (die kannten wir bereits von der Jungle Junction) und erkundeten den See per Boot. Nur ein paar Meter von unserer Campsite entfernt sahen wir schon die ersten Flusspferde und gleich daneben grasten einige Wasserbüffel auf einem kleinen Inselvorsprung. Am nächsten Morgen ging es bereits um 06:30 Uhr mit den Mountainbikes zusammen mit den Südafrikanern zum Hells Gate National Park. Es war eine ganz besondere Erfahrung, wilde Tiere (es gab nur Zebras, Giraffen, Büffel, Wildschweine und Antilopen) vom Fahrrad aus ganz nah zu beobachten und mit ihnen um die Wette zu fahren. Außerdem tat es gut, nach den vielen Kilometern im  Auto uns mal wieder sportlich zu betätigen. Als wir am nächsten Morgen erwachten, war unser Zelt von unzähligen stolzierenden Marabus umgeben, die nach Essbarem suchten. Die großen Vögel haben eine Spannweite von ca. zwei Metern.

Nach dem Lake Naiwasha fuhren wir zum Lake Bogoria National Reserve und mussten schon wieder 50 USD Eintritt bezahlen. Kenia ist die letzten Jahre unglaublich teuer geworden. Jeder noch so kleine See oder Berg wurde zum National Park oder National Reserve ernannt, damit hohe Eintrittsgebühren von ausländischen Touristen verlangt werden können. Einheimische bezahlen nur einen Bruchteil davon.  Da wir auf unserer Reise noch viele Gelegenheiten haben werden, wilde Tiere zu beobachten, haben wir uns in Kenia etwas eingeschränkt.

Nichtsdestotrotz war der Lake Bogoria ein tolles Naturspektakel. Wir übernachteten in der Fig Campsite (GPS Koordinaten N0 11.545 E36 07.371), die nur aus großen hohen Feigenbäumen (direkt am See), sehr vielen Affen und einer Feuerstelle bestand. Wir waren ganz für uns alleine. Am nächsten Morgen liefen wir den einsamen See entlang durchs hohe Gebüsch zu den heißen Quellen. Es brodelte und dampfte überall und roch stark nach Schwefel. Westlich des Sees haben sich einige tausend bunte Flamingos niedergelassen und fühlten sich durch unser Näherkommen gestört. Das hatte den Vorteil, dass wir fantastische Fotos von bunten fliegenden Flamingos machen konnten.

Außerhalb des Lake Bogoria National Reserves haben wir auf der Lake Bogoria Spa Campsite mit Swimmingpool (GPS Koordinaten N0 21.268 E36 03.114) niedergelasen. Auch auf dieser Campsite waren wieder viele Marabus, Strauße und Affen, die wir beim Frühstück vor unserem Auto beobachteten. Jedoch hatten uns die Affen wirklich zu schaffen gemacht. Zuerst klaute ein Affe eine Banane aus unserem Auto, (war nicht weiter schlimm, da leicht zu ersetzen) und danach nahm die versammelte Mannschaft unseren Müll auseinander und verteilte diesen auf bzw. um unser Auto. Zur abschließenden Krönung aber wurden wir morgens um 05:00 Uhr  von lautem Geplätscher auf unserem Dachzelt geweckt. Wir dachten erst, dass uns ein Regenschauer gestreift hat. Doch nein, weit gefehlt, ein Affe saß gemütlich auf einem Baum und hat auf unser Auto gepinkelt und anschließend ein größeres Geschäft erledigt. Was für ein Glück, dass wir zufällig einen Tag zuvor den Regenschutz angebracht hatten. Nicht auszudenken was ansonsten passiert wäre.  Seitdem haben wir ein gestörtes Verhältnis zu Affen.

Nachdem wir das Schlimmste beseitigt haben ging es am nächsten Morgen belustigt weiter durch eine wunderschöne Bergwelt Richtung Uganda Grenze. Wir übernachteten noch einmal bei einem Guest House im Hinterhof, da auf dieser Strecke keine Campsites waren. Buschcampen war leider nicht möglich, da die Gegend sehr stark bewohnt war.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns Kenia nicht nur landschaftlich sehr gut gefallen hat, sondern wir waren auch von den Kenianern sehr begeistert. Natürlich hat der ein oder andere gebettelt, vor allem in den Touristenzentren, jedoch hielt sich das alles in Grenzen.  Die Menschen zeigten sich uns gegenüber freundlich, nett und respektvoll und alle sprachen alle sehr gutes Englisch. Das Schulsystem in Kenia ist gut. Es ist für alle kostenlos und jeder kann zur Schule gehen. Nur die Üblichen Bücher, Schuluniform und Excersice Books müssen selbst finanziert werden. Wir sahen auffallend viele Schulhinweisschilder und das hat uns sehr beeindruckt.

Unsere Highlights:

  • Die raue und traumhafte Lake Turkana Strecke
  • Das Photoshooting am Lake Turkana
  • Flora und Fauna des Samburu Nationalparks
  • Das Einkaufsparadies Nairobi
  • Die wilde Schönheit des Lake Naivasha
  • Mountainbikefahren im Hells Gate Nationalpark
  • Das Naturspektakel des Lake Bogoria National Reserves
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Hello Money

Quer durch Äthiopien. Durch den wunderschönen bergigen Norden, über Addis Abeba bis zur kenianischen Grenze. Über hohes Gebirge, bezaubernde Klöster sowie grandiose Landschaften. Und die Frage: Warum ist Betteln in Äthiopien ein Volkssport?

Nach unserer letzten Nacht auf sudanesischem Boden, traf uns die äthiopische Grenze wie ein Schlag ins Gesicht. Jeder, ausnahmslos jeder hielt die Hand auf. Die Zollbeamten waren nur gegen Geld zum Arbeiten zu bewegen. Die Schlepper, die Kinder und alle anderen fragten nach Geld, Kugelschreiber, Essen, Kleidung, Schreibhefte, etc. Es dauerte nur einige Kilometer, bis die ersten Kinder Steine auf unser fahrendes Auto warfen. Zur allgemeinen Erklärung, gehört das Steinewerfen anscheinend in manchen Gegenden zur Kultur der Äthiopier und ist nicht nur gegen spendenunfreundliche Touristen gerichtet. Wir hatten gesehen, wie die Äthiopier sich gegenseitig mit Steinen bewarfen, wenn sie ihren Unmut kundtun wollten. Vor allem bekamen ihre Tiere Steine zu spüren, wenn diese nicht parierten.  Uns begleiteten die Steine auf fast allen Strecken bis zum Rande des Omo Valleys. Dabei waren wir als Autofahrer wenigstens geschützt. Den Motorradfahrern und vor allem den Fahrradfahrern, die wir unterwegs trafen, erging es weitaus schlimmer.

Ursprünglich hatten wir geplant, direkt bis zum Lake Tana durchzufahren. Nach unserem längeren Aufenthalt an der Grenze beschlossen wir jedoch, zusammen mit Igor und Johannes ein Buschcamp auf halber Strecke mitten in einer wunderschönen bergigen Landschaft aufzuschlagen. Schon als wir unseren Toyota bzw. die Motorräder geparkt hatten wurden wir von immer mehr Kinderaugen stumm und interessiert angestarrt. Sogar die einbrechende Nacht konnte die ca. 20 Kinder und Jugendliche nicht bewegen, endlich ihren Nachhauseweg anzutreten. Je später es wurde, umso eindringlicher wurde gebettelt. Aus reiner Verzweiflung haben wir uns dann doch hinreißen lassen den Kindern Brot, Früchte und Kugelschreiber zu geben. Wir wussten, dass das der größte Fehler war, den Touristen in einem Entwicklungsland machen können. So werden Kinder nur zum Betteln erzogen und werden immer pedantischer, wenn dies zum Erfolg führt. In unserem Fall hatte uns dies nur den Abend gerettet, da  wir die Kinder/Jugendliche dann nach und nach los wurden. Bei Sonnenaufgang um 5:00 Uhr  waren die Kinder schon wieder da und forderten mehr von den Gaben. Uns blieb nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich unsere Sachen zu packen und ohne Kaffee loszufahren, da diesmal die Kinderhände unerlaubterweise überall waren. Zum Abschied flogen dann auch leider wieder Steine. Wir müssen hinzufügen, dass die Menschen in der Gegend nicht hungern. Es gibt überall gut funktionierende Landwirtschaft und genug zu essen. Gebettelt wird anscheinend nur aus Gewohnheit.

Über Gonder ging es an diesem Tag weiter zu den Simien Mountains. Nach einer wilden Off-Road Strecke erreichten wir unser Camp auf 2800 m Höhe. Beim Ticket Office mussten wir uns einen Scout nehmen, da dies die Nationalparkregel vorschreibt. Als der Scout bei der Begrüßung auf unsere Frage „what‘s your name“ nicht reagierte, stellten wir enttäuscht fest, dass er kein einziges Wort Englisch sprach. Zusätzlich hatte er seit langer, langer Zeit keine Dusche mehr gesehen und ein Weiterfahren war trotz eisigen Temperaturen nur noch mit offenen Fenstern möglich. Dafür hatte er ein vollautomatisches Gewehr um eventuelle Angreifer oder wilde Tiere (wir haben weder das Eine noch das Andere gesehen) von uns fern zu halten und ließ sich nicht davon abhalten auch bei nächtlichen Minustemperaturen und Raureif vor unserem Auto zu sitzen. Die Siemen Mountains sind ein Traum von Bergen und Naturspektakel. Wir verbrachten die nächsten drei Tage umgeben von einer wilden, exotischen, naturbelassenen Schönheit der Berge. Zwischen Steinböcken, Affen, Farnwäldern und Palmen sind wir bis auf 4430 m gestiegen.

Über Debark am Rande der Simien Mountains, ging es weiter nach Axum über abenteuerliche aber atemberaubend schöne Pässe jedoch sehr schlechte Pisten. Überall auf den Straßen Äthiopiens gingen die Menschen zu Fuß (alles scheint ständig und immer auf den Beinen zu sein). Zusätzlich spielten Kinder abenteuerlich nah am Straßenrand und winkten ganz wild und aufgeregt mit den Zurufen „youyouyouyou“ „birr birr birr“ (lokale Währung), „hello money“, etc. etc. Noch nicht einmal ein kurzes Stehenbleiben war möglich, ohne gleich belagert zu werden.  Nach und nach werden die Straßen (überwiegend von Chinesen) im bergigen Norden gebaut. Wir sahen sehr viele Frauen und Kinder die am Straßenbau arbeiteten.

Axum erreichten wir trotz Anstrengung an einem Tag. Axum war die Hauptstadt des Aksumetischen Königreiches (1. Jahrhundert nach Christi). Hier wird auch, so glauben die Orthodoxen Christen die israelitische Bundeslade behütet. Ob dem so ist, ist schwer nachzuprüfen, da diese von einem Mönch bewacht wird. Der bewachende Mönch muss seine Lebensaufgabe vor seinem Tode an einen anderen Mönch übergeben.  So bleibt die ganze Geschichte geheimnisumwittert und überaus mythisch. Axum ist auch heute noch einer der wichtigsten heiligen Orte der Orthodoxen Christen in Äthiopien. Wir fanden die Stadt und die Sehenswürdigkeiten allerdings nicht sonderlich spannend. Nach einem Tag Besichtigung der bis zu 33 Meter hohen Stelen (die über 500 Tonnen wiegen), des Museums, ein paar Kirchen und des Bades der Königin von Saba ging es weiter nach Debre Damo. Dieses Kloster liegt auf einem Felsplateau und kann nur über eine senkrechte Felswand von 30 Metern mit einem Lederseil erklommen werden. Gemeinerweise ist der Zutritt nur für Männer gestattet und Viktoria musste unten warten. Hier oben scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es scheint, dass sich seit dem sechsten Jahrhundert hier nicht viel verändert hat. Die kleinen Hütten und das Kloster sind nicht sehr spektakulär. Vielmehr ist es die Sicht, die einen grandiosen Rundumblick über die Berge bis nach Eritrea bietet.

Am übernächsten Tag erreichten wir Lalibela. Die holprige Fahrt ging wieder über schlechte Straßen, wunderschöne Pässe und traumhafte  Landschaften (für 200 km hatten wir ca. 8 Stunden gebraucht). Lalibela (auch Neu-Jerusalem genannt) ist bekannt für seine Felsenkirchen und ist eine der heiligsten Städte Äthiopiens sowie „das“ Wallfahrtszentrum des Landes. Die sehr beeindruckenden und massiven mehrgeschossigen Kirchen wurden im zwölften und dreizehnten Jahrhundert aus den Felsen gehauen. Heute zählen diese Kirchen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Lalibela war der erste Ort, an dem wir etwas aufatmen konnten, da ein Tourist-Development und Education Programm anscheinend die Einheimischen gelehrt hat, die Touristen in Ruhe zu lassen und nicht ständig anzubetteln.  Das war die reinste Wohltat.

Von Lalibela fuhren wir nach zwei Tagen an den Lake Tana nach Bahir Dar. Bahir Dar ist ein netter, sehr grüner exotischer Ort im Süden des Sees. Der Lake Tana ist bekannt für die Insel-Klöster aus dem vierzehnten Jahrhundert der Christlich-Orthodoxen Kirche. Wir hatten drei der Klöster besichtigt, die sehr bunt waren mit bildhaften Darstellungen der Glaubensgeschichte. Nach Aussage des Tourguids war es einfacher im vierzehnten Jahrhundert den Christlich Orthodoxen Glauben mit Bildern unter Analphabeten zu verbreiten. Die Inselklöster waren schön, jedoch besonders genossen hatten wir, mal einen Tag nicht im Auto durchgerüttelt zu werden, sondern sanft auf dem Wasser zu schaukeln. Auf dem Weg haben wir sogar ein Nilpferd gesehen.

Von Bahir Dar sind wir an einem Tag die relativ gut ausgebaute Strecke nach Addis Abeba gefahren. Wir haben uns sehr gefreut, in Addis Abeba unsere Freunde Dee und James aus England und unsere Biker Freunde Igor und Johannes im Wims New Holland House (GPS Koordinaten N9 00.589 E38 45.318) wiederzutreffen und hatten mit ihnen Weihnachten zusammen gefeiert. Wims, der Besitzer, ist Holländer, der für alle Probleme und Fragen eine Lösung hat.  Zusätzlich ist Wims New Holland House ein Overlandercamp, bei dem sich alle treffen, die entweder Richtung Süden oder Norden unterwegs sind. So hatten auch wir weitere interessante Leute kennengelernt, die ebenfalls auf dem Weg nach Südafrika sind. Addis Abeba war gefüllt mit Erledigungen, wie Visabesorgung bei der Kenianischen Botschaft (GPS Koordinaten: N9 01.945 E38 46.994), Besorgung der Comessa Versicherung für unser Auto (GPS Koordinaten N15 35.851 E32 31.624) und das Ausstempeln des Carnet de Passage bei der Customs and Road Athority (GPS Koordinaten N9 00.874 E38 47.969). Da wir die Turkana See Strecke gefahren sind, hätte es keine Möglichkeit mehr gegeben. Die Grenzposten sind nur minimal besetzt und es gibt keinen Zoll. Zusätzlich hatten wir unsere Lebensmittel aufgestockt und konnten es nicht fassen, dass wir in den Supermärkten italienische Spezialitäten, wie Panetone, Pasta, Mortadella, Parmesan etc. fanden. Gut für uns, dass die Italiener ihre kolonialistischen Spuren so gründlich und nachhaltig hinterlassen haben. Wir fanden es sowieso sehr erstaunlich, dass wir auf unserer Strecke von Norden nach Süden Äthiopiens (auch manchmal in den entlegensten Orten) frische Lebensmittel wie Avocados, Zwiebel, Tomaten, Mangos, etc. kaufen konnten. Wahrscheinlich waren wir  zu einer günstigen Jahreszeit dort. Uns wurden sogar regelrecht die Karotten durch unser Autofenster mitten in den Bergen auf ca. 3000 Metern Höhe gereicht. Das waren die köstlichsten und frischesten Karotten, die wir jemals gegessen hatten.

Einen Tag vor unserer Abreise aus Addis haben wir ein kurzes Interview mit zwei Mitarbeitern von dem Institute for Stustainable Development geführt. Das Entwicklungsprojekt beinhaltet die Verbreitung von „Best Practice“ Techniken unter den Landwirten. Aufgrund des Klimawandels müssen die Landwirte ihre Methoden umstellen um effizienter produzieren zu können und nicht hungern zu müssen. Dies ist besonders wichtig, da mehr als 85% aller Äthiopier in der Landwirtschaft tätig sind und diese einer der wichtigsten Exportgüter darstellt.

Nach Drei Nächten Addis Abeba haben wir uns auf den Weg Richtung Omo Valley gemacht. Wir sind die Strecke über Butajira und Sodo gefahren, die zur Abwechslung mal sehr gut ausgebaut war. In Konso hatten wir besonderes Glück mit unserer Übernachtung. Wir übernachteten etwas außerhalb des Ortes auf einer fantastischen Lodge (GPS Koordinaten N5 20.002 E37 25.794). Der Besitzer der Lodge ist zur Hälfte Schweizer und hat die Lodge sehr geschmackvoll mit einem Design aus dem Jemen und lokalen Materialien ausgestattet. Abends schlemmten wir in seinem Restaurant die lokalen Spezialitäten.

Weiter ging es am nächsten Tag nach Tumi, wo wir mit allen Overlandern, die wir im Wims getroffen hatten, Neujahr gefeiert haben. Die bis dahin angewachsene Gruppe bestand aus zwölf Leuten und es war sehr lustig und feucht-fröhlich. Leider konnte das Pärchen aus Holland Michael & Jeldau nur mit etwas Verspätung dazu stoßen, da sie ca. 40 km vor Tumi zwei platte Reifen hatten. Als wir um 20:00 Uhr davon erfuhren, hatten zwei von unserer Gruppe sofort ein Auto und zwei Ersatzreifen organisiert und die beiden noch an dem Abend „gerettet“.

Das Omo Valley ist nicht nur landschaftlich bezaubernd schön, sondern es gibt mit die faszinierendsten und buntesten ethnischen Gruppen Afrikas. Doch leider sind diese touristisch schon sehr erschlossen und eine Besichtigung fühlt sich eher an wie ein Zoobesuch. Außerdem ist ein Besuch eines Dorfes nur mit Scout und Guide möglich und kostet Unsummen von Personal-, Eintritts- und Fotogebühren. Da wir uns auf dem Weg Richtung Süden befinden und noch sehr viele Stämme sehen werden, haben wir uns entschieden nur bei einem Dorf des „Hammer-Stammes“  spontan auf unserem Weg nach Kenia vorbeizufahren. Auf unserem Weg Richtung Süden haben wir dann auch den einen oder anderen Stammangehörigen gesehen.

Die Ausreise nach Kenia war sehr unspektakulär und war in 10 Minuten erledigt, da wir die Formalitäten schon in Addis Abeba erledigt hatten.

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir die Landschaft Äthiopiens trotz zum Teil sehr schlechten Straßen sehr genossen haben und außergewöhnlich faszinierend fanden. Jedoch fühlten wir uns von den Menschen egal wo wir waren bedrängt. Wie anfangs schon erwähnt, wurden wir sogar mit „Hello Money“ begrüßt oder mit den Worten „You have to give me money!“.  Die Menschen scheinen sich so sehr an Hilfe von außen gewöhnt zu haben, dass alles was nicht äthiopisch aussieht angebettelt wird. Ohne Zweifel, das Land ist sehr arm. Viele Menschen leben und betreiben ihre Landwirtschaft wie vor 3000 Jahren. Wir haben auf dem Weg vom Norden in den Süden keinen einzigen Traktor gesehen sondern nur Menschen, die mit Holzgabeln und Tieren arbeiteten. Irgendetwas scheint mit der Entwicklungshilfe in Äthiopien nicht zu stimmen. Es scheint so, dass in keinem Land Afrika’s mehr Entwicklungshilfe geleistet wird als dort. Wir hatten in jedem auch noch so kleinen  Dort mindestens ein Schild von internationalen Entwicklungsprojekten gesehen. Jede erdenkliche Entwicklungsorganisation ist bestimmt einmal in Äthiopien vertreten. In Addis Abeba gibt es das teuerste und beste Hotel Afrika’s und wie wir gehört haben, übernachten dort viele Mitarbeiter von Entwicklungsgesellschaften. Zusätzlich fahren diese Mitarbeiter mit den neuesten und teuersten Geländewagen durch die Gegend. Es ist für uns schwer nachvollziehbar, dass im Osten des Landes zur Zeit eine der schlimmsten Hungerkatastrophen herrscht trotz guter Ernte und langer Regenzeit. Wir haben den Osten Äthiopiens nicht bereits, da wir aus Sicherheitsgründen und sehr schlechten Straßen nicht zu nahe an die somalische Grenze fahren wollten.

Unsere Highlights:

  • Die faszienierenden Landschaften Äthiopiens
  • Die wunderschöne Bergwelt der Simien Mountains
  • Die Felsenkirchen von Lalibela
  • Der schöne und exotische Ort Bahir Dar
  • Die Klöster auf dem Lake Tana
  • Die unterschiedlichen ethnischen Stämme des Omo Valley‘s
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Die Geduldsprobe

Die Überfahrt mit der Fähre über den Nasser Stausee von Ägypten in den Sudan, war eines jener Erlebnisse, die man schnell verdrängen möchte, jedoch niemals mehr vergisst. Nachdem wir eine Woche auf die Abreise gewartet hatten, war das Durcheinander vor der Abfahrt perfekt: Der durchlöcherte Ponton auf dem unser Auto transportiert werden sollte, wurde doch noch kurz vor Abfahrt  notdürftig mit Zement geflickt. Jedoch hatte der Steuermann, der den Ponton fahren sollte, plötzlich eine Woche frei, es sei denn, die Höhe des „Bakschisch‘s“ (Trinkgeld) könnte ihn davon überzeugen, doch zu arbeiten. Wir sammelten unter den Mitreisenden aus England, Deutschland, Italien und Australien einen entsprechenden Betrag mit dem wir den Steuermann überredeten, seinen Urlaub zu verschieben.

Endlich war es dann soweit, am Montag, den 29.11.11 fuhren wir unsere Fahrzeuge auf den Ponton und hofften, dass der frische Zement halten wird.

Danach ging es bei uns auf die Personenfähre, die nicht gerade einer Luxuskarosse entsprach, sondern eher einem verrosteten Kahn kurz vor seinem Untergang. Die nächsten zwanzig Stunden auf der Fahrt von Assuan (Ägypten) nach Wadi Halfa (Sudan) verbrachten wir gedrängt mit unzähligen Ägyptern, Sudanesen und Libyern, sowie Hunderten von Taschen, Koffern, Fernsehern, Waschmaschinen und allerlei undefinierbaren Gegenständen.

Die Entschädigung dafür bekamen wir in dem Augenblick als wir sudanesischen Boden betraten. Wir wurden mit einer unglaublichen Herzlichkeit empfangen. Unser anfängliches Misstrauen gegenüber freundlichem Grüßen war absolut unbegründet, da im Gegensatz zu den ägyptischen Nachbarn uns die Sudanesen nichts andrehen und uns nicht über den Tisch ziehen wollten. Sogar die Preise im Laden stimmten auf Pfund und Piaster. Nach vier Wochen Ägypten war das die reinste Wohltat.

Wir wurden jedoch von Tag zu Tag betrübter, da der Ponton weder an dem versprochenen zweiten, noch am dritten oder vierten Tag eintraf. Es konnte kein Kontakt zu dem Steuermann des Pontons aufgenommen werden und wir sahen unseren Toyota schon auf dem Nasser Stausee-Grund liegen. Umso erleichterter waren wir, als unser Buschtaxi heil und unversehrt nach fünf Tagen im Hafen von Wadi Halfa einfuhr. Schuld an der Verzögerung waren das notdürftig reparierte Loch im Ponton, sowie die Tatsache, dass dieser heillos überladen war. Dadurch lag der Ponton zu tief im Wasser und konnte nur im Schneckentempo fahren. Zusätzlich lief ziemlich viel Wasser hinten hinein. Uns blieb nichts anderes übrig, als die Wartezeit mit leckeren Falafeln und Unmengen Tee und Kaffee, sowie bester Unterhaltung mit unseren Leidensgenossen zu vertreiben. Mike von Dragoman Overlanders aus Australien, Dee und James aus England, sowie Igor und Johannes aus Deutschland www.zweidurchafrika.de. Unterwegs mit Lastwagen, Landcruiser und Motorrädern. Eine bunte Truppe, mit der wir viele Informationen ausgetauscht, herzlich gelacht und „geduldig“ gewartet haben.

In der Zeit haben wir auch Barbara und Franz kennengelernt (www.stoerch-besel.de.tl). Die beiden sind mit dem Fahrrad von Kapstadt nach Kairo unterwegs und hatten schon ca. 9000 km auf dem Mountainbike geschafft. Die beiden sahen unglaublich durchtrainiert aus und hatten interessante Erlebnisse zu berichten.  Netterweise haben sie uns Ihre sudanesische SIM-Karte geschenkt. Im Sudan kann man über Mobilfunkempfang für unglaubliche 0,18 Euro den ganzen Tag im Internet surfen.

Leider konnten wir unser Auto erst am nächsten Tag aus dem Hafen fahren, da plötzlich die Computer zur Zollabfertigung nicht funktionsfähig waren. Also wieder geduldig warten. Am Sonntag, den 5.12.11, dem sechsten Tag nach unserer Ankunft war es endlich soweit: Auto aus dem Hafen auslösen, zur Fischfabrik fahren und Wasser bunkern, leckere Dinge auf dem Markt kaufen (ja, es gibt auch Erdbeeren mitten in der Wüste) und dann ab in den Tiefsand. Knapp 300 Kilometer Richtung Süden, entlang der Bahnstrecke durch die Nubische Wüste. Traumhafte Offroad-Strecken, Duschen mit 360 Grad Panorama sowie Lagerfeuer und Schlafen unter tausenden Sternen haben die Tage im Nu vorbeifliegen lassen.

Am dritten Tag haben wir Abu Hamed erreicht, die erste Stadt am Nil, wo wir durstig über die erstbeste Tankstelle hergefallen sind. Weiter ging es Richtung Süden, entlang des Nils zwischen Atbara und den Pyramiden von Meroe. In einem kleinen Tal, abseits der Straße haben wir mit einem gemütlichen Lagefeuer unser Camp für die Nacht aufgeschlagen. Am nächsten Morgen bei der Besichtigung der Pyramiden von Meroe haben wir James und Dee aus England wiedergetroffen und spontan beschlossen den Tempel-Trail rund um Musawwarat gemeinsam zu fahren. Abends wieder gemütliches Lagerfeuer, diesmal mit interkulturellem Austausch in Form von „Excellent British Earl Grey Tee“. Entlang des Tempel-Trails (wunderschöne, gut erhaltene Tempel), Off-Road über Stock und Stein, mitten durch traumhaft schöne Landschaften, vorbei an kleinen Siedlungen, Wasserbrunnen sowie wilden Kamelen, ging es am Nachmittag dann nach Khartum.

In Khartum sind wir zuerst zur Deutschen Botschaft gefahren um ein Schreiben, für die Einreise mit dem Fahrzeug nach Äthiopien zu besorgen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass dieses nicht mehr benötigt wird und dem war dann auch so. Danach sind wir direkt zum National Camp Ground gefahren. Empfangen wurden wir vom Manager, der gleich mit Hand anlegte, die Zentimeter dicken Staubschichten von unserem Auto mit Hilfe eines Wasserschlauchs, direkt vor der Mosche, zu entfernen. Wir haben uns sehr gefreut, hier unsere beiden Biker-Jungs Johannes und Igor wiederzutreffen. Die folgenden beiden Tage verbrachten wir mit einer Aneinanderreihung von Erledigungen: Vorräte aufstocken, Waschen, Putzen, Tanken, Mailen sowie einer routinemäßigen Wartung des Toyotas (Filter wechseln, Abschmieren, etc.). Ein Highlight dieser Tage waren die tanzenden Derwische. Jeden Freitagnachmittag, treffen sich die Derwische vor einer großen Mosche direkt auf dem Friedhof Hamid El-Nile Tomb (GPS Koordinaten N15 37.588 E32 27.773) zum Singen, Trommeln, Tanzen, Lachen und Reden. Es dauerte nicht lange, bis wir von ihnen in den Bann gezogen wurden. Hier haben wir ein Stück authentisches Afrika miterleben dürfen.

Am nächsten Mittag hatten wir uns zusammen mit den Motorrad-Jungs Igor und Johannes und den Engländern Dee und James auf den Weg in Richtung äthiopische Grenze gemacht. Das erste Nachtlager hatten wir an einem Fluss auf einem abgegrasten Feld mit unzählig vielen getrockneten Kuhfladen aufgeschlagen. Wie wir festgestellt haben, eignen sich getrockneten Kuhfladen hervorragend für ein Lagerfeuer, wenn kein Holz zur Verfügung steht. Not macht erfinderisch. Am nächsten Morgen ging es weiter jedoch mussten wir ca. 30 km vor der Grenze noch einmal übernachten, da es für einen Grenzübertritt zu spät war. Unsere Übernachtung war diesmal Mitten im Gebüsch in der Nähe einer Wasserstelle. Wie wir am nächsten Morgen feststellten, dient die Wasserstelle der Bevölkerung und deren Tieren als Wasserspeicher. Als wir erwachten waren wir umringt von Herden von Ziegen, Schafen und Kamelen, die alle den Durst für den Tag stillten. Die Hirten beäugten uns in respektvollem Abstand und grüßten mit einem schüchternen Winken.

Wir haben den Nordsudan nur mit liebenswerten, hilfsbereiten und ehrlichen Menschen kennengelernt und es ist für uns schwer vorstellbar, dass ein paar Kilometer weiter immer noch kriegerische Auseinandersetzungen sowie Mord und Totschlag stattfinden. Aus Sicherheitsgründen ist es für Touristen nicht möglich, vom Nordsudan in den Süd Sudan zu reisen. Wir werden eventuell versuchen, zu einem späteren Zeitpunkt entweder von Uganda oder Kenia den Süd Sudan zu bereisen.

Highlights

  • Die Schönheit der Nubischen Wüste
  • Der beeindruckende Tempel Trail
  • Die schoenen Pyramieden von Meroe
  • Die Übernachtung an der Wasserstelle vor der Äthiopischen Grenze
  • Die ehrlichen und freundlichen Sudanesen