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Das Buch zur Reise

Nach fast einem Jahr sind wir wieder in Deutschland. All die Geschichten von unserer Reise. Von Abenteuern und Anderen Katastrophen. Von tollen Momenten, spannenden Landschaften und bezaubernden Menschen….

All das gibt es jetzt auf 330 Seite Papier in Hardcover Ausgabe. Das Fotobuch  zur Reise mit vielen Fotos und allen Reiseberichten im Standard-Querformat auf 330 Seiten.

Daneben gibt es auch eine Sammlung aller Reiseberichte als Taschenbuch auf 98 Seiten.

Wer durch die Bücher online Blättern, oder sie bestellen möchte hat hier die Möglichkeit dies zu tun…

 

zu den Büchern

 

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Homeland Teil 2

In Windhoek angekommen haben wir zuerst Julians Freunde Jimmy und Heidi in ihrem Workshop der „Southern Cross Safaris“ aufgesucht. Den beiden gehört seit fünfzehn Jahren das renommierte Safariunternehmen mit abenteuerlichen off-road sowie „Wildcamping“  Touren innerhalb Namibias, Botswana und Sambia. Da nun auch Zimbabwe in ihrem Angebot hinzugefügt werden soll, wollten die beiden für die nächsten drei Wochen auf Exkursionstour nach Zimbabwe gehen um die perfekte Tour zusammenzustellen. Während der Zeit mussten wir auf ihr Privathaus und die Hunde in Windhoek „aufpassen“, damit sie alles wieder so vorfinden wie sie es zurückgelassen haben. Ähnlich wie in Johannesburg sind auch in Windhoek fast alle Häuser hinter Elektrozäunen versteckt. Trotzdem passieren viele Einbrüche, wenn ein Haus unbewohnt aussieht. Gerne haben wir den beiden den Gefallen getan, denn die kleine Reisepause gab uns Gelegenheit, einige Servicearbeiten am Auto zu erledigen, das Internet wieder auf Vordermann zu bringen sowie weitere Vorkehrungen und Einkäufe für unsere Weiterreise zu tätigen. Außerdem war es ganz angenehm, bei den winterlichen Temperaturen  in Windhoek (nachts häufig Minusgrade und tagsüber sonnig bei 25 Grad) in einem Haus zu schlafen. Windhoek ist eine sehr beschauliche und ruhige Stadt, in der nicht wirklich viel passiert. Wir waren während der Zeit häufiger auf den umliegenden Farmem „Krumhuk“, Ondunu und Klaratal.  Julian hatte vor neun Jahren für ein Jahr auf der Farm Krumhuk gearbeitet und es war schön zu sehen, dass sich nichts verändert hatte. Es ist eine herrliche Farm mitten in einer bergigen Landschaft mit 8500 ha, einem Wildbestand von ca. 1000 Stück (Oryxe, Kudus, Springböcke, Wildschweine, etc.) und ca. 650 Rinder sowie vielen Pferden. Das sind ganz andere Dimensionen als bei uns in Deutschland jedoch gibt es nur ganz selten Regen. Aufgrund der Wasserknappheit wird viel Wild gehalten, da dieses keine Versorgung  und wenig Wasser benötigt und dabei das beste (absolut fettfreies) Fleisch hervorbringt.

Mit einem komplett überholten Fahrzeug  und Verpflegung für vier Wochen machten wir uns anschließend auch schon wieder auf zu neuen Herausforderungen. Wir wollten das einsam gelegene Kaokoveld im Nordwesten Namibias erkunden und fuhren Richtung Norden über Okahandja zum Camp Eileen (eine nette Campsite mit schönen Wandermöglichkeiten. Am nächsten Tag besuchten wir die sehr gut erhaltenen Buschmannzeichnungen in Twevelfontain, da diese günstig auf der Strecke lagen und zu den Sehenswürdigkeiten Namibia’s zählen. Am nächsten Tag gleich weiter nach Palmwag.

Die Palmwag Conservancy ist der Eintritt zum Kaokoveld, welches raue unberührte abgeschiedene Natur mit vielen Wildtieren wie Nashörnern, Elefanten, Löwen…etc. bietet. Außerhalb der Palmwag Conservancy hatten wir gleich ein erstes Zusammentreffen mit einem verärgerten Nashorn. Das Nashorn war überhaupt nicht begeistert von unserem leuchtend gelben Toyota (oder vielleicht gerade begeistert?) und jagte uns wild stürmend mit ganzen 40 km/h hinterher. Wir hatten wirklich Glück, dass dieser Teil der ansonsten grobsteinigen Offroad-Strecke gut zu befahren war und wir noch etwas mehr Gas geben konnten. Nicht auszudenken, wenn uns die beiden beeindruckenden spitzen Hörner aufgespießt hätten. Leider konnten wir noch nicht mal ein Foto von dem wild schnaubenden Tier machen, das glücklicherweise irgendwann das „Rennen“ aufgab und abbog. Nach diesem Schreck fuhren wir noch ein bisschen durch die einsame Berglandschaft und suchten einen Campingplatz unter den Sternen. Außer friedlich grasenden Springböcken haben wir an diesem Tag keine weiteren Tiere mehr gesehen. Der Platz hatte einen schönen Blick aber nach Sonnenuntergang war es trotz Lagerfeuer so kalt und windig, dass wir uns lieber ins Dachzelt zurückzogen.

Die nächsten Tage standen wir mit der Sonne auf und fuhren im Schritttempo immer weiter Richtung Nordwesten. Es fühlte sich an als wären wir neben den Wildtieren die einzigen Lebewesen weit und breit und es war ein befreiendes Gefühl, mitten in der bergigen Wüsten-Landschaft unsere 360 Grad Buschdusche aufzubauen. Entlang eines Trockenflusses waren auch viele Elefanten und Giraffen zu sehen. Die Wüstenelefanten in der Gegend sind nicht zu unterschätzen. Wir wurden von einigen Reisenden gewarnt, dass die Elefanten sehr aggressiv sein sollen und schon das ein oder andere Auto zertrümmert haben. Vor allem nachts in den Flussbeten und auf der Campsite in Puros. Wir übernachteten deshalb immer entfernt von den Flussbetten und hatten keine Probleme.

Nach ein paar Tagen wildem Off-Road-Fahren erreichten wir die Hartmannsberge im nördlichen Teil des Kaokofeldes und fanden eine Traumlandschaft vor. Hier waren wieder die herrlich roten Sanddünen vor den hohen Bergen und den gelblich schimmernden Graswüstenfeldern. Das war ein tolles Farbenspiel, an dem wir uns nicht sattsehen konnten. Deshalb blieben wir drei Nächte, an einem wunderschönen Platz versteckt hinter den Bergen und teilten dieses Vergnügen nur mit grasenden Straußen, Oryxen und Springböcken. Im Ugabtal fühlten wir uns schon weitgehend alleine auf der Welt, jedoch im Kaokofeld waren wir komplett abgeschnitten von der Außenwelt. Gut, dass unser Wasservorrat (ca. 100 ltr.) ausreichend war, denn wir hatten seit einer Woche keine Menschenseele mehr gesehen und die nächste Wasserstelle war weit entfernt.

Von den Hartmannsbergen fuhren wir durch das Mariental zum Kunene River. Das Mariental bietet ebenfalls ein spektakuläres Natur- und Farbenschauspiel. Hinzu kommt, dass dort die traditionellen Himbastämme in ihren Krals mit ihren Kühen und Ziegen leben. Die Himbas in dieser Gegend haben deswegen nichts von ihrer Ursprünglichkeit verloren, da sie gänzlich abgeschnitten sind. Die Straßen sind so schlecht, dass dieses Gebiet nur mit anspruchsvollem Off-Road-Fahren zu erreichen ist. Dadurch reduziert sich der Tourismus automatisch auf ein Minimum und es gibt keine Versorgung von außen (somit leider auch kaum Schulbildung). Die Himbas ernähren sich von selbst angebautem Gemüse und Fleisch von Kühen und Ziegen. Auf uns wirkten die Himbas sehr stolz, ästhetisch und unglaublich freundlich. Die Frauen tragen viel Schmuck, sind nur mit Lederröcken bekleidet und von Kopf bis Fuß mit einem Gemisch aus roter Erde und Öl bemalt, das als Sonnenschutz dient und einen herrlichen Duft verbreitet (obwohl sie sich erstaunlicherweise nie waschen!).

Am nördlichen Rand des Marientals erreichten wir den Kunene River und freuten uns sehr, nach tagelanger trockener Wüstenlandschaft auf einen großen breiten Strom mit erfrischendem türkisfarbenem Wasser und auf das schön gelegene Synchro Camp zu stoßen. Das Camp Synchro liegt inmitten einer steinigen Bergwelt direkt am Kunene River. Das Flussbett vor unseren Augen war der Mittelpunkt der lokalen Waschzeremonien. Die Einheimischen badeten sich, wuschen ihre Wäsche und tränkten das Vieh. Dabei hatten sie immer die zahlreichen Krokodile im Auge.  Wir kletterten einige Male auf die einsamen zerklüfteten Berge und hüpften bei den ca. 5 km entfernten Kunene Pools ins kalte Wasser, da diese Pools für Krokodile nicht zu erreichen sind. Neben dem perfekten Ambiente und einer Woche absoluter Isolation, war es eine willkommene  Abwechslung wieder Mitreisende zu treffen. Die ersten zwei Tage teilten Lez und Sally aus London unsere Campsite und wir hatten uns viel zu erzählen. Wir bedauerten sehr, dass die beiden nicht länger bleiben konnten. Aber anschließend kamen Dori aus Israel und Tally aus New York zu uns auf die Campsite und wir hatten ebenfalls viel Spass und lustige Unterhaltungen mit den beiden. Dori reist seit 15 Jahren ins Kaokofeld und hat vor ein paar Jahren den mit Auszeichnungen gekrönten Film „The Cry of the Owl“ gedreht. Er handelt über die Tradition und das Leben der Himbastämme.

Da uns der Kunene River am Mariental so gut gefallen hat, blieben wir 6 Tage und fuhren anschließend über das Marble Camp und Opuvo zu den Epupa Falls. Opuvo ist alles andere als sehenswert, jedoch bietet es weit und breit die einzige Möglichkeit zu tanken und Lebensmittel einzukaufen. Dafür waren wir umso mehr begeistert von den Epupa Falls. Die Wassermassen stürzten von massiven Felswänden in kleine Pools zu dem breiten Kunenfluss inmitten einer wunderschönen kargen Bergwelt, die mit riesigen Baobabbäumen bewachsen war. Wir campten im Epupa Falls Camp direkt bei den Fällen und hatten einen herrlichen Blick auf die Stromschnellen.

Von den Epupa Falls führt eigentlich eine gut ausgebaute Teerstraße zu der Kunene Lodge, wir wollten jedoch direkt am Kunene River entlangfahren und nahmen die sehr schlechte steinige Off-Road Strecke in Kauf. Nach kürzester Zeit brach dann leider auch eine Feder und wir kamen nur noch im Schritttempo voran. Als Entschädigung fuhren wir durch faszinierende Landschaften und einsam gelegene Himbadörfer. Die Nacht verbrachten wir im idyllisch gelegenen Endjani Camp direkt am Fluss unter einer großen Akazie. Die Campsite gehört einem Himba Stammesangehörigen und wir wurden von seiner Familie mehrmals neugierig und interessiert besucht, da nur selten Reisende vorbeikommen. Wieder waren wir begeistert von der Freundlichkeit und der Ästhetik der Himbas.

Nach zwei Tagen Schritttempofahren kamen wir endlich in der hochgepriesenen Kunene Lodge an, jedoch fanden wir die Campsite um diese Jahreszeit viel zu touristisch und zu laut und fuhren am nächsten Tag weiter zum Etosha Nationalpark. Wenn man in Namibia viele Tiere und unzählige Touristen auf einem Platz sehen möchte, sollte man den Etosha Nationalpark nicht missen. Jetzt während der Trockenzeit sind alle Tiere zusammen mit den Unmengen an exotischen Touristen bequem an den Wasserstellen zu beobachten. Die Campsites müssen während der Hauptreisezeit schon Monate vorher reserviert werden, da diese bis auf den letzten Platz ausgebucht sind. Wir blieben nur eine Nacht im Namotomi Camp und fuhren anschließend zurück nach Windhoek, da es bei uns in vier Tagen weitergehen sollte nach Botswana.

Botswana war unser letztes Reiseziel von unserer Transafrika Tour. Julians Familie war dafür angereist um unsere letzten vier Wochen gemeinsam verbringen zu können. Unser Toyota blieb in Windhoek stehen und wir fuhren bequem in einem Unimog mit Jimmy‘s und Heidi’s Southern Cross Safari Unternehmen. Es war für uns ein ganz anderes Erlebnis, Tiere mit erfahrenen Tour Guides zu  suchen. Jimmy und sein Botswana Guide Tabo spürten die sonst sehr selten zu sehenden Löwen und Leoparden auf und wir konnten sogar Geparden bei der Jagd nach Warzenschweinen beobachten. Da Southern Cross Safaris eine sogenannte Hatab Lizens hat, übernachteten wir mitten im Busch in unberührter Natur und hatten in unserem Camp des Öfteren Besuch von Elefanten, Giraffen, Nilpferden und vielen Anderen Bewohnern des Busches.

Unsere letzten zwei Wochen in Afrika verbrachten wir auf der Farm Krumhuk und nahmen uns die Zeit, die ganze Reise in Erzählungen noch einmal Revue passieren zu lassen. Wir hatten so viele wunderschöne, interessante und bereichernde Eindrücke und Erlebnisse von denen wir mit Sicherheit noch Jahre davon zehren können.

Wir haben die Tour von Palmwag vis CampSyncro als GPX Track mit Tourbeschreibung hinterlegt.

Unsere Highlights

  • Die herrliche Weite der Namibiafarmen, Krumhuk, Ondunu und Claratal
  • Die Felsmalereinen in Twelelfontain
  • Die schöne Palmwag Conservancy
  • Das einsame Kaokofeld mit den herrlichen Harmannsbergen und Mariental
  • Entlang des traumhaften Kunenerivers
  • Die Tierwelt von Etosha
  • Die unberührte Natur der Botswana-Nationalparks
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Homeland Teil 1

Namibia bietet unbeschreibliche Weite, da es flächenmäßig so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen bei nur knapp über zwei Millionen Einwohnern. Fast überall wird in der ehemals Deutschen Kolonie perfektes Deutsch gesprochen und man findet vorwiegend deutsche Namen sowie Straßen- und Ortsbezeichnungen. Es ist ein Land mit einem der größten Unterschiede zwischen Arm und Reich.

Vom Kalahari-Gemsbock Park am Rande der Kalahari, ganz im Süden Namibias ging es Richtung Westen. Wir fuhren über Khetmanshop (muss man nicht gesehen haben) vorbei am Naute Damm zum Fish River Canyon, der ein absolutes Muss ist für Namibiareisende. Auf unserem GPS hatten wir eine herrliche Campsite direkt am oberen Rand des Fish River Canyons aufgespürt. Bereits der Weg dorthin führte uns durch abgeschiedene schöne Landschaften und als wir dort ankamen, fanden wir nur einen einsamen Platz vor, auf dem weit und breit kein Mensch zu sehen war. So haben wir diesen sensationellen Spot ganz für uns alleine genossen, bis die Sonne im weichen gelben Licht hinter dem Canyon verschwand. Leider können wir nicht verraten, wo wir genau waren, da wir im Nachhinein feststellen mussten, dass dies ein privater Platz war.

Vom Fish River Canyon  ging es weiter Richtung Norden, vorbei an Helmeringhausen, bis zur Namib Rand Conservancy . Auf der Campsite, welche zum Family Hideout gehört, hatten wir nicht nur die Campsite mit eigenen Facilities für uns ganz alleine, sondern ein ganzes Areal. Das war ein weiterer genialer Spot mit Blick auf trockene grasbewachsene Felder vor buschgrünen roten Sanddünen. Die anmutigen roten Sanddünen, verliehen der Wüstenlandschaft einen fast blumigen Anblick. Das war ein Ort mit unendlicher Weite wo man die Seele herrlich baumeln lassen konnte. Auch beim Wandern und Fahren durch die Sanddünen haben wir keinen Menschen gesehen nur Springböcke und Oryxe, die friedlich auf den Feldern grasten. Kein Wunder, dass sich Berühmtheiten wie Angelina Jolie, Brad Pitt und George Clooney dort regelmäßig niederlassen – allerdings in den viel teureren Wolwedans Lodges.

Nach ein paar Tagen völliger Abgeschiedenheit von der Außenwelt  besuchten wir die roten Dünen am Sossusfley und trafen auf Horden von Touristen. Die Dünen von Sossusvlei sind ein weiteres Highlight Namibias. Mit einer relativen Höhe von ca. 375 Metern über dem Tsauchab Trockenfluss und einem Höhenunterschied von ca. 225 Metern zu den benachbarten Tälern zählen diese Sanddünen zu den höchsten der Welt. Obwohl sehr touristisch, haben wir es uns nicht nehmen lassen, zum Sonnenaufgang auf die „Düne 45“ zu steigen um das spektakuläre Lichtspiel in den Dünenwindungen zu bewundern. Anschließend fuhren wir die Tiefsand Off-Road Strecke bis zum Ende des Fleys (Pfanne) um vor dem Ansturm der Touristen am noch nicht ausgetrockneten See alleine zu frühstücken. Von oben boten die Dünen einen noch besseren Blick auf das Wasser inmitten der trockenen Dünenlandschaft. Auf der Sossusvlei Campsite haben wir überraschenderweise Chris und Rhoudan aus England wiedergetroffen, mit denen wir am Malawisee bereits viel Spaß zusammen hatten. Wir hatten uns viel zu erzählen und verbrachten zwei weitere sehr lustige feucht-fröhliche Abende am Lagerfeuer.

Nach Sossusflei machten wir einen kurzen Zwischenstopp in Hauchabfontain (GPS Koordinaten S24 31.628 E16 04.070), da Julian den Besitzer kannte und wir den „reißenden Wüstenfluss“  begutachten  wollten. Die Quelle war tatsächlich beeindruckend, da diese mitten in der Wüste tiefe Pools bildete und sich zu einem Fluss durch die steinige Trockenlandschaft schlängelte. Wir konnten der Einladung nicht wiederstehen in der glühend heißen Sonne  in die eiskalten Tiefen des Wassers zu springen. Natürlich war das nur ein sehr kurzes Vergnügen, da wir sofort durchgefroren waren.

Swakopmund, direkt am Atlantischen Ozean war unser nächstes Ziel. In Swakopmund fühlt man sich ganz und gar nicht wie im Ausland, denn es ist fest in „Deutscher Hand“. Die Deutsche Sprache wird vorrangig in allen Geschäften, Restaurants und Hotels gesprochen. Da wir zur kühleren Jahreszeit dort waren, haben wir uns ein nettes Hotelzimmer im „Grünen Kranz“ genommen, um die kalten Nächte und den feuchten Nebel zu umgehen. Über Weihnachten steppt der Bär in Swakopmund, da viele Südafrikaner und die Einwohner aus Windhoek ihre Ferien dort verbringen. Zu allen anderen Jahreszeiten ist diese Stadt sehr ruhig und beschaulich und man muss es nicht unbedingt gesehen haben. Ein kleines Highlight war für uns der Sundowner mit herrlichem Sonnenuntergang im Restaurant am Jetty.

Viel besser hat uns das nur 30 km entfernte Wlotskasbaken gefallen. Wlotzkasbaken ist eine reine Ferienhaussiedlung ebenfalls direkt am Atlantischen Ozean. Es gibt keine Infrastruktur – weder fließendes Wasser noch Strom, und jedes Haus ist in den schrillsten Farben gestrichen. Ganz zu schweigen von der ausgefallenen Architektur jedes einzelnen Anwesens.  Wir übernachteten in dem kleinsten aber süßesten Haus im ganzen Ort. Der Vater von Julian’s Freunden hatte seine ehemaligen Pferdeboxen zu einem gemütlichen 4 x 8 Meter großen Feriendomizil umfunktioniert und im Vergleich zu unserem Toyota war das ein wahrer Luxusschuppen.

Da es uns wieder nach Abgeschiedenheit und Abenteuer sehnte, fuhren wir  über Cape Cross in das abgelegene Ugab Tal. Dort fühlten wir uns weitgehend alleine auf der Welt, da wir fernab von jeglicher Zivilisation waren. Die erste Nacht campten wir in dem „Save the Rhino“ Camp (GPS Koordinaten S20 57.782 E14 07.942) und wurden zuerst in der offenen Erlebnisdusche  von einer Schlange begrüßt, die sich ein paar Tropfen von dem undichten Wasserhahn genehmigte.  Glücklicherweise fühlte sie sich durch uns gestört und suchte gleich das Weite. Am nächsten Morgen starteten wir eine wilde Off-Road Tour über die Doros Creater nördlich vom Ugab  Tal. Die Strecke war nicht einfach zu befahren, jedoch erzeugte sie ein grandioses Abenteuergefühl und bot herrliche Landschaften. Vor allem der im GPS als nicht empfohlene  „Landcruiser Hill“ führte über schroffe Felsen und war eine besondere Herausforderung. Unsere Zelte haben wir an einem einsamen schattenspendenden Baum aufgeschlagen und genossen die unberührte Einsamkeit. Umgeben von skurril geformten mehrfarbigen Felswänden sahen wir  Bergzebras, Oryxe und Springböcke. Leider haben sich die ebenfalls in der Gegend existierenden Löwen, Nashörner  und Elefanten vor uns versteckt. Das letzte Stück der Strecke führte durch atemberaubende Sümpfe und Schilfwälder des Ugab Flusstales. Es ist immer wieder beeindruckend, in dem ansonsten absolut trockenen Namibia auf Wasser und auf grünbewachsene Flusstäler zu stoßen. Am Ende dieser aufregenden Tour kamen wir bei dem Camp „White Lady“ mit Blick auf den leuchtenden Brandberg an. Die Aussicht auf den in Rot gehüllten Brandberg war herrlich, die Campsite  jedoch wünschenswert.

Von der White Lady fuhren wir über Uis zur Spitzkoppe. An der Tankstelle in Uis sahen wir sofort, dass wir einen platten Reifen hatten. Es ist schon manchmal komisch, das war die erste Reifenpanne auf unserer Tour quer durch Afrika und wir fragten uns, warum es gerade auf einer guten Straße passiert ist. Dabei sind wir zwischendurch die wildesten Off-Strecken gefahren. Da wir auf diese Frage niemals eine Antwort finden werden, behoben wir das kleine Problem schnell und fuhren zur Spitzkoppe. Die aus Granit bestehenden rund geformten Berge haben uns sehr gut gefallen und boten hervorragende Klettermöglichkeiten auch ohne Seil. Wir genossen es, auf den abrutschsicheren schroffen Steinen herum zu klettern und besuchten das „Buschmancamp“ mit den gut erhaltenen Wandmalereinen. Leider war die Spitzkoppe nachts und vor allem morgens um diese Jahreszeit viel zu kalt und unglaublich windig. Wir wagten uns morgens erst lange nach Sonnenaufgang aus dem Zelt, da die Sonne sich bis dahin hinter den Bergen versteckte. Ansonsten ist die Spitzkoppe ebenfalls ein absolutes Muss für Namibiabesucher.

Weiter ging es nach Windhoek, doch darüber schreiben wir in unserem nächsten Blog…

 

Unsere Highlights

  • Der grandiose Fish River Canyon
  • Die wunderschöne Campsite Wolwedans am Namibrand
  • Die herrlichen roten Dünen am Sossusfley
  • Die kühlen Quellen in Houchabfontain
  • Die schrillen Häuser von Flozka Barken
  • Das pure Abenteuer im Ugab Tal
  • Die herrlichen Kletterberge der Spitzkoppe
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Und noch ein Zaun…

Der Grenzübergang von Mozambique nach Südafrika war nicht nur zügig und problemlos, sondern auch noch sehr angenehm, da wir die Grenze in dem Länderverbindungspark Limpopo/Krüger Nationalpark überquerten und nur zwei einsame Abfertigungshütten vorfanden. Was der Limpopo Nationalpark an wilden Tieren zu wenig geboten hatte, konnte der Krüger Nationalpark in ein paar Stunden wieder ausgleichen. Uns wurde die ganze Tierweltpalette präsentiert und fast alle Tiere waren von nahester Entfernung zu beobachten. Allerdings mussten wir dieses Vergnügen mit vielen anderen teilen, da der Krüger Nationalpark sehr gut besucht war. Etwas schockiert waren wir über die Campsites, die die Infrastruktur einer Kleinstadt boten, da diese für die Massen konstruiert wurden. Es gab Tankstellen, Geldautomaten, einen gut sortierten Laden, medizinische Versorgung, etc. Kein Wunder, dass jeder Platz vergeben war und wir uns irgendwo in die Mitte stellen mussten. Jedoch hatten wir von dort den besten Blick, die anderen Camper belustigt beobachten zu können. Zuerst wurde ihr Fahrzeug mit einem Wasserschlauch vom Straub befreit und danach der Platz mit einem Besen gefegt, damit anschließend ihre vollausgerüstete Küche über Stunden hinweg aufgebaut werden konnte. Das erinnerte uns sehr an die Stuttgarter Kehrwoche und hatte mit Natur nichts zu tun. Ganz zu schweigen davon, dass die Campsites einem Hochsicherheitstrakt glichen. Ein hoher Elektrozaun mit einem gut ausgebildeten Security-Service beschützte die Camper rund um die Uhr vor den „wilden Tieren“.

Nach zwei Tagen Krüger Nationalpark ging es nach Johannesburg zu unseren Freunden Sabine und Joe mit ihren beiden Kindern. Auch in Johannesburg leben die Menschen hinter Elektrozäunen mit höchsten Securitystandards. Die „weißen“ Johannesburger bewegen sich nur in eingezäunten Bereichen und halten nachts niemals an roten Ampeln an. Wir sind nachts erst gar nicht gefahren. Auf der Hauptverkehrsstraße vor Johannesburg wies uns ein Straßenschild darauf hin, dass in dem Bereich auch tagsüber besonders viele Überfälle stattfinden und man auf keinen Fall stoppen soll. Wir konnten aber nichts Auffälliges feststellen. Die eingezäunten „Gated Communities“ bieten alles was das Herz begehrt, wie sicheres luxuriöses Wohnen mit Seen, Hügeln, Tennisplätzen, Spazier- und Joggingstrecken sowie Einkaufsmöglichkeiten gleich um die Ecke. Was für ein Unterschied zu den Blechhütten in den Townships, die keinen Zentimeter zum Atmen lassen. Für uns war es eine angenehme Abwechslung, mal wieder in einem Haus zu wohnen, obwohl wir das Reisen mit unserem Auto sehr genießen. Vor allem wurden wir fürstlichst bekocht und verwöhnt. Vielen Dank noch einmal an die beiden.

Nach dieser schönen Abwechslung fuhren wir zum Kalahari Gemsbockpark. Das ist ein Transfrontierpark der sich über die Länder Südafrika, Botswana und Namibia erstreckt. Wir durchquerten wunderschöne Wüstenlandschaften auf der südafrikanischen Seite und fuhren zu einer der abenteuerlichsten Campsites auf der Botswana Seite. Matopi Camp 2 (GPS Koordinaten S25 14.985 E21 30.691). Nur ein Schild wies darauf hin, dass wir an unserem Campingplatz waren, der exklusiv für uns reserviert war. Es gab weder Zäune, noch Toiletten oder Duschen und schon gar kein Wasser. Da unser Toyota voll ausgestattet ist (sogar mit Buschdusche) genossen wir es sehr, mitten in der Natur ganz für uns alleine zu sein. Wir mussten nur gut die Augen aufhalten, da es unter anderem Löwen und Leoparden in dem Park gibt. Wir verbrachten zwei herrliche Tage im Mabuasehube Camp (GPS Koordinaten S24 58.415 E21 59.346) am Rand der Kalahari.
Die Rückfahrt über die nördliche Botswanaseite hätte ausschließlich nur mit zwei Fahrzeugen durchgeführt werden dürfen, da die einsame Tiefsandstrecke alle paar Wochen mal von jemandem befahren wird. Nach langem Hin und Her, ließ uns der zuständigen Herr auf der Botswana Seite aber doch alleine fahren. Schließlich fuhren wir ohne Probleme quer durch Afrika und die 100 km Offroadstrecke war dann auch ein Kinderspiel.  Wir übernachteten noch einmal mitten in der Wildnis mit Blick auf eine Pan, (Mosimane Camp S25 07.813 E21 24.663) auf der Herden von Gnus, Büffel und Oryxe friedlich grasten. Das nennen wir Natur.

Weniger Natur bot dann wieder die Nossob (GPS Koordinaten S25 25.320 E20 35.770) auf der südafrikanischen Nationalparkseite. Die Nossob Campsite war ähnlich wie die Campsite im Krüger Nationalpark ausgestattet. Was für ein unterschied in ein und demselben Park in unterschiedlichen Ländern. Natürlich fehlte auch hier der beliebte Elektrozaun nicht, da sich die Südafrikaner anscheinend nur hinter Elektrozäunen wohlfühlen.

Am nächsten Morgen ging es nach Mata Mata um nach Namibia einzureisen und den Park zu verlassen. Unser Carnet de Passage wurde schon beim Kalahari Gemsbockpark Entrance Gate auf der Südafrikanische Seite ausgestempelt.

Highlights:

  • Die artenreiche Tierwelt im Krüger Nationalpark
  • Der abenteuerliche Kalahari Gemsbock Park auf der Botswana Seite
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Beach, Sun and more

Mozambique, a popular travel destination with snow white beaches and turquoise water. Contrary to that a poor population that has to survive with extremely high prices.

The border crossing from Zimbabwe to Mozambique was done again quickly and without any troubles. Unfortunately we had to pay 80 USD per Person for a visa. We drove from Mutare to Inhassaro at the Indian ocean in one goal. One reason was that we wanted to warm up again quickly after the cold temperatures in Zimbabwe. The other reason was that we heard from various travelers, that Gorongoza Park (which is situated in between) had poaching problems and only few wild animals are left. It seems like not only Zimbabwe is suffering heavily from poaching but also Mozambique. On one hand the poor population should not be blamed. On the other hand however, poaching is generally not done to feed the people. It is done by greedy people that want to make easy money. The damages can never be made up for or it will at least take decades.

Inhassaro is not worthwhile to travel. We did neither like the village nor the beaches. Therefore we continued driving to Pomene the next day and luckily we found a little paradise. The journey itself was already beautiful because we drove through the Pomene National Reserve and the last view kilometers to the campsite (GPS coordinates S22.92276 E35.58506) went along an isolated beach.  Yet a 4 x 4 is obligatory because of the challenging deep sandy roads. Our Campsite was located at the end of a promontory and because of low season we were almost the only guests. Like on all beaches in Mozambique local woman sold fresh bread, fruits and vegetables every morning and in the evening their husbands delivered fresh fish from the ocean. It felt like heaven. Looking back we should have stayed at Pomene beach because we liked it the most of all other beaches. But after five days we were ready for some more challenges. Before leaving the area we stopped on the other side of the bay to have a look at a hotel ruin at a fantastic location. The hotel was closed in 1975 and has never found a new buyer since. That was not understandable for us and we suspected that it might be either incredibly expensive or there must be property difficulties.

Following a recommendation we drove to Morrungulo. However as already mentioned the beach and the campsite (GPS coordinates S23 13.941 E35 29.506were far away from Pomene’s standard. Therefore we left the next day and went to Tofu and Barra. We selected again a wild deep sandy road passing by isolated little villages. However we suspected that this road must be very frequented by tourists during main season because the children’s behavior reminded us a bit of Ethiopia. Children were standing at the road begging and we got also hit by a stone (we just hoped that this happened unintentional). When our car was cruising slowly through deep sand, some brave kids were trying to hold onto our car and to do car surfing.  Their special fun looked really dangerous to us and we did not appreciate that at all. Tofu is known for its turquoise water and their spectacular diving and snorkeling possibilities. But we did not like the tourist hot-spot and continued driving to Barra to the Bayview Lodge  (GPS coordinates S23 47.092 E35 29.915).

Our next destination was Bilene in order to visit Anton, the brother of Viktoria’s friend. Anton and his wife Lee build up the very nice Bilene Lodge (GPS coordinates S25 15.258 E33 20.578) which is beautifully located directly at a lagoon. We really enjoyed staying there and discovered the area by food and by Kayak. As we had seen enough beaches after two weeks we did not drive further south. Luckily we got the very good hint from Anton to cross the border of the two countries Mozambique and South Africa in the connecting National Park Limpopo/Kruger. Thanks to that, it worked very well. However we were wondering why Limpopo Park is called “National Park” because the only animals we discovered were cows. And cows have nothing to do in a National Park. We suspected that all impalas (which are usually in every single park) were eaten up by the poor and hungry population. As we arrived too late at the Limpopo entrance gate a border crossing was not possible anymore on that day and therefore we had to stay one night at a campsite with a nice view at a lake.

We noticed everywhere in Mozambique that the people were not as warmhearted and open minded as in other African countries. It always took a little while until we managed to get a smile. However we really appreciated that the locals were very discreet and not pushy at all. We suspected that this might either be still the consequences of the previous civil war or because of the masses of tourists they have to deal with – and some of them are not that friendly to locals. We could not believe how expensive the groceries were in the streets and supermarkets and we are still curious how the population can afford this. Several travelers were telling us that they got robbed in Mozambique. Luckily we did not have any troubles. But we were also were extremely careful and did not leave our car unprotected for one second. We enjoyed the two weeks in Mozambique, however the main attractions of the country are the beaches and the ocean.

Our Highlights:

The paradise beach Pomene
Tofu‘s turquoise water and the diving and snorkeling paradise.
Bilene’s beautiful nature

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Sonne, Strand und „mehr“

Mozambique, ein beliebtes Reiseziel mit kilometerlangen schneeweißen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser. Im Gegensatz dazu eine arme Bevölkerung, die mit hohen Preisen zu kämpfen hat.

Der Grenzübergang von Zimbabwe nach Mozambique war mal wieder zügig und problemlos, jedoch mussten wir stolze 80 USD pro Person für das Visum bezahlen. Von Mutare fuhren wir ohne Zwischenstopp durch bis nach Inhassaro ans Meer. Zum einen wollten wir uns von den herbstlichen Temperaturen in Zimbabwe wieder aufwärmen und zum anderen haben wir von anderen Reisenden gehört, dass der dazwischen gelegenen Gorongoza  Park aufgrund von Wilderei nicht viele Tiere zu bieten hat. Wilderei scheint nicht nur in Zimbabwe ein großes Problem zu sein, sondern auch Mozambique leidet sehr stark darunter. Zum Teil kann man es der armen Bevölkerung nicht verübeln, allerdings wird nicht wegen Hunger sondern überwiegend aus Profitgier gejagt. Der Schaden, der damit angerichtet wird, ist über Jahrzehnte oder niemals mehr gutzumachen.

Nach Inhassaro muss man nicht reisen. Uns hat weder der Ort noch der Strand gefallen. Deshalb ging es gleich am nächsten Tag weiter nach Pomene und dort fanden wir ein kleines Paradies vor. Alleine die Anfahrt durch das Pomene National Reserve war herrlich. Allerdings kann die herausfordernde Tiefsandstrecke ohne Allrad nicht bewältigt werden. Das letzte Stück bis zur Campsite ging an einem kilometerlangen abgeschiedenen Strand entlang. Unsere Campsite Pomene (GPS Koordinaten S22.92276 E35.58506) war einsam am Ende einer Landzunge gelegen und da keine Hauptreisezeit war, waren wir fast alleine. Wie überall an den Sandstränden von Mozambique kamen jeden Morgen einheimische Frauen bei uns vorbei und verkauften Brot, Obst und Gemüse und abends wurde uns frisch gefischter Fisch gereicht, den wir sofort auf den Grill legen konnten. Im Nachhinein gesehen, hätten wir uns die restlichen Strände sparen können, da uns Pomene mit Abstand am besten gefallen hat. Auch wenn es noch so schön war, juckte uns die Abenteuerlust wieder nach fünf Tagen und wir fuhren weiter. Vor unserer Abfahrt machten wir noch einen Zwischenstopp an einer Hotelruine mit einer grandiosen Lage am anderen Ende der Bucht. Das Hotel wurde 1975 geschlossen und steht, was für uns vollkommen unverständlich war, trotz besten Voraussetzungen immer noch zum Verkauf.  (Siehe Fotos.)

Auf Empfehlung fuhren wir für einen Tag nach Morrungulo, jedoch, wie schon erwähnt, konnte der Strand und die Campsite (GPS Koordinaten S23 13.941 E35 29.506) lange nicht mit Pomene mithalten. Und so fuhren wir weiter nach Tofu und Barra. Wir hatten wieder eine wilde Tiefsandstrecke ausgesucht, die an einsamen Dörfern vorbeiführte. Jedoch schien die Strecke zur Hauptreisezeit von sehr vielen Touristen befahren zu sein, denn es erinnerte uns ein bisschen an Äthiopien. Die Kinder standen bettelnd am Straßenrand und es flog sogar wieder ein Stein (wir nahmen mal an, dass das unbeabsichtigt war).  Als unser Auto sich durch den Tiefsand kämpfte, versuchten die Kinder sich an unser Auto zu hängen, um ein Stück mitgezogen zu werden. Das gefährliche Intermezzo schien für die Kinder eine kleine Mutprobe zu sein, jedoch war das für uns weniger ein Spaß. Tofu ist bekannt für sein türkisfarbenes Wasser und die hervorragenden Tauch- bzw. Schnorchel-Möglichkeiten. Für uns war der Ort viel zu touristisch und wir konnten keine schön gelegene Campsite finden. Deshalb sind wir nach langem Suchen nach Barra weitergefahren zu der Bayview Lodge  (GPS Koordinaten S23 47.092 E35 29.915).

Weiter ging es nach Bilene um Anton, den Bruder von einer Freundin von Viktoria, zu besuchen. Anton hat mit seiner Frau Lee vor zehn Jahren die Bilene Lodge (GPS Koordinaten S25 15.258 E33 20.578) an einer Lagune aufgebaut. Wir blieben dort drei Tage und erkundeten die Gegend zu Fuß und mit dem Kajak. Da wir nach zwei Wochen genug Strand gesehen hatten, sind wir nicht mehr weiter südlich gefahren. Von Anton und Lee haben wir den super Tipp bekommen, über den Länderverbindungspark Limpopo/Krüger National Park von Mozambique nach Südafrika einzureisen und das hat wunderbar geklappt. Im Limpopo Park konnten wir nur Kühe entdecken und  wunderten uns, warum dieser Nationalpark genannt wird, denn für Kühe ist eigentlich kein Platz im Park. Wir konnten nur vermuteten, dass die Impalas, die normalerweise immer zu sehen sind, bereits von der hungernden Bevölkerung aufgegessen wurden. Wir übernachteten noch einmal auf einer Campsite im Limpopo Park  mit schönem Blick auf einen See, da wir zu spät am Limpoto Entrance Gate ankamen. Campismo Aguia Pesqueira  GPS Koordinaten S23 51.544 E32 00.532). Ein Grenzübergang ist nur möglich, wenn man vor 12:00 Uhr mittags dort ankommt.

Überall in Mozambique stellten wir fest, dass die Menschen nicht so herzlich und aufgeschlossen uns gegenüber waren wie in anderen afrikanischen Ländern. Es dauerte immer ein bisschen, bis wir ein Lächeln aus den Menschen herauslocken konnten. Jedoch waren die Einheimischen sehr diskret und überhaupt nicht aufdringlich. Wir nahmen an, dass dies entweder noch auf die Nachwehen des Bürgerkrieges zurückzuführen ist oder auf die Massen an Touristen, die zum Teil nicht gerade freundlich mit den Einheimischen umgehen. Unfassbar waren für uns die unglaublich hohen Preise für Lebensmittel auf den Straßen und Supermärkten sowie den Campsites. Es ist uns immer noch ein Rätsel, wie die Einheimischen die Lebensmittel bezahlen können. Von vielen anderen Reisenden haben wir gehört, dass sie in Mozambique beklaut oder ausgeraubt wurden. Wir hatten vielleicht Glück, jedoch waren wir übervorsichtig und ließen unser Auto keinen Moment ungeschützt aus den Augen. Die zwei Wochen Mozambique haben wir sehr genossen, jedoch gab es außer Strand nicht viel mehr zu erleben.

Unsere Highlights:

  • Der grandiose Strand von Pomene
  • Das türkisfarbene Wasser von Tofu mit dem Tauch- und Schnorchelparadies
  • Die schöne Natur von Bilene…..
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Herbststimmung

Simbabwe, einst das wirtschaftlich erfolgreichste Land Afrikas, wovon fast nichts mehr übrig geblieben ist. Das eigentliche Traumland der Bodenschätze, des fruchtbaren Farmlands, der wunderschönen vielseitigen Nationalparks sowie der serviceorientierten und kreativen Menschen. Ein politisches Desaster ohne Zukunftsperspektiven für die Bevölkerung.

Wie nicht anders erwartet, war der Grenzübergang bei den Victoriafällen auch hier wieder im Nu erledigt und wir fuhren bereits nach fünzehn Minuten in den Ort Victoria Falls. Da wir den um diese Jahreszeit angewachsenen vierhundert Meter hohen Sprühregen von der Entfernung betrachten wollten, blieben wir noch eine Nacht in dem Ort und machten uns zu Fuß auf den Weg zu dem Victoria Falls Hotel. Von dort hatten wir einen grandiosen Blick auf die Länderverbindungsbrücke und den in Regenbogenfarben schimmernden Sprühregen. Eine Nacht in dem traditionellen Kolonialhotel war uns etwas zu teuer, deshalb begnügten wir uns mit einem „High Tea“ am Spätnachmittag mit herrlicher Aussicht. In dem Ort Victoria Falls sahen wir an jeder Ecke einen Kraft Shop oder Market, die mit den  Kunstwerken des ganzen Landes ausgestattet waren. Die Simbabwer sind große Meister der afrikanischen Stein- und Holzskulpturen und irgendwie produzieren sie aus allen Materialien etwas Kreatives.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Hwange Nationalpark und blieben zwei Nächte in dem Sinamatella (GPS Koordinaten S18 35.139 E26 19.101) Camp auf einem Berg mit herrlichem Blick in die unberührte Weite des Parks. Da das Camp nicht eingezäunt war, mussten wir auch hier mit nächtlichen Besuchern rechnen und verpackten wieder alles geruchsdicht. Allerdings hörten wir nachts die Löwen und Elefanten nur von der Entfernung brüllen bzw. tröten. Der Hwange National Park ist bekannt für seine großen Elefantenherden und wir hatten Glück, schon beim Aufwachen graste eine Herde unten am Berg. An dem Tag muss der Elfantenwandertag gewesen sein, denn alle paar Meter lief oder graste eine Herde vor unserem Auto. Am zweiten Tag nahmen wir einen „Sundowner“ auf unserem Toyotadach direkt an einem Damm  ein und beobachteten eine große Anzahl von Krokodilen und Nilpferden. Was uns völlig verblüffte war, dass am nächsten Morgen Einheimische bis zur Hüfte in diesem Damm standen und fischten. Die Gefahr eines Verlustes wird wohl aus Verzweiflung einkalkuliert. Wir blieben noch eine Nacht im Jambili Private Campsite (GPS Koordinaten S18 55.382 E26 53.221), wo wir einen sehr netten Abend mit einem Dortmunder Pärchen verbrachten und viele Tipps und Erfahrungen ausgetauscht haben. Die beiden haben ihr Auto in Namibia stehen und sind ca. drei Monate im Jahr in Afrika unterwegs.

Nach vier Tagen ständigem Cruisen durch den herbstlichen National Park  gönnten wir uns zwei Autoerholungstage auf der Worlds View Campsite (GPS Koordinaten S20 30.146 E28 25.575) in der Nähe von Bulawanyo. Der Blick auf den Matobo  Nationalpark war tatsächlich spektakulär.  Wir waren sehr erstaunt, einen weißen Besitzer vorzufinden und fragten ihn sogleich, ob er seine Farm noch nicht abgeben musste. Er ist einer der wenigen übriggebliebenen weißen Farmer in Simbabwe. Sein großer Vorteil ist die Nähe zu dem Matabo Nationalpark, und dass er keinen Farmbetrieb hat. Jedoch sprach er mit hervorgehobener Hand und hofft, dass er keine Aufmerksamkeit erregt. Es ist wirklich traurig zu sehen, dass die vor wenigen Jahren enteigneten Farmen mittlerweile alle brach liegen. Die Felder der ungefähr 200 abgegebenen Großgrundfarmen sind ausgetrocknet und es wächst fast nichts mehr. Präsident Mugabe muss die enteigneten Farmen an Freunde, Bekannte oder Verwandte weitergegeben haben, die entweder gar keine oder wenig Erfahrung mit Agrarwirtschaft hatten. Da nur noch wenige Grundnahrungsmittel im eigenen Land produziert werden, muss alles zu enorm hohen Preisen von Südafrika importiert werden. Die Preise sind astronomisch und das können sich nur die wenigsten leisten. Viele Menschen sind arbeitslos und vielleicht ist das ein Grund weswegen die Wilderei in den Nationalparks immer mehr zunimmt und die Tierbestände erschreckend zurückgehen.

Nach zwei kühlen Nächten auf der Farm besuchten wir den Matabo Nationalpark. Matabo ist bekannt für seine sehr alten Höhlenmalereien und die balancierenden Felsformationen. Es ist ein sehr spiritueller Ort, den schon die alten Buschmänner früher regelmäßig aufgesucht haben. Der Park bietet viele Wanderwege (allerdings auch viele Schlangen) und war besonders jetzt zur kühleren Jahreszeit wunderschön durch das herrliche Farbenspiel der Laubbäume (fast wie bei uns im Herbst). Nur wenige Touristen besuchen den kleinen Park und so waren wir umso mehr erfreut, auf ein Freiburger Pärchen zu stoßen. Die beiden haben ebenfalls ihren Landcruiser in  Südafrika stehen und sind mehrere Male im Jahr in Afrika. Da wir uns gar nicht mehr losreißen konnten von dem spannenden Erfahrungs- und Geschichtenaustauch hatten wir eine gemeinsame Campsite direkt an einem See mit Blick auf die balancierenden Felsen gesucht.

Unser nächstes Ziel waren die gut erhaltenen Ruinen des Great Simbabwe aus dem 13ten  Jahrhundert, da diese günstig auf unserer Strecke nach Mozambique lagen. Besonders beeindruckend war der Blick von den oberen Bergruinen. Auf der dazugehörigen Campsite  (GPS Koordinaten S20 16.290 E30 55.843) trafen wir auf die Schweizer Familie, mit der wir vor unsere Afrika-Abreise mehrere emails ausgetauscht hatten. Die Schweizer sind seit Juli mit ihren vier und sechs Jahre alten Kindern unterwegs und sind ungefähr die gleiche Tour gefahren wie wir (sie sind sogar durch Syrien gefahren). Die ganze Family hat, wie wir auch, jeden Tag genossen. Das bestätigt wieder, man kann so eine Reise wunderbar auch mit Kindern machen.  Natürlich ist ihr kleiner umgebauter LKW viel komfortabler ausgebaut als unser Toyota aber trotzdem, es geht alles.

Von den Bergruinen ging es in die um die Jahreszeit sehr kühle Bergwelt von Zimbabwe, zu der Ndundu Lodge und Camping (GPS Koordinaten S19 07.089 E32 46.548) im Vumba Botanical Reserve. Wir fuhren durch eine herrliche dschungelartige Landschaft und konnten uns nicht sattsehen an den riesigen afrikanischen Bäumen und den satten, blühenden Farben der Pflanzen. Die Gegend muss zu Glanzzeiten Simbabwe’s ein feudaler Erholungs- bzw. Rückzugsort  gewesen sein, da die luxuriösen Villen und Hotels den ehemaligen Reichtum des Landes nur erahnen lassen. Da uns die Temperauren zu kühl waren (tagsüber, sonnig 25 Grad, nachts 5 Grad) blieben wir nur eine Nacht und machten uns auf den Weg zur Mozambiqueanischen Grenze.

Überall im Land sahen die Unterkünfte und Campsites die sehr renovierungsbedürftig aussahen, da aufgrund der politischen Lage der Tourismus über Jahre hinweg komplett eingebrochen ist. Mittlerweile sind die Urlauberzahlen zwar wieder ansteigend jedoch immer noch sehr niedrig aufgrund der in manchen Ländern eingeschränkten Reisewarnungen. Hinzu kommt, dass profitbringende Institutionen einfach enteignet werden und so hält jeder sein Anwesen auf „Low-Standard“. Des Weiteren wird es einigen Nationen wie zum Beispiel den Südafrikanern nicht einfach gemacht in Simbabwe zu reisen. Wir haben von vielen gehört, dass sie bei den Straßenpolizei-Checkpoints Unmengen an Schmiergeldern bezahlen mussten und ihr ganzes Auto auseinandergenommen wurde. Wir wurden einfach nur durchgewunken und mussten noch nicht einmal anhalten. Was uns ebenfalls im ganzen Land von Anfang an besonders aufgefallen ist war, wie gut trainiert, clever und schnell das Servicepersonal ist. Zimbabwe war nicht nur das wirtschaftlich erfolgreichste Land sondern hatte auch mit das beste Bildungssystem des Kontinents. Bei zahlreichen Unterhaltungen mit Einheimischen konnten wir die Verzweiflung und Machtlosigkeit der Menschen heraushören. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich an der politischen Lage in Simbabwe bald etwas ändert.

Unsere Highlights:

  • Der sagenhafte Blick auf den Sprühregen vom Vic Falls Hotel
  • Die „Elefantenjagt“ im Hwenge Nationalpark
  • Der schöne Blick von der World View campsite
  • Der erholsame Matabo Nationalpark
  • Die alten Bergruinen von Great Simbabwe
  • Die traumlandschafte Bergwelt…..
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Regenzeit

Sambia, ein riesiges Land mit herzlichen Menschen. Ein Fleck unberührtes Afrika, das sich aufmacht, den Anschluss an den internationalen Markt zu finden. Ein Land, das zwischen Tradition und marktwirtschaftlichen Interessen hin- und hergerissen ist.

Schon beim Überqueren der Grenze fiel uns auf, wie freundlich auch hier die Menschen sind. Keine Schlepper, kein ewiges „Money Change“ Geschrei, nur effiziente Abwicklung. Nach dem Erstellen der Visa und Stempeln der Papiere, sowie dem Abschluss einer Carbon Emission Tax für das Fahrzeug ging es gleich weiter. Erst zum Geldautomaten und dann direkt zur nächsten Tankstelle. Wie viel entspannter das Leben doch auf einmal wird, wenn an jeder Tankstelle wieder Treibstoff zu bekommen ist.

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Von Chipata ging es nun in nord-westlicher Richtung zum South Luangwa Nationalpark. Im National Park gibt es keine Campsites, deshalb haben wir direkt am National Park im Croc Valley Camp (GPS Koordinaten S13 06.010 E31 47.644) am Rande des Luangwa Rivers übernachtet. Da der Park nicht eingezäunt ist, wurden wir schon bei der Ankunft gewarnt, keine Früchte wie Mangos, Orangen etc. offen im Fahrzeug liegen zu lassen. Es spazieren häufiger Elefanten durch die Campsite und schlagen alles kurz und klein, um an die Leckereien zu kommen. Gut, dass wir alles geruchsdicht verstaut hatten, denn prompt konnten wir kurz vor Sonnenuntergang einen Elefanten beobachten, wie er den Fluss schwimmend überquerte und auf unsere Campsite kam.

Am nächsten Morgen machten wir uns gleich auf den Weg zum National Park. Doch leider fing es schon bei den ersten hundert Metern an zu regnen. Auch während der Regenzeit soll der Park eine großartige Tierwelt bieten, doch wir stellten fest, dass sich bei strömendem Regen die meisten Tiere verstecken. Trotzdem wollten wir nicht aufgeben und fuhren weiter. Die Hauptstraße Richtung Norden war relativ gut zu befahren, da diese mit rotem Kiesel bedeckt war. Sämtliche Nebenstraßen waren jedoch unzugänglich, da diese aus dunkler Erde (black cotton soil)  bestanden, die sich schon bei ein paar Tropfen in eine rutschige Matschmasse verwandelte. Unglücklicherweise ist den Straßenarbeitern wohl plötzlich der rote Kiesel auch auf der Hauptstraße ausgegangen, denn ohne Vorwarnung verwandelte sich die gut zu befahrende Straße schlagartig in die gefürchtete schwarze Matschmasse. Es fühlte sich an wie Eisregen zu Hause. Wir schleuderten und landeten in einem überschwemmten Graben. Da standen wir nun wieder, bei strömendem Regen ganz alleine. Doch dieses Mal waren die Bedingungen etwas erschwerter als in Ruanda: keine ruandische Hilfsmannschaft und die Gefahr, dass plötzlich ein wildes Tier um die Ecke kam. Es ist ja eigentlich verboten, im Nationalpark auszusteigen, doch von alleine bewegte sich das Fahrzeug ja nun auch nicht und mit Hilfe war die nächsten Tage nicht zu rechnen. So krempelten wir wieder unsere Hosen hoch und fingen an unseren Toyota auszugraben. Trotzdem beißende Ameisen und ekelige Würmer unsere Beine hochkrabbelten, machten wir weiter. Und es hatte sich gelohnt, nach fast zwei Stunden harter Schaufelarbeit schafften wir es mit viel Gas geben, unseren Toyota wieder zu befreien. Erleichtert fuhren wir dann Richtung Süden, da wir immer noch nicht aufgeben wollten. Jedoch die Straßenverhältnisse waren katastrophal, Matschmasse wechselte sich ab mit Überschwemmungen. Wir sind nur mit viel Glück und Geschick durchgekommen, ohne noch einmal steckenzubleiben. Vereinzelt hatten wir dann doch noch das ein oder andere Tier gesehen.

Nach einem Tag Ruhepause und Wagenwäsche sind wir am nächsten Tag weitergefahren. Wir wollten eigentlich die Straße direkt am South Luangwa Park entlangfahren, jedoch wurden wir nach ca. 15 km von einem entgegenkommenden Engländer gestoppt. Er meinte die Strecke sei zwar wunderschön, jedoch nur im Juli und August während der Trockenzeit und idealerweise mit zwei Autos zu befahren. Ganz wenige Autos schaffen es, alleine durchzukommen, aber um diese Jahreszeit sei es aussichtlos, da viele Flüsse überschwemmt seien. Der Engländer lebt mitten im Wald am Rande des National Parks und gründete vor  einigen Jahren zusammen mit seiner Frau eine kleine NGO.  Bei seinem Projekt geht es um die Erhaltung von Natur und Tierwelt. Es wird im National Park viel gewildert und außerhalb des Parks großflächig Waldrodung betrieben. Die beiden schaffen Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung und erziehen die Kinder bereits in der Schule. Das Projekt ist sehr nachhaltig und hat den World Prize for Sustainable Energy des European Parliament Science and Technology Options Assessment (STOA) Panel gewonnen. Mehr Informationen sind unter http://chipembele.org/ zu finden.

Da wir das Risiko nicht eingehen wollten bis Juli auf der Strecke festzustecken (auch wenn die Landschaft noch so schön war), drehten wir nach einer längeren Unterhaltung mit dem Engländer um und fuhren auf der gut zu befahrenden Hauptstraße nach Lusaka. Dort machten wir einige Besorgungen und stellen fest, dass wir weiter Richtung Südafrika kamen, denn das Angebot  an Waren war schon fast wie zu Hause, jedoch zu stolzen Preise. Wie sich die Einheimischen das Warensortiment leisten können, konnten wir bisher noch nicht rausfinden. Wir blieben noch eine Nacht im Pioneer Camp (GPS Koordinaten S15 23.732 E28 27.045) welches 15 km außerhalb von Lusaka liegt. Das Camp liegt idyllisch und ruhig mitten im Wald und es hat sich gelohnt aus der Stadt rauszufahren.

Unser nächstes Ziel war die Farm Moorings Campsite (GPS Koordinaten S16 11.624 E27 32.600), die günstig zwischen Lusaka und Livingstone bei den Victoriafällen liegt. Auf der Farm wird hauptsächlich Mais angebaut und es gibt Schweine und Kühe. Hier hatten wir die zwei Schweizer, Tatjana und Michael kennengelernt, die sich vor sechs Jahren in Richtung Afrika aufgemacht und seit drei Jahren auf der Farm niedergelassen haben. Die beiden hatten spannende und interessante Geschichten und Erfahrungen zu erzählen. Die Campsite ist ein Teil von der Farm und ist eigentlich sehr ruhig gelegen. Doch schon bei unserer Ankunft am Karfreitag hörten wir fröhlichen Gesang und Getrommel von allen Seiten. Die einheimischen Farmarbeiter mit Familien und Verwandten feierten und sangen fast unentwegt durch bis Ostermontag. Wir machten mehrere Spaziergänge auf der Farm und da wir neugierig waren, nahmen wir am Ostersonntag an einem lokalen traditionellen Gottesdienst teil. Auch dieser bestand hauptsächlich aus Gesang, den wir auf Video festgehalten haben. Die Einheimischen waren sehr begeistert uns zu sehen und integrierten uns sofort in ihre Gemeinschaft. Nur gut, dass wir nicht singen mussten.

Nach Ostern fuhren wir nach Livingstone zu den Victoriafällen. Da gerade Regenzeit war, war der  Sambesi Fluss zu einem unglaublich breiten reißenden Strom angewachsen. Es war sehr beeindruckend, am Rande des Wasserfalls zu stehen und die Wassermassen über eine Breite von 1708 Meter von einer 110 Meter abfallenden Felswand in die Tiefe stürzen zu sehen. Allerdings konnten wir nicht bis in die Tiefe blicken da ein etwa vierhundert Meter hoher Sprühnebel entstand, der noch aus großer Entfernung zu sehen war. Der Sprühnebel durchnässte uns in kürzester Zeit bis auf die Haut, was aber nicht weiter schlimm war bei den tropischen Temperaturen. Das war vielleicht ein Spaß am oberen Rande entlang zu spazieren. Eine verbindende Brücke von zwei Felsspalten bot den besten Blick auf die Fälle. Nachdem wir wieder getrocknet und umgezogen waren, machten wir uns gleich auf den Weg Richtung simbabwische Grenze, die gleich hinter den Fällen liegt. Die Victoria Fälle sind von  beiden Ländern aus zu besuchen. Da die ganze Gegend um die Victoria Falls in Sambia sehr touristisch sind, wollten wir nicht länger als eine Nacht auf der Campsite bleiben. Außerdem waren wir von den unaufhörlich umherkreisenden Hubschraubern, die den Touristen für 15 Minuten einen Blick von oben boten sehr genervt.

Uns hat Sambia trotz Regenzeit sehr gut gefallen. Das Land hätte alles, um mit dem internationalen Markt gut mithalten zu können. Es bietet Bodenschätze, viele Nationalparks mit einer artenreichen Tierwelt, wunderschöne Landschaften und freundliche Menschen. Und gleichwohl hat man in Sambia noch das Gefühl ein Stück unberührtes Afrika vorzufinden. Als Reiseland können wir Sambia sehr empfehlen.

Unsere Highlights:

  • Der South Luangwa Nationalpark
  • Das Osterfest auf der Farm Moorings
  • Die atemberaubenden Victoriafälle
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Smiling Country

Greetings from the smiling country in Africa. Even though Malawi is one of the poorest countries in the world, the people seem to be quite happy. This might be because of the beautiful Lake Malawi, the wild untouched mountains or the fertile grounds. Or is there another reason?

We crossed the border from Tanzania to Malawi at Songwe and were done with the customs quickly.  After 15 minutes we were already driving on Malawian roads. The streets in Malawi were totally deserted – everyone walked or drove on bicycles. The reason for that was that there is no diesel at all and petrol only occasionally available at the filling stations. This disaster has been going on for six months because the president has misused development money. As a consequence the donating countries have cancelled the support for Malawi. Like anywhere else in many third world countries the population is suffering most and the president did not care. (Remark: The president died as soon as we reached Zambia. BBC reported that he passed away because of a heart attack. We would like to highlight that we were not involved in this incident!)

People can only buy diesel on the black market for about 3 Euro per liter (the average salary per month is 80 US$). And as soon as the rumor is going on that a filling station will be delivered with some petrol the locals queue for hours in order to get some of the precious liquid. We very often saw petrol lorries standing at the road side and selling some liters to the locals unofficially. Petrol lorry driver in Malawi is probably the most popular and the most dangerous job right now.  Luckily we entered Malawi with 240 liters of diesel as we knew about the problem beforehand.

Our first place to go after the border was Chitimba Camp at the northern part of Lake Malawi.  The campsite is viewing the lake and is quite nice. We stayed there for two days and walked along the lake and to the villages. The locals waved at us happily. They were sitting at the lake chatting and laughing and their children were playing loudly. At night Julian worked at the computers in order to rescue our website. Some hacker misused our website and our server was blocked. The internet in Africa is very slow and only partly usable at night.

The next place we drove to was  Lukwe EcoCamp & Organic Gardens and we discovered a little paradise in the middle of the mountains. The lodge and the view over the untouched mountains as well as Lake Malawi are just spectacular. The Loge has been run by a Belgian for about twelve years. During that time he has built up a wonderful organic garden with vegies and fruits from all over the world. These ingredients taste so delicious in his restaurant. It was such a pleasure for us to enjoy these wonderful salads and vegies in his restaurant together with the most delicious filet steaks we had so far on this trip. Even the coffee grows in his organic garden. The owner also has a second hobby and this is furniture design. All furniture’s on his lodge and campsite are hand made by him from the wood of this property. Everything is kept very natural and the power comes from solar energy. As we loved the place so much Julian offered to renew his website. Here is the link to the website www.lukwe.com . We also wanted to help Lukwe because the owner told us that Mushroom farm which was established later and is only two kilometers away has copied all his ideas and is using them strongly for their marketing strategy. Mushroom farm does neither have organic food nor coffee in their gardens.  So hopefully it works to get some of the customers back to Lukwe. We stayed five nights at Lukwe and walked up the mountains, to Livingstonia and to the waterfalls apart from working hardly on the website. We did not bother to go to Nyika National Park close by because it was rainy season and all animals are hidden and spread out.

On the way to our next destination we bought some of the delicious filet at peoples in Mazuzu. Thanks to Auke from Lukwe for the fantastic recommendation.

We continued our trip to Makuzi Lodge, a bit further South of Lake Malawi. The campsite is peacefully placed at a beautiful sandy bay. Lake Malawi is about 500 km long with deep blue water and fantastic sandy beaches. However in the South of the lake breed these frightening bilharzias worms. Human beings can get them by swimming in the lake or washing with lake water. We were rest assured that Makuzi lodge is bilharzias free because it is located in the northern part of the lake and the whole campsite is anyway using lake water for their showers and tabs. So we enjoyed swimming several times per day and will do a worm test as soon as we reach home again. We also used relaxing Makuzi Lodge to fix everything on our car. After four days we drove firstly towards south along the lake and later towards west via Lilongwe in order to cross the border to Zambia.

As mentioned at the beginning, we enjoyed the beautiful landscape, Lake Malawi and especially the smiling and pleasant people in Malawi. Everyone we were talking to seemed to be happy and greeted us friendly. We were wondering very often why that is, because the whole country is suffering heavily from of their political situation. As the president is dead now, everyone is hoping that the next political leadership will finally support the population and not their own pocket. The education system is terrible in Malawi and so is the education level. Not to mention the economy and the tourism. We heard that the tourism budge for the entire country per year is something like 2000 USD. No wonder that Malawi is only known as a country to drive through as quickly as possible. We liked Malawi very much and found the most beautiful place. Therefore we can only recommend Malawi for enjoyable vacation.

Our Highlights:

  • The marvelous Lake Malawi.
  • The beautiful Mountain area
  • The fantastic Lukwe Eco-Camp & Organic Gardens
  • The happy and friendly Malawian’s
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Land des Lächelns

Grüße aus dem afrikanischen Land des Lächelns. Obwohl Malawi zu einem der ärmsten Länder der Welt gehört, strahlen die Menschen eine begeisternde Fröhlichkeit aus. Das mag vielleicht an dem traumhaften Malawi See, der wilden unberührten Bergwelt oder an dem fruchtbaren Boden liegen. Oder hat das noch einen anderen Grund?

Von Tansania sind wir bei Songwe über die Grenze nach Malawi gefahren. Wie nicht anders erwartet, wurde unsere Zollabfertigung auch hier in kürzester Zeit erledigt und wir fuhren bereits nach fünfzehn Minuten auf malawischen Straßen. Diese waren komplett leergefegt. Alle gingen zu Fuß oder fuhren mit dem Fahrrad, da es seit vielen Monaten in ganz Malawi keinen Diesel und nur vereinzelt Benzin an den Tankstellen zu kaufen gibt. Der Grund dafür ist, dass der Präsident Förder- und Entwicklungsgelder veruntreut hat und die Geberländer sämtliche Kredite für den Staat Malawi gestrichen haben. Natürlich hat mal wieder die Bevölkerung am meisten darunter zu leiden, den Präsidenten schien das wenig zu kümmern.  (Anmerkung: Kaum waren wir in Sambia, war der Malawische Präsident tot! Aus Quellen der BBC haben wir vernommen, dass er mit 78 Jahren einem Herzanfall erlag. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass wir mit diesem Vorfall nichts zu tun haben!).

Somit gibt es in dem ganzen Land nur auf dem Schwarzmarkt für ca. 3 Euro den Liter Diesel zu kaufen. Und sobald eine Tankstelle wieder mit Benzin beliefert wird, stehen die Menschen in Dreierreihen über Stunden in der Schlange, um etwas von dem kostbaren Gut abzubekommen. Wir sahen häufiger Tanklastzüge am Straßenrand stehen, die den Einheimischen ein paar Liter unter der Hand verkauft haben. Wahrscheinlich  ist Tanklastfahrer momentan der gefährlichste Job in Malawi. Gut, dass wir uns in Tansania bereits mit 240 Litern reichlich eingedeckt haben, da wir vorher schon von dem Desaster wussten.

Unser erstes Ziel nach der Grenze war das Chitimba Camp direkt am nördlichen Teil des Malawi Sees. Die herzliche Begrüßung des holländischen Besitzers, gab uns sofort ein Gefühl des Willkommenseins. Die Campsite ist schön gelegen, am Sandstrand mit Blick auf den See. Wir sind dort zwei Tage geblieben und haben die Gegend und den See zu Fuß erkundet. Viele Einheimische saßen am Sandstrand, sich fröhlich unterhalten und die Kinder wild umherjagend.  Julian hatte in mehreren Nachtaktionen unsere Webseite gerettet, die irgendwelche Hacker missbraucht haben und unser Server geblockt wurde. Das Internet in Afrika ist sehr langsam und nur nachts einigermaßen zum Arbeiten zu benutzen.

Anschließend sind wir zu dem nur 14 km entfernten Lukwe EcoCamp mitten in den Bergen gefahren und fanden ein kleines Paradies vor. Alleine der Blick über die unberührte Bergwelt und den Malawisee war spektakulär. Der Besitzer ist ein Belgier und betreibt die Lodge, bzw. Campsite seit 12 Jahren. In der Zeit hat er einen traumhaften rein biologischen Garten mit den verschiedensten Salaten, Gemüse- und Früchtearten aus allen Herren Ländern angebaut und bietet diese in seinem Restaurant an. Wir stürzten uns abends regelrecht auf die Salatschüsseln und vor allem auf die Filetsteaks, die von besonders guter Qualität waren. Sogar der Kaffee wird im Garten selbst angebaut. Das zweite Hobby des Besitzers ist Möbeldesign. Er hat alle Möbel auf seinem Eco-Camp aus dem Holz seines Anwesens selbst gebaut. Alles ist natürlich gehalten und das ganze Anwesen wird nur mit Solarenergie betrieben. Da wir so begeistert waren von dem Eco-Camp und uns der Besitzer erzählt hat, dass die nur 2 km vor ihm liegende Mushroomfarm alle Ideen von ihm kopiert hat und ihm die Gäste regelrecht vor der Nase wegschnappt, hat sich Julian drangemacht und die Webseite neu gestaltet. Hier der Link zu der Webseite www.lukwe.com.  Wir blieben ganze fünf Nächte in dem Eco Camp und haben mehrere Bergwanderungen, u. a. nach Livingstonia und den Wasserfällen unternommen. Auch hier sahen wir überall fröhliche Familien zusammensitzen, die uns freudestrahlend zuwinkten. Zu dem nahegelegenen Nyika Nationalpark sind wir wegen der Regenzeit nicht hingefahren, da alle Tiere verstreut waren.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel haben wir uns bei Peoples in Mazuzu mit dem grandiosen Filet eingedeckt, das wir bei Lukwe EcoCamp gegessen haben.  Wirklich ein toller Tipp von dem belgischen Besitzer, den wir nur weitergeben können.

Weiter ging es dann zu der Makuzi Lodge, etwas südlicher des Malawi Sees. Die Campsite ist einsam gelegen in einer herrlichen Bucht mit schönem Sandstrand. Der Malawi See ist ca. 500 km lang und ein Traum von einem Gewässer mit tiefblauem Wasser und herrlichen Sandstränden. Allerdings gibt es im südlichen Teil des Sees die gefürchteten Bilharziose Würmer, die (bzw. die Larven) beim Schwimmen auf Menschen übertragen werden können. Wir hatten uns darauf verlassen, dass das Wasser bei der Makuzi Lodge, an der nördlichen Hälfte des Sees, noch davon befreit ist und ließen uns nicht davon abhalten mehrere Male am Tag zu schwimmen. Des Weiteren haben wir den Aufenthalt genutzt um mal wieder zu waschen und alles auf Vordermann zu bringen. Nach vier Tagen sind wir Richtung Süden entlang des Sees gefahren um danach Richtung Westen über Lilongwe nach Sambia einzureisen.

Wie am Anfang schon erwähnt, waren wir nicht alleine nur von der wunderschönen Landschaft Malawi’s begeistert sondern besonders von den Menschen. Die Einheimischen strahlten eine große Freude aus und wir wurden immer herzlichst begrüßt. Wir fühlten uns immer sehr willkommen. Bei der Armut der Menschen und den politischen Problemen ist das schon sehr verwunderlich. Durch den Tot des malawischen Präsidenten bleibt nun nur zu hoffen, dass sich die nächste Führung mehr für die Bevölkerung einsetzt und nicht wie alle anderen vorher in die eigene Tasche wirtschaften. Wie nicht anders zu erwarten ist das Bildungssystem (somit auch das Bildungsniveau) der Bevölkerung eine reine Katastrophe. Von der Wirtschaft und dem Tourismus ganz zu schweigen. Uns wurde erzählt, dass das Tourismus Marketing Budget des ganzen Landes gerade mal 2000 USD pro Jahr beträgt.  Da ist es kein Wunder dass Malawi unter Reisenden entweder gar nicht oder nur als Durchreiseland bekannt ist. Uns hat Malawi ausgesprochen gut gefallen und wir können es nur empfehlen.

Unsere Highlights:

  • Der paradiesische Malawisee
  • Die wunderschöne Bergwelt Malawis
  • Das grandiose Lukwe EcoCamp & Organic Gardens
  • Die fröhlichen Menschen in Malawi