Ein neuer Staat für Afrika

Südsudan ist der südliche Teil Sudans und seit 2005 eine autonome Region des Landes. Am 9. Januar 2011 wird ein Referendum über die Unabhängigkeit der Region entscheiden. Damit steht der Sudan vor der Spaltung: Die christliche Bevölkerung des ölreichen Südens entscheidet, ob das Gebiet unabhängig wird vom arabischen Norden. Der Südsudan hat  5.641.700 Einwohner (Stand 2010).  Die zu den Niloten zählenden Dinka bilden die größte Volksgruppe, daneben leben nilotischen Nuer und Schilluk, die Azande und viele andere Stämme.  Die Quote der Analphabeten ist hoch,  besondere bei den Frauen. Die Unterernährung von ca. 30% stellt  für Südsudan ein grosses Problem da. Es wird geschätzt das etwa vier Millionen Südsudanesen als Folge des Bürgerkrieges in Nordsudan oder im Ausland leben. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa  drei Millionen von ihnen beabsichtigen, in den  Südsudan zurückzukehren.


Quelle: Wikipedia

Wendepunkt für Sudan
Das Referendum über eine mögliche Unabhängigkeit des Süd-Sudans steht unmittelbar bevor. Es sei ein „entscheidender Wendepunkt für das Land“, so Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Das Votum der südsudanesischen Bevölkerung über ihre Zukunft müsse akzeptiert und die Gefahr einer Eskalation auch im Interesse der gesamten Region vermieden werden. mehr

Ein neuer Staat für Afrika
Der Südsudan bereitet sich auf die Abspaltung vom Norden vor. Doch so leicht lässt sich kein Staat errichten. Eine Hauptstadt ist nicht von heute auf morgen gebaut. mehr

Die schwierige Geburt einer neuen Nation
Der Sudan steht vor der Spaltung: Die christliche Bevölkerung des ölreichen Südens entscheidet am 9. Januar, ob das Gebiet unabhängig wird vom arabischen Norden. mehr

Sudan vs. Sudan: Scheidung auf Afrikanisch
Der südliche Teil Sudans, des größten Landes in Afrika, beginnt am 9. Januar seinen „Scheidungsprozess“ vom nördlichen Teil des Landes. Im Süden beginnt ein Volksentscheid über die Abspaltung, der bis zum 15. Januar dauert. Die Koexistenz der Nord- und Südländer (jeweils überwiegend Moslems und Christen) in einer „Wohnung“ ist dermaßen unerträglich für beide geworden, dass Experten keine Zweifel am Erfolg des Referendums haben. mehr

Der Friedensvertrag, der keinen Frieden verträgt
Der Sudan befindet sich am Vorabend der Entstehung eines neuen Staates. Während der Norden weiterhin auf Gewalt setzt, auch wenige Tage vor dem Referendum, entsteht im Süden eine Einparteiendemokratie, die zunehmend mit schlechter Regierungsführung und Korruption in Verbindung gebracht wird. mehr

Referendum könnte den Sudan spalten
Am 9. Januar stimmen die Sudanesen über die Abspaltung des christlichen Südens vom arabischen Norden ab. Ekkehard Forberg erwartet zwar nicht einen erneuten Bürgerkrieg – warnt aber davor, den ölreichen Sudan alleine zu lassen. Audio Beitrag

„Ich möchte die Freiheit noch erleben“
In einem Monat stimmen die Südsudanesen über die Gründung eines eigenen Staates ab. Die Wählerregistrierung ist abgeschlossen – und erfolgt auch mal ohne Ausweis. mehr

Satellit Sentinel
Das von US-Schauspieler George Clooney initiiertes Projekt soll verhindern, dass im Zuge der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Januar ein neuer Bürgerkrieg ausbricht. Das „Satellite Sentinel Project“ kombiniert Satellitenaufklärung, Lageberichte aus dem Sudan und die Karten-Technologie von Google und soll gewaltsame Übergriffe auf diese Weise auf einer Internet-Website sofort an den Pranger stellen. Das Frühwarnsystem soll eine schnelle Reaktion auf Übergriffe ermöglichen und Straflosigkeit für die Täter verhindern. mehr

Abstimmung über eine ungewisse Zukunft
Eine Woche haben die Menschen aus dem Süden des Sudan Zeit, über ihre Unabhängigkeit vom Norden abzustimmen. Eine neue Nationalhymne gibt es zwar schon. Aber grundlegende Fragen wie die Grenzziehung und die Verteilung der Öleinnahmen sind offen. So bleibt ungewiss, was nach dem Referendum passieren wird. mehr

Südsudan Hoffnung für eine gepeinigte Region
Der Süden des Sudan stimmt über die Eigenständigkeit ab. Welche Chancen und Risiken für die Region ein souveräner Südsudan mit sich brächte, analysiert Andrea Böhm. mehr

2 Kommentare

  1. Sie haben recht mit Ihren Aussagen. Wie Sie schon sagten, sind die Probleme und die Interessen in diesem Land sehr vielschichtig. Man kann sich auch Fragen., was passiert mit der Darfur Region, wo bleiben die vielen Flüchtlinge, welche sich im Moment im Tschad aufhalten. Am Ende des Tages wird man viel mehr Fragen als Antworten haben. Was aber wichtig ist: Nämlich den Fokus der Weltöffentlichkeit auf diese Region zu lenken, ohne mit den Finger auf sie zu zeigen. Das ist gelungen, nun kann man nur hoffen, dass der Sudan so viel Hilfe und Unterstützung von außen erhält wie er nur bekommen kann.
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  2. Warum findet die Abstimmung nur innerhalb alter, willkürlich gelegter Provinzgrenzen statt anstatt entlang der ethnischen Wohngebiet? Was ist mit den Nubiern nördlich der Abstimmungsgrenzen? Wollen die tatsächlich beim Norden bleiben? Was ist mit den Leuten in der Südhälfte des Darfur? Warum dürfen die nicht abstimmen in ihren Flüchtlingslagern?

    Die Abstimmung selbst ist seit vielen Jahren überfällig und hätte von den Großmächten, die sonst, wenn ihre Ölinteressen berührt sind, schnell Demokratie und Freiheit überall hin bringen, längst durchgeführt werden können. Dass die Gründung des neuen Staates holperig sein wird ist nach der Vorgeschichte kein Wunder, aber man braucht deshalb nicht gleich hochnäsig mit dem Finger auf Afrika zeigen, wo offensichtlich nichts so gut geht wie bei “ uns“. Wir sind keineswegs so viel besser wie wir durch historische und menschheitsgeschichtliche Zufälle momentan reicher sind als die Afrikaner. Angebracht wäre, dass wir unsere Mitschuld und Mitverantwortung in diesem Fall annehmen und massive Hilfe leisten würden, und zwar nicht nur mit ein paar telegenen Politikerbesuchen und -reden. Das gilt nicht nur für den Südsudan sondern für den ganzen Kontinent, der durchzogen ist von idiotischen Grenzen, die von den hochmögenden Kolonialmächten in ihrem Interesse und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung festgelegt wurden. Hat nicht eine bekannte deutsche Kanzlerin vor etwa zwei Jahren groß verkündet die Afrikahilfe verdoppeln zu wollen? Dabei braucht Afrika aber nicht nur Almosen, die für das Gewissen von uns Überentwickelten meist besser sind als für die Entwicklung der Unterentwickelten. Afrika braucht eine Perspektive ohne die alten Kolonialgrenzen und ohne das europäische Staatenkonzept, (ein Volk ein Staat), das ja auch im selbstgerechten Europa in vielen Staaten nicht verwirklicht wird und dort immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen führt (s. Exjugoslawien). Afrika braucht Regionalisierung, eine Art Schutzschild gegen globale Ausplünderung. Das würde zu mehr Binnenhandel mit entsprechender Industrialisierung und als Folge davon zu höherem Lebensstandard führen und könnte zu einer teilweisen Überwindung der kolonialen Grenzen führen. Ansonsten wird es noch in einigen Staaten Afrikas zu vergleichbaren Rassenkriegen kommen.

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